Veröffentlicht: 16. March 2011 11:27
Bei uns klingelt um 5:00 Uhr der Radiowecker. Mein Mann schaltet um auf Radio und schleppt sich ins Bad, um zu duschen. Gegen 5:15 ist er fertig. Jetzt stehe ich auch auf und schlurfe im Halbschlaf in die Küche. Dort mache ich ihm einen Grapefruitsaft und eine Vitamintablette fertig. Mehr kriegt er um die Zeit nicht 'runter. Während er den Saft trinkt, unterhalten wir uns über den Tagesablauf und ob irgend etwas besonderes ansteht. Um 5:25 verläßt er das Haus.
Anschließend werfe ich die erste Waschmaschine des Tages an. Meistens muß ich vorher den Inhalt der letzten Maschine des Tages herausnehmen und aufhängen. Dann mache ich den Abwasch vom Vortag, überprüfe die Essensbestände und überlege, was es denn zum Abendessen geben könnte. Schließlich richte ich noch Fumilayos Pausenbrot für die Krippe.
Um 6:15 Uhr bewege ich mich auch unter die Dusche und ziehe mich an. Nebenbei schalte ich den Fernseher an, um den Wetterbericht sehen zu können. Schließlich muß Fumi mit ihren Klamotten für den ganzen Tag gerüstet sein.
Zwischen 6:30 und 7:00 Uhr wecke ich sie dann auf, wenn die Dusche sie noch nicht geweckt hat. Wir knuddeln ein bißchen und unterhalten uns über den Tag. Dann ziehe ich sie an und gebe ihr eine Scheibe trockenes Brot oder einen Reiscracker zum knabbern. Spätestens um 7:30 gehen wir dann aus dem Haus. Wenn es wieder mal knapp geworden ist, nehmen wir das Dreirad, ansonsten laufen wir. Den Kinderwagen haben wir weggestellt, als sie zweieinhalb war.
Für die Strecke zur Krippe brauche ich alleine etwa 5 Minuten. Mit Fumi können es schon mal 20 werden. Aber dabei können wir uns über alles mögliche unterhalten, und jetzt im Frühjahr sehen wir auch immer schöne Vögel und Blumen. In der Krippe rede ich noch kurz mit den Erzieherinnen, wenn etwas Besonderes ansteht, ansonsten ziehe ich Fumi ihre Hauschuhe an, es gibt einen Tschüß-Kuß, und ich renne zur U-Bahn.
Spätestens um 8:30 muß ich im Büro sein.
Mein Mann hat meistens so um 15:00 Uhr Feierabend. Zwei Mal die Woche geht er anschließend noch zur Fortbildung. Aber spätestens um 17:00 Uhr holt er Fumi von der Krippe ab. Dann laufen die beiden geruhsam nach Hause und Fumi erzählt ihm von ihrem Tag. Zwischen 17:00 und 18:00 Uhr komme auch ich aus dem Büro. Oft habe ich auf dem Heimweg noch schnell ein paar Besorgungen gemacht. Jetzt nehmen wir drei uns erst mal Zeit für uns: Wir spielen zusammen, unterhalten uns über den Tag, oder gehen noch etwas spazieren. Manchmal geht mein Mann auch direkt nach der Krippe mit Fumi auf den Spielplatz, ins Schwimmbad oder in den Biergarten. Dann ruft er mich kurz im Büro an, und ich treffe die beiden dort.
So gegen 19:00 macht sich einer von uns an das Abendessen. Inzwischen hilft Fumi gerne dabei mit: Tisch decken, Nudeln in den Topf schütten oder Soße umrühren, das macht sie schon ganz toll. Wenn sie in der Küche mit hilft, kann der jeweils andere derweil mit dem Staubsauger durch die Wohnung rennen oder Wäsche einsortieren. Größere Saubermach-Geschichten finden am Wochenende statt. Dann essen wir zusammen. Zwischen 20:00 und 20:30 Uhr heißt es für Fumi: Ab zum Zähne putzen und dann ins Bett. Sie darf sich aussuchen, wer sie ins Bett bringen darf. Der jeweils andere deckt derweil den Tisch ab und räumt die Küche auf. Das abendliche Fumi-Ritual kann ziemlich lange dauern, je nach dem, wie müde sie ist. Vorlesen, Beten, Kuscheln, Singen...... Aber ab 21:00 Uhr werde ich konsequent und sie muß schlafen.
Kurz danach ist auch für uns der Tag zu Ende. Wir unterhalten uns noch etwas über den vergangenen Tag, planen, wer was wann zu erledigen hat, und schlafen dann bald ein. Schließlich klingelt um 5:00 Uhr wieder der Wecker....
Das ist also zur Abwechslung mal der Bericht einer berufstätigen Mutter. Ich denke, daß wir alle recht glücklich mit diesem Ablauf sind. Natürlich wünschen wir uns manchmal mehr Zeit für uns Eltern, aber irgendwann werden wir auch diese Zeit wieder mal haben.
Elisabeth