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  Wie kann ich das Kind zum Lernen motivieren?

 
  Cora * (25653)
 corasrestwert#gmx.net
 Kinder: Junge: 29.10.2005,

 schrieb am 16.10.2017 um 08:17:29 Uhr:


 

Hallo liebe Babyzimmerinnen

trotz des schönen Wetters hatten wir leider kein so schönes Wochenende.
Die 6. Klasse läuft hier jetzt seit 4 Wochen, leider mit vielen Reibereien.
Kind sieht nicht ein, täglich Vokabeln zu lernen, kommt im neuen Fach Französisch nicht mit, versteht nichts und ich komme nicht an ihn ran.
Wir haben hier die Weigerung pur.
Wenn überhaupt wird alles fahrig erledigt,
Ich verwende viel Zeit bei den Hausaufgaben oder dem Lernen zu helfen, aber schon gegen Ende des letzten Schuljahrs habe ich festgestellt, dass es Probleme gibt, beim Lernen zb für KAs.
Bis er überhaupt in die Pötte kommt, vergehen gefühlte Stunden.
Er kann sich nicht einfach hinsetzten, und seine Aufschriebe lesen, einprägen und lernen. Er lenkt sich ab und macht tausend andere Dinge.
Französisch weigert er sich total, aber da habe ich das Gefühl dass er den Einstieg verpasst hat. Wir haben aber alles auf CD und DVD, also kann man sich das anschauen und anhören, wenn man denn will!

Ich überlege jetzt schon nach einer Nachhilfe für F. zu schauen, weil wir uns nur gegenseitig aufreiben.
Oder ein Lerncoaching.

Habt ihr Erfahrung mit externer Hilfe beim Lernen?
oder besser gesagt: beim Lernen lernen?
Wie lernt man vor Klassenarbeiten, wie bekommt man den Stoff in den Kopf? bzw wie kann man das Kind motivieren, sich überhaupt hinzuhocken um den Stoff einfach nur zu lesen?

Ich muss dazu sagen, wenn er es wirklich erarbeitet, was auch manchmal klappt, behält er das gelernte quasi "für immer", er ist kein Kurzzeitgedächtnis-Typ.

Wir haben hier tägliche Kämpfe und ich glaube kaum, dass ich das noch 2 Jahre länger durchstehe, dann bin ich ein Wrack ;-)

lg Cora (sorry für den langen Text)

PS den Sonntag haben wir zu 2/3 mit Lernen verbracht, geplant war ein Ausflug.
1. hat er zu spät gesagt was alles auf ist
2. hat er nichts von den 2 Tests diese Woche und der KA erzählt
3. hat er die Hausaufgaben nicht auf mehrere Tage verteilt sondern wollte alles am Sonntag erledigen
4. Hat er gestern alle 34 neuen Franz Vokabeln lernen müssen, da ich nichts davon wusste

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Petra * *

(2290) Kinder: Tochter: 21.02.2000 / Sohn: 9.10.2002
Petra_BZ#gmx.de

antwortete am 16.10.2017 um 09:01:16 Uhr:

Hallo liebe Cora,

"Ich verwende viel Zeit bei den Hausaufgaben oder dem Lernen zu helfen..." - wieso Du?? Ganz lieb gefragt...

Ich weiß nicht, wie es bei Euch ist, bei uns bekommen die Schüler nach 3 fehlenden Hausaufgaben in einem Fach einen Strich - ist gleichzusetzen mit einer 6 im Test... Aber auch diese Erfahrung müssen die Kinder erst mal selber machen.

Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, kannst Du Deinem Sohn bis zum Schulabschluss helfen? Ich nicht. Klar, bis zur 7. ging es, aber dann bin ich bei den Matheaufgaben schon weggelaufen. Jetzt, im 9. Schuljahr wird es auch in den Sprachen schwieriger. Wenn meine Kinder Fragen haben, bin ich gerne bereit, zu helfen - ich habe auch kein Problem damit, mir selber Informationen zu beschaffen - aber Hausaufgaben??? Nein. Ich habe mich auch nie daneben gesetzt - es gab bei uns eine Zeit, da musste mein Sohn mir seine Hefte regelmäßig zeigen - Grund hierfür war aber unser unterschiedliches Verständnis von Ordnung :-/

Wir haben für die Sprachfächer passende Klassenarbeitstrainer geholt, woraus gezielt für Arbeiten gelernt werden kann. Bis zur 8. Klasse haben wir 1x wöchentlich mit einem Klassenkameradin geschaut, was in der Schule durchgenommen wurde und ob die beiden es verstanden haben. Vor Arbeiten haben wir gezielter gelernt. Interessant ist, dass die beiden seit kurzem vor Arbeiten alleine üben - und zwar genau nach dem Stil, wie ich es mit ihnen gemacht habe. Die letzten Klassenarbeiten in der 8 waren dann auch absolut erfolgreich.

Kann nicht ein Klassenkamerad ihm Französich erklären? 4 Wochen ist noch nicht allzu viel - das könnt Ihr noch schaffen. Es kann ja wirklich sein, dass da etwas an Deinem Sohn vorbeigegangen ist.

Dein Bericht erinnert mich stark an eine befreundete Familie. Ihr Sohn ist nun im 7. Schuljahr und hatte im vorigen Jahr ein wenig Nachholbedarf in Englisch und Mathe. So wie anscheinend bei Euch hat die Mutter ihren Sohn zu sehr unterstützen wollen. Die Hausaufgaben wurden zusammen gemacht, Vokabeln wurden täglich abgefragt, Stoff wurde durchgegangen... und auch der Sohn meiner Bekannten hat die HA dann nur schnell und lustlos hingekritzelt.

Ich habe dann 1x wöchentlich mit ihm geübt - allerdings habe ich die Mutter dann auch gebeten, nicht mit im Zimmer zu sein :-). Manchmal ist es gut, wenn "Fremde" dem Kind die fehlenden Sachen erklären. Seit die Mutter sich aus dem Schulgeschehen deutlich rausgezogen hat, läuft es übrigens auch besser.

Falls es Dich beruhigt: Mit meiner Tochter konnte ich genau gar nicht üben. Wir haben es versucht, aber da hatten wir gar keine Chancen. Es gab nur Streit und Tränen - und doch macht sie nächstes Jahr ihr Abi.

Wie ist es denn in Englisch? Wie übt Dein Sohn da Vokabeln?

Fühl Dich einfach mal gedrückt

/Petra

PS: Wir hätten gestern einen Ausflug gemacht. Und zwar alleine.....

Cora *

(25653) Kinder: Junge: 29.10.2005
corasrestwert#gmx.net

antwortete am 16.10.2017 um 10:05:51 Uhr:

Hallo liebe Petra, vielen Dank für deine lange Antwort,
ich habe mal deinen Text kopiert und ein Paar Anmerkungen von mir ergänzt, villeicht magst du nochmal schreiben? Danke schonmal ;-)

"Ich verwende viel Zeit bei den Hausaufgaben oder dem Lernen zu helfen..." - wieso Du?? Ganz lieb gefragt...
>> frag ich mich auch, ich wollte ihm eigentlich damit helfen, es selbst zu lernen es zu tun. Aber ich bin gescheitert! Es klappt nicht, ich sitze da, versuche zu helfen und er macht Faxen nabenher, oder weigert sich einfach überhaupt zu beginnen! Es zieht sich alles stundenlang hin! eine Motivation fertig zu werden, damit man raus kann oder dem Hobby nachgehen kann, gibt es nicht. Obwohl klar ist, wenn das nicht fertig ist kann nichts anderes gemacht werden.

Ich weiß nicht, wie es bei Euch ist, bei uns bekommen die Schüler nach 3 fehlenden Hausaufgaben in einem Fach einen Strich - ist gleichzusetzen mit einer 6 im Test... Aber auch diese Erfahrung müssen die Kinder erst mal selber machen.
> ist bei uns auch so

Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, kannst Du Deinem Sohn bis zum Schulabschluss helfen? Ich nicht. Klar, bis zur 7. ging es, aber dann bin ich bei den Matheaufgaben schon weggelaufen.
> Wird bei mir genauso sein, Chemie weiß ich nix mehr, deshalb sehe ich es als Chance ihm jetzt noch zu helfen, damit er es dann alleine kann, aber vielleicht ist die Idee kontraproduktiv?


