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Stillen von Zwillingen

 
 

Stillen von Zwillingen
 
   
 

 

Nancy

Stillen von Zwillingen ist schon irgendwie ein Abenteuer.
Im März diesen Jahres kamen unsere beiden Jungen Finn und Till per Kaiserschnitt ganze zehn Wochen zu früh zur Welt. Sie waren mit etwas über einem Kilo winzig und ich hätte nie gedacht, daß es so gut mit dem Stillen klappen würde. Klar wurden sie vorerst hauptsächlich über eine Magensonde ernährt, aber sie bekamen vom ersten Tag an nur meine Muttermilch, und davon hatte ich mehr als genug. Am fünften Lebenstag begannen die Stillversuche, es war faszinierend. Da die Münder der Babies aber so winzig waren und noch jegliche Kraft fehlte klappte es anfangs nur mit Stillhütchen. Nach neun Wochen Klinikalltag ging es endlich nach Hause und wir fanden unseren eigenen Rhythmus. Jetzt sind die beiden Racker schon 6 einhalb Monate alt und ich stille sie noch immer voll. Zur Nacht koche ich ein paar Reisflocken mit Muttermilch auf, als Trinkbrei. Klar ist es zeitweise anstrengend, beide gleichzeitig stillen geht nicht mehr, da sie sich gegenseitig immer wieder ablenken beim Trinken, also mach ich es nacheinander. Das dafür jederzeit und überall, selbst beim Spazierengehen bemerken die Leute nicht einmal wenn sie an mir vorbeigehen, daß gerade einer der Jungs an meiner Brust trinkt. Ihr seht also, es geht auch diskret in der Öffentlichkeit, es kommt nur auf die Einstellung an. Habe ich einmal das Gefühl, daß es in der Brust nicht ausreicht, greife ich auf die abgepumte Milch aus der Klinikzeit zurück. So bin ich sicher, daß sie wirklich wertvolle Zutaten bekommen...und sie wachsen und gedeihen prächtig!

Liebe Grüße an alle Zwillings-Mamis, ob stillend oder nicht, habt Mut, laßt Euch nicht von \"außen\" stressen und genießt jeden Augenblick mit euren Zwergen...

 

Jakubassa, Janin

Hallo,

ich bin 29 Jahre alt, meine Tochter Jenna Pearl ist knapp drei und am 24. März habe ich glücklicherweise Zwillinge bekommen: Lilly Rose und Julien. Von Anfang an war für mich klar: ich werde stillen, egal was passiert. Mittleriweile sind die beiden fast 4 Monate und es klappt wunderbar mit dem Stillen. Ich lege beide nacheinander an, jeder eine Brust, immer im Wechsel. Zufüttern muss ich ganz selten und wenn dann nur Abends und nur Lilly, Julien nimmt die Milch nicht. Ich stille wirklich sehr oft: ca. alle zwei Stunden, nachts nach einmal sechs Stunden schlaf wieder alle 2-3 Stunden und an ganz heißen Tagen noch öfter.
Ich kann die Leute nicht mehr hören, die mir ständig einreden wollen, wie stressig das ist. Denn das finde ich nicht!!!!!!!!!!!!!!
Es ist alles Einstellungssache und stillen kann man überall!!!!! Meine große Tochter kommt sicher nicht zu kurz und die Babys ebenso nicht! Mittags machen alle drei ca. 2 Std. Mittagsschlag, genug Zeit, um den Haushalt zu schmeißen und sich mal mit `ner Zeitung auf die Couch zu setzen oder wie jetzt grade im Netz rumzusurfen...
Also nur Mut!!!!!! Ich werde die ersten sechs Monate auf keinen Fall zu fester Nahrung übergehen!!!!
Ich esse gut und trinke viel und bin rundum glücklich. Und das merken auch meine Kinder. Alle drei sind sehr lieb!
Wir waren auch schon drei mal im Urlaub, seit die Babys auf der Welt sind. Also wie gesagt: man macht sich den Streß nur selber!
Das nervigste sind all die Leute, die immer wieder in den Zwillingswagen gucken und meinen wie stressig das doch sein muss.....
Gruß und Mut von Janin

 

Andrea

Ich habe meine Zwillinge schon am ersten Abend anlegen "dürfen". Da Sie zu früh auf die Welt gekommen sind hatten Sie nur ein Gewicht von 1540 und 1570 Gramm. Wir hatten Glück und Sie mußten nicht beatmet werden, deshalb durfen Sie an die Brust. Wir verbrachten 10 Tage in der Geburtsklinik und da hatte ich Zeit zu üben. Die Schwestern und Hebammen hatten viel Geduld und waren ganz lieb und hilfsbereit. Die Twins bekamen zwar alle 3 Stunden etwas, aber nur MUMI. Ich legte Sie so oft es ging an und den Rest den Sie nicht schafften bekamen Sie sondiert. Nachts bekammen Sie aus der Flasche meine Milch und ich konnte mich erholen. Irgendwie klappte es die ersten Tage nicht recht und so kam eine Hebamme darauf mir ein Stillhütchen zu verpassen. Dieses Hütchen war vorne sehr schmal und so konnten es die Mädchen gut in den Mund nehmen. Als wir dann auf der Frühchenstation verlegt wurden, schimpfte die "Stillärztin" mit mir weil Stillhütchen nicht gut sind, die Kinder tun sich schwerer weil Sie erst das Vakuum wegsaugen müssen. blabla Ich ließ Sie reden den Sie kam nur einmal die Woche und dann ignorierte Sie mich schon. Das Frühchenmütter in punkto Stillen mehr hilfe benötigen würden als einmal in der Woche eine Rüge (war bei anderen Müttern auch so), steht auf einen andern Blatt. Für uns war das kein Problem da ich so viel Milch hatte die schon aus der Öffnung des Hütchens schoß wenn ich meine Kinder sah. Wir verließen die Klinik voll stillend. In der Nacht bekamen Sie die Milch aber über das Fläschen und so schliefen Sie mit dem 2. Geburtsmonat durch. Obwohl ich es oft ohne Hütchen versuchte, gelang es nicht. Nach einigen Wochen fing Vanessa an am Stillhütchen zu beißen was furchtbar weh tat. Ich nahm das Hütchen ab und ???? Sie trank von der Brust als hätte Sie es nie anders gemacht. Auch Jennifer gefiel dies und ich stillte beide 3 Monate voll und bis zum 8. Monat teilweise.
Laßt Euch nichts einreden von wegen Zwillinge kann man nicht sillen. Am besten ist die eigene positive Einstellung und eine gute Stillberaterin oder Hebammen.

Andrea

 

Claudia

Da Stillen hat bei mir auf Dauer leider nicht funktioniert. Die Mädchen hatten einen ungeheuren Appetit und wollten alle 3 Stunden etwas von der "Mamakuh". Das macht bei 2 Babys im Durchschnitt halt alle 1,5 Stunden nuckeln (Natürlich auch nachts). Meine Brustwarzen waren dadurch blutig und die Mädchen haben die Milch wieder erbrochen, weil sie im Magen geronnen ist. Außerdem war ich mir nie sicher, ob sie wirklich satt sind. Ich war durch die ewige Stillerei total übermüdet und habe mich schon total verkrampft, wenn ich sie angelegt habe. Ich habe es dann noch ein paar Wochen mit abpumpen ausprobiert. Ich hätte allerdings alle 2 Stunden pumpen müssen, um den Milchfluß zu erhalten. Das habe ich dann überhaupt nicht mehr geschafft, weil ich mir natürlich nicht auch noch einen Wecker gestellt habe um abzupumpen, sondern froh war, wenn mal Ruhe herrschte.
Ich war dann irgendwann mit den Nerven total am Ende und habe abgestillt. Von da an ging es nur noch bergauf. Schließlich konnte jetzt auch mal mein Mann nachts aufstehen und ein Fläschchen machen und ich konnte mal ein paar Stunden am Stück schlafen. Ich denke, daß das jede Mutter für sich entscheiden sollte. Ich kenne auch Zwillingsmütter, die ihre Kinder bis zum ersten Geburtstag voll gestillt haben und das ohne Probleme. Bei mir ging das halt nicht und damit basta.

