• Wassergeburten RSS-Feed

    Veröffentlicht: 23. April 2011 08:21   
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    1. Schwangerschaft,
    2. Eltern

    (Hausgeburt Badewanne)

    Der Gedanke an eine Hausgeburt kam bei mir auf, da der einzige durchweg nette Geburtsbericht, den ich von Erzaehlungen aus meinem Bekanntenkreis kannte, der von einer Hausgeburt war. Ueber eine Hebammenpraxis bekam ich die Adresse von Kristin, einer der Hebammen die in Leipzig Hausgeburten macht. Von da an (ab ca. dem 5. Monat) machte Kristin Hausbesuche bei uns, die uns allerdings zu Beginn mit einem flauen Gefuehl zurueckließen - allmaehlich wurde es ernster, wobei wir wussten, dass es jederzeit o.k. ist, doch wieder von einer geplanten Hausgeburt Abstand zu nehmen, wenn man beginnt, sich unsicher zu fuehlen.

    Aber erst mal passierte was unerwartetes: Ich hatte beim ersten Kontroll-CTG bei meiner Aerztin in der 30. SSW schon Wehen, die ich selber aber nicht spuerte. Als die bei den zwei Untersuchungen in den naechsten 10 Tagen immer staerker wurden bekam ich eine Einweisung ins Krankenhaus. Da war ich wohl zu viel herumgerannt, in den letzen Wochen. Ich hatte zwar nie das Gefuehl, dass wirklich was passieren koennte, musste nun aber fuer einen zweiten Menschen mit entscheiden, so dass ich zwar in ein Krankenhaus ging, dort allerdings den Tropf verweigerte. Ich war mit einer recht geringen Tablettendosis sofort wehenfrei und entliess mich nach 5 Tagen auf eigene Verantwortung, lag dann allerdings noch 4 Wochen lang zu Hause herum, denn bereits kleinste Unternehmungen (Eis essen gehen oder ein bisschen in der Wohnung herumraeumen) fuehrten immer wieder zu Wehen auf dem naechsten Kontroll-CTG bei der Frauenaerztin. Immerhin hatte ich endlich mal wieder viel Zeit zum lesen und im Nachhinein war es trotz der Dauer eine recht erholsame Zeit. Kristin sagte, dass trotz des Krankenhausaufenthalts einer Hausgeburt nichts im Wege stuende, wenn ich es schaffte bis zur Vollendeten 37. SSW durchzuhalten. Meine Befuerchtung war allerdings eher, dass ich am Ende noch eingeleitet werden muesse, denn nach einer wehenhemmenden Behandlung kann es wohl durchaus vorkommen, dass sich auch nach dem Termin keine Wehen einstellen. Auf eine Krankenhausgeburt hatte ich nach meinem Aufenthalt dort allerdings noch weniger Lust denn jeh.

    Auf alle Faelle setzte ich in der 36. SSW die Tabletten ab und nahm mit Beginn der 37. SSW wieder ein normaleres Leben auf - immerhin wollte ich der Geburt nicht durch wochenlanges herumliegen unfit entgegengehen. Ich hatte in den letzten Wochen begonnen, immer mal meinen Muttermund zu abzutasten und stellte im Verlauf der 37. Woche fest, dass er weicher geworden war und in der Mitte eine winzige Delle bekam. Die Frauenaerztin sagte dann auch bei einer Untersuchung dass der Kopf schon sehr tief saeße, was Kristin bestaetigte. Aber immerhin war am Freitag, 31.7. die 37. SSW zu Ende, so dass nun die Geburt zu Hause statt finden koennen wuerde. So begannen wir am Wochenende, Dinge fuer die Hausgeburt vorzubereiten, und ich sortierte und wusch Babyklamotten, die wir von verschiedenen Leuten geschenkt bekommen hatten (dabei hatte ich mich bislang noch nie fuer's Waschen oder fuer Babybekleidung interessiert). Ich hatte mich Freitag Abend schon mal seltsam gefuhelt (wir waren im Kino: unbequeme Sitze und ueberhitzter Raum), Samstag war wieder alles „normal“. Sonntag gingen wir noch indisch Essen und im Park spazieren, und zu Hause machte Frank eine seiner netten Damm-Massagen (ich rieb den Damm seit 4 Wochen fast taeglich mit einem Oel ein und versuchte, ihn zu weiten). Und wir verbrachten erst mal eine Weile im Bett :-). Spaeter kam der Anruf eines Freundes, der seinen Besuch fuer kurz drauf ankuendigte. Nachdem ich den Hoerer aufgelegt hatte ging ich in die Kueche und platsch - da war eine recht ansehnliche Pfuetze unter mir. Ich schaute Frank an und sagte: "Das ist es jetzt wohl!", was Frank dann bejahte.
    Also Blasensprung.
    Das war um 17.30 Uhr. Einen Eimer der gerade in der Naehe stand unter mich haltend watschelte ich auf’s Klo da ich immer noch in kleinen Schwallen weiter auslief. Das liess schnell etwas nach und ich rief erst mal Kristin an. Sie sagte ich solle zur Sicherheit immer mal Fieber messen, duerfe aber rumlaufen da Babys Kopf schon tief sass und sie ginge jetzt erst mal zu sich nach Hause, riefe dann wieder an. In der Zwischenzeit war mein Besuch angekommen und ich verquatschte mit ihm die naechste Stunde waehrend Frank noch letzte Vorbereitungen traf. Als Kristin wieder anrief hatte ich weder erhoehte Temperatur noch Wehen und sie meinte sie kaeme so gegen 22 Uhr, wenn ich mich nicht noch mal vorher melden wuerde.

    Die Zwischenzeit verbrachten Frank und ich dann wieder zu zweit, wir taten noch dies und das in der Wohnung und ich begann, ein regelschmerzartiges Ziehen zu bemerken. Sollten das Wehen sein? Neee! Kristin kam Punkt 22 Uhr, brachte ihre Ausruestung in die Wohnung (Gebaerstuhl, ...) und untersuchte mich: Muttermund weich und begann sich zu oeffnen. Wir wollten uns dann erst mal alle schlafen legen, da es wohl sinnvoll sei, bis zum Beginn der Wehen noch mal Energie zu schoepfen. Kristin legte sich in Franks Zimmer und gerade als wir uns auch hinlegen wollten begannen die richtigen Wehen. Es war 23 Uhr! Die naechste Stunde verbrachte ich auf dem Klo, abwechselnd beschaeftigt durch Wehe (waehrend der ich mich gegen Franks Bauch lehnte) - Durchfall - Wehe. Kristin hatten wir noch schlafen lassen. Als der Durchfall aufhoerte meinte Frank ich sollte es doch mal in der Wanne versuchen. Gute Idee, denn in dem warmen Wasser waren die Wehen fuer mich viel ertraeglicher - ich entspannte richtig. Auch die Abstaende wurden groeßer, so daß ich gegen 2 Uhr daran dachte, mich doch noch mal schlafen zu legen. Aber gerade im Bett liegend kamen wieder total starke Wehen und ich wusste fast gar nicht mehr, wie ich atmen sollte. Das hatte Kristin wohl geweckt, denn sie kam aus Franks Zimmer mit den Worten: "Das sind ja richtig schoene Wehen!" Sie untersuchte mich und der Muttermund war 2 cm offen und die Herztoene des Kleinen gut. Aber allmaehlich wurden die Wehen fies. Waehrend der naechsten, die mich noch auf meinem als Geburtsbett bereiteten Bett erwischte massierte Kristin mich an einer Stelle im Bereich des unteren Rueckens, und das war, aehnlich wie das warme Wasser zuvor, wieder wunderbar schmerzmildernd.

    Ich also wieder in die Wanne, seitlich liegend. Frank genehmigt sich einen Teller mit Chips und deren Geruch habe ich heute noch ueberdeutlich in Erinnerung. Und ich erinnere noch, dass Kristin irgendwann mal mit der Fliegenpatsche eine nervige Muecke jagen ging. Wie schoen: das Leben geht weiter! Ansonsten hatten Kristin bzw. Frank waehrend der Wehen eine Hand auf meinem Ruecken in Steissbeinnaehe und der jeweils andere reichte mir immer wieder einen feuchten kalten Waschlappen, mit dem ich mir das Gesicht kuehlte bzw. den ich ueber mir ausdrueckte. Die Wehen schienen immer schlimmer zu werden (ich kann gar nicht beschreiben, wie es sich anfuehlt) und kamen unregelmaessig und teilweise total schnell aufeinander. Ich gab solche Dinge von mir wie dass ich nicht mehr woellte oder wenigstens gerne eine Pause haette. Irgendwann gab mir Kristin 3 homoeopatische Kuegelchen und danach wurde es besser: Wehen im Doppelpack, die erste fies, die zweite direkt anschliessend ertraeglich, waehrend der Wehen immer der feuchte Waschlappen und die massierende Hand, dazwischen daemmerte ich weg. Frank meinte hinterher, es waeren wohl 3-4 Minuten Abstaende gewesen. Ich zaehlte waehrend einer Wehen immer die Atemzuege die ich machen musste bis sie vorbei war (10 Stueck) oder betrachtete die Wassertroepfchen am Badewannenrand, die ich durch's Veratmen wegpustete.

    Trotz all des Durchfalls zuvor fühlte es sich so an als müsse ich schon wieder aufs Klo. Das machte mich eine Weile verspannter, da ich ja nicht in das Wasser machen wollte in dem ich lag. Ich muss wohl staendig gesagt haben:" Kristin, der Darm!" was Frank heute noch sehr witzig findet, und irgendwann dachte ich mir dann, dass das schon das Baby sein koennte, das auf den Darm drueckt. Danach konnte ich dann waehrend der Wehen wieder genauso wie vor Beginn des Druckgefuehls versuchen, einfach locker zu sein. Ich hatte immer nur im Kopf, dass ich so gut wie moeglich entspannen und "es" zulassen sollte. Wenn ich mal wieder keine Lust mehr hatte oder zu schnell atmete sagten Kristin oder Frank dass ich das sehr gut mache und es gut voranginge bzw. dass ich langsamer atmen solle, und das half! Und es fuehlte sich auch immer wieder gut an wenn einer der beiden frisches warmes Wasser in die Wanne laufen lies. Und irgendwann sagte Kristin, dass ich noch mal auf's Klo gehen muesse, um meine Blase leer zu bekommen. Ich hatte zwar keinerlei Lust darauf, aus dem Wasser zu gehen, tat es dann aber doch. Das war um 4 Uhr. Auf dem Klo sitzend untersuchte mich Kristin und stellte fest: Muttermund 8 cm. Schnell beauftragte sie Frank, Handtuecher fuer das Baby in den Ofen zu tun und aufzuwaermen und ich ging wieder in die Wanne. Irgendwie kamen jetzt staendig Wehen und ich hatte nicht mal Zeit, mich wieder in die entspannende Seitenlage zu bringen. Oder war die gar nicht mehr entspannend? Ich weiss es nicht mehr. Ich weiss nur noch dass Frank hinter mir auf dem Wannenrand sass und mich stuetzte und Kristin dann vorschlug, er koenne ja jetzt auch in die Wanne gehen. Tat er dann auch, setzte sich hinter mich und ich konnte mich gegen ihn lehnen, meine Arme nach hinten um seinen Hals. Und irgendwie drueckte es dann auch schon. Meine Presswehen sind wohl eher passiert als dass ich was getan haette. Ich spuerte nur, dass es mehr und mehr an der Scheide brannte. Aua!!! Ab da habe ich wohl auch bei jeder Wehe geschrieen, was ich aber hinterher erst wieder erinnerte als sich Frank und Kristin darueber unterhielten. Babys Koepfchen war bei jeder Wehe ein bisschen mehr zu sehen, auch ich sah es schon und es tat immer ein bisschen mehr weh und zwischen den Wehen rutsche er immer wieder zurueck, was ich als angenehm empfand. Irgendwann hatte ich es dann aber satt (wohl so nach 3-5 mal), wollte endlich ein Ende haben, und sagte sogar zu Kristin, dass sie dann halt schneiden solle (unglaublich - davor hatte ich doch die allermeiste Angst gehabt, zuvor, und Frank traute seinen Ohren nicht) Kristin laechelte aber nur und schuettelte den Kopf mit den Worten:"Nein, ich schneide nicht!" Sie hatte ja auch immer die Herztoene des Kleinen mit ihrem kleinen Herztonmesser geprueft, und die waren gut. Auf alle Faelle hatte ich allmaehlich genug und am Ende der naechsten Presswehe hab' ich dann zum ersten mal selber aktiv gepresst und dabei wohl einen Schrei von mir gegeben der im Badezimmer so gehallt haben muss dass Frank versuchte mir den Mund zuzuhalten. Aber dann war der Kopf durch. Ich wusste schon, dass Baby noch unter Wasser bleiben musste und ich erst mal mit pressen aufhoeren sollte, tat das auch, und bei der naechsten Wehe gleich drauf kam dann das Baby ganz heraus und lag gleich drauf auf meinem Bauch. Er gluckste nur kurz ein bisschen und sah mit grossen Augen in die Welt. Ein unbeschreibliches Gefuehl: da lag der kleine Mensch, atmete und wir hatten die Geburt ueberstanden. Waaahnsinn! Die Nachgeburt kam recht schnell hinterher (Frank und ich sassen ploetzlich in rotem Wasser), Frank schnitt die Nabelschnur durch, Kristin liess kuehles Wasser in die Wanne um die Blutung zu stoppen und als ich mich fit fuehlte sollte ich mich abduschen und ging dann in mein Zimmer auf das noch voellig unbenutzte Geburtsbett. Kristin untersuchte mich: nichts kaputt, kein Schnitt, kein Riss!!! Und dann kam Frank auch schon mit dem in ein Handtuch eingewickelten Kleinen und wir legten uns alle erst mal noch fuer 2 1/2 Stunden auf's Ohr (Benedikt ist um 4.30 Uhr geboren, 5 1/2 Stunden nach Wehenbeginn). Frank war totmuede und ich voellig ueberdreht. Er hat aber trotz meiner Quasselei ein bisschen geschlafen, glaube ich. um 6.45 rief ich dann kurz meine Eltern an und gegen 7.30 stand Kristin auf, untersuchte Benedikt noch mal und zog ihn an. Ich fand es fast schade, dass dieser kleine Koerper nun in Kleidung gehuellt wurde, aber ohne frohr er doch zu arg und er konnte ja nicht ewig im Badetuch bleiben.

    Ich verbrachte dann eine total schoene Wochenbettzeit zu Hause. Frank nahm sich Urlaub und Kristin kam ein- bis zweimal taeglich vorbei. Und das ist nun schon fast einen Monat her, der Kleine waechst und wird auch schon lauter und fordernder und ich lebe mich allmaehlich im neuen Leben ein. Und ich werde immer dankbar sein fuer Kristins und Franks Unterstuetzung, die diese schoene Geburt erst moeglich gemacht hat. Es ist wirklich eine der eindrucksvollsten Erinnerungen meines Lebens. Und am erstaunlichsten dabei finde ich die gewaltigen Kraefte, die ich dabei spuerte und dass das einzige was ich tun musste war, es passieren zu lassen. Also, liebe Kugeln: bleibt locker, wenn es so weit ist. Passieren tut's sowieso und es geht tatsaechlich vorbei, auch wenn es zwischendrin nicht so zu sein scheint. Und noch ein kleiner Buchtip, den ich selber bekommen hatte: das Buch „Die Hebammensprechstunde“ von Ingeborg Stadelmann hat mir waehrend Schwangerschaft und auch nun waehrend der ersten Zeit mit Benedikt sehr oft mit allen moeglichen Fragen weitergeholfen, die sich ploetzlich so stellten.
    Veröffentlicht: 22. April 2011 10:26   
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    1. Schwangerschaft,
    2. Eltern

    Vorab muss ich sagen, dass ich wahrscheinlich die schönste Geburt der Welt hatte.

    Bereits in der 26 .SSW wurde ich mit vorzeitigen Wehen stationär im Krankenhaus aufgenommen. Das war mehr als unangenehm, da ich aufgrund des Durchfalls, auf der Isolierstation alleine lag. Aber nach Aufstellung eines medikamentösen Tagesplanes, wurde ich mit strikter "Bettruhe-anweisung" nach Hause entlassen. Man wird es kaum für möglich halten, aber ich musste täglich 21 Tabletten zu mir nehmen.

    Der voraussichtliche Geburtstermin war der 19.06.2000.

    Am 18.05.2000 waren wir zur nächsten Vorsorgeuntersuchung, wo uns der FA sagte, dass ich die Wehenhemmer absetzten solle, da sonst die Geburt am Ende noch eingeleitet werden müste. Das sagte ebenfalls unsere Hebamme und der Chefarzt in unserem für die Geurt auserkorenem Krankenhaus. Nun gut. Ich nahm am Abend des 18.05.2000 also meine letzten Wehenhemmer und den Tag darauf war ich zwar unsicher, aber es ging mir, abgesehen von der Hitze, doch relativ gut. Jedoch am Abend bekam ich ein seltsames Ziehen im Bauch. Aber ich dachte natürlich, das dass ebenfalls vorzeitige Wehen wären, nur das sie sich ohne Wehenhemmer etwas anders anfühlen. Wir sind dann auch ins Bett gegangen. Aber halb eins war meine Nacht dann ´rum. Ich dachte immer noch an vorzeitige, aber diesmal etwas schlimmere Wehen. Meinen Mann wollte ich auch noch nicht behelligen, da er zeimlich kaputt war. Obendrein stand er ja wegen meiner Gefechtsunfähigkeit momentan auch noch zu Hause im Stress.

    Also bin ich gewandert, habe Fernsehen geschaut und Verrenkungen im Bett ausprobiert. Aber gegen 6:30 Uhr war es dann doch ziemlich schlimm und so wirklich glaubte ich nicht mehr, das dass vorzeitige Wehen waren. Instinktiv sagte ich meinem Mann, dass er wahrscheinlich heute Vater würde. Als wir den Wehenabstand gemessen haben, kamen sie bereits aller 5 Minuten. Ich wollte auf jeden Fall noch duschen, bevor wir ins KH fahren, doch mein Mann befürchtete eine Sturzgeburt unter der Dusche. Ich hab´mich dann letztendlich doch noch durchgesetzt, so dass wir erst um 8:30 Uhr in der Klinik ankamen. Da war mein Muttermund 1 cm offen und die Ärztin wollte die Geburt mit allen Mitteln aufhalten und zumindest in die 37. SSW ziehen. Also verabreichte man mir wieder Wehenhemmer und die ganze Palette der Medikamente. Und das war das, was an der Geburt weh tat. Die Wehen drückten nach unten, wobei unser Kind schon sehr weit unten lag und dementsprechend auf den Beckenboden drückte, und die Wehenhemmer hielten dagegen. Nach Unendlich langen 3 Stunden war dann zum Glück der Schichtwechsel da, so dass der jetztige diensthabende Arzt sagte, dass die Geburt sowieso nicht mehr aufgehalten werden könne und die Medikamente wieder abgesetzt wurden. Und das war das Beste, was mir passieren konnte. Von nun an taten die Wehen halb so weh.

    "Schwester Rabiata", wie wir eine Hebamme nnnten, mit der ich schon während meines ersten Aufenthaltes Probleme hatte, mir, dass das Kind sowieso heute nicht mehr kommen würde. Frühestens morgen, wenn es nicht noch länger dauern würde.

    Es war ca. 12:30 Uhr und der Muttermund war auf 3-4 cm geöffnet. Ich war auf dem Ball, hielt mich nebenbei am Seil fest und war super lustig drauf. Meine Eltern kamen noch vorbei und wir haben während der Wehen ordentlich Spass gehabt. Dann kam unsere Hebamme (übrigens die Weltbeste) und bot mir an, in die normale Badewanne zu gehen. Und als ich drin war, spürte ich die Wehen fast gar nicht mehr. Ich sagte ihr, dass ich hier nicht mehr rausgehen würde. 17:45 Uhr musste ich aber leider raus, da sie kontrollieren wollte, wie weit sich der Muttermund geöffnet hätte. Da waren es bereits 8-9 cm und zu meinem Bedauern sagte sie mir, dass ich nicht mehr in die Badewanne könne. Auch könnten wir keine Wassergeburt machen, da ich ein Frühchen bekäme. Doch nachdem die Fruchtblase gesprengt wurde und keinerlei Anzeichen von Käseschmiere zu sehen war, entschied der Arzt, dass wir es mit einer Wassergeburt versuchen könnten, da ich in der normalen Wanne mich so gut entspannen konnte. Da das Kind während der Geburt schlief, wurde es lustiger Weise mit einer Eieruhr, die man mir auf den Bauch hielt, geweckt. Aber er lies sich nicht sonderlich davon beeindrucken und schlief auc sogleich wieder ein.

    Nun waren die Wehen doch etwas mehr zu spüren, aber immer noch sehr gut wegzuatmen. Als dann die Gebärwanne voll war, durfte ich reinsteigen. Meine Hebamme hielt mir die linke Hand und half mir beim Einsteigen und mein Mann die rechte. Ich war super konzentriert und gerade als ich den Fuss zum Einsteigen heben wollte, ertönt aus dem CD-Spieler das Lied "Titanic". Da war meine ganze Konzentration auf die Wehe weg und dementsprechend tat sie auch weher als die anderen. Ich dachte nur mit einem Lächeln: wissen die denn nicht, dass die Titanic am Ende sinkt?

    Tja und dann ging alles ziemlich schnell. Es war 19:20 Uhr als ich in der Gebärwanne sass und draussen schien die Sonne und es regnete gleichzeitig. Und da kamen auch schon die Presswehen. Entgegen meiner Erwartungen hatte ich nicht unbedingt das Bedürfnis zu pressen. Aber ich gab natürlich mein Bestes. Ich hielt mich an den Haltegriffen rechts und links fest und drückte bzw. schob. Dann kam nach ca. 20 Minuten eine Phase, da dachte ich, nee, nicht mit mir. Der Kopf steckte direkt in der Scheide und ich dachte, er ginge nicht vor und nicht zurück. Ich dachte, ich müsste zerreissen. Und um den Damm zu dehnen, wurschtelte die Hebamme auch noch dranrum. Meine Hebamme bot mir an, den Kopf zu fühlen, was ich völlig schockiert ablehnte, denn ich wollte endlich, dass das Gefühl der Spannung endlich weg ging. Heute ärger ich mich masslos darüber. Dann musste ich nur noch zwei mal pressen und 20:10 Uhr kam unser Sohn Tim wie eine Rakete rausgeschossen, was noch mal richtig weh tat, da ich einmal komplett von oben bis unten gerissen war.

    Da er sehr klein war, legten sie ihn mir nur wenige Sekunden auf den Bauch und nabelten ihn dann sofort ab, um zu sehen, ob mit ihm alles in Ordnung war. Gott sei dank atmete er relativ schnell eigenständig, so dass er nicht in die Kinderklinik verlegt werden musste. Mittlerweile lag ich auf dem Bett, wo ich nur noch mal kurz pressen musste, dass die Nachgeburt rauskam. Ich habe kaum etwas von der Wehe gespürt. Aber das schlimmste war, dass Tim immer noch keinen Laut von sich gegeben hat. Ich dachte schon das schlimmste und mein Mann und meine Mutter, die während der gesamten Geburt dabei war, sagten, dass er sehr müde von der Geburt wäre, es aber alles in Ordnung sei. Und endlich kam ein zaghaftes, leises UÄH und alle Angst fiel von mir. Man legte ihn mir dann gebadet in den Arm und ich werde wohl nie wieder so glücklich in meinem Leben sein, wie in diesem Augenblick.
    Tim wog 2.230 gramm und war 49 cm groß. Kopfumfang 31cm. Obwohl er die ersten Tage zu schwach zum Saugen war und deshalb per Magensonde ernährt werden musste, habe ich das große Glück, immer noch zu stillen. Während die anderen Mütter mit ihren Kindern an der Brust im Stillzimmer sassen, hatte ich meine Pumpe mit der Flasche an der Brust. Aber so hat es dann doch mit dem Stillen geklappt. Ich denke, dass ich seinen 1. Geburtstag als Stichtag nehmen werde, um mit dem Stillen aufzuhören.

    Heute hat er von dem ganzen Frühchendasein nichts mehr zurückbehalten und er hat sehr gut auf die zum Termin geborenen Kinder aufgeholt.

    Auch wenn die Wassergeburt ganz ohne Schmerzmittel von statten geht, kann ich nur dazu raten. Das Wasser nimmt sehr viel von dem Geburtsschmerz weg. Ich wünsche allen noch Schwangeren eine glückliche und gesunde verbleibende Zeit und eine ebenso traumhaft schöne Geburt, wie ich sie hatte.
    Es ist das größte WUNDER AUF ERDEN.

    Kati

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  • Rezept der Woche

    Das Rezept der Woche in Zusammenarbeit mit Kinderrezepte.de!

    TORTELLINI-AUFLAUF (auch vegetarisch möglich)
    Zutaten:

    1 Packung Tortellini (für vegetarisch: Käse-Tortellini)
    1 Packung fertige Tomatensauce (z.B. Picante im TetraPack)
    2 Knoblauchzehen
    2 Scheiben Gouda
    1 Becher Sahne
    1 TL Ajvar (Paprikazubereitung)(kann auch weggelassen werden)
    ca. 100 g gestiftelter Edamer
    etwas Öl für die Form
    etwas Butter für die Pfannne





    Anweisungen:

    Die Tortellini kochen und in Butter anbraten.
    Die Knoblauchzehen gepresst dazugeben.
    Ajvar unterrühren.
    Die Auflaufform ausfetten und die Tortellini einfüllen.
    Die Käsescheiben auf die Tortellini legen.
    Die Tomatensauce draugeben.
    Den Becher Sahne darübergiessen.
    Gestiftelten Käse obenauf.
    Ca. 30 min. bei 225 g backen, bis die Sauce blubbert.


    Das Rezept mit Bild findet Ihr hier