Wir haben für die Sprachfächer passende Klassenarbeitstrainer geholt, woraus gezielt für Arbeiten gelernt werden kann.
> Haben wir auch geholt, aber ohne Druck wird sowas nicht bearbeitet.Dadurch dass er sich so weigert und trödelt, ist für zuätzliche Übungsaufgaben kaum Zeit unter der Woche und dass, obwohl er im Gegensatz zu anderen Klassenkameraden nur 1 Sportart betreibt und kein weiteres Hobby

Bis zur 8. Klasse haben wir 1x wöchentlich mit einem Klassenkameradin geschaut, was in der Schule durchgenommen wurde und ob die beiden es verstanden haben. Vor Arbeiten haben wir gezielter gelernt. Interessant ist, dass die beiden seit kurzem vor Arbeiten alleine üben - und zwar genau nach dem Stil, wie ich es mit ihnen gemacht habe. Die letzten Klassenarbeiten in der 8 waren dann auch absolut erfolgreich.
> sehr schöne Idee, würde ich auch gerne machen, mein Sohn bekommt es nicht fertig mit anderen zu lernen. Es wird dann nur Blödsinn gemacht :-(

Kann nicht ein Klassenkamerad ihm Französich erklären? 4 Wochen ist noch nicht allzu viel - das könnt Ihr noch schaffen. Es kann ja wirklich sein, dass da etwas an Deinem Sohn vorbeigegangen ist.
> Ja, da ist was schief gegangen, ich kann Französisch und habe auch jemanden an der Hand (muttersprachlerin) die gegen Geld helfen könnte, das ist mein Notanker. Es sind ja bald Herbstferien, da muss 1-2 Stunden was geschehen. Oder ist das zu viel verlangt?

Dein Bericht erinnert mich stark an eine befreundete Familie. Ihr Sohn ist nun im 7. Schuljahr und hatte im vorigen Jahr ein wenig Nachholbedarf in Englisch und Mathe. So wie anscheinend bei Euch hat die Mutter ihren Sohn zu sehr unterstützen wollen. Die Hausaufgaben wurden zusammen gemacht, Vokabeln wurden täglich abgefragt, Stoff wurde durchgegangen... und auch der Sohn meiner Bekannten hat die HA dann nur schnell und lustlos hingekritzelt.

Ich habe dann 1x wöchentlich mit ihm geübt - allerdings habe ich die Mutter dann auch gebeten, nicht mit im Zimmer zu sein :-). Manchmal ist es gut, wenn "Fremde" dem Kind die fehlenden Sachen erklären. Seit die Mutter sich aus dem Schulgeschehen deutlich rausgezogen hat, läuft es übrigens auch besser.
> das hätte ich gerne auch, ich glaube das ist ein großes Problem.
Ich habe aber auch den Eindruck dass mein Sohn einfach noch nicht dir Kurve gekriegt hat, WIE er was richtig und schnell lernt, es wurde auch in der Schule noch nie vermittelt.

Falls es Dich beruhigt: Mit meiner Tochter konnte ich genau gar nicht üben. Wir haben es versucht, aber da hatten wir gar keine Chancen. Es gab nur Streit und Tränen - und doch macht sie nächstes Jahr ihr Abi.
>>> wie hat deine Tochter die Kurve gekriegt? Hat sie auch Krisen gehabt?


Wie ist es denn in Englisch? Wie übt Dein Sohn da Vokabeln?
>> meinem Sohn fliegt Englisch sozusagen einfach so zu.
Es klappt gut, Vokabeln übt er auch nur widerwillig, ich denke in F. Ist wirklich der Funke noch nicht übergesprungen oder er hat den Anschluss verpasst.

Fühl Dich einfach mal gedrückt

/Petra

PS: Wir hätten gestern einen Ausflug gemacht. Und zwar alleine.....

> wir gehen Sonntag abends zu unserem Sport, den ziehen wir durch, sonst wär ich wohl ausgerastet. ;-)))


vielen Dank für deinen Kommentar
lg Cora



Petra * *

(2290) Kinder: Tochter: 21.02.2000 / Sohn: 9.10.2002
Petra_BZ#gmx.de

antwortete am 16.10.2017 um 10:40:01 Uhr:

Kuckuck,

die Französischhilfe würde ich sofort anfragen - nicht erst in den Herbstferien. Dann hat Dein Sohn evtl. schon erste Erfolgserlebnisse. Wahrscheinlich fehlt da einfach der "Aha-Effekt".

Vielleicht ist es bei Euch ein Anfang, wenn Du die Hilfe bei den Nebenfächern weg lässt. Es ist ja nicht so, dass die Kinder das Thema in der ersten Stunde schon komplett verstanden haben müssen. Da würde ich ihn "laufen" lassen.

Natürlich habe ich auch Druck ausüben müssen. Ja. Allerdings bin ich da auch ziemlich brutal und gemein vorgegangen und habe meinen Kindern ihre Zukunft in den dunkelsten Farben geschildert, wenn sie in der Schule nicht ordentlich mitmachen.

Nur, damit kein Missverständnis entsteht: Ich verlange keine gute Noten, Abitur war auch nie mein Ziel - aber ich verlange, dass sie etwas für die Schule tun. Das ist deren Job. Wenn eine schlechte Note aufgrund nicht-geübt-haben nach Hause kam, gab es eine Standpauke, die sich gewaschen hat. Allerdings gibt und gab es bei uns genug Sachen, die ich streichen kann, wenn die Schule unwichtig wird :-/

Vielleicht könnt Ihr es so versuchen: Dein Sohn macht die Aufgaben aus dem Klassenarbeitstrainer alleine. Die Lösungen sind bei Dir. Wenn er fertig ist, kannst Du kontrollieren - und Ihr geht nur das durch, was falsch war. Vielleicht ist das für ihn ja auch eine Option.

Vokabeln üben - lass ihn Dich abfragen :-) Und dann per Strichliste festhalten, wieviel Fehler Du gemacht hast. Dann umgekehrt. (wenn er nicht alleine üben möchte).

Bei uns hat sich Phase 6 durchgesetzt, womit ich übrigens überhaupt nicht zurecht komme. Ich bestehe trotzdem darauf, dass alle Vokabeln einmal per Hand abgeschrieben wird (bei uns auf Karteikarten). Da meine Tochter ganz große Schwierigkeiten mit den Lateinvokabeln hatte, ist sie zum Lernen um den Block gegangen. Irgendwann hat sie mit meinem Sohn geübt, er hat ihr Eselsbrücken gebaut, die gar nichts mit dem Wort zu tun hatten, aber durch die Gespräche mit ihm konnte sie sich die Vokabeln oft besser merken.

Zwischen meiner Tochter und mir gibt es nur Krisen. Meine bloße Existenz ist wahrscheinlich zuviel :-) Da müssen wir durch. Aber ja, sie hat die Kurve gekriegt. Sie hat sehr viel alleine geübt. Richtig "geklickt" hat es bei Ihr allerdings erst in der 10, als die Klasse durch Kurse ersetzt wurde... da wurde ihr bewusst, was alles auf sie zukommt - allerdings hat sie ihre Fächer auch alleine ausgesucht. Ich habe mir alles angehört, nix verstanden und brav zu all ihren Vorschlägen genickt.

Gibt es bei Euch in der Schule keinen Förderunterricht, Lerncoaches oder ähnliches?

Liebe Grüße aus Mönchengladbach

/Petra

Ursel

(7068) Kinder: Die Große: 0.00.0000 / Die Jüngste: 0.00.0000
ursel-mrohs#salldata.dk

antwortete am 16.10.2017 um 15:12:18 Uhr:

Hej Cora!

Letztendlich schließe ich mich an:
Wieso machst Du das alles für ihn?
Wei lDu willst, daß er die Schule gut absolviert.
Gerade aber woanders geschrieben:
Hiezrulande glaubt man fest und mit Erfolg (hab ich auch mühsam gegen die dt. gewissernhafte, Mutter streitend gelernt), daß weniger oftmals mehr ist, daß man seinem Kidn viel zutrauen sollte, damit es viel leisten kann und daß man vor allem Motivation nicht herbeiknipsen, anerziehen, sonstwas kann.

Wenn mir dauernd eine Mutter mit der Knute (oder lieb-sanft und gefühlter Knute) immer im Nacken stünde, würde sogar ich nicht lernen!
Meine Große - gewissenhaft - sdagte mitr auch mal, selbst sie würde auf stur schalten, wen nich dauernd riefe: Komm jetz jetzt, mach mal, denk dran, die Zeit fleigt, beeil dich, willst du nicht endlich? etc.
Meine Jüngste hat das per excellence - und also auch mit vollem Verständnis meiner Großen - gemacht, als ichg laubte, in ihrer schweren Phase ihr so helfen zu müssen udn w zu wollen.
Damit wenigstens die Schule nicht noch mehr absackte.
Aber die legte glatt eine halbe Stunde Trödeln drauf, nur weil ich antrieb.

In der 6. Klasse sollte Den Sohn das selbst können - wenn nicht, muß er es lernen, nicht Du.
Und Du hilfst ihm nicht die Spur, wenn du ihm die Steine aus dem weg räumst und für ihn planen willst, ihn ausmeckerst, wenn es nicht geht, ihm einteilst etc.
Laß ihn auflaufen, laß ihn ausprobieren, laß ihn selber merken, wie es für ihn am besten geht.

