Seite: 1

zum Babyforum
Zur Hebammenberatung
Zum Forum "Nähen für Kinder"


  meetoo - me too?

 
  Katrin (8058)
 supermungo68#hotmail.com
 Kinder: -1" OR 2+956-956-1=0+0+0+1 -- : 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, 1: 00.00.0000, -1 OR 2+847-847-1=0+0+0+1: 00.00.0000, -1 OR 2+532-532-1=0+0+0+1 -- : 00.00.0000, yhCNxxgx: 00.00.0000, uouwxulr: 00.00.0000, uouwxulr: 00.00.0000, uouwxulr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000, gaodunjr: 00.00.0000,

 schrieb am 28.01.2018 um 16:06:38 Uhr:


 

Hi zusammen,

nun läuft ja die Kampagne schon länger, nicht die erste ihrer Art. Immer mehr hässliche Wahrheiten kommen ans Licht, vieles bereits lange vermutet, geduldet, erduldet.

Man nickt mit dem Kopf und überlegt, was die Debatte mit einem selbst denn zu tun habe.

"Wir nehmen Sexismus hin wie das Wetter. Wozu sich über Regen aufregen?"
Entnommen dem aktuellen SZ-Magazin

Und mir fallen Geschichten ein, lange zurück
Vom Großonkel belästigt, vom Ausbilder begrapscht
Unzählige Anzüglichkeiten und Belästigungen, die irgendwann einfach selbstverständlich wurden, gehört halt dazu, Männer sind halt so.

Warum melden sich Frauen nach 30 Jahren zu Wort, klagen an, was sie damals gleich hätten melden sollen - so fragt man sich, oder?
Aber ich beginne zu verstehen. Wenn ich lesen würde, dass eine Frau meinen damaligen Ausbilder anklagen würde, dann würde ich mich dazustellen.

Vieles haben wir wohl einfach "abgelegt" weil wir es akzeptiert haben, akzeptieren mussten.

Ein so weites Feld
Was läuft denn da nur falsch zwischen Männern und Frauen?
Immer noch. Und wird's je gänzlich anders werden?

Mögt ihr was dazu sagen?

LG
Katrin

Moderator informieren 


Auf diesen Beitrag antworten:
Fenster schließen

 Die Antworten auf diesen Beitrag
 

Ursel

(7068) Kinder: Die Große: 0.00.0000 / Die Jüngste: 0.00.0000
ursel-mrohs#salldata.dk

antwortete am 28.01.2018 um 16:29:08 Uhr:

Hej Katrin!

Ja, Du hast viele Gedanken, die ich mir auch schon gemacht habe, ausgesprochen.
Ehrlich gesagt mag ich solche Pranger nicht - wer meint, schaden zu erleiden, soll anzeigen. Es hätte manchem, nachfolgenden Mädchen einiges erspart - hoffentlich, vielleicht - oder doch nicht?
Leicht gesagt sowieso, ich weiß genau, daß ich auch manchmal stillgehalten habe, wo ich mindestens hätte laut werden sollen. Denn letztendlich geht es ja gar nicht um Sexuelles, sondern um Macht.

Und wer da meint, das sei ja alles verjährt, vorbei, vergessen - der irrt, wie man sieht, denn vergessen ist bei den Frauen da ja nichts!!!
(Deshalb bin ich auch sehr gegen Verjährung bei Sexualstrafdelikten!!!)

Und die armen Männer sind verunsichert, sehen sich als Opfer, trauen sich, kein Kompliment mehr zu machen?
Wer war der - männliche!!! - Teilnehmer in einer Talkshow zum Thema, der so treffend seine Geschlechtsgenossen aufforderte, sich bei solchen Gedanken und zweifeln doch eher mal Gedanken darüber zu machen, WIE sie bisher Komplimente gemacht haben.

Ich finde das Thema sehr ernst, man muß es ernstnehmen, gerade, wenn man wie ich ja auch zwei Töchter hat, aber ich weiß nicht wirklich, ob ich diese ganze Hype darum gut finde - die späten Anklagen, diese schwer nachprüfbaren Anschuldigungen (aber wann sind sie das überhaupt?), diese öffentlichen Anprangereien.

Keine Frage, daß das Thema generell in die Öffentlichkeit gehört, einfach damit sich kein Mädchen mehr geniert und nicht traut anzuzeigen - zeitnah und effektiv.

Tja, wie gesagt, ich bin ambivalent.

Gru ßUrsel, DK

PETRA * *

(656) Kinder: Junge: 1.01.1997 / Mädchen: 1.01.2002
FastFood44#web.de

antwortete am 28.01.2018 um 17:29:47 Uhr:

Ich hatte Erfahrungen mit einem Kollegen der manchmal verbal übers Ziel hinausschoss.
Und das im Beisein meiner Chefin was ich echt fatal fand.
Sie war da so: Schief grinsen, hinterher die Schulter zucken und meinen: So ist er halt, dann lass ihn mal -> Nur nix sagen was das Betriebsklima schädigen kann.

Das nahm ich ganz schnell nicht mehr hin und habe mich auf seine Stufe begeben.
Verbal im gleichen Ton sexistisch zurück.
Und alle sitzen da und sind geschockt, ABER keiner kann was sagen weil er ja angefangen hat.
Ich hab es immer lächelnd gemacht, als hätte ich Freude daran.
Die einzigste Freude war, dass ich merkte dass ich ihn mit den eigenen Waffen schlagen kann.
Ganz schnell gewöhnte er sich das ab, auch bei anderen in meinem Beisein.
Denn ich konnte gut Contra geben und lies ihn da ganz schön dumm aussehen.

