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Eltern


Babyblues

 
 

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Anonym

Ganz normaler Babyblues

Die Geburt meines Sohnes war lang und nicht eben lustig (gut drei Stunde pressen...). Ich hatte schon die ganze Schwangerschaft über Angst davor, aber auch Angst mein Kind nicht zu lieben, weil ich mit Babys bisher nicht so viel anfangen konnte. Nach der Entbindung war ich zunächst euphorisch, habe aber noch eine recht große innere Distanz zu meinem Baby gespürt. Der Kleine war mir so fremd. Am dritten Tag nach seiner Geburt schlug die Euphorie und das schöne "Schwebegefühl" ganz langsam um in eine gewisse Weinerlichkeit, die ich mir gar nicht erklären konnte. Ich habe gespürt, wie sich dieses Gefühl nach und nach verstärkt hat, zusammen mit Schuldgefühlen, weil ich mich dazu entschlossen hatte nicht zu stillen. Ich habe geglaubt, ich sei die schlechteste Mutter auf Erden. Der Tipp einer Arbeitskollegin hat mich dann "gerettet": Mein Mann hat mir Champagner ins Krankenhaus gebracht (zwei Gläschen reichen nach zehn Monaten Enthaltsamkeit völlig...) und das hat mich sozusagen über den Blues gebracht. Fürs Erste war die Situation also gerettet.

Im Nachhinein denke ich, dass ich durch die Entbindung eine Art kleinen Schock hatte. So hat es doch ein paar Tage gedauert, bis ich mein Baby so richtig annehmen konnte, ich hatte wochenlang keinen Appetit und die Vorgänge bei der Geburt haben mich noch eine ganze Zeit lang beschäftigt.

 

Denise

Als ich mit meinem Sohn schwanger war, wollte ich ihn mal behalten und dann wieder abtreiben. Ich war sehr unentschlossen, da ich ja noch in der Ausbildung steckte. Doe Geburt lief nicht besonders gut, er wurde per Notkaiserschnitt auf die Welt geholt, da die Nabelschnur zweimal um seinen Hals gewickelt war und er sich nicht mehr drehte, er hatte nur noch ein vierteldrehung vor sich. Sie zeigten mir den kleinen garnicht, sondern er wurde gleich in ein anderes Klinikum gebracht, weil er starke Anpassungsstörungen hatte. Am nächsten Tag sollte ich auch überwiesen werden aber mein Kreislauf krachte zusammen und ich konnte erst am nächsten Tag ins Klinikum. Dort habe ich ihn einen Tag später gestreichelt weil er grad am einschlafen war, als die Krankenschwester zu mir sagte:"streicheln sie ihn mal nicht, ihnen würde es ja auch nicht gefallen wenn man sie beim schlafen streicheln würde. Somit ging ich wieder auf mein zimmer in die mutterkindstation er lag auf der kinderintensivstation und heulte so stark und legte mich ins bett.
Nach weiteren 2 tAgen verließ ich alleine das Krankenhaus, weil ich nur noch heulte und mich einfach nicht mehr ablenken konnte. nach wieteren 3 wochen kam mein sohn dann nach hause. bei ihm wurde ags festgestellt, das heisst ein gen funktioniert bei ihm nicht und er kann kein cortison bilden, dadurch wird zuviel Testosteron gebildet und das vermännlicht. Das würde heissen wenn er keine medikamente nehmen würde, würde er mit 6 in die Pupertät kommen. somit muss er jetzt sein ganzes Leben lang Tabletten nehmen.
Als ich ihn endlich zuhause hatte, heulte ich aber wieder, fühlte mich überfordert, hatte angst das er Spuckt oder sogar bricht und die medikamente nicht drin bleiben. Hatte schreckliche gedanken, dass ich ihn weggeben werde und auch möchte. Da ich früher scon eine Depression hatte erkannte ich einige Symptome und musste irgendwie handeln. Ich hatte überhaupt keine Gefühle für mein Kind, ich hasste es sogar ein wenig, so schlimm es sich anhört.
Ich versuchte mit meinen partner zu sprechen, doch der verstand es nicht, dass man sich nicht einfach zusammen reißen kann und gut ist es.Mittlerweile hat er es gott sei Dank verstanden, dass es ein ernstes Thema ist und ich seine Unterstützung benötige sonst schaffe ich das nicht.
Ich ging zum Frauenarzt und dieser Überwies mich gleich zum Psychologen, der verschrieb mir Antidepressiva, die ich seitdem nehme. Mein Sohn wurde nach 2 tagen wieder im Klinikum aufgenommen weil er schlecht trinkt und ist seitdem drin. Ich hoffe , wenn er morgen oder übermorgen entlassen wird, bekomme ich das hin. Aber ich werde kämpfen und jede Frau der sowas auch passiert, seit stark und kämpft ihr schafft das!