Steh als Menthor, als Hilfe beim Einteilen - nicht beim Lernen undallem anderen zur Verfügung!
Wenn er kommt und Dich bittet, kannst Du Vokabeln abfragen oder etwas nachschauen - aber ER hat die Verantwortung für die Hausaufhgaben, nicht DU.
Und die sind nicht der abgelieferte Stoff, sondern bereist die Planung, wie und wann und was alles dafür zu vorher zu leisten ist.

Die jüngste ist immer nochder KOmmste-heut-nicht-kommste-morgen-Tyxp, das bekommenwir sicher nie (ganz) raus, aber seit sie weiß,daß sie allein für sich verantwortlich ist, lkappt es weitaus besser.
Meine Nerven waren eh geschoont und uihre sicher auch,a ls ie noch bei uns wohnte.
Und jetzt muß sie es eh alleine leisten.

Motivation käme auch bei Dir nicht von einem Chef, der Dir dauernd ins Ohr tutet,was du (schneller) noch machen mußt udn warum du nicht schon längst...
Motivation kommt sehr oft daraus, daß wir verantwortlich sind und gemacht werden für das, was wir abliefern.
Das kann Mißerfolge bringen, aber die gehören zum Lernen dazu - und da ist Dein Sohn doch mittendrin.
Und wenn er dann merkt, daß und wie es klappt - dann motivieren die Erfolge umso mehr.

Besprich mit Deinem Sohn IN RUHE, was Du noch machen gewillt bist - daß er Dioch um Hilfe bitten kann, aber auch muß, wen ner nicht weieter weiß, daß die Hausaufgaben (bzw. Thema Schule) SEIN Job ist und er dafür verantwortlich zeichnet. nicht Du.
Daß Du Dich darauf verläßt, daß er das packt.
Und daß Du ihm das auch zutraust.
Frag ihn ggf., wob er eine Vorstellung hat, wo er Hilfe braucht und wie die aussehen könnte.
Laß ihn reden, vorschlagen - ehr nicht ab, probier es aus.
Was wir Mütter meinen, muß nicht immer richtig sen!

Also, laß los - mein ewiger Rat,die Lehre, die ich - auch nicht immer leicht - aus der ganzen Krise hier im Haus gelernt habe.
Unsere Kinder können viel mehr als wir ihnen oft zutrauen.
Und sie können es erst beweisen, wenn wir sie (los)lassen!

Gruß Ursel, DK

Ursel

(7068) Kinder: Die Große: 0.00.0000 / Die Jüngste: 0.00.0000
ursel-mrohs#salldata.dk

antwortete am 16.10.2017 um 15:14:00 Uhr:

Kurzer Nachtrag (mal sehen, ob ich das kann - kurz, lächel):

Du mußt das tun, was Dein Sohn bereits getan hat - notgedrungen oder weil er es auch bequem fand - beides ist schlecht:
Du mußt abgeben.
Er hat alles bei Dir abgeladen und Du fühlst Dich verantwortlich - bist Du aber nicht.
Fürs Lernen ist ER ER verantwortlich.
Mach ihm das klar.
Und gib ab, gib ihm zurück, was zu ihm gehört und Du Dir zu eigen gemacht hast!

Gruß Ursel, DK

Nicole*

(19707) Kinder: LM: 18.10.2001
Nilami#gmx.de

antwortete am 17.10.2017 um 07:00:02 Uhr:

Guten Morgen Cora,

oh weh, ich kann Dich total verstehen, so war/ist es hier teilweise auch. Ich weiß, unter welchem Druck man steht, wie man den WEg findet, wo das Kind anfängt zu arbeiten. Das ist leider sehr individuell und selbt wenn man eine Lösung hat, ist die nicht immer greifend.

Phase 6 von Petra halte ich für eine tolle Idde. Hatten wir auch. Bis das Kind raus hatte, wie sie das System ungehen kann, damit die Vokabeln als "gekonnt" abgelegt werden. :(

einigermassen gut ging Lernen per PC. www.schlaukopf.de. Da kann man ein breites Spektrum auswählen. Es gibt glaub 20 Fragen, am Ende eine Note und ein witziges Bild.

Wir arbeiten hier mit sehr "hohen" belohnungen für gute Noten. Bis letztes Jahr gab es zum Beispiel Fernsehen nur am WE. für eine 1 gab es hier 1 Reitstunde, 2 Euro und Fernsehen. für eine 2 immer hin noch 1 Euro....Aufgrund von Interessen kanndie Reitstunde auch in 2 Runden Lasertag umgewandelt werden. Fernsehen ist nun raus, weil wir das lockerer sehen und es besser läuft. Allerdings muss hier die Belohnung auch sehr zeitnah umgesetzt werden. Das also in Ferien oder ähnliches verschieben würde dazu führen, das es nicht greift.

Nachilfe hatten wir auch. Zu Hause, Einzelunterricht von einer ehemaligen Lehrerin an einer Uni. *hüstel* Aber.. Die Lehrerin jubelte hier wie klug das Kind ist, wie aufnahmefähig und und und... Es gab auch hier Hausaufgaben. Umsetzung im unterricht.. Null... seufz.

Eine Zeitlang hab ich Klassenarbeiten zu dem Thema ausgedrukt und wi rhabne eine Art Wettkampf gemacht, wer weniger Fehler hat.

Wir haben auch ein halbes Schul-Jahr ALLES eingestellt und das Kind machen lassen. Die Noten sanken stark ab, aber gelernt hat das Kind dadurch immer noch nix.

Streichen von den aktivitäten stört das Kind hier leider gar nicht. gerne fällt dann der Satz : Da habe ich eh überlegt, ob ich damit aufhöre. Und es ist auch so. "strafen" führt hier zu nichts. Das Kind sitzt das ab, rechnet mit, beschwert sich nicht, jammert nicht, bettelt nicht. Im Gegenteil, sie kommt da sehr gut mit klar. WEil Sie sich aussucht, ob bestrafung oder eben reagiern und hat somit trotz der Strafe ja gewonnen. Dies wurde besser nach einer Psycho-Therapie. Also, nicht das sie sich besser bestrafen lässt. sondern das sie kompromissbereiter wird und quassi mehr mitarbeitet.

Besser ist es hier weil:

- Die Schule nun seit 2 Jahren komplett Hausaufgabenfrei ist
- Sie nun doch anfängt, sich über schlechte Noten zu ärgern
- Sie uns auffordert, mit ihr etwas zu lernen (meist Mathe)
- Wir eindringlich erklärt haben, wenn die KA schlecht sind, muss sie das mit mündlicher Mitarbeit wettmachen. Was mittlerweile sehr gut greift und auch die Noten hoch hält.
- Solange gelernt wird, wird hier nicht gemeckert. Wir sehen auch, das sie es hier kann, in der Arbeit aber trotzdem 4-6 schreibt. Es kam auch vor , das sie sehr akribisch gelernt hat. leider das komplett verkehrte.. seufz....
- ich mich dran gewöhnt habe, das quassi bis zum elternsprechtg alles immer schlecht läuft und sie es dann mit ansage der schlechten Noten doch ein gutes Zeugnis dabei rauskommt.

so, nun noch klein, ich habe die katze im arm.

wir haben diese problem seit klasse 1. aktuell ist sie in klasse 10. was am ende des schuljahres dabei rauskommt? ich habe keine ahnung, es ist alles drin...

viele tipps kann ich dir nicht an die hand geben. nur sehr viel verständniss und den mut, weiter zu testen, wo deine hilfe greift. in der heutigen zeit ist schule doch ein wichtiges thema und das fordert leider mittlerweile doch sehr viel einsatz von den eltern. was ünrigens auch mittlerweile von den schulen eingefordert eird. dachte ich, weiterführend bin ich raus, fiel auf dem infoabend folgender satz des berufskolleg wirtschaft:

BEI DEN BEWERBUNGEN ACHTEN WIR DARAUF WIE DIE KINDER VON DEN ELTERN UNTERSTÜTZT WERDEN: DIESE SETZEN WIR VORAUS UND WENN SIE DIE BEI DER BEWERBUNG ERKENNEN LASSEN; STEIGEN DIE CHANCEN IHRES KINDES ZUR AUFNHAME DEUTLICH.

ich bin umgekippt, ich muss also auch da noch bei den Terminen mit dem Kind mitrennen und beweisen, das ich zu Hause meine Arbeit leiste. :( und eine treibende kraft bin.

Ich bewunder Familien, wo solche Tipps wie von Petra und Ursel leicht greifen. Es gbit wenige Kinder, die in der Tat wesentlich komplizierter sind und man an sich selbst zweifelt, weil man denkt, man ist selbst verantwortlich, macht viele Fehler, testet zu viel, etc. Das Kind hat nun fast ihre 2. Therapie beendet und im Abschlussgespräch sagte die Therapeutin : Sie haben ein tolles Kind und das Kind hat auch tolle Eltern. Das tut auch mal gut, nicht kritik und verbesserungsvorschläge zu hören, sondern das es so gut ist, wie man es macht.

Ich schicke Dir einen Sack gute Nerven, ich vermute, du wirst es brauchen.

Viele Grüße
Nick


Nicole*

(19707) Kinder: LM: 18.10.2001
Nilami#gmx.de

antwortete am 17.10.2017 um 07:14:23 Uhr:

Oh, ich muss doch noch etwas nachtragen.

Wir hatten auch 3 Sitzungen Cranio Sakrale Therapie mit psychologischem Touch. Dies löst Blockaden.Allerdings macht nicht jeder das mit psychologischer Begleitung, in "meiner Praxis" war das nur 1 von 3.

Und was ich noch anstrebe. Meine Freundin hat sich in Hypnose ausbilden lassen, was auch zum lösen von Lernblockaden angewand werden kann. Es ist geplannt, das sie zu Besuch kommt und das auch mal bei der Tochter anwendet.

Ich gebe allerdings zu, das sind Ratschläge, für die man offen sein muss. :) Und ich bin da rein gewachsen, da 2 meiner Freundinnen mittlerweile sehr esoterisch unterwegs sind und witzige Sachen machen(Tierkommunikation, Trance Healing, eine ist als Medium ausgebildet mittlerweile, etc) und ich oft als "versuchskanninchen" diene. Sehr oft sehr erfolgreich, da ich natürlich auch in engem Kontakt stehe. Manchmal nicht oft auf den ersten Blick.

Aber erwähnen wollte ich es noch einmal.

Viele Grüße
Nicole

Ich verstehe, wenn man das als "Humbug" abtut und nicht will, wollte es aber trotzdem noch mal in den Raum werfen.

Nixenmama * * *

(23104) Kinder: Kängabub: 1.01.2004 / Igelmädchen: 1.01.2005 / Belugamädchen: 1.01.2007
kaenguruhmama#web.de

antwortete am 17.10.2017 um 10:30:37 Uhr:

Ach Cora,

same here...

Mit dem Unterscheid, dass meine Kinder auf die Waldorfschule gehen.
Aber Vokabeln und Grammatik müssen da auch für Französisch und Englisch gelernt werden.
Gestern Abend fand ich wieder einen Test auf meinem Schreibtisch, als Sohn schon schlafen gegangen war.... 5 von 20 Punkten im Französischtest... mit dem Zettel daneben: "Bitte Mama, unterschreibe mein Unglück" und einem weinenden Gesicht dazugemalt. (Er weiß schon, wie man mich weich kriegt)

Ich habe schon geschimpft, erklärt, mit ihm geübt, an Verständnis appelliert, ihn mit der Französischlehrerin (die dazu netterweise bereit war) mit mir zusammen an einen Tisch gesetzt, um Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten, wie er besser und effektiver eine Fremdsprache lernen kann, welche Strukturen es zu nutzen gibt, welche Hilfen...

Vokabelabfrage wird jedes Mal zum Fiasko, er lernt sie vorher nicht. Er will sie durch Abfragen lernen... Äh?! Ich frage aber erst ab, wenn ich sehe, dass er sich selbst vorher mit den Wörtern beschäftigt hat. Ergebnis: Wieder einen Test versemmelt, da die Wörter nicht erinnert werden. "Ich hab sie doch gelernt!" Naja...

Er will nicht. Ich verstehe das ein Stück weit, ich hatte auch Fächer, die ich nicht gemocht habe.
Meine Eltern haben mich gedrillt. DAS habe ich mir damals geschworen, das werde ich nie tun.
Allerdings bin ich auch nicht bereit, Nachhilfe zu bezahlen, solange er nicht mal die Vokabeln lernt. Denn das wird auch der Nachhilfelehrer auch nicht für ihn tun.

Meine Eltern haben mir damals dann die Aktivitäten gestrichen, in denen ich gut war, die mir Spaß gemacht haben. Somit war ich reduziert auf die Dinge, die mich frustriert haben.
Also nehme ich ihm nicht die Dinge, in denen er gut ist, Programmierkurs, Imkern, Lichttechnik an der Schulbühne (ist ja auch alles zeitaufwendig); Ich möchte, dass er die Dinge, die ihn begeistern, auch leben kann.

Blöderweise habe ich noch zwei Kinder, die sich diesen Hickhack z.T. abkucken.
Das haut mich dann um, wenn es heißt, der Kili macht es ja auch nicht, warum soll ich es dann machen.

Mir geht es wie dir, mich zermürbt das.
Habe für mich jetzt schweren Herzens beschlossen, dass es nicht meine Verantwortung ist. Ich kann mich nur immer wieder anbieten, mit ihm zu lesen, zu lernen, ihn abzufragen. Aber nur, wenn er Initiative bringt.

Das Traurigste ist, dass mein Exmann fließend verhandlungssicher englisch und französisch spricht, aber er hat sich ja leider in Luft aufgelöst und übt in den wenigen gemeinsamen Stunden mit Kili, die er überhaupt aufbringt, natürlich NICHT Französisch.

Es ist ein Trauerspiel :-/

Ich versuche halt, mich auf Kilis Stärken zu konzentrieren, ihn da zu fördern und ansonsten halt irgendwie einen Mittelweg zu finden.

Keinen Rat, nur Solidarität,

dieSkia

Ursel

(7068) Kinder: Die Große: 0.00.0000 / Die Jüngste: 0.00.0000
ursel-mrohs#salldata.dk

antwortete am 17.10.2017 um 11:15:48 Uhr:

Boah nee, jetzt ist mir gerade ein langer Beitrag flöten gegangen.
Aber vielleicht auch gut so, ich versuche es mal kurz zu artikulieren.

Nick, es mag ich bin gerade ziemlich betroffen, daß Du glaubst, "unsere Methode" sei leicht!!!!

Wenn ich Dir eins versichern kann, dann dies:
In den letzten 8 Jahren war hier nichts leicht
--- weder die Methode noch daß sie angenommen noch daß ich sie leichten Herzen befolgt habe.
Um es mit einer Freundin einer vergleichbaren, wenn auch anderen Situation zu sagen:
Wir haben hier alles durch, bis auf Drogen.
Und wenn ich ALLES sage, dann meine ich das - Du kannst Dir gar nicht vorstellen, was wir für Höllen durchlebt haben manchmal - nicht nur wegen akuter Sorgen, die das Kind auslöste, sondern auch wegen der Machtlosigkeit bei der Hilfe für sie.

Und immer kam der Rat, sie loszulassen, weniger zu beeinflussen, weniger zu predigen, weniger zu machen und zu tun, mich weniger zu kümmern.
Der stieß bei meinem Mann auf seine dänische Erziehung und bei mir auf die deutsche.
Ich habe neben all den offenen Problemen hier - und das Mädel ist immer noch in einer tiefen Krise - auch noch innere Kämpfe mit mir selbst und meiner "Kultur" ausgefochten, die den anderen im Ergebnis nie reichten.
Leicht war das nie!!!
Es wurde nicht "leicht ausgeführt", es wurde nicht "leicht" angenommen.
Wo bitte liest Du das?

Nur weil etwas irgendwann als richtig eingesehen wird, ist es nicht "leicht".

Was mich aber überzeugt hat, ist das Ergebnis - trotz Schulabbruchs, der viele Ursachen hatte, aber auch weil ich mich umgesehen habe und irgendwann mit genug Abstand einsehen konnte:
Es stimmt.
Und gerade in Dtld., wo man natürlich ein Kind auf dem Gymnasium sehen möchte, wo dies aber sehr früh erfolgen muß, kann es ja auch sein, daß die Verweigerung andere Gründe hat - nicht-können und nicht-wollen liegen manchmal dicht beieinander.
Selbständig arbeiten gehört aber für das Gymnasium dazu -die Noten, das Wissen sind m.E. doch untergeordnet, lernen soll man doch gerade, akademisch und selbständig zu denken, zu arbeiten, klarzukommen.

Wer das warum auch immer nicht kann und(oder will - und eben nach einer gewissen Zeit der Erprobung -auch mal allein die Verantwortung zu bekommen, mit Anleitung und Hilfe, ja, aber nicht komplett geregelt durch Muttern, - der ist dort vielleicht verkehrt, so daß eben Mutter dann schmerzt.
Wir konnten damals nur prüfen, ob die Schule als solche die richtige war, denn bis zur 9,. Kl. hat man keinen anderen Schultyp.
In Dtld. kommt ebender Schultyp dazu.

ich habe meine Kinder auch fürs Abitur "vorgesehen", der Kopf ist bei beiden auch klug genug.
ich mußte dennoch lernen zu akzeptieren, daß "Hauptsache glücklich" bei dem einen Kind (erstmal) genau NICHT Abitur, nicht dieser Schultyp bedeutete.
(Glaubst Du, das war "leicht"?)

Und hier vertritt man die Ansicht -die sich oft bestätigt hat, wie ich inzwischen sogar dem aus Bekanntenkreis weiß, wenn man drüber redet -- daß Motivation nicht erzwungen werden kann.
Wer aber dann mit 22 einen Berufswunsch entwickelt, für den er das Abitur braucht,der macht es dann - mit enormer Motivation und mehr Elan, als sich der Berufsschulmensch, der den gepamperten Bewerber vorzieht, vorstellen kann.
Mag sein, es funktioniert anders in Dtld - die Frage ist ja auch w,ie typisch diese Aussage wirklich ist.
Hier, so weiß ich auch von meiner Tochter,junge Menschen einstellt, aber auch von Supermarktsleitern, daß Bewerber an der Hand von Mutti (übertragen gesehen) keine Chancen haben.
Man stellt kein Tandem ein.
Daß Bewerber aus geregelten Verhältnissen evtl.bessere Chancen haben, weil sie gelernt, wie geregeltes Leben geht, ist eine Sache - aber Mutter im Hintergrund will man nicht miteinstellen!


Fazit, um noch mal aufs Ausgangsposting und auch ein bißchen weg von meiner Familie zu
Abitur gerade durch ist einfacher als es später nachzuholen, denken wir.
Aber ist es wirklich einfacher, wenn man 6-7 Jahre Kampf, Streit, Kontrolle in der Familie hat und sich das Verhältnis zueinander verschlechtert?
Wir sehen dann den Bildungsweg - aber nicht das Leben miteinander, wenn wir meinen, es sei leichter so.
Manchmal ist der Umweg der bessere Weg - die Motivation, die später kommt,die echte - oder aber das Abitur wird in der Tat gar nicht benötigt für das, was das Kind dann letztendlich macht.
Noch aber seid Ihr ja nicht so weit.
ich lese nicht, daß Ihr ernsthaft - und das muß man wirklich nach ernstem Gespräch über die zuk. Rollenverteilung bei Schule/Hausaufgaben tun: ernsthaft losgelassen habt.
Einer der markantesten Sätze einer Psychologen in dem ganzen Drama bei uns war:
Mit deiner Methode bist du jetzt sehr lange gegen die Wand gelaufen - wie lange willst du es noch so probieren?
Wieso gibst du der anderen Möglichkeit nicht eine Chance?
Kann es schlimmer werden als es jetzt ist?
kannst du noch weniger erreichen als jetzt?
Selbst wenn es keine Erfolgsresultate gäbe - was hast DU deiner Methode entgegenzusetzen? Womit kannst du deine Methode verteidigen, begründen?

Darüber habe ich in meinen inneren Kämpfen immer wieder neu nachgedacht.

Ist es wirklich leichter für alle, wenn das Kind, wenn die Familie 7_8 Jahre Kampf, Kontrolle, Streit, Meckerei, Strafen durchlebt - wegen der Schule?
Schauen wir da nicht zu kurzsichtig nur auf das eine?



So, immer noch zu lang, aber trotzdem:
Leicht war hier nichts - nicht mal das Leben in diesen letzten Jahren.
Auch wenn ich das nicht im Internet breittrete und Du es nicht wissen kannst, so ist eine solche Aussage einfach nur kurzsichtig, denn nirgends steht, daß loslassen leicht ist, nicht mal bei Kindern, die ansonsten "normal, gut funktionieren".
Und keiner gibt einem die Garantie, daß es "funktioniert, schon gar nicht "leicht" (ich schüttele ehrlich den Kopf über soviel - pardon: Ignoranz), aber das Argument, daß das andere ja auch nicht funjktioniert und man so nicht ewig weitermachen kann und will - das galt es doch wenigstens mal in den Gedanken zuzulassen.

Nichts für ungut, Nick, Du weißt hoffentlich, ich schätze Dich mit Deinen Beiträgen, aber dieser eine Satz war ein absoluter Griff ins Klo, um es so unfein zu sagen.
Den konnte ich so nicht stehen lassen nach allem,was hier passiert ist.

Gruß Ursel, DK

Simone

(30008) Kinder: Junge: 1.01.1992 / Junge: 1.01.1997 / Mädchen: 1.01.2006 / Mädchen: 1.01.2007
Simoe#web.de

antwortete am 17.10.2017 um 13:47:42 Uhr:

Hallo Cora,

ich kann dich so gut verstehen!

Mit unserem Sohn hatten wir genau die gleichen Probleme.
Es gibt wohl nichts, was wir nicht ausprobiert haben.
Inkl. Behandlungsversuch mit Ritalin, der uns aber so gegen den Strich ging und sich so falsch anfühlte, dass wir das ganz schnell haben sein lassen.
Unser Sohn ist ein toller Junge, bzw. jetzt junger Mann. Er hat sehr viele Stärken. Schule gehörte definitiv nicht dazu.
Schule hat unser Zusammenleben extrem belastet. Unser sehr gutes Verhältnis fast zerstört.
Bis wir los gelassen haben, und gesagt haben, Schule ist nicht alles und macht ein Kind schon mal gar nicht lebenstauglich.
Unser Schulsystem ist so veraltet, so weit entfernt von modernen Lernmethoden, so weit weg von den Bedürfnissen der Kinder.
Es wundert mich immer wieder, dass Eltern nicht zu Tausenden auf die Straße gehen.
Wir haben uns also komplett zurück gezogen. Unserem Sohn die verschiedenen Wege aufgezeigt, die er gehen kann. Ihm erklärt, dass es mit schlechterem Schulabschluss schwieriger wird. Aber eben nicht unmöglich.
Er wusste, dass wir immer hinter ihm stehen. Egal, welchen Weg er geht.
Wenn er Hilfe beim Lernen wollte, hat er sie bekommen.
Trotzdem hat er nach der 9.Klasse nicht weiter gemacht.
Hatte also nur den Hauptschulabschluss, obwohl sein Wunschberuf dadurch schwerer zu erreichen war.
Er hat dann ein FSJ gemacht, danach eine Ausbildung, die gleich mit dem Erwerb der mittleren Reife verbunden war. Abgeschlossen hat er die Ausbildung als einer der besten Schüler, arbeitet jetzt glücklich in seinem Beruf, mit tollen Kollegen und wird nächstes Jahr noch eine weitere Ausbildung absolvieren. Weil er es selber will! Weil er sehr wohl lernen kann, wenn er seine Ideen einbringen kann, seine Meinung sagen darf und er nicht nieder gemacht wird.
So, wie es doch leider Normalität an unseren Schulen ist.
Er hat die Verantwortung für die Schule selber übernommen und ist SEINEN Weg gegangen.
Unser gutes Verhältnis wurde nicht zerstört.

Bei unseren Töchtern handhaben wir es von Anfang an anders.
Wir begleiten sie, unterstützen sie da wo sie es brauchen und wollen.
Aber Schule ist ihr Ding! Sie müssen für sich lernen, nicht für uns. Die Motivation muss von ihnen selber kommen und nicht durch Druck von außen.
Sie sind erst 5. und 6. Klasse. Derzeit läuft es gut. Ob das so bleibt?
Auch ihnen erklären wir immer wieder mal, warum es wichtig ist gute Leistungen zu erziehlen. Entscheiden, ob IHNEN das wichtig ist müssen sie selber.
Es gibt viel Lob für gute Leistungen, aber keine Belohnung in dem Sinne.
Aber ich kann auch für eine 4 loben, wenn ich weiß, dass Kind hatte mit dem Stoff große Probleme, hat sich aber sehr bemüht, damit es keine 5 oder 6 wird.
Die Anstrengungsbereitschaft zählt hier.

Mein Tipp ist daher auch: Loslassen! Die Stärken des Kindes sehen und bloß nicht über die Leistungen in der Schule definieren. Es gibt so viel wichtigeres!

Liebe Grüße
Simone

Andrea B *98 *02 -05 -08

(84)
FrauB.84#web.de

antwortete am 17.10.2017 um 17:29:42 Uhr:

Hallo Cora,

so, mein langer Text ist jetzt auch weg (denkt man einmal nicht daran, vorher zu kopieren ...) *grummel*
Von daher alles nur noch in Stichworten:
- Pubertät beginnt, körperliche Veränderungen, Gefühlsveränderungen, Veränderung des Freundeskreises, etc.
- Wochenpläne: lernen sich selbst(!) zu organisieren und selbst den Plan einzuhalten; Klassenarbeiten im Familienplaner sind ein Muss!
- Grundschule ohne lernen, und plötzlich muss man das Lernen lernen
- Nachhilfelehrer: immer gut, wenn man Schulstress aus der Mutter-Kind-Beziehung raushalten will; besser gleich als zu spät.
- Vokabeln lernen: das Kind kreativ werden lassen, wie es sich am besten erinnert.
- Lernzeit: herausfinden, wann die beste Zeit zum Arbeiten ist.
- schlechte Noten aus Faulheit müssen selbst ausgebadet werden
- Hilfe nur auf Nachfrage -> loslassen: dazu hat Ursel schon viel geschrieben, ich persönlich fühle mich inzwischen eher als Notfallmanager als als Mutter.

Keine Ahnung, ob noch was fehlt. Falls unverständlich, dann bitte nachfragen,


lG, Andrea
(und jetzt "copy")

Andrea B *98 *02 -05 -08

(84)
FrauB.84#web.de

antwortete am 17.10.2017 um 17:39:11 Uhr:

Oh jeh, mein Stichwort-Stil klingt ja gräßlich ...

Mein eigentliches Fazit ist, dass meine Kinder oft mehr können, als ich vorher gedacht habe. Sie machen vieles anders als ich und haben ihren persönlichen Erfolg. Das freut mich.

Manisha

(32388) Kinder: K1: 1.06.2000 / K2: 1.02.2002 / K3: 1.04.2004
muesli77#hotmail.ch

antwortete am 17.10.2017 um 17:52:28 Uhr:

Hallo Cora

Für mich klingt das alles viel zu sehr nach Kampf. Nach Machtkampf. Und den können an der Stelle beide nur verlieren. Der Sohn empfindet Schule und Hausaufgaben nur als noch schlimmer als eh schon. Zudem bekommt er so kein Selbstbewusstsein, weil er ja alles mit der Mama macht (also auch gute Noten gar nicht sein Verdienst wären, sondern deiner). Eure Beziehung leidet, wenn sie sich dauernd nur um die Schule dreht (und sogar Wochenendausflüge dafür gestrichen werden, also qualitative Zeit zusammen!).

Kann er nicht auf eine niedrigere Schule wechseln?
Das würde so viel Entspannung reinbringen.

Und wenn du das nicht willst, würde ich ihn die Hausaufgabenbetreuung schicken. Da können sich dann dafür ausgebildete Pädagogen darum kümmern.

Also ich helfe meinen Kids auch bei Schulaufgaben, wenn sie eine Frage haben. Ich frage auch am Wochenende, ob sie noch Hilfe brauchen. Aber wenn nicht, ist das IHRE Sache, nicht MEINE. Ich habe meinen Job, für den ich Verantwortung habe, und sie sind für ihre Schulaufgaben verantwortlich!

LG Manisha

Ursel

(7068) Kinder: Die Große: 0.00.0000 / Die Jüngste: 0.00.0000
ursel-mrohs#salldata.dk

antwortete am 17.10.2017 um 18:35:27 Uhr:

^Hej!

Irgendwo bin ich da bei Manisha, aber auch Andreas Punkte sind in menie Richtung:
Loslassen heißt ja nicht schleifen lassen, sich nie mehr interessieren - abe res heißt eben, den Machtkampf, die KOntrolle, das Bestimmen mütterlicherseits rausnehmen.
Zulassen, daß das Kind andere Zeiten, andere Facetten des Lernen, andere Wege hat und geht.
Meine Große hat z.B. irgendwann Hausaufgaben nur noch abends nach dem essen gemacht, mancher fand das zu spät, zu unkonzentriert (da Kind doch abgekämpft wäre) etc. - solange da die Schule nicht litt, wieso sollte ich intervenieren?

Im Gespräch (das ich ja auch angesprochen habe) herausfinden, indem man den Sonn reden läßt und nicht selbst auf ihn enredet (ich weiß,w ie schwer DAS allein in einer solchen Situation ist) wie sich Sohn Schule vorstellt, um die er wegen seines Alters ja nicht herumkommt.
Aber die Art und Weise, wie Scule geht, ist nicht immer dieselbe für alle - und schon gar die einzig Richtige.

Das alles gehört zum Loslassen, wird leider sehr oft mißverstanden.
Und nochmal: Leicht ist das - gerade für enie dt. Mutter wie uns - nicht!
Gru ßUrsel, DK

Bine **

(19755) Kinder: *: 0.00.0000
holleriaho#aol.com

antwortete am 17.10.2017 um 21:30:47 Uhr:

Hallo Cora,

bei uns war es im 6. Schuljahr ähnlich. Im 5. noch alles easy, dann wurde es schwerer und Herr Sohn entdeckte parallel zunehmend Computerspiele und "Internetchillen" für sich. :-/

Wir haben genau solche Nachmittage verbracht, in denen ich (;-)) stundenlang lernbereit neben ihm saß und nichts passierte. Grausam.

Dazu hatte ich glücklicherweise nicht lange die Nerven und die Zeit. Inzwischen handhaben wir es so, dass er mir sagt, wann Klassenarbeiten und Tests anstehen (darin war er allerdings immer schon sehr zuverlässig) und wir dann abmachen, wann ich Zeit habe, mit ihm dafür zu lernen. Nimmt er die Lernzeit wahr, super, wenn nicht, entfällt sie. Einmal hat er seitdem meine Hilfe nicht in Anspruch genommen, eine schlechte Arbeit war das Ergebnis. Er lernt auch mittlerweise gerne mit mir Vokabeln, nur für Klassenarbeiten muss er sich immer noch zwingen. Aber er tut es!

Unser Prinzip ist also, dass ich ihm meine Zeit geplant und begrenzt anbiete, seitdem weiß er die Hilfe mehr zu schätzen.

Viel Erfolg, welcher Weg auch immer für Euch der richtige ist!
Bine

Nicole*

(19707) Kinder: LM: 18.10.2001
Nilami#gmx.de

antwortete am 18.10.2017 um 07:04:03 Uhr:

Guten Morgen Ursel,

gestern war ich nicht mehr hier und bin erstaunt, das du so ein wütendes Post abgesetzt hast. Vor allem, weil ich den Grund nicht sehe.

Ich kopiere den Satz, auf den Du dich beziehst, gerne noch mal hier rein:

Ich bewunder Familien, wo solche Tipps wie von Petra und Ursel leicht greifen.

Nirgends kann ich erkennen, das ich behaupten, DU oder auch Petra haben es einfach gehabt oder EUCH dafür bewundere. (Normalerweise gebe ich Dir in Deinen Beiträgen doch entsprechendes Feedback). Da steht doch "Familien, wo eure Tipps leicht greifen" In meinem Umfeld gibt es tatsächlich einige, wo eben diese Tipps leicht greifen (sowohl für die Kinder wie auch für die ELtern!) und der Schlüssel für einen einfachen Umgang in Schuldingen sind.Und ja, das bewundere ich, eben weil dieses "komplette" loslassen hier keine Möglichkeit ist. DAS muss man doch auch sagen dürden und somit sehei ch nicht, warum ich damit ins Klo gegriffen habe.

Ich denke eher, da hast du deine Objektivität verloren. Was ich schon auch verstehe, man bekommt ein dünnes Fell mit den "komplizierteren" Kinden und bezieht auch Aussagen auf sich, obwohl es nicht so gemeint wurde. Das geht auch mir nicht anders, das ich mich unwillkürlich in eine Verteidigunghaltung gedrängt fühle.

Auf den Rest deiner ausführlichen Erläuterungen mag ich hier nicht eingehen. Du selbst hast dich sehr weit geöffnet,aber ich mag hier eben nicht so detailiert unser Leben darlegen. Einiges ist im kleine gesagt, da kann man auch einiges daraus erkennen. WEnn man genaueres wissen will, steht da immer noch eine aktive Email-Adresse. Und ich denke, Anspielungen müssen eben manchmal auch reichen, um Verständniss zu bekommen. Für also einen genaueren Austausch kannst auch du den WEg Email wählen.

2 Punkte möchte ich noch erwähnen.

Nur weil man Probleme im Schulbereich hat, muss das Familienleben NICHT immer und überall gestört sein. Den das ist ja nicht der Punkt, was uns Menschen ausmacht. Ich denke, das alle, die hier schreiben,durchaus auch sehr positv von ihrem Kind reden können und das sollte eigentlich auch so sein. Ich beziehe mich darauf (Aber ist es wirklich einfacher, wenn man 6-7 Jahre Kampf, Streit, Kontrolle in der Familie hat und sich das Verhältnis zueinander verschlechtert?) Zumindest bei uns ist es so, das wir uns bemühen, das sich das Verhältniss nicht wesentlich vrändert und auch dazu gäbe es diverse Befründungen, die ich nur privat erläutere. Viele Familien, die ein Teilproblem haben (SChule, Krankheit) haben ein gutes und relativ intaktes Familienleben. Wobei es da auch mit Sicherheit Ausnahmen gibt.

Der zweite Punkt wäre das ich das Gefühl habe, du denkst, hier wird das Kind in eine bestimmte Ecke von uns Gedrängt. Ich dachte, dies sei auch durch einige Beiräge in anderen Post irgendwie hängengeblieben. Wir arbeiten nicht auf das Abitur/bestimmte Lehrstellen oder Studiengänge hin. Im Gegenteil. Weil wir eben das Verhalten des Kindes seit der ersten Kalsse sehen, sind wir offen für alles. Deshalb geht sie unter anderem auf eine Gesamtschule und nicht auf das Gymnasium. Damit sie im Abiturfall eben nicht G8 sondern G9 hat. Das sie die Möglichkeit hat, auch eine Lehre nach der 10 anzustreben und auch in diesem Bereich vorbereitet wird. Aber auch das Berufskolleg mit all seinen Möglichkeiten (Vollabi, Fachabi, höhere Handelsschule) darf sein. Das was nicht geht ist NICHTS. Auch kauft hier keiner das Kind im Tandem mit uns. Wir unterstützen, geben Tipps und besprechen Möglichkeiten. Wir fahren auch hin, aber der Rest muss alleine gehen. Und das nicht von uns aus, wir haben schon seit sehr jungen Jahren ein Kind, das genau weiß, was sie will und gerne alles eigenständig macht. Aber da sind wir eben auch gefragt, ich denke, wir müssen nicht darüber streiten, das Erziehung in einem bsestimmten Umfang einfach sein muss! und loslassen nicht in jedem Alter und eben auch später nicht das Mittel der Wahl sein muss/kann. Wie gesagt, ist es Dir zu kryptisch, Email steht oben.

Ich hoffe, ich konnte einiges verdeutlichen, besonders den Teil, wo du dich angegriffen fühltest.

Viele Grüße
Nick







Dreamy **

(15952) Kinder: J.: 12.10.2001 / M: 10.10.2006
Dreamy-imBZ#gmx.de

antwortete am 18.10.2017 um 14:22:35 Uhr:

Hallo Cora,

mach einen Termin bei einem Lerncoach oder schau, ob jemand was Passendes anbietet.
Ich mach ja selbst Lerncoaching und habe im Moment genau so ein Kind, wie Du beschreibst.
Ich biete z.B. ein Angebot, Erstgespräch, 2 Termine mit dem Kind und ein Abschlussgespräch an, das Ganze für € 99,-

Oft braucht es einen Schubs in die richtige Richtung, viele Kinder hatten in der GS keine Probleme und jetzt klappt es plötzlich nicht mehr.
Wichtig ist, dass man seinen Lerntyp kennt, dass man einfache Tipps bekommt, wie man lernt und wie man optimal Punkte bei Klassenarbeiten erarbeitet.

Dafür braucht es nicht viel.

LG Helga

Cora *

(25653) Kinder: Junge: 29.10.2005
corasrestwert#gmx.net

antwortete am 18.10.2017 um 19:38:46 Uhr:

Hallo Liebe Babyzimmerinnen,

als erstes möchte ich mich für eure vielen Antworten und vor allem die ausführlichen Texte bedanken, das ist schließlich nicht selbstverständlich und hat euch viel Zeit gekostet.

Also Danke erstmal!

Ich schaue mal, wie ich auf einzelne Kommentare nochmal genauer eingehe.
Es tut sehr gut, dass soviele hier geantwortet haben und sich so viel Mühe gegeben haben ;-)


lg Cora

Monia***

(13227)
Ameise04#freenet.de

antwortete am 19.10.2017 um 21:36:03 Uhr:

Hallo Cora und alle Anderen!

Für mich sind diese Sätze hier von Simone sooooo wahr:

"Unser Schulsystem ist so veraltet, so weit entfernt von modernen Lernmethoden, so weit weg von den Bedürfnissen der Kinder.
Es wundert mich immer wieder, dass Eltern nicht zu Tausenden auf die Straße gehen."

Erst vor einigen Tagen kam ja wieder in den Nachrichten, dass die Ergebnisse der Schüler sich verschlechtert haben. Na, warum ist das wohl so???

Ich kenne kaum Familien, in denen die Schule nicht das (ungeliebte) Dauerthema ist. Ob man sich nun vornimmt, sich zurück zu nehmen oder nicht. Letzendlich lässt es doch kein Elternteil kalt, wenn man feststellt, dass das Kind mit der Schule größere Probleme bekommt.

Und das Schlimme ist, dass sich die Probleme schon seit Generationen hinziehen:
Selbst meine Eltern, mittlerweile hochbetagt, erzählen wie anstrengend und kompliziert die Schule für sie war, für mich selbst ebenfalls und für meine Kinder eben auch noch.

Ich hoffe sehr darauf, dass es vielleicht besser wird, wenn die "Kreidezeit" auch in den Deutschen Schulen mal vorüber ist, wir hinken da ja so hinterher -unglaublich, für ein so reiches und angeblich fortschrittliches Land, und wenn wir uns vielleicht mal dazu hinreißen lassen, das Ganze nicht so verbissen zu sehen und immer nur alles in die Köpfe stopfen wollen, was dann für die Klassenarbeit wieder hervor geholt wird und dann danach getrost vergessen werden kann.

Aber ich fürchte, das dauert noch...

Einstweilen mitfühlende und verständnisvolle Grüße,
Monia

Friederike

(14769) Kinder: L.: 0.00.0000
mail-an-amber#gmx.de

antwortete am 20.10.2017 um 10:07:03 Uhr:

Hallo in die Runde,

so schwierig es ist, manches Kind zum Lernen zu bringen und beim Lernen zu halten, stösst mir dieses allgemeine Schulbashing in einigen Posts ziemlich auf. Auch wenn einige Bundesländer (Bayern, Sachsen) sicherlich extrem konservativ sind (und ihr relativ gutes Abschneiden bei den Schulvergleichsstudien auch dadurch erreicht wird, dass die leistungsschwächeren Schüler schon früh rigoros aussortiert werden), kann man jetzt wirklich nicht sagen, wir wären in der Kreidezeit, auch nicht im internationalen Vergleich. Das ist einfach falsch.

Das Schulsystem in Frankreich bsw. ist viel rigider, weniger durchlässig und dabei sehr viel stärker auf Frontalunterricht ausgerichtet. Schweden dagegen hat sich riesige Probleme durch seine (vor-?)letzte Schulreform eingehandelt, an denen es noch reichlich zu knabbern hat. Das sind nur 2 Beispiele.
Sicher ist an unserem Schulsystem einiges zu verbessern. Wie sehr die frühe Selektion - gerade in den o.g. Bundesländern – Schüler belastet und wie hilfreich langes gemeinsames Lernen für ALLE Schüler ist, ist hinreichend belegt. Gleichzeitig stellen sich die einzelnen Länder immer noch zu wenig den Problemen einer zunehmenden heterogenen Schülerschaft und unterstützen ihre Lehrkräfte kaum, sei es finanziell, sei es mit Wertschätzung.

Dass man nun aber nur die richtige Art des Unterrichtens finden müsse und dann lernen die Kinder quasi von allein und ohne es zu merken und gleichzeitig macht es noch allen Spass, ist leider eine Utopie. Lernen hat immer etwas mit Anstrengung zu tun, und Studien zeigen sogar, dass Leute besser lernen, wenn sie sich anstrengen müssen (also mehr im Kopf bleibt) als wenn sie Spass haben (wobei sie sich bei letzterem natürlich subjektiv besser fühlen). Nur ist es ja leider gerade bei uns in Dtl. so, dass wir eine kulturhistorisch geprägte Vorstellung von Kindheit entwickelt haben (die zudem zutiefst bürgerlich ist), nach der Kinder sich ja möglichst wenig anstrengen dürfen, um möglichst lange 'Kind zu bleiben'. Was DAS angeht, können wir tatsächlich eine Menge aus dem internationalen Vergleich lernen.

Trotzdem gibt es aus meiner Sicht keinen Grund, zu Tausenden auf die Straße zu gehen. Wir haben ein ziemlich gutes Schul- und Bildungssystem, genau wie wir ein ziemlich gutes Gesundheit- und Rechtssystem haben. Auch im internationalen Vergleich ;)

viele Grüße
Rike

Yvonne * (Fabian 04.06.01)

(10176)
yvonne71_w#yahoo.de

antwortete am 20.10.2017 um 10:47:21 Uhr:

Hallo,

Ich habe leider keine Tipps, wie man ein lernunwilliges Kind zum Lernen bringt, aber ich möchte auch sagen, dass ich unser Schulsystem nicht schlecht finde. Ich hatte bis jetzt nie das Gefühl, dagegen auf die Straße gehen zu müssen und mein Sohn auch nicht.

Er kam und kommt in diesem System super zurecht (ist jetzt frisch in der Oberstufe). Auch wir Eltern hatten bis jetzt nie Probleme mit Lehrern oder den Anforderungen im Allgemeinen, ganz im Gegenteil. Unser Sohn ist eher still und zurückhaltend, weswegen wir vor allem in der Orientierungsstufe der weiterführenden Schule einige Gespräche mit Lehrern hatten. Sie waren alle sehr engagiert und sehr daran interessiert, ihm zu helfen, und das, obwohl er auf eine ziemlich große Schule geht. Aussieben, was in anderen Gegenden wohl üblich ist, hat es hier nie gegeben.

Jedes Kind ist anders und es gibt tatsächlich Kinder, die Frontalunterricht mögen. An unserer Schule ist die Mischung zwischen "herkömmlichem" und "aufgelockerterem" Unterricht ganz gut, aber mein Sohn zieht den herkömmlichen sogar vor.

Er war vor zwei Jahren zum Schüleraustausch in Frankreich und war absolut entsetzt vom Unterricht, dem Schulalltag und der Beziehung zwischen Schülern und Lehrern dort ...

LG
Yvonne



Monia***

(13227)
Ameise04#freenet.de

antwortete am 22.10.2017 um 17:55:49 Uhr:

Hallo,

mag sein, dass es tatsächlich andere Länder gibt, in denen das Schulsystem noch schlechter ist. Aber sollte man sich wirklich an Schlechteren orientieren?

Was sagen die dazu, die es täglich betrifft -die Leher nämlich?
In meinem Bekannten- und Verwandtenkreis habe ich viele Lehrer. Sie sind fertig, fühlen sich "am Anschlag", schreiben Brandbriefe.
Der Lehrer meines jüngeren Sohnes fällt jetzt schon seit Monaten aus wegen Burnout.
Und das, laut eigener Aussage nicht, weil die Kinder schlimm oder anstrengend wären, sondern wegen den ganzen anderen Dingen, die nicht gut laufen.

Mag es regionale Unterschiede geben, aber hier gibt es für einzelne Fächer mittlerweile keine Lehrer mehr im gesamten Bundesland, auch keine Sozialarbeiter mehr.

Das sind doch Probleme, die nicht totgeschwiegen werden sollten!
Auch nicht, dass jetzt in jeder Klasse 4-5 Kinder sitzen, die die deutsche Sprache noch nicht beherrschen (Flüchtlingskinder, die 2015 nach Deutschland gekommen sind) und die einfach zusätzlich auf die Klassen aufgeteilt wurden. Unser Lehrer sagt: "Wir haben Glück. Unsere sind ruhig, gucken nur zu und lächeln immer mal ein bisschen. Das ist nicht in allen Klassen so..."

Ich glaube nicht, dass wir kulturhistorisch eine falsche Vorstellung von Kindheit entwickelt haben. Dagegen spricht, wie lange sich die Vorstellung in den Köpfen gehalten hat, dass "mal ein Klaps ja nichts schadet". Zu diesen Verhältnissen wollen wir ja wohl nicht wieder zurück kehren.

Wenn so viele Kinder, Eltern und Lehrer Probleme mit der Schule haben, scheint es doch den Bedarf zu geben, dass sich auch in den Schulen was ändert.

Viele Grüße
Monia

Friederike

(14769) Kinder: L.: 0.00.0000
mail-an-amber#gmx.de

antwortete am 23.10.2017 um 09:14:24 Uhr:

Hallo Monia,

nun sprichst Du aber ein anderes Thema an, nämlich die personelle Unterbesetzung, die insbesondere angesichts der neuen Herausforderungen hochgradig problematisch ist.
Völlig richtig. Habe ich übrigens auch in meinem Post geschrieben. Wogegen ich mich aber entschieden wende, ist die Vorstellung, gute Schule wäre nicht anstrengend, so wie es in diesem Zitat von Dir zum Ausdruck kommt:

"Selbst meine Eltern, mittlerweile hochbetagt, erzählen wie anstrengend und kompliziert die Schule für sie war, für mich selbst ebenfalls und für meine Kinder eben auch noch."

Schule IST anstrengend, weil Lernen anstrengend ist. Daran ändern auch die buntesten Lernarrangements nichts. Ist aber auch nicht schlimm, weil man Kindern diese Anstrengung zumuten kann. Genau darauf wiederum bezog ich mich bzgl. der kulturhistorischen Vorstellung von Kindheit, und zwar in durchaus differenzierte Weise. Selbstverständlich habe ich damit nicht ALLE diesbezüglichen Vorstellungen gemeint.

Auch schreibst Du, man solle sich nicht am Schlechten orientieren. Auch völlig richtig. Aber nicht alles, was Gold ist, glänzt. An konkreten Beispielen, wo es wirklich gut läuft, fällt mir nur eins ein, nämlich Finnland. Aber Finnland hat VÖLLIG andere Voraussetzungen als Dtl, das fängt bei der Bevölkerungszahl an und hört bei der Heterogenität der Schülerschaft auf.

Und schließlich noch zum Anekdotischen, das ja immer besonders schwer zu widerlegen ist, weil es eine ganz eigene Wahrheit hat: Auch ich kenne Lehrer und Schulleiter und klar wird mal geklagt, aber das in meinem Bekanntenkreis nun alle reihenweise wegen Burnout ausfallen, kann ich nicht behaupten. Meine Freundin, die in der Schulleitung arbeitet, versteigt sich sogar zur These, dass viele Lehrer wenig Resilienz und Belastungsfähigkeit mitbringen, weil sie den Beruf aus falschen Gründen wählen (Beamtenstatus, viel Ferien) und deshalb wegen Krankheit ausfallen. Das würde ich mich nie trauen zu sagen :)

Viele Grüße
Rike

Monia***

(13227)
Ameise04#freenet.de

antwortete am 25.10.2017 um 05:48:32 Uhr:

Hallo Rike,
jetzt möchte ich Dir doch nochmal schreiben.

Ich möchte meine Aussage "die Schule ist anstrengend und kompliziert" gerne präzisieren:
Das die Kinder lernen müssen, dazu manchmal keine Lust haben und dann ein bisschen stöhnen und schimpfen meine ich damit gar nicht. Das empfinde ich genau wie Du als normal.

Was ich aber nicht normal empfinde ist, dass selbst bei größtem Willen und Fleiß eines Kindes es diesem nicht möglich ist, sich ausreichend auf Klassenarbeiten vorzubereiten. Da wird manchmal tagelang gelernt, wirklich auch mit Fleiß und dann kommt doch nur eine Vier oder sogar Schlechteres raus. Warum? -Weil entweder plötzlich doch ganz andere, teilweise Neue! Lerninhalte mit in die Klassenarbeit gepackt wurden, einzelne Dinge gar nicht verstanden waren oder die Arbeit so umfangreich war, dass es schlichtweg gar nicht möglich war, diese in der zur Verfügung stehenden Zeit zu lösen. (Letzteres vor allem gerne in den Mathearbeiten. Jetzt erst wieder geschehen in der Klasse meines jüngeren Sohnes, da fiel die Arbeit tatsächlich mal wieder so schlecht aus, dass sie wiederholt werden musste).

Ich glaube, wenn nicht so viele Eltern versuchen würden, ihre Kinder mit Hilfe von Nachhilfeinstituten wie Lernoase, Schülerhilfe u.s.w oder -so wie wir- mit privater Nachhilfe immerhin dahin zu bekommen, dass wenigstens noch ein Ausreichend bei den Klassenarbeiten raus kommt, würde das ganze System völlig zusammen brechen. Und das kann ja so eigentlich nicht richtig sein. Schließlich hat nicht jeder den finanziellen Hintergrund, mehrere Hundert Euro oder bei mehreren Kindern sogar bis zu Tausende Euros im Jahr locker zu machen, nur für die Nachhilfe.

Ganz ohne Nachhilfe durch dieses Schulsystem zu gelangen scheinen aber nur noch jene "Überflieger", von denen es nach meiner Beobachtung (zumindest hier) nur noch so 2-3 Kinder in einer Klasse gibt. Meine Kinder gehören leider nicht dazu. Und deshalb ist für uns das Schulsystem eben nicht "gut". Sicher verständlich, oder?

Viele Grüße,
Monia

Yvonne * (Fabian 04.06.01)

(10176)
yvonne71_w#yahoo.de

antwortete am 25.10.2017 um 10:36:40 Uhr:

Hallo nochmal,

Ich möchte doch noch mal was zu Monias Text schreiben, weil ich es nicht so empfinde, dass nur Überflieger es in diesem Schulsystem ohne Nachhilfe schaffen. Das kommt in Deutschland sicher sehr stark darauf an, in welchem Bundesland man wohnt. Mein Sohn ist sicher kein Überflieger, aber gut in der Schule und brauchte noch nie Nachhilfe. Ich kenne nur sehr wenige Schüler hier, die Nachhilfe in Anspruch nehmen, und wenn, dann deshalb, weil sie auf der falschen Schule sind (mein Sohn erteilt Nachhilfe in Fremdsprachen, womit einige Probleme haben, die aufs Gymnasium gehen).

Wir hatten hier noch keine Klassenarbeit, in der neue Themen drankamen oder die Zeit nicht ausgereicht hätte. Allerdings habe ich generell das Gefühl, dass Schule hier in Rheinland-Pfalz lockerer ist als in anderen Bundesländern - für den Übergang auf die weiterführende Schule zählte hier schon immer nur der Elternwille und auch solche Experimente wie G8 gab es hier nicht.

LG
Yvonne

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