
Soziale Entwicklung
Schon von der Geburt an betrachten einige Babys ein nahes Gesicht mehr
oder weniger intensiv. Die meisten Kinder lernen dies bis zum Alter von
6 Wochen. Zwischen der 2. und 7. Lebenswoche wird ein Lächeln zaghaft
erwidert, und zwischen der 3. und 12. Woche lächelt das Baby spontan.
Zwischen dem 4. und 9. Lebensmonat lernt es, alleine Kekse zu essen und
verstecken zu spielen und läßt sich ein Spielzeug nicht mehr einfach aus
der Hand nehmen. Manche Kinder fangen zwischen dem 6. und 9. Monat an
zu fremdeln, aber lange nicht alle. Ab dem 8. Monat kann das Kind lernen,
in die Hände zu klatschen und zu winken (die meisten können es ab dem
10. - 11. Monat) und ab ca. einem Jahr kann es schon fast ohne zu kleckern
alleine mit dem Löffel essen (nicht verzweifeln - manche lernen DAS nie).
Motorische Entwicklung
Feinmotorik
Bis zum Ende des 2. Monats folgt das Baby einem Gegenstand mit den Augen
bis zur Mitte, bis zum Ende des 3. Monats auch über die Mitte hinaus und
bis Ende des 4. Monats sogar um 180°.
Die Hände findet es zwischen dem 2. und 5. Monat und spielt dann intensiv
mit ihnen. Nur etwas später - ab ca. der 10. Woche - hält es einen Gegenstand
fest, der ihm in die Hand gegeben wird. Selbständig holen wird es sich
Dinge zwischen dem 4. und 6. Monat. Ein Spielzeug von einer Hand in die
andere wird es frühestens ab dem 5. Monat geben, meistens erst so gegen
Ende des 7. Monates. Und einen Turm bauen kann es kaum vor 13 Monaten.
Grobmotorik
Im ersten Monat lernt das Baby seinen Kopf in Bauchlage kurz anzuheben
und zur Seite zu drehen, bis 9 Wochen kann es ihn auf ca. 45° und bis
zur 16. Woche sogar bei 90° halten (anfangs aber nur kurz). In Bauchlage
stützt es sich zwischen dem 2. und 6. Monat auf die Unterarme und hält
auch in dieser Zeit den Kopf im Sitzen immer besser. Ab der 10. Woche
kann es lernen, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen (die meisten lernen
es erst mit 6 Monaten) und kurze Zeit später auch wieder zurück (Manche
Babys machen das auch umgekehrt: erst vom Bauch auf den Rücken und dann
zurück). Zwischen dem 7. und 9. Monat kann es ohne Hilfe sitzen - zuerst
mit den Händen im Stütz nach vorne, später auch frei, selbst aufsetzen
lernt es aber erst später (ab dem 8. Monat, meist um den 10. - 11. Monat
herum). Ab dem 7. Monat kann es auch meist mit Festhalten für kurze Zeit
stehen, fängt an zu hopsen und robbt durch die Wohnung. Zum Krabbeln kommt
es so zwischen dem 8. und 10.Monat - meist kurz bevor es lernt, sich alleine
hinzusetzen. Frühe Kinder ziehen sich jetzt auch schon an Möbeln zum Stand
und laufen an ihnen entlang, die allermeisten lernen das bis zum Alter
von 12 Monaten. Zum Laufenlernen haben die Kinder Zeit bis zum Alter von
ca. 16 Monaten. Das erste Laufen wird immer auf den Zehenspitzen stattfinden,
im Laufe der nächsten Wochen wird die Ferse aber mehr und mehr in Richtung
Fußboden wandern. Kinder haben im Übrigen ALLE am Anfang Plattfüße. Das
Fußgewölbe entwickelt sich erst im Verlauf der nächsten zwei Jahre.
Bis zum Ende des 4. Monats reagiert das Baby auf eine Glocke, gibt Laute
wie Gurgeln oder Quietschen von sich und lernt laut zu lachen. Bis zum
Ende des 6. Monats wendet es sich nach Geräuschen und Stimmen um und zwischen
dem 6. und 13. Monat imitiert es Sprachlaute und kann manchmal auch schon
ungerichtet "Mama" oder "Papa" sagen. Gezielt sagt
es dies aber erst so ab dem 10. Monat (manche auch erst mit 14 Monaten).
Handling (unterstützen der Entwicklung)
Beim sogenannten Handling können wir unserem Baby helfen, sich gezielt
zu entwickeln. Ich erkläre hier aber nur ein paar grundlegende Dinge,
da vieles besser direkt gezeigt werden sollte.
Ein Neugeborenes sollte man im ersten Vierteljahr aus Rückenlage möglichst
immer über die Seite hochnehmen. D. h. man dreht das Baby (z. B. auf der
Wickelkommode) erst in Seitlage und habt es dann erst hoch. Wenn es aus
der Rückenlage hochgenommen wird, sollte in jedem Fall der Kopf gestützt
werden. Dasgleiche gilt beim Hinlegen.
Ab dem 3. Lebensmonat (wenn die Kopfkontrolle schon ganz gut ist) kann
man mit dem Baby das Hochziehen zum Sitz üben. Es wird NICHT das Sitzen
selbst geübt, sondern nur das Hochziehen, wobei ich dem Kind meine Hände
reiche und es selbst ziehen lasse und so wenig wie möglich mithelfe. Im
Sitz selbst bitte nur kurze Zeit verweilen und dann im Rückwärtsgang"
wieder in Rückenlage zurücklegen.
Wenn das Baby auf dem Schoß sitzt", bitte immer den Rücken
gut stützen, am besten aber es in leichte Schräglage nehmen. Tragen kann
man die ganz kleinen Babys am besten auf der Schulter, liegend im Arm
oder auf dem Unterarm in Bauchlage oder Seitenlage liegend. Noch besser
geht das natürlich mit einem Tragetuch (wem es gefällt).
Je mehr ein Baby schon früh auf dem Boden (auf einer Decke) liegt, um
so früher wird es sich in Richtung Fortbewegung entwickeln.
Auch wenn die Kleinen noch so sehr quengeln - bitte setzt sie nicht hin,
solange sie noch nicht selbst in den Sitz kommen. Ich meine damit, daß
leider viele das freie Sitzen mit ihren Kindern geradezu trainieren. Zum
Füttern und für ein paar Minuten (nicht länger als 5 bis allerhöchstens
10 Minuten) darf das Baby ab ca. einem halben Jahr hingesetzt werden,
aber dann nicht frei, sondern mit guter Rücken- und Seitenlehne, am besten
auf dem Schoß. Ich weiß, daß das vielen schwer fällt, aber die Natur hat
die Entwicklung nun einmal vorgegeben und die natürliche Entwicklung geht
in der Reihenfolge : drehen/krabbeln/sitzen/stehen von statten. Es ist
tatsächlich so, daß sehr viele Kinder, die frühzeitig hingesetzt wurden,
das Krabbeln völlig übergehen und dementsprechend unkoordiniert das Laufen
lernen. Die Medizin schiebt auch viele (nicht alle) Haltungsschäden bei
jungen Kindern (wie Skoliosen) auf zu frühes Aufsetzen. Also habt bitte
Geduld - Euren Kindern zu Liebe. Dasselbe gilt im Übrigen für das Stehen.
Sogenanntes dynamisches Sitzen" kann hingegen geübt werden.
Das hört sich jetzt hoch kompliziert an, ist jedoch nichts anderes als
"Hoppe Reiter" spielen . Auch mit Festhalten unter den Armen
hopsen dürfen die Kinder, sogar die beliebten Hopser sind erlaubt (ab
6. Monat) - jedoch auch hier gilt: nicht länger als höchstens 10 Minuten
höchstens zweimal pro Tag! Achtet dann aber auch darauf, daß das Baby
mit dem ganzen Fuß auf den Boden kann und nicht nur mit den Zehenspitzen
runterkommt. Es wird sich zwar hauptsächlich mit den Zehen abstoßen, muß
aber zwischendrin auch den ganzen Fuß aufstellen können.
Wenn die Kinder das Laufen beginnen, laßt sie möglichst barfuß oder mit
Anti-Rutschsocken laufen. Da bekommen sie ein besseres Gefühl für ihr
Gleichgewicht, und die Fußmuskeln werden besser trainiert. Wenn es nach
draußen geht (und es zu kalt ist) kauft Schuhe mit weicher Sohle und möglichst
OHNE (!) Fußbett. Leider ist bei den meisten Erstlingsschuhen der Schaft
erhöht, obwohl das absolut nicht nötig ist. Wenn Ihr sie bekommt, kauft
Halbschuhe! (barfuß haben sie auch nichts am Knöchel).
Vor dem Alter von mindestens 6 Jahren rate ich immer von sogenannten
Gesundheitsschuhen (z. B. Birkenstock) ab, weil da der Fuß zur Faulheit
erzogen wird. Dasgleiche gilt für stark ausgeprägtes Fußbett in Kinderschuhen.
Wenn die Füße zu viel Unterstützung durch ein Fußbett bekommen, können
sich die Fußmuskeln und somit das Fußgewölbe nicht optimal entwickeln,
und es kommt dann gerade zu den befürchteten Fehlstellungen der Füße (wer
selbst über Jahre Birkis getragen hat, wird zugeben, daß die Füße ausgelatscht"
werden ).
Diese Rubrik hat uns Petra
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