 

SylviaSylvia 15343

Hallo, ja, es ist lange her. Der kleine Zwerg ist letzte Woche 4 Jahre alt geworden und ich liebe ihn so wahnsinnig !!! Hätte nie gedacht, das es so sein wird ! Als ich schwanger wurde war meine Mama grade gestorben mit nur 50 Jahren nach langer Krebserkrankung ganz elendig bei vollem Bewußtsein gegangen... die Schwangerschaft hat mich seelisch einerseits überfordert, andererseits stark gemacht, körperlich ging es mir gut. Ich war bereits 33 Jahre alt, hatte alle Bücher und Berichte über Geburten intus aber dann kam unser Sohn auf die Welt... die Geburt war schwierig und dauerte sehr lange, es war ein Horrortrip. Der Tod meiner Mutter, dieses mitanzusehen (ich war dabei) war der schlimmste Tag meines Lebens und plötzlich merkte ich, dass die Geburt meines Kindes das Schlimmste war und ich schob es auf den Kleinen, er erinnerte mich immer daran, ich war völlig leer und konnte ihn nicht annehmen. Die ersten drei Tage wußte ich einfach nichts mit ihm anzufangen, war total platt und dann punkt genau, wie es bei meiner Mutter damals auch der Fall war (aus Erzählungen), bekam ich den Babyblues, volle Kanne. Ich konnte nur noch heulen, wollte dieses Kind nicht und hoffte abends beim Einschlafen, dass er nachts sterben würde und morgens einfach weg wäre. Ich dachte, ich drehe durch. Meine Frauenärztin verschrieb mit Hormonpflaster, habe ich nicht vertragen, zum Psychodoktor wollte ich nicht. Mein Mann war total in Sorge, ich könnte dem Kleinen was antun. Ich traute mich teilweise nicht mehr ins Kinderzimmer. Diese Panik, dass das Gefühl, von dem ich immer wußte, dass bin nicht ich, wo bin ich, niemals auffhört und in eine Depri übergeht.... aber: wie bei meiner Mutter: nach genau 3 Wochen war der Spuk plötzlich vorbei !!! Richtig annehmen konnte ich den Kleinen erst viel später aber diese extreme Situation war endlich vorbei.
Sylvia

 

Nicole

Hallo!!!!!
Als meine Tochter am 30.05.06 zur QWelt kam, freute ich mich rießig..aber schon am nächsten Tag, fing ich ohne gründe an zu weinen, hatte ängste der kleinen könnte was passieren.... wusste nicht wie ich sie hinlegen sollte, entweder auf den Rücken oder auf die Seite... die hebammen machte mir nämlich Angst.. wenn ich sie auf die Seite lege da ist der plötzliches Kindestod näher als gedacht und das hat mich so verrückt gemacht...ich war völlig durcheinander..ich habe sie ständig beobachtet bis ich nicht mehr vor erschöpfung einschlafen konnte... also kam ich in die psychatrie mit meiner tochter zusammen da bekam ich tabletten und es geht mir ein bißchen besser......

 

Anonym

Eine „ganz normale“ Wochenbettdepression

Unser Sohn Oskar ist jetzt 3 Monate alt. Wenn ich ihn beobachte, wie er vor sich hin brabbelt, mich anlächelt oder einfach nur friedlich schlummert, geht mir das Herz auf vor Liebe und ich möchte ihn ganz fest an mich drücken und für immer festhalten. Das war nicht von Anfang an so.

Oskar ist ein Wunschkind. Beim dritten Versuch hat es geklappt und wir waren überglücklich, als sich die Schwangerschaft bestätigte. Die nächsten 9 Monate waren wunderschön und bis auf ein paar klitzekleine Wehwehchen hatte ich keine Probleme. Die begannen erst mit den Wehen:

Oskars Kopf hatte sich nicht richtig im Becken eingestellt und drückte auf den Muttermund, welcher immer mehr anschwoll, anstatt sich vollständig zu öffnen. Wir haben dann so ziemlich alles mitgenommen, was geht – von Dammschnitt mit durchtrenntem Blutgefäß bis hin zur Saugglocke – bis nach 16 Stunden die Vaginalentbindung hektisch abgebrochen und ein Notkaiserschnitt vorgenommen wurde. Für eine Lokalanästhesie war keine Zeit mehr und so hat Oskar als erstes seinen Papa begrüßt. Als ich langsam aus der Narkose aufgewacht bin, hat man mir meinen Sohn zum Stillen gebracht. Doch nicht einmal daran kann ich mich erinnern. Das macht mich traurig, denn ich wollte ein Kind gebären und nun habe ich weder gemerkt, wie er meinen Körper verlassen hat noch kann ich mich an unseren ersten Kontakt erinnern. Aber damit musste ich mich nun eben abfinden, Hauptsache, mit Oskar ist alles in Ordnung.

Danach ging es mir einfach nur schlecht. Durch die OP konnte ich mich kaum ohne Schmerzen bewegen, Aufstehen kam gar nicht in Frage. Daher brachten mir die Schwestern Oskar nur zum Stillen. Das habe ich auch ganz mechanisch gemacht. Nicht, weil ich es unbedingt wollte, sondern weil man das als Mutter eben tut. Ich wartete vergeblich darauf, dass sich endlich dieses überwältigende Muttergefühl einstellt. Natürlich fand ich mein Kind wahnsinnig niedlich und ich wusste, dass er von nun an einer der zwei wichtigsten Menschen in meinem Leben sein würde. Aber ich fühlte es nicht. Ich schrieb das meiner schlechten körperlichen Verfassung durch die schwere Geburt und den hohen Blutverlust zu – ich war eben noch nicht ganz auf dem Damm. Als dann die sogenannten Heultage einsetzten, dachte ich: ‚alles okay, davon hab ich gelesen’. Dann begann die Appetitlosigkeit. Ich musste mich zum Essen zwingen. Schon wenn ich den Essenswagen im Krankenhaus gehört habe, wurde mir übel. Da empfahl man mir, nach Hause zu gehen. Ich würde in vertrauter Umgebung schneller wieder auf die Beine kommen. Also verließ ich nach sechs Tagen mit Oskar das Krankenhaus. Da ich immer noch große Probleme mit dem Stehen und Laufen hatte, pflegten mich abwechselnd meine Schwester und meine Mama. Die Heulerei ließ ein wenig nach und meine Hebamme kam regelmäßig zu uns. Durch ihre Reflexzonenmassage konnte ich auch langsam wieder besser essen. Aber etwa 10 Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, als Oskar uns beiden eine fast schlaflose Nacht beschert hatte, wurde es wieder schlimmer. Ich habe nur geweint, konnte kaum etwas zu mir nehmen und wenn doch, erbrach ich es wieder. Als sich das nach 4 Tagen nicht besserte und ich durch das Stillen immer schwächer wurde, brachte mich meine Hebamme zu einer befreundeten Ärztin, die mir eine Glukoseinfusion gab. Doch mein Kreislauf war durch die fehlende Energie so geschwächt, dass er dort kollabierte.

So wurden wir wieder ins Krankenhaus eingewiesen, diesmal mit Mann, der sich um Oskar kümmern musste, da ich dazu nicht in der Lage war. Mit Infusionen versuchte man, mich langsam wieder aufzupäppeln. Mir war, als würde ich sterben. Nicht, dass ich das gewollt hätte, aber ich war so geschwächt, dass ich nach jedem Stillen dachte ‚Es geht nicht weiter, ich kann nicht mehr!’ Aber nach einigen Tagen war ich wieder so weit zu Kräften gekommen, dass ich einige Schritte gehen konnte. Auch trockenes Brot, Kamillentee und Knäckebrot konnte ich zu mir nehmen, ohne zu Erbrechen. Doch der Appetit stellte sich nicht wieder ein. Nach etlichen Untersuchungen wurden mögliche organische Ursachen ausgeschlossen – Verdacht auf postpartale Depression (im Volksmund „Wochenbettdepression). Meine Hebamme empfahl mir, mich ins Klinikum Altscherbitz zu Dr. Vulturius einweisen zu lassen. Dort hat man speziell für solche Fälle eine Mutter-Kind-Betreuungseinheit eingerichtet. Und weil ich Angst hatte, durch die Essstörungen mein Kind irgendwann nicht mehr Stillen zu können, ging ich mit Oskar wieder ins Krankenhaus.

Der erste Tag dort in der Klinik war schlimm. Ich habe fast nur geweint. Schon der Gedanke daran, dass ich mich – wenn auch freiwillig – in einer psychiatrischen Einrichtung befand, machte mich fertig. Ich schämte mich – dafür, wo ich war, für meine grundlose Traurigkeit wo ