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  Vater eines Mitschülers gestorben. Was tun?

 
  PETRA * * (656)
 FastFood44#web.de
 Kinder: Junge: 01.01.1997, Mädchen: 01.01.2002,

 schrieb am 25.09.2017 um 14:02:08 Uhr:


 

HALLO

Ich habe gerade erfahren dass der Vater eines Mitschülers meiner Tochter gestorben ist.
Ein tragischer Motorradunfall, ein Autofahrer hat ihn übersehen.

In unserer Schule ist der Kontakt sehr eng!!!
Seine Frau und ich sind gemeinsam die Elternvertreter.
Nun liegt es wohl in meiner Verantwortung zu entscheiden, was zu tun ist.
Ich mag jetzt nicht unbedingt einen Rundruf starten und zig Vorschläge hören, zumal ich selber gerade etwas neben mir stehen.

Was würde euch spontan in den Sinn kommen?
Helft mir mal bitte!
Danke.

Gruß Petra

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 Die Antworten auf diesen Beitrag
 

Nicole*

(19707) Kinder: LM: 18.10.2001
Nilami#gmx.de

antwortete am 25.09.2017 um 14:59:22 Uhr:

Hallo Petra,

das tut mir sehr leid zu hören und ich kann gut verstehen, das du neben Dir stehst. Dieses direkt aus dem Leben gerissen werden ist immer unverständlich und schwer zu verstehen.

Ich würde eine Trauerkarte in der Klasse umgehen lassen, evtl Fragen wie es mit einer Schweigeminute im Klassenverband aussieht und überlegen, ob ihr einen Kranz oder Geldpenden einsammeln möchtet.

Ich glaube, das ist so dass, womit man seine Gefühle ausdrücken kann, ohne evtl. zu aufdringlich zu sein. (Ich selber bin jemand, der wenn er trauert nicht voll gequatscht will von "jedem".) In der Karte würde ich schreiben, das Du/ihr gerne jederzeit bei Bedarf zu Seite stehen magst, evtl auch mit "Betreuung" des Kindes, wenn das nötig ist.

Ich würde evtl. auch noch die Lehrerin ansprechen, wenn ihr alle so eng wart, haben vielleicht auch die Kinder redebedarf und sollte evtl. auch in der Schule angesprochen werden. Wobei ich da wirlich erwarten würde, das es sehr eng sein muss für alle.

Manchmal neigt man ja dazu, hyperaktiv zu werden, wenn so etwas unfassbares geschieht. Da würde ich mich aber glaube ich zügeln. Das Kind hatte vor wenigen Wochen noch die Idee, ein Bild (klassisch schwarz-WEiß) im Rahmen mit schwarzem Band und Blumengesteck aufzustellen. Das habe ich ausgebremst. Irgendwie finde ich das als etwas, was den Trauernden Familien vorbehalten ist.Ob es für euch etwas wäre, musst du abwägen.

In den Sommerferien ist ein Junger Mann aus dem Hobbybereich von Kind und Mann ebenfalls unter tragischen Umständen verstorben und das obige spiegelt das, was hier gemacht wurde. Alle weitere Vorschläge fand ich persönlich unangemessen und am Ende war das gemeinsame Treffen mit Gespräch auch das, was am meisten gut getan hat. An der Beerdigung (wurde von den ELtern an die Spieler herangetragen) hat sie dann doch nicht teilgenommen.

Ich wünsche euch allen viel Kraft in dieser schwierigen Zeit, es ist ja doch ein Schock für alle.

Viele Grüße
Nick





Ursel

(7068) Kinder: Die Große: 0.00.0000 / Die Jüngste: 0.00.0000
ursel-mrohs#salldata.dk

antwortete am 25.09.2017 um 15:13:20 Uhr:

Hej!

Das ist traurig -- und schwer für die Familie!

Ich würde auf jeden Fall eine gemeinsame bzw, Beileidsbekundung im Namen der Elternschaft/Klasse anleiern.
Also Blumen bzw. Geld für Grabschmuck und eine gemeinsame Karte schicken.
Dafür die anderen Eltern gebührend informieren.

Wenn Du auch ja auch privaten bzw. näheren Kontakt zur Familie hast, kannst Du persönlich darüberhinaus nur selbst entscheiden, was Du noch anbieten kannst:
Tatkräftige Hilfe in Form von Dasein, Zuhören, Trösten?
Den Jungen bei Euch ein bißchen Alltag erleben lassen (und der Mutter Lust zum Durchschnaufen)?

Auf keinen Fall sollte man in der Klasse so tun, als sei alles "normal", Bekundungen von Betroffenen zeigen, daß dies am schlimmsten ist.
Wem die Worte fehlen, kann dem Jungen auf die Schulter klopfen, ihn in den Arm nehmen, ihm die Hand reichen - auch fragen,w ie es ihm geht, wie jeder ihm helfen kann.
Ein Stück Normalität --- und Hilfe für alle Betroffenen dazu - kann Wunder wirken.
Evtl könntest Du als Elternsprecher ja auch mit der Klassenlehrerin reden - was machen die ,wie kann man der Familie helfen?

Ich hoffe, Ihr findet einen guten weg - wir haben letzte Woche einen jungen Trauerfall im Freundeskreis meiner jüngsten zu verkraften gehabt, das ganze Dorf schien gelähmt.

Es ist nur traurig.

Gruß Ursel, DK

Dreamy **

(15952) Kinder: J.: 12.10.2001 / M: 10.10.2006
Dreamy-imBZ#gmx.de

antwortete am 25.09.2017 um 18:16:51 Uhr:

Hallo Petra,

ich kann gut verstehen, wie Du Dich fühlst, das ist schlimm und man muss ja auch für seine Kinder da sein.

In der ehemaligen Klasse der Kleinen ist nach tragischer Krankheit eine Mutter verstorben.
Wir haben gesammelt, eine Karte gemacht, wo auch ein Betrag mit drin lag, es wurde drum gebeten keine Blumen zu schicken, also hatten wir Geld rein, damit die Familie selbst entscheiden kann.

Wichtig war nachher, wie man mit dem kleinen Sohn in der Schule umgehen soll. Die Klassenlehrerin hat sich da ganz eng mit einer Freundin der Familie abgesprochen, die auch ein Kind in der Klasse hatte.
Der Junge wollte so viel Normalität wie möglich, nicht ständig angesprochen werden.
Das könnte man als Elternbeirat sicher noch klären.

VG Helga

Christina

(26698) Kinder: XX: 0.00.0000 / xxx: 0.00.0000 / x: 1.01.1997
chris#t-online.de

antwortete am 26.09.2017 um 11:02:12 Uhr:

Hallo Petra,
Deine Tochter ist ja schon älter, so das ich finde das die Kinder das in der Klasse regeln sollten. Vielleicht kannst du deiner Tochter eine Beileidskarte mitgeben und sie können unterschreiben und Geld einsammeln. Ich denke die Mädels in dem Alter sind da fit und kriegen das hin ( in den Klassen meiner Kinder waren es immer die Mädchen die sich kümmerten).

Sicherlich wird auch die Lehrerin das in der Klasse ansprechen. Das wäre in meinen Augen eine Selbstverständlichkeit.

Ich denke auch das die Kinder zur Beerdigung mitgehen sollten (wenn sie wollen !!!), um dem Mitschüler ihren "Beistand" zu signalisieren.
Ansonsten hoffe ich das die Familie gute Freunde hat, die ihnen jetzt beistehen.

Wenn du ein gutes Verhältnis zu ihr hattest, würde ich empfehlen einfach mal vorbei zu gehen. In der Zeit bis zur Beerdigung ist meist viel zu tun, das man kaum weiß wo einem der Kopf steht. Aber danach kommt erst das Loch, wenn die ersten denken "nun muss sie aber mal langsam wieder am Leben teilnehmen".
Meine Erfahrung ist, das es nett ist wenn geschrieben wird "Wenn ich dir etwas helfen kann, dann sag Bescheid, oder melde dich" aber oft sagen die Betroffenen nicht Bescheid auch wenn sie dringend jemanden bräuchten. Freuen sich aber sehr, wenn jemand unaufgefordert kommt.

Wenn sie niemanden sehen wollen, lassen sie die Tür einfach zu.

Ich habe festgestellt, dass viele nicht wissen wie sie mit den Trauernden umgehen sollen. Als mein Bruder starb hab ich Leute gesehen, die vor mir weggelaufen sind, aus Angst weil sie nicht wussten, was sie sagen sollten. Dabei wäre ein "Guten Tag" vollkommen ausreichend gewesen.

Wenn man sich kümmert, nachfragt oder hingeht kann man eigentlich nichts falsch machen.

Als von einer Bekannten die Tochter starb, wollte ich mit einer gemeinsamen anderen Bekannten hingehen. Die sagte "ich kann das nicht, da muss ich soo weinen" da hab ich zu ihr gesagt "die Bekannte kann das auch nicht, dann weinen wir halt gemeinsam und wenn sie uns nicht sehen will, dann gehen wir einfach wieder".
Eine Verwandte meinte empört, wir könnten doch da jetzt nicht hingehen und die FAMILIE stören.
Wir sind trotzdem hingegangen, und wir waren die einzigen!!!! Niemand wollte die Familie stören und so saßen sie die ganze Woche vor der Beerdigung allein zuhause.
Wir haben zusammen geweint und hinterher sagte die Bekannte, das sie so froh war uns zu sehen, und wir eben die einzigen waren. Alle anderen hatten Angst etwas falsch zu machen.

Ich finde in solchen Situationen lernt man leider seine Leute kennen. Die, auf die man sich verlassen kann, und die "Sonnenscheinfreunde".

Ich weiß nicht ob dir das jetzt viel hilft, aber ich würde vorbeigehen, anbieten ob du ihr irgendwie helfen kannst, auch später, und eine Karte usw. von der Klasse selbst samt Lehrerin organisieren lassen.

Liebe Grüße
Christina

Petra * *

(2290) Kinder: Tochter: 21.02.2000 / Sohn: 9.10.2002
Petra_BZ#gmx.de

antwortete am 26.09.2017 um 11:56:14 Uhr:

Hallo Petra,

ist noch Geld in der Klassenkasse? Könnt Ihr das nicht einfach in eine Trauerkarte legen, die Du als Elternvertreterin im Namen der Klasse schreibst? Wenn kein Geld da ist, genügt meiner Meinung nach auch eine Karte. Halt zeigen, dass Du (Ihr) an die Familie denkt.

Schweigeminute etc. ist eigentlich Aufgabe des Klassenlehrers, oder? Der Mitschüler wird ja heute und morgen sicher nicht zur Schule kommen, dann bleibt auch Zeit für den Lehrer, ein Gespräch zu führen.

Sonst könnt Ihr wohl nur warten, wann die Beerdigung ist, ob Ihr überhaupt informiert werdet oder ob es eine Beerdigung im engsten Familienkreis gibt.

Ich schicke gute Gedanken

/Petra

PETRA * *

(656) Kinder: Junge: 1.01.1997 / Mädchen: 1.01.2002
FastFood44#web.de

antwortete am 26.09.2017 um 20:24:23 Uhr:

Ich danke euch sehr.
Eure Antworten haben mir geholfen.
Ich habe immer Angst dass Geld hart und lieblos wirkt. Aber Geld ist eben auch gerade in solchen Fällen dringend nötig.

Die Tutoren kamen gestern zu Beginn des Unterrichts in die Klasse und haben das wohl sehr gut gemacht.
Sie hatten eine Kerze dabei und haben zusammen mit den Schülern inne gehalten.
Jeder Schüler hat gestern dann eine Seite für den Mitschüler gestaltet und ein Tutor hat das heute überreicht.

Ich habe eine Wortlichtkerze bestellt und haben einen Sammelaufruf gestartet für Geld in einer gemeinsamen Karte.

Die Klasse des Geschwisterkindes möchte die Lage abschätzen und abklären welche Hilfe wirklich hilfreich sein kann und wir beteiligen uns dann:
Essen bringen etc

PETRA * *

(656) Kinder: Junge: 1.01.1997 / Mädchen: 1.01.2002
FastFood44#web.de

antwortete am 26.09.2017 um 20:30:46 Uhr:

Ich bin gerade selber am Ende meiner Ausbildung zur ehrenamtlichen Sterbebegleiterin/Hospizdienst angekommen.
Beschäftige mich also schon über Monate in intensiven Schulungsstunden mit dem Sterben und Begleiten.

Was mir aber so sehr schwer fällt:
Für andere mit entscheiden.
Ich für mich selber sehe da klarer.
Aber das Gefühl als Elternvertreterin nun für andere in ihrem Sinne mithandeln zu "müssen" finde ich sehr schwer.
Darum war es mir wichtig, Stimmen von euch als Eltern zu hören.
Was ihr angebracht finden würdet.

Susanne

(5220) Kinder: Silke: 2.02.2001 / Silke: 2.02.2001
advent-kommern#t-online.de

antwortete am 27.09.2017 um 12:38:19 Uhr:

Hallo Petra,

das würde ich machen:

Wenn es bei Euch in der Gegend üblich ist, Geld zu einer Trauerkarte beizufügen, dann würde ich mich per Rundmail an die Eltern wenden. Diejenigen, die etwas geben möchten und die dies aber nicht selbst mit eigener Karte tun möchten, sollen Ihrem Kind Geld mitgeben - Dein Kind bringt das dann nach Hause oder Du holst es ab.

ICH würde wohl auch, wenn es sich einrichten ließe und wenn die Trauerfeier/Beerdigung nicht nur im engsten Familienkreis begangen wird, dorthin gehen.

Was die Mitschüler machen, würde ich der Lehrperson überlassen (sie aber nötigenfalls unterstützen).

Gruß Susanne

Susanne

(5220) Kinder: Silke: 2.02.2001 / Silke: 2.02.2001
advent-kommern#t-online.de

antwortete am 27.09.2017 um 12:39:45 Uhr:

Achso: eine evtl. Gemeinschafts-Trauerkarte würde ich als Elternvertreterin im Namen der Klassenpflegschaft (NRW-Ausdruck, heißt bei Euch vielleicht anders) unterschreiben.


 

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