Veröffentlicht: 3. March 2011 09:27
Ganz normaler Babyblues
Die Geburt meines Sohnes war lang und nicht eben lustig (gut drei Stunde pressen...). Ich hatte schon die ganze Schwangerschaft über Angst davor, aber auch Angst, mein Kind nicht zu lieben, weil ich mit Babys bisher nicht so viel anfangen konnte.
Nach der Entbindung war ich zunächst euphorisch, habe aber noch eine recht große innere Distanz zu meinem Baby gespürt. Der Kleine war mir so fremd. Am dritten Tag nach seiner Geburt schlug die Euphorie und das schöne "Schwebegefühl" ganz langsam um in eine gewisse Weinerlichkeit, die ich mir gar nicht erklären konnte. Ich habe gespürt, wie sich dieses Gefühl nach und nach verstärkt hat, zusammen mit Schuldgefühlen, weil ich mich dazu entschlossen hatte, nicht zu stillen. Ich habe geglaubt, ich sei die schlechteste Mutter auf Erden. Der Tipp einer Arbeitskollegin hat mich dann "gerettet": Mein Mann hat mir Champagner ins Krankenhaus gebracht (zwei Gläschen reichen nach zehn Monaten Enthaltsamkeit völlig...) und das hat mich sozusagen über den Blues gebracht. Fürs Erste war die Situation also gerettet.
Im Nachhinein denke ich, dass ich durch die Entbindung eine Art kleinen Schock hatte. So hat es doch ein paar Tage gedauert, bis ich mein Baby so richtig annehmen konnte. Ich hatte wochenlang keinen Appetit, und die Vorgänge bei der Geburt haben mich noch eine ganze Zeit lang beschäftigt.