Claudia

 

Simo

Meine Zwillinge, Colin und Liam, sind mittlerweile 7 Monate alt und ich bin in der glücklichen Lage sie beide stillen zu können. Am Anfang brauchte ich beim Stillen viel Hilfe, da Liam keinen Saugreflex hatte und deswegen ziemliche Schwierigkeiten hatte aus der Brust zu trinken. Mit Hilfe einer tollen Säuglingsschwester und seines Bruders (er hat den Milchfluss gut angeregt) hat er es dann aber gelernt. Knapp fünf Monate habe ich die Beiden voll gestillt und mittlerweile zwei Mahlzeiten ersetzt.
Am Anfang war das Stillen recht stressig, zum einen weil es einem keiner abnehmen konnte und zum anderen, weil die Brustwarzen doch recht belastet werden. Nach etwa 4 Monaten merkte ich aber, dass ich es im Vergleich zu Zwillingsmüttern die nicht stillten recht gut hatte. Die Fläschchenfütterung zweier Kinder ist ohne Hilfe nämlich auch nicht ohne. Und realistisch gesehen ist man die meiste Zeit alleine. Dann muss man meist in jeder Hand ein Fläschchen halten, während die Kinder im Bettchen oder im Maxi Cosi liegen. Wenn man dann noch ein Kind hat, das gerne mit der Hand auf den Schnuller drückt, ist das Milchchaos perfekt, sie spritzt quer durch die Wohnung. Ausserdem lässt man einige Nerven, wenn die Kinder vor Hunger schreien, man aber das Fläschchen noch zubereiten und auf die richtige Temperatur bringen muss. Mich hätte das auf Dauer sicherlich mehr gestresst, als die Beiden zu stillen.
Nach einigen Wochen Stillerfahrung war ich mit Hilfe des Stillkissens in der Lage beide Kinder gleichzeitig zu stillen und dabei die meiste Zeit beide Hände frei zu haben. So konnte ich diese Zeit dazu nutzen zu telefonieren, etwas zu lesen, zu relaxen oder geistlose Talkshows zu gucken. Den grössten Vorteil sehe ich darin nachts stillen zu können. Man kann die Kinder so schnell beruhigen und selber wieder schlafen.
Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass man so erst einmal wirklich unentbehrlich ist. Das ist zwar ein schönes Gefühl, aber es engt einen auch sehr ein.
Ich selber würde immer wieder stillen, aber es hat auch relativ problemlos geklappt. Meine Brustwarzen waren zwar erst sehr gerötet, so dass ich manches Mal nachts laut fluchen musste, aber zum Glück weit von einer Entzündung entfernt.
Wenn man Stillen will, sollte man sich nicht entmutigen lassen. Aber gerade am Anfang ist es wichtig gute Beratung zu haben. Einige Zwillingsmütter haben mir erzählt, dass ihnen die Säuglingsschwestern schon sagten, dass sie es ja wohl vergessen könnten Zwillinge zu stillen. Das ist Quatsch. Man kann genausogut zwei Kinder stillen wie eins. Ich denke manchmal sogar problemloser. Doch das ist natürlich wieder eine ganz individuelle Geschichte.
Jeder muss das für sich entscheiden und hat seine eigenen Probleme. Ich wünsche euch allen, dass ihr für euch die richtige Entscheidung trefft.

Simo

 

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