Da habe ich keine Hemmungen.
Körperlich wurde er nie, hätte mich aber dann nicht gescheut ihn auch herzhaft im Schritt zu betatschen.

Was solche Kerle geniesen:
Die Unsicherheit, die Hilflosigkeit.
Sie wollen eine Frau erniedrigen. Geht das nicht und sie sehen alt dabei aus, wird es uninteressant.
Er hat dann bei anderen immer über mich hergezogen. Aber das ist mir egal. Ich über ihn ja auch.

Grit

(14514) Kinder: maxi: 27.12.1986 / sophie: 19.02.1991
Bsyltfan#aol.com

antwortete am 28.01.2018 um 17:36:05 Uhr:

Ich hatte fast 30 Jahre nur Kolleginnen ,von daher alles gut

Romy***

(21756) Kinder: : 0.00.0000 / J: 1.01.1999 / F: 1.01.2004 / N: 1.01.2013
romy.schatz777#googlemail.com

antwortete am 28.01.2018 um 19:26:28 Uhr:

Hallo,

Ich habe zu dem Thema glücklicherweise keinerlei eigene Erfahrungen.

Aber ich habe vor einigen Monaten eine Frau kennen gelernt,die sehr fest in einer sehr schlimmen Beziehung steckt( und mich deshalb kontaktiert hat)
Wir telefonierten lange und währenddessen erwähnte sie kurz, dass sie als Kind sexuell missbraucht wurde.

Das war eigentlich gar nicht Thema des Gesprächs,und im nachhinein wurde mir klar, dass sie wegen dieser schrecklichen Kindheitserfahrung heute ein so schlimmes verstricktes Leben hat.

Eine intelligente junge Frau,die kaum eine Perspektive in ihrem Leben sieht.

Das macht mich total traurig und betroffen und lässt mich immer wieder über das Thema nachdenken.

LG Romy

Ursel

(7068) Kinder: Die Große: 0.00.0000 / Die Jüngste: 0.00.0000
ursel-mrohs#salldata.dk

antwortete am 28.01.2018 um 19:43:24 Uhr:

Aber Petra, das ist ja irgendwie genau der Punkt:
Wenn der es macht, schaut kaum jemand pikiert, selbst die Chefin deutet DIR an: so isser eben, laß mal gut sein.
Wenn Du tatsächlich so stark bist und Dich wehrst - und welcher Berufsanfänger kann das gleich? - reagierendie Kollegen anders.

Meine Frage ist dabei dann allerdings auch:
Möchte ich mich wirklich auf dasselbe Niveau begeben???
Mich würde es schon schütteln, so einem Kerl dann wohin zu fassen.
Und auch diese verbale Schiene ist nicht jedermanns - oder eben jederfraus - Sache:
Wieso kann eine Chefin (die noch mehr als ein Mann, aber der sollte natürlich auch so anständig sein) oder unsereiner nicht schlichtweg um den Verzicht auf solche ebenso dummen wie plumpen Anmachereien zu verzichten?
Wieso muß frau dann überhaupt auf dieses Niveau runter???

Chefs - udn auch Chefinnen - haben eine Fürsorgepflicht!!!

Mich nervt schon das sich in DK durchsetzend Umarmen bei den Begrüßungen - mit unserem Chorvorsitzenden habe ich das endlich zurückgespult, so daß er es auch begriff, wobei der sicher kaum sexistische Absichten hatte.
Trotzdem will ich bitte-danke frei sein in Sprache und Köperkontakten - und weder als gängige Sitte noch als Returkutsche gezwungen sein, Dinge zu sagen oder zu tun, die man auch anders unter Erwachsenen regeln können müßte.
Von Kindern wird da weitaus mehr erwartet als solches Verhalten Männern ... zugestanden, zutraut, abverlangt wird?

Auf welches Niveau zieht man denn die ganze Arbeitssituation, wenn sowas nötig ist und nicht anders zu regeln?
DA muß die Diskussion in der Tat in meinen Augen ansetzen - daß sowas eben nicht mehr nötig ist und ein klares: Hören Sie doch bitte mit dem Sch... auf - das Niveauloseste ist, was man dazu sagen muß.

Ich bin übrigens sehr froh, daß der Justizminister in Dtld. den Paragraphen verschärft hatte - solche Signale halte ich für wichtiger.
Und richtig.
Aber diesen Mann empfand ich auch als sehr authentisch und sympathisch.

Gruß Ursel, DK

Manisha

(32388) Kinder: K1: 1.06.2000 / K2: 1.02.2002 / K3: 1.04.2004
muesli77#hotmail.ch

antwortete am 28.01.2018 um 21:34:19 Uhr:

Ich finde es gut, dass das Thema öffentlich wird, weil es hoffentlich ein paar Täter davon abhält und ein paar Opfer ermutigt, statt zu schweigen, sich schneller Hilfe zu holen.Was wichtig ist, denn je länger man schweigt, desto schlimmer sind die psychischen Folgen.

Schlecht finde ich, dass bei der Kampagne alles gleich gesetzt wird: verbale zynische Bemerkungen werden mit Vergewaltigungen gleich gesetzt. Ich finde, dass dadurch Vergewaltigungen bagatellisiert werden.

