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  Minderjährige und Bußgeld

 
  Romy*** (21756)
 romy.schatz777#googlemail.com
 Kinder: : 00.00.0000, J: 01.01.1999, F: 01.01.2004, N: 01.01.2013,

 schrieb am 13.09.2017 um 20:58:40 Uhr:


 

Hallo,

Mein Sohn hat im Sommer einen Unfall verursacht.
Er hat mit dem Motorrad die Vorfahrt missachtet und ist einer Autofahrerin ins Fahrzeug gefahren.
Sie fuhr zu schnell,aber das spielte für die Polizei keine Rolle.
Jetzt kam der Bußgeld Bescheid:
150 Euro.

Kosten für nachschulung werden wohl noch dazu kommen,er ist noch in der Probezeit.
Auf dem bescheid steht,wenn er nicht zahlen kann,muss er das nachweisen usw.
Er ist ja noch minderjährig und Schüler,hat kein eigenes Einkommen( nur Kindergeld)
Macht es Sinn,deswegen widerspruch einzulegen oder müssen dann einfach die Eltern zahlen?
Ich muss schon wieder eine klassenfahrt zahlen und weiß nicht wovon :(

LG Romy

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 Die Antworten auf diesen Beitrag
 

Grit

(14514) Kinder: maxi: 27.12.1986 / sophie: 19.02.1991
Bsyltfan#aol.com

antwortete am 14.09.2017 um 06:44:35 Uhr:

So lange man minderjährig ist , haften die Eltern für die Kinder ! Das heißt wohl dann zahlen !
Grit

Nicole*

(19707) Kinder: LM: 18.10.2001
Nilami#gmx.de

antwortete am 14.09.2017 um 08:36:58 Uhr:

Hallo Romy,

ich befürchte fast, das natürlich dann die ELtern in die Pflicht genommen werden.

Wenn du oder dein Ex keine möglichkeit haben, das zu zahlen würd eich folgende Möglichkeiten in Erwägung ziehen: Ratenzahlung möglich? Kleinstkredit bei Oma/Opa? Überziehen vom Konto machbar? Schon Auszahlung des kommenden WEihnachtsgeldes( anstatt geschenke der Großeltern)?

Und dann würde ich tief in mich gehen.. Wenn du so knapp bist, wer hat den Führerschein finanziert, wer trägt die laufenden Kosten des Mototrrad? In welchem Zeitraum muss die Nachschulung erfolgen, wie lange kann er aussetzen? Was passiert, wenn keine Nachschulung erfolgt?

Die erste Konsequenz wäre, das Motorrad abzumelden, um von den gesparten Kosten das Bußgeld abzustottern. Und dann darf sich der Junge Mann gerne eine Nebenbeschäftigung suchen. und davon seine Nachschulung bezahlen.

Ich finde schon, wenn finanziel das nicht von den Eltern zahlbar ist, müssen die Kinder halt selber für ihre Wünsche arbeiten. Was machst du denn, wen das gute Stück defekt ist? Ich selber habe auch in meiner Jugend immer gearbeitet (Babysitten, Heimarbeit) und auch parallel zu meiner regulären Arbeit. (feuerwerksverkauf immer 1 Woche, Beleuchtung beim Volksfest, Aushilfe Küche im Biergarten) um mir einfach große Träume (neues Auto) zu erfüllen.

Ich denke, es wäre für euch wirklich sinnvoll, sich da mal zusammenzusetzen, wie ER sich das Vorstellt. Du musst damit rechnen, das immer wieder unverhofft Kosten auf Dich zukommen!

Viele Grüße Nick

Julia**

(25373)
Julia.Kugel#wir-haben-nachwuchs.de

antwortete am 14.09.2017 um 09:49:51 Uhr:

Hallo,

das wundert mich jetzt, ich dachte unter einem bestimmten Alter muß man statt Bußgeldern soziale Arbeit leisten, da würde ich mich erkundigen.

Sonst ist es ja ein Strafe für die Eltern, nicht für das Kind.

Gruß Julia

Nicole*

(19707) Kinder: LM: 18.10.2001
Nilami#gmx.de

antwortete am 14.09.2017 um 10:40:18 Uhr:

Hallo Julia,

Das würde ich auch für ne gute Idee und alternative halten. :)

Viele Grüße Nick

Ursel

(7068) Kinder: Die Große: 0.00.0000 / Die Jüngste: 0.00.0000
ursel-mrohs#salldata.dk

antwortete am 14.09.2017 um 13:54:33 Uhr:

Blöde Frage aus dem Ausland von einer auch alt(modisch)en Mutter:

kann man in Dtld. unter 18 schon Motorrad fahren???
Oder redet Ihr von einem Motorroller?

Und alles andere hast Du geschrieben, Nick!!!

Gruß Ursel, DK

Nicole*

(19707) Kinder: LM: 18.10.2001
Nilami#gmx.de

antwortete am 14.09.2017 um 14:20:10 Uhr:

Hallo Ursel,

es hat sich ja immer soo viel verändert. Ich kopier dir hier mal was rein. Aber frag mich bitte nicht, wie das in der Praxis aussieht... lach... Oder das passende Gefährt, da müsste ich auch mich mehr schlau machen. H

Hier gibt es zum 18. Geburtstag ein Auto vom Opa (und da reden wir von einem Golf BJ 95), vorher ist keine zusätzliche Motorisierung der Tochter vorgesehen. Gut, PKW Führerschein mit 17 ist geplant. Das Auto und die Folgen muss sie selber finanzieren, dazu passen dann die entsprechenden Versicherungen, die Fällig werden und dies auch ohne unser Zutun garantieren.

Führerscheinklasse A1
Die Fahrerlaubnisverordnung erlaubt keine Sonderauflagen mehr für die Führerscheinklasse A1. Das bedeutet, das Verhältnis von Leistung/Gewicht darf 0,1 kW pro kg Gewicht des Motorrades nicht überschreiten, desweiteren bedeutet dies für 16- bis 17-Jährige die Aufhebung des Tempolimits von 80 km/h bei Leichtkrafträdern bis zu 125 cm3 Hubraum und einer Motorleistung von maximal 11 kW. Besitzer der Fahrerlaubnis 3 und 4 (vor dem 01. April 1980) dürfen diese Klasse weiterhin fahren.


Viele Grüße
Nick

Romy***

(21756) Kinder: : 0.00.0000 / J: 1.01.1999 / F: 1.01.2004 / N: 1.01.2013
romy.schatz777#googlemail.com

antwortete am 14.09.2017 um 17:57:57 Uhr:

Hallo,
Danke schonmal.

Danach hatte ich zwar nicht gefragt,aber zur Erklärung:
Sohn hat im letzten Jahr den a1 gemacht.
Kleinkraftrad bis 125 ccm,geht ab 16.
Gewollt habe ich das nicht,aber es war ein sehnlichster Wunsch.
Führerschein und Motorrad hat er selbst bezahlt( Ferienarbeit,Jobs, das ist im Moment allerdings nicht so einfach möglich,da es aufs Abi zugeht und da einiges getan werden muss)
Versicherung zahlt teilweise der Vater.
Jo wird auch das Bußgeld selbst zahlen müssen,ich bin mir nur nicht sicher,ob das komplett und in der Höhe sein muss,da er wie erwähnt kein Einkommen hat.
Ich wurde auch nur informell angeschrieben,zur Zahlung aufgefordert wurde er.
( ich dachte auch u18 gibt es sozial Stunden)

LG Romy

Anke

(13404) Kinder: Mädchen: 1.08.1999 / Junge: 1.09.2003 / Mädchen: 1.10.2007
rotweintrinkerin#t-online.de

antwortete am 14.09.2017 um 18:27:59 Uhr:

Hallo Romy,

ich glaube nicht, dass es im Bußgeldkatalog Arbeitstunden gibt. Das ist ja kein vom Gericht verhängtes Urteil, sondern eben der Bußgeldkatalog für Vergehen im Straßenverkehr. Korrigiert mich, wenn ich mich irre.
Was sagt denn dein Sohn, wovon er es zahlen will?

LG, Anke

Nicole*

(19707) Kinder: LM: 18.10.2001
Nilami#gmx.de

antwortete am 14.09.2017 um 19:01:31 Uhr:

Hallo Romy,

ja, in meinem Post war vieles, was nicht gefragt wurde. :) Trotzdem Danke für Deine ausführliche Antwort. Ich kann verstehen, da sman sehnliche Wünsche geren erfüllen mag. Aber gerade alles, was motorisiert ist, kann nicht unerhebliche Folgekosten mit sich bringen. Nicht nur im Bezug auf Knöllchen, sondern eben auch Reparatur, TÜV und ähnliches. Manmal können Wünsche auch zum Albtraum werden. Und deshalb finde ich es trotzdme wichtig, in der Zukunft zu wissen, wie man solche EReignisse eben lösen kann/will/mag.

Widerspruch einlegen, nur weil man es nicht zahlen KANN hatte ich mal als Lösung ausgeschlossen. Für mich legt man nur Widerspruch ein, wenn der Strafzettel ungerechtfertigt ist( in den eigenen Augen) oder der Führerschein entzug den Job kosten kann. (Wenn das durchgeht, verdoppeln sich allerdings die Kosten). Früher war es mal auch so, das ein abgelehnter Widerspruch noch mal teurer wurde, den dann kommen Bearbeitungsgebühren dazu.

Deshalb hatte ich aber eben auch eine Reihe an Vorschlägen, wie man evtl. doch zu Geld kommen kann.

Viel ERfolg beim regeln, wie auch immer ihr euch entscheidet.

Viele Grüße Nick

Mrs. Long-haired³, E LLA -*-----

(164) Kinder: J.: 15.06.1998
xdergel#t-online.de

antwortete am 14.09.2017 um 19:03:04 Uhr:

Hallo Romy,

1.
genau das was du schreibst, sollte doch dien Kind zu hören bekommen. Wie zahlen?

2.
Im Bußgeldbescheid steht doch gewiss drin, WARUM genau (Unterlassene Hilfeleistung, Fahrerflucht nach §...., Verkehr nicht abgesichert...), also 150 Euro muss ja ersichtlich zusammengestellt sein.

3.
Ich bin unsicher ob § 98 OWIG
Vollstreckung gegen Jugendliche und Heranwachsende
und die § 34 STVO....
dir weiter helfen können

4.
Kontakt zur Behörde / Richter aufnehmen und die Lage erklären. Eventuelle Umwandlung in Sozialstunden erfragen bzw. angepasst an die finanzielle Situation des Kindes /euch.

5.
Bußgeldbescheid auf Richtigkeit überprüfen (zählt wohl zu 2. irgendwie dazu)

6.
Ist glaube ich eine Ratenzahlung möglich.

Ich wünsche dir starke Nerven.

Gruß
E.l.l.a

Caroline

(13946) Kinder: M: 0.00.0000 / J: 0.00.0000
Caroline-Weiss#gmx.de

antwortete am 14.09.2017 um 21:39:58 Uhr:

Hallo Romy,
iCh würde an die Stelle, die in der Rechtsbehelfsbelehrung angegeben wird, eine Stellungnahme senden, in der du oder dein Sohn das so schilderst wie hier. Vermutlich musst du zumindest fristwahrend Einspruch einlegen. Ob das erstmal zu einem "Aufschub" führt, steht meist auch in der RBB. Man kann durchaus Ratenzahlung beantragen, das wäre aber "Verhandlungsmasse. Also ich würde erstmal sagen, dass kein Einkommen vorhanden ist.
Hier in Bayern gibt es auch Rechtspfleger beim Amtsgericht, bei denen man kostenlos Hilfestellung bekommt.

Viel Glück!
Caro

Ursel

(7068) Kinder: Die Große: 0.00.0000 / Die Jüngste: 0.00.0000
ursel-mrohs#salldata.dk

antwortete am 15.09.2017 um 11:11:27 Uhr:

Hej Romy!

gehört es nicht zu einem Meinungsaustausch, daß man sich auch
auf Seitenwege begibt und Hintergründe erfragt oder beleuchtet?
Ich habe jedenfalls nicht nur hier dadurch gerade manche Anregung bekommen, die zwar meine direkte Frage nicht beantwortete, aber richtungsweisend war.
Frage-Antwort fände ich auch langweilig - und meistens geht das auch nicht verläßlich, denn letztendlich kannst Du Dich nie auf einen Paragraphen berufen, den Dir jemand hier nennt, den Du gar nicht kennst und dessen Kompetenz Du schwer einschätzen kannst.
Da sind Hinweise doch gut, finde ich - und nicht so langweilig obendrein.
Ich fand Nicks Beitrag absolut hilfreich für jeden, der in so eine Situation kommt - oder eben kurz davorsteht.


Danke für die Antwort zu meiner Frage.
Meine Tochter hat den "Roller"-Schein an der Jugendschule der Kommune gemacht, wo es damals sogar fast gratis war - die Chance mußte einfach genutzt werden.
Damit kann man dann zwar auch Unheil anrichten, aber letztendlich töffeln sie ja doch recht gemächlich damit durch die Lande.
Ich dachte an die Motorräder meines Bruders, die ja schwere Maschinen waren und evtl. eh rein physisch schon schwer zu händeln für einen 16J., aber letztendlich sitzt dann da auch nicht wie im Auto oft noch jemand daneben und greift irgendwie ein.

Gruß Ursel, DK

Susanne

(5220) Kinder: Silke: 2.02.2001 / Silke: 2.02.2001
advent-kommern#t-online.de

antwortete am 15.09.2017 um 11:44:41 Uhr:

Hallo Romy,

ich habe das hier gefunden:

(§ 98 OWiG - hat Ella auch schon erwähnt)

Vollstreckung gegen Jugendliche und Heranwachsende

(1) Wird die gegen einen Jugendlichen festgesetzte Geldbuße auch nach Ablauf der in § 95 Abs. 1 bestimmten Frist nicht gezahlt, so kann der Jugendrichter auf Antrag der Vollstreckungsbehörde oder, wenn ihm selbst die Vollstreckung obliegt, von Amts wegen dem Jugendlichen auferlegen, an Stelle der Geldbuße
1.Arbeitsleistungen zu erbringen,2.nach Kräften den durch die Handlung verursachten Schaden wiedergutzumachen,3.bei einer Verletzung von Verkehrsvorschriften an einem Verkehrsunterricht teilzunehmen,4.sonst eine bestimmte Leistung zu erbringen,wenn die Bewilligung einer Zahlungserleichterung, die Beitreibung der Geldbuße oder die Anordnung der Erzwingungshaft nicht möglich oder angebracht erscheint. Der Jugendrichter kann die Anordnungen nach Satz 1 nebeneinander treffen und nachträglich ändern.

(2) Kommt der Jugendliche einer Anordnung nach Absatz 1 schuldhaft nicht nach und zahlt er auch nicht die Geldbuße, so kann Jugendarrest (§ 16 Jugendgerichtsgesetz) gegen ihn verhängt werden, wenn er entsprechend belehrt worden ist. Hiernach verhängter Jugendarrest darf bei einer Bußgeldentscheidung eine Woche nicht übersteigen. Vor der Verhängung von Jugendarrest ist dem Jugendlichen Gelegenheit zur mündlichen Äußerung vor dem Richter zu geben.

(3) Wegen desselben Betrags darf Jugendarrest nicht wiederholt angeordnet werden. Der Richter sieht von der Vollstreckung des Jugendarrestes ab, wenn der Jugendliche nach Verhängung der Weisung nachkommt oder die Geldbuße zahlt. Ist Jugendarrest vollstreckt worden, so kann der Jugendrichter die Vollstreckung der Geldbuße ganz oder zum Teil für erledigt erklären.

(4) Die Absätze 1 bis 3 gelten auch für die Vollstreckung der gegen einen Heranwachsenden festgesetzten Geldbuße.


LG Susanne

Andrea B *98 *02 -05 -08

(84)
FrauB.84#web.de

antwortete am 17.09.2017 um 17:04:27 Uhr:

Hallo,

zur Ergänzug:
"Eltern haften für ihre Kinder" gilt nur bis 14 Jahre, dann sind sie strafmündig.

... soll natürlich nicht heißen, dass wir Eltern uns dann gemütlich zurücklehnen können ;)

LG, Andrea


 

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