LG

Ursel

(7068) Kinder: Die Große: 0.00.0000 / Die Jüngste: 0.00.0000
ursel-mrohs#salldata.dk

antwortete am 28.01.2018 um 22:39:39 Uhr:

Aber solche verbalen Entgleisungen , die dann noch in einem Klima wie Petra es beschreibt, stattfinden, erleichtern und bahnen ja den Weg erst frei für physische Übergriffe.
Auch hier gilt ja wieder "achte auf deine Gedanken, sie werden zu deinen Worten. Achte auf deine Worte, sie werden zu deinen Taten" etc.

Rechtlich wird ja nichts gleichgesetzt, es wird nur deutlich, daß auch solche verbalen Übergriffe Übergriffe und keine lustigen Witze sind.
Das finde ich durchaus sehr gut!!

Gruß Ursel, DK

Friederike

(14769) Kinder: L.: 0.00.0000
mail-an-amber#gmx.de

antwortete am 29.01.2018 um 07:30:39 Uhr:

Hallo Katrin,

eine wichtige und längst überflüssige Debatte. Im Kern geht es ja immer um Machtmißbrauch; deswegen verstehe ich auch die Verunsicherung mancher (Männer wie Frauen) nicht, die beklagen, man weiss ja gar nicht mehr, was man darf und was nicht. Natürlich weiss es jede/r, der/die mal kurz darüber nachdenkt.

Dass sich Frauen jetzt erst und nicht vor 30 Jahren zu Wort gemeldet haben, finde ich nicht weiter erstaunlich. Was Sexismus und dessen Auswüchse angeht, waren wir vor 30 Jahren gesellschaftlich an einer ganz anderen Stelle als heute. Solange Männer so gut wie alle Machtpositionen inne hatten, konnte sich doch gar nichts ändern. Wie lange hat es gedauert, bis Frauen eine Stimme bekommen haben und sie dann auch noch gehört wird ... Und wir sind nicht lange nicht da, wo wir eigentlich hinwollen.

Als junge Frau habe ich in der Institution, in der ich heute noch arbeite und in der vor allem ältere Männer in den begehrten Machtpositionen sitzen (und es heute auch noch tun, obwohl sich einiges ändert), viele Übergriffe erlebt, wobei sie oft eher subtil waren und manchmal plump. Ich bin, wie die meisten (vermute ich), lächelnd drüber hinweggegangen. Ich wollte in meiner fachlichen Kompetenz wahrgenommen werden und nicht als Frau, und das war die eigentliche Demütigung, nämlilch in erster als Frau wahrgenommen zu werden und nicht als kompetent

Ich will damit nicht sagen, dass alles besser wird, wenn mehr Frauen in Schlüsselpositionen kommen. Aber das Klima verändert sich. Sexismus, egal in welcher Ausprägung, wird es immer geben. Wichtig ist, dass sich eine Sensiblität dafür entwickelt und dass Opfer gehört werden. Und da sind wir doch immerhin ein Stückchen weiter gekommen.

viele Grüße
Rike

Friederike

(14769) Kinder: L.: 0.00.0000
mail-an-amber#gmx.de

antwortete am 29.01.2018 um 07:30:44 Uhr:

Hallo Katrin,

eine wichtige und längst überflüssige Debatte. Im Kern geht es ja immer um Machtmißbrauch; deswegen verstehe ich auch die Verunsicherung mancher (Männer wie Frauen) nicht, die beklagen, man weiss ja gar nicht mehr, was man darf und was nicht. Natürlich weiss es jede/r, der/die mal kurz darüber nachdenkt.

Dass sich Frauen jetzt erst und nicht vor 30 Jahren zu Wort gemeldet haben, finde ich nicht weiter erstaunlich. Was Sexismus und dessen Auswüchse angeht, waren wir vor 30 Jahren gesellschaftlich an einer ganz anderen Stelle als heute. Solange Männer so gut wie alle Machtpositionen inne hatten, konnte sich doch gar nichts ändern. Wie lange hat es gedauert, bis Frauen eine Stimme bekommen haben und sie dann auch noch gehört wird ... Und wir sind nicht lange nicht da, wo wir eigentlich hinwollen.

Als junge Frau habe ich in der Institution, in der ich heute noch arbeite und in der vor allem ältere Männer in den begehrten Machtpositionen sitzen (und es heute auch noch tun, obwohl sich einiges ändert), viele Übergriffe erlebt, wobei sie oft eher subtil waren und manchmal plump. Ich bin, wie die meisten (vermute ich), lächelnd drüber hinweggegangen. Ich wollte in meiner fachlichen Kompetenz wahrgenommen werden und nicht als Frau, und das war die eigentliche Demütigung, nämlilch in erster als Frau wahrgenommen zu werden und nicht als kompetent

Ich will damit nicht sagen, dass alles besser wird, wenn mehr Frauen in Schlüsselpositionen kommen. Aber das Klima verändert sich. Sexismus, egal in welcher Ausprägung, wird es immer geben. Wichtig ist, dass sich eine Sensiblität dafür entwickelt und dass Opfer gehört werden. Und da sind wir doch immerhin ein Stückchen weiter gekommen.

viele Grüße
Rike

Friederike

(14769) Kinder: L.: 0.00.0000
mail-an-amber#gmx.de

antwortete am 29.01.2018 um 07:30:44 Uhr:

Hallo Katrin,

eine wichtige und längst überflüssige Debatte. Im Kern geht es ja immer um Machtmißbrauch; deswegen verstehe ich auch die Verunsicherung mancher (Männer wie Frauen) nicht, die beklagen, man weiss ja gar nicht mehr, was man darf und was nicht. Natürlich weiss es jede/r, der/die mal kurz darüber nachdenkt.

Dass sich Frauen jetzt erst und nicht vor 30 Jahren zu Wort gemeldet haben, finde ich nicht weiter erstaunlich. Was Sexismus und dessen Auswüchse angeht, waren wir vor 30 Jahren gesellschaftlich an einer ganz anderen Stelle als heute. Solange Männer so gut wie alle Machtpositionen inne hatten, konnte sich doch gar nichts ändern. Wie lange hat es gedauert, bis Frauen eine Stimme bekommen haben und sie dann auch noch gehört wird ... Und wir sind nicht lange nicht da, wo wir eigentlich hinwollen.

Als junge Frau habe ich in der Institution, in der ich heute noch arbeite und in der vor allem ältere Männer in den begehrten Machtpositionen sitzen (und es heute auch noch tun, obwohl sich einiges ändert), viele Übergriffe erlebt, wobei sie oft eher subtil waren und manchmal plump. Ich bin, wie die meisten (vermute ich), lächelnd drüber hinweggegangen. Ich wollte in meiner fachlichen Kompetenz wahrgenommen werden und nicht als Frau, und das war die eigentliche Demütigung, nämlilch in erster als Frau wahrgenommen zu werden und nicht als kompetent

Ich will damit nicht sagen, dass alles besser wird, wenn mehr Frauen in Schlüsselpositionen kommen. Aber das Klima verändert sich. Sexismus, egal in welcher Ausprägung, wird es immer geben. Wichtig ist, dass sich eine Sensiblität dafür entwickelt und dass Opfer gehört werden. Und da sind wir doch immerhin ein Stückchen weiter gekommen.

viele Grüße
Rike

Friederike

(14769) Kinder: L.: 0.00.0000
mail-an-amber#gmx.de

antwortete am 29.01.2018 um 09:24:51 Uhr:

Entschuldigung! Keine Ahnung, warum mein Posting gleich dreimal auftaucht.

rike

Ursel

(7068) Kinder: Die Große: 0.00.0000 / Die Jüngste: 0.00.0000
ursel-mrohs#salldata.dk

antwortete am 29.01.2018 um 12:07:18 Uhr:

Weil es gu ist ,Rike!

Ja, das ist natürlich ein Punkt:
Die Stimmung hat sich grundlegend geändert.
man war ja als Feministin bereits verschrien, wenn man sich plumper Anmache entgegensetzte - wobei ich nicht finde, daß Feministinnen Verachtung verdient haben!

genau darum aber finde ich Petras Schilderurng eigentlich auch so erschütternd, denn den Männern mit denselben plumpen Sprüchen und notfalls gar Handgreiflichkeiten entgegentreten kann es doch nicht sein!
Das wirkt auf mich als diskutierten wir Probleme nicht mehr sachlich aus, sondern schlügen dem anderen wie in der Steinzeit unsere Meinung mit dem Knüpppel in den Kopf.
da sollten wir auch in sexuellen Verirrungen doch inzwischen weiter sein!
Aber in Zeiten von Trampel und Gauland und Co wundern mich sprachliche und andere Verirrungen gar nicht mehr, im Gegenteil werden sie ja leider salonfähig statt umgekehrt!

wegen Kompetenz anerkannt werden - ja, da sagst Du was.
Mich erinnert das immer an die von allen anderen nicht verstanden Empörung meiner Großen, die in der 1. Klasse beim Turnen von einem (neidischen) Mitschüler zu hören bekam:
Du bist nur so gut im Turnen, weil du Deutsche bist.
Das hat sie unsäglich aufgeregt --- und keiner verstand damals wirklich, was sie meinte.
Das war aber genau dasselbe Problem:
Sie wurde nicht als anders = besser empfunden, weil sie gut war - sondern weil sie anders = Deutsche war.
Und ihr Gefühl dafür war schon damals gut ausgeprägt - da habe ich die Hoffnung, sie läßt sich auch sonst nicht die Butter vom Brot nehmen. Aber das kostet Kraft, die anderswo besse reingesetzt werden könnte.

Die Frage ist ja eigentlich nur, wieviel Respekt jeder einzelne vor dem Gegenüber,sei es männlich oder weiblich, hat.
Und wer keine Argumente, keine Sachlichkeit hat, wird persönlich - dazu gehört gerade bei Männern dann auch diese Komponente, mit der sie leider bei ihren Kameraden oft noch eher ein Lächeln denn Empörung hervorlocken. Das sollte s sie eigentlich bei jedem Chef nicht nur als Mensch, sondern auch als sachlichen Mitarbeiter ins Aus schießen.
Wenn sich also DA was ändert, dann dürfte so ein Klima wie das von Petras geschilderte überall und ausschließlich nur noch Entsetzen auslösen.

Daß die jetzige Kamapagne incl. Diskussion dazu beiträgt, etwas zu ändern - ja, das glaube ich auch.
Und auch ich weiß, daß vor 30 Jahren die Zeit buchstäblich noch nicht reif war, sie ist ja knapp genug heute, wie man sieht.
Aber ob ich die Kampagne letztendlich trotzdem wirklich gut finde, kann ich immer noch nicht sagen - dieses nach 30 Jahren öffentlich den Zeigefinger heben, widerstrebt mir irgendwie trotzdem.

Gruß Ursel, DK

Katrin

(8058)
supermungo68#hotmail.com

antwortete am 29.01.2018 um 18:00:21 Uhr:

Wir wissen ja nicht wirklich um die Beweggründe der Frauen, nach so langer Zeit diesen Schritt zu machen.

Vielleicht war es eine Art Kettenreaktion, eine traut sich, dann folgen die anderen?

Vielleicht trägt man die Last schwer mit sich rum und findet den Mut, die Erkenntnis was auch immer durch einen Therapeuten?

Vielleicht weil keine Abhängigkeiten mehr bestehen oder man sieht/hört, daß die Täter noch immer das gleiche machen, ungestraft?

Sicher ist viel Hysterie dabei, sicher auch leider Wichtigmacher, aus welchen Gründen auch immer. Die sind dann nicht besser, als die vermeintlichen Täter.

Aber das Problem ist da und vielleicht mehr als uns bewußt ist. Wir haben nur schon soviel akzeptiert und uns angepasst, daß uns gar nicht mehr auffällt, wie sehr.

Ciao für den Moment
sagt Katrin

Friederike

(14769) Kinder: L.: 0.00.0000
mail-an-amber#gmx.de

antwortete am 29.01.2018 um 23:15:15 Uhr:

Danke, Ursel.
Ich glaube aber auch, dass viele sich der Unsachlichkeit ihrer Argumente auch gar nicht bewusst sind, weil sie es als Selbstverständlichkeit ansehen, dass Frauen/Deutsch/Männer eben 'so' sind - Stereotype funktionieren doch genau auf diese Art und Weise. Sie werden durch Beispiele, die man vor Augen hat, immer gefüttert - weil man die Beispiele genau so wahrnimmt, dass sie zu den Stereotypen passen.

Was ich sehr schwierig finde, ist, Frauen Hysterie zu unterstellen und sie dann auf die Stufe der Täter zu stellen. Da besteht meines Erachtens ein gewaltiger Unterschied und sei es nur ein quantitativer. Es wird sehr viel mehr Fälle an sexueller oder sexuell angehauchter Belästigung geben, die nicht bekannt werden, als an erfundenen Fällen sexueller Belästigung. Und qualitativ sehe ich da auch einen gewaltigen Unterschied.

Was mir übrigens noch an eigenen Erfahrungen einfällt: die Frauen, die in 'meiner' Institution eine gewisse Machtposition innehaben, werden auf Flurgesprächen gern als zickig oder schwierig bezeichnet, wenn sie doch nur dieselben Strategien anwenden wie die Männer. Die werden stattdessen aber für durchsetzungsfähig angesehen. Dieselben Strategien - unterschiedliche Bewertungen, konform mit den jeweiligen Geschlechterstereotypen.

viele Grüße
Rike

Katrin

(8058)
supermungo68#hotmail.com

antwortete am 30.01.2018 um 07:41:28 Uhr:

Guten Morgen Rike,

da sich deine Antwort an Ursel in Teilen wohl auf meine bezieht, würde ich dazu gerne noch etwas sagen

Mit Hysterie meine ich all die Frauen, die auf den "meetoo"Zug aufgesprungen sind. Laut kreischend berichten, daß ihnen vor 25 Jahren ein Kerl an den Po gefasst hat (Beispiel jetzt) und dadurch ein Quentchen Aufmerksamkeit bekommen.

Und wenn eine Frau einen Mann zu Unrecht der Vergewaltigung bezichtigt, dann finde ich es unsäglich. Denn nicht nur wird evtl. ein Unschuldiger verurteilt.
Denn wenn so eine Falschaussage mal rauskommt, dann wird es für alle zukünftigen Opfer noch schwieriger Glauben zu finden.

Und es ist genauso (immer noch) wie du schreibst
Toughe Kerle haben Durchsetzungskraft
Toughe Frauen sind Emanzen, Zicken, Mannweiber

Ein Mann der mit vielen Frauen was hat ist ein toller Hecht
Eine Frau eine Schlampe

60jähriger mit 30jähriger Freundin - Respekt!
60jährige mit 30jährigem Freund - OMG!

Die Liste kann beliebig lang erweitert werden

Wir alle sind nicht frei von solchen Stereotypen, so fest verankert, daß man sie teilweise gar nicht mehr hinterfragt.

Wie wohl die (über)nächste Generation wird?

(Und ich hab noch nicht mal Kaffee getrunken .....)

Schönen Tag wünscht
Katrin


Eva * * * * * *

(3749)
e#n.ms

antwortete am 30.01.2018 um 07:58:09 Uhr:

Hi,
Ich hab das nie kapiert, dass manche Frauen Hinterherpfeifen, anzügliche Bemerkungen oder gar einen Klaps auf den Po als Kompliment aufgefasst haben... und ein Großteil der Männer, die das gemacht haben, es wohl auch so meinten.
Aber ich bin ein Distanzmensch. Wie Ursel kann ich Bussi-Bussi und Umarmungen grundsätzlich nichts abgewinnen und bin in sozialen Situationen immer etwas unbeholfen und wusste lange nicht, ob ich vielleicht einfach nur zu prüde bin.
Zum Glück habe ich, von wenigen kleineren Belästigungen abgesehen, keine wirklich schlechten persönlichen Erfahrungen gemacht.
Ob sich im Schauspielbusiness wirklich grundlegend etwas ändern wird? Keine Ahnung.
Irgendwie haben Männer es aber auch nicht leicht. Wollen Frauen ein Leben ohne Anzüglichkeiten? Was ist mit Shades of Grey? Was wird aus „manche Frauen wollen das doch“ und dem gekicher von Frauen, die sich modern und aufgeklärt fühlen und albern grinsend daneben stehen mit genau dem Spruch, wenn Männer sich offen sabbernd über gewaltvolle Sexualpraktiken ausrauschen (erst kürzlich in einer Facebookgruppe erlebt, wo ich die Geschmacklosigkeiten in Richtung Frauenverachtung und Rassismus, die von den Mitgliedern ignoriert oder als als witzig und unterhaltsam breitgetreten wurden, nicht mehr ertragen habe und einen Abgang gemacht habe... dank Facebook, Twitter, Youtubekommentaren etc. erlebt man leider ständig, wie erschreckend gefühllos oder dümmlich manche ticken, die man sonst für vernünftige, anständige Leute gehalten
hätte.
LG,
Eva

Ursel

(7068) Kinder: Die Große: 0.00.0000 / Die Jüngste: 0.00.0000
ursel-mrohs#salldata.dk

antwortete am 30.01.2018 um 15:08:02 Uhr:

Hej nochmal!

Die Frage ist ja wirklich, wie auch hier schon bei uns allen durchklingt:
Sind die Leute wirklich so - oder glauben sie, es ist eine akzeptierte, der Karriere förderliche Art, sich zu begegnen?
Haben sowohl Männer als auch Frauen nicht immer auch noch Furcht, sich selbst in ihrer Karriere zu schaden - nicht nur, wenn sie zu handgreiflichen Übergriffen NEIN sagen, sondern wenn sie bei solchen "Gesprächen", wie Du sie schilderst, Eva, nicht mitmachen oder gar sagen: Das ist hier ist mir wirklich zu primitiv, merkt ihr gar nicht, was ihr da rumquatscht?

DA ist diese Kampagne evtl. geeignet, längerfristig die Disk. anzuheizen und das Klima zu ändern, sprich sensibler zu machen für Dinge, die wir inzwischen leider ja längst als "normal" empfinden.-

Ich bin vor vielen Jahren (oh mei, ich bin alt! :) ) ausgelacht worden,weil ich über über feministische-macho-Sprache las, Sprache interessiert mich eben und ich bin auf allen Ebenen, damals auch durch Sartre in ganz anderem Zusammenhang, angeregt worden, darüber nachzudenken, welche Wirkung Sprache hat.
Hat sie überhaupt eine?
Meine Antwort ist JA, sie hat - überall.
Also auch im Umgang mit dem anderen Geschlecht.
Denn wer sich erst erlauben darf, nur über Anzüglichkeiten zu quatschen, ohne dabei schief angeschaut zu werden - sondern imGgegenteil dafür auch nicht Anerkennung als toller Hecht erntet, der traut sich eben leichter, dann auch den nächsten Schritt zu machen.
"Hüte Deine Gedanken, sie werden zu Worten..."

Am Wochenende lief sehr viel zum Thema Holocaust, anläßl. des Gedenktages, da sagte u.a. eine Großnichte Himmlers, selbst Historikerin geworden und auf den Spuren ihrer teils ja schrecklichen Familiengeschichte wandeln:
es funktionierte wohl deshalb so gut, weil sie Menschen, die später umbrachten, vorher ent-menschlichten.

Das ist es doch: Auch im Umgang mit Frauen kann man sich umso mehr erlauben, je mehr man verbal vorgearbeitet hat.
je mehr wir uns da auch "gefallen" lassen.
Das gilt ebenso für Ausländerhetze, Rechts- und Linkspopulismus undundund.

Wer wie Trampel oder die AfD verächtlich vom politischen Gegner redet als "Fuchtel" u,.ä., der bereitet das Klima für Übergriffe vor.
Und wer eine Frau mit vielen Beziehungen als Schlampe bezeichnet, der beleidigt sie nicht nur, sondern er bereitet eben auch den tätlichen Übergriff vor, Motto: Die will es doch so, die lebt ja schon so, die hat es gar nicht anders verdient.
Und wer - sogar positiv meinend - von einer Frau (oder einem Kind) als "hübsches Ding" redet, der hörtden Knall wohl wirklich nicht mehr - ich zucke jedesmal zusammen.
(Bezeichnend, daß damit auch nur weibliche Menschen bezeichnet werden, noch so wohlwollend gemeint bekomme ich Wut im Bauch!)
Das ist nur ein kleiner Schritt, auch wenn der manchen lächerlich vorkommt.
Wer lernt, gelernt hat, Menschen verbal mit Respekt zu begegnen, auch wenn sie einem nicht sonderlich sympathisch sind, der geht eben anders mit ihnen um.

Tja, Exkurs, aber ich sitze auch gerade wieder mittndrin in meinen Sprachkursen, wo dies zwar nicht unbedingt thematisiert wird, dennoch ja dazu gehört.

Gruß Ursel, DK

PETRA * *

(656) Kinder: Junge: 1.01.1997 / Mädchen: 1.01.2002
FastFood44#web.de

antwortete am 31.01.2018 um 10:59:57 Uhr:

Ursel:

"..Möchte ich mich wirklich auf dasselbe Niveau begeben???.."

Das ist keine Frage des wollens!
Es ist eine Frage von: Verlangt es die Situation?

Er war schon 7 Jahre vor mit dort.
Und hat sein Verhalten wohl in der Zeit mit der Duldung der Chefin immer langsam gesteigert.
Ich hätte mich bei ihr beklagen können. Hätte nichts gebracht denn wie gesagt: So ist er halt, nimm es nicht persönlich. (PS: Ich wollte dort bleiben!)
Ich hätte mich bei ihm beschweren können. Dann wäre ich nur die empfindliche Tussi gewesen die keinen Spaß versteht und wohl gerade ihre Tage hat.

Wir Frauen sind viel zu sehr dazu erzogen duldsam zu sein und uns nicht zu wehren.
Das ist das Problem.
Lieber schaut man hilflos nach links und rechts und hofft auf Hilfe.

Ich selber habe ja nicht dieses Niveau.
so war ich sonst nie und das merkten ja alle und wohl niemand hätte mir das zugetraut.
Wenn er dann aber mit üblen Sprüchen kam, konnte ich nach kurzer Zeit (anfangs war ich ja auch fassungslos) auf der gleichen Schiene kontern.
Wenn er mich auf meine Oberweite ansprach, dann konnte ich vor der Belegschaft mit einem Lachen sagen: Und was hast du so in der Hose? Ist da überhaupt was drin? Große Sprüche, kleiner Pimmel?
Da hätte man eine Stecknadel fallen hören können hinterher.
Und dann sprach ich mit den anderen wieder ganz normal weiter.

Ganz ganz schnell kam da nie wieder ein dummer Spruch.
Er hatte den kürzeren gezogen und gab sich geschlagen.
Hinter meinem Rücken hat er natürlich gelästert. Ich sei frigide.

Frau muss bereit sein Gegenwehr anzuwenden und mit den gleichen Waffen zurück zu schlagen.
Daran muss man arbeiten!
Auch körperliche Angriffe kommen meist auch nicht ganz unvorbereitet. Höchstens von hinten.
Meist ist da ja ein Bauchgefühl: Oh der guckt komisch, warum kommt er in meine Richtung usw...
Ich empfehle unbedingt Selbstverteidigungskurse.
Und man muss sich mit dem Thema beschäftigen!
Man muss bereit sein einem Kerl den Finger ins Auge zu stechen, einen Handkantenschlag an den Kehlkopf zu versetzen, ihm notfalls mit Schlägen aufs Ohr das Trommelfell platzen zu lassen, mit dem Knie in den Schritt schlagen etc
Deswegen ist man kein gewalttätiger Mensch.
Man verteidigt sich nur.
Ich bin auch kein niveauloser Mensch, nur eben nicht das geschockte und hilflose Frauchen.

Der Gedanke: "Das dürfen die aber doch nicht, ooooh der macht das trotzdem, so ein Pech" ist nicht hilfreich.
Helft euch selber.
Man will schwache und hilflose Opfer die man schocken, erniedrigen und benutzen kann.
Man kann stark sein und muss es auch!

PETRA * *

(656) Kinder: Junge: 1.01.1997 / Mädchen: 1.01.2002
FastFood44#web.de

antwortete am 31.01.2018 um 11:03:26 Uhr:

Was ich noch sagen wollte:
Warum melden sich viele erst nach so vielen Jahren?
Weil sie wahrscheinlich nicht damit abgeschlossen haben.
Ich bin überzeugt dass das nicht verarbeitet ist, weil sie das Gefühl haben dass da noch eine "Rechnung" offen ist.

Ursel

(7068) Kinder: Die Große: 0.00.0000 / Die Jüngste: 0.00.0000
ursel-mrohs#salldata.dk

antwortete am 31.01.2018 um 16:04:07 Uhr:

Petra, erstmal tut mir leid, daß Du so einen Widerling in der Firma hast/hattest.

Natürlich können wir alle dazu nicken und es weitgehend auch "richtig" finden, was Du schreibst.
Es klingt überzeugend.
Und warum sitze ich dann doch mit einem schalen Geschmack hier und denke: Das kann es nicht sein?
Und schreibe "richtig" in ""?

Weil das nicht der Weg sein kann.
Denn geändert hat sich doch dadurch nichts, außer daß er DICH in Ruhe vor allen läßt und hintenrum (vermutlich sogar noch schlimmer) ablästert und dochd er Hecht ist.
Wie soll denn die Gesellschaft SO weiterkommen?
Das sind doch auch 3 Schritte zurück zu den (primitiveren) Vorfahren - statt Fortentwicklung.

Ich habe keine gute Lösung, sonst wäre ich sicher schon Chefin aller Feministinnen .), aber ich kann mich nicht so 100% hinter Deine stellen, und ich kenne nicht nur mich selber, sondern auch andere, die eben weder verbal noch handgreiflich so weit gehen würden.
Wenn Mädchenerziehung blanke Höflichkeit, ordentliche Sprache und respektvoller Umgang miteinander ist, dann ist das doch auch schon wieder eine Degradierung - fragt sich natürlich, wessen.

Keine Frage, Man(n) hat gelernt, sich so nicht mehr mit Dir anzulegen - mit Glück haben das ja auch die anderen kapiert.
Aber Du gibst selber zu, daß es hintenrum weitergeht, vermutlich ja auch mit anderen.
und ich lasse eben einen Vergewaltiger AUCH darum nicht nicht durchkommen - obwohl ich weiß, wie unangenehm Verhandlung und Co sein werden, weil ich vermeiden will,daß so einer noch auf weitere Opfer losgeht.
DAS erreicht man wohl eher nicht, wenn man so mit deren Mitteln kämpft - für mich ist das ein Pyrrhussieg.
Dann kommt mir die späte, aber letztendlich auf anderem Niveau geführte Debatte doch noch ehrlicher - und langfristig erfolgreicher vor.

Und da sind wir wieder bei der Aussage, daß diese Debatte zumindest das KLima weiterhin ändern kann - besser als Gegenwehr auf demselben der Männer...
Traurig, aß die Chefin das so hinnimmt...

Gruß Ursel, DK

Manisha

(32388) Kinder: K1: 1.06.2000 / K2: 1.02.2002 / K3: 1.04.2004
muesli77#hotmail.ch

antwortete am 31.01.2018 um 16:13:52 Uhr:

Warum melden sich Frauen erst nach so vielen Jahren?

Weil mit dem Thema ganz viel Scham verbunden ist.
Weil man ja nie ganz sicher sein kann, ob der, der die blöden Sprüche macht, das nicht wirklich ehrlich meint, und dass die anderen das vielleicht auch so sehen.
Weil man das Gefühl hat, dass man die einzige Person ist, der das passiert, und dass es deswegen an einem selbst liegt.
Weil man sich nicht sicher ist, ob man vielleicht übertreibt und überempfindlich ist.
Und weil man deswegen verdrängt und versucht, einfach nicht mehr daran zu denken.

Das geht oft sogar ganz gut. Bis das Thema plötzlich auftaucht. Getriggert von irgendwas.

Und dann sieht man plötzlich, dass man ja doch nicht die einzige war, und in der Gemeinschaft traut man sich dann auch, es zuzugeben, dass man auch betroffen war.
Dann kann man die Scham (dass einem das passiert ist) hoffentlich gegen Wut (auf den der es gemacht hat) tauschen und sieht plötzlich, dass man nicht selbst das Problem ist, sondern der andere.

Je nach Schwere des übergriffes und je nach Machtgefüge (das im Job natürlich gross ist, weil man den Jobbehalten oder bekommen möchte- und in der Familie eben auch, weil man als Kind abhängig ist) hat man die eigene Scham und das eigene Mitschuldgefühl so verinnerlicht, dass es ganz schwer ist, das wieder los zu werden. Geht meist nur mit Therapie, und auch das dauert wieder... JAHRE.

Das dazu, warum man sich nicht gleich wehrt, sondern erst Jahre später.

LG

Ursel

(7068) Kinder: Die Große: 0.00.0000 / Die Jüngste: 0.00.0000
ursel-mrohs#salldata.dk

antwortete am 31.01.2018 um 17:37:38 Uhr:

Üassend zum Thema:

http://www.zeit.de/arbeit/2018-01/sexismus-arbeitsplatz-checkliste-metoo-grossbritannien

Gruß Ursel, DK

Ursel

(7068) Kinder: Die Große: 0.00.0000 / Die Jüngste: 0.00.0000
ursel-mrohs#salldata.dk

antwortete am 03.02.2018 um 10:00:31 Uhr:

Hej nochmal!

Hat jemand von Euch Maybritt Illner gesehen, also ich denke, sie war es, diese Talkshow am Donnerstag auf dem ZDF?
da ging es auch um das Thema.
ich kam erst spät nach Hause und nur zufällig rein und blieb hängen.
Eine der Damen fand die ganze Aktion, vor allem um Dieter Weder, unangebracht, hysterisch, fürchtete für Recht (gegen Vorverurteilung) und fand generell, die Damen müßten sich eben mehr wehren.
Manches,was sie sagte, klang sehr einleuchtend, trotzdem hat sie mich irgendwann genervt.
Denn bei einigem Nachdenken bleibt mir so die Idee, daß sie es eben auch als "gottgegeben" hinnimmt, daß Männer so sind (das sagte sie aber nicht!) und man sich eben nur wehren muß - IHR sei sowas auch noch nie passiert.
Sie verurteilte tätliche Übergriffe, bei denen Gegenwehr unmöglich sei, auch scharf, aber die Dinge davor lagen anscheinend eher in der Macht der Frau als daß der Mann da irgendeine Verantwortung zeigen müßte- oder gar die Gesellschaft.
Und das widerstrebt mir.
Das wirkt für mich so, als ob ich (jaja, ich weiß, sie war durchaus dafür, gegen Vergewaltiung und Nötigung hart vorzugehen) als ob man einem Mordopfer sagte: "Du bist selbst schuld - hätteste dich doch gewehrt!
Wie du warst zu schwach, außerstande, zu schockiert dazu?
Pech gehabt!"
Wozu haben wir Gesetze, die Eigentum und Körperdelikte regeln?
Weil es eben auch Menschen gibt, die nicht gleich in die erfolgreiche Defensive gehen können.

Und nur weil es ihr so nie passiert sei - vielleicht in der Tat, weil sie eben wußte, wie auch verbale Übergriffe konterte - heißt das ja nicht, daß andere Frauen es massiv erlebt haben und drunter leiden.

Die junge Frau, die als Feministin vorgestellt wurde, sprach von sexualisierter Gewalt, und das finde ich ,trifft es ja auch:
es ist eine Form der Gewalt, die - hauptsächlich, .aber nicht nur - als Machtmißbrauch in sexueller und somit extrem demütigender Form an Frauen ausgelebt wird.
Und da sehe ich durchaus Bedarf, so etwas in der Gesellschaft zu ächten, zu regulieren, ggf. auch zu bestrafen, damit es immer unmöglicher für solche Männer wird, sich auf diese Art zu bestätigen.

Wer Lust hat, kann sich ja mal die Wdhlg. ansehen - ich wäre gespannt auf Meinungen zu den einzelnen Vertretern dort.

Gruß Ursel, DK.


 

Auf diesen Beitrag antworten:
Fenster schließen


Created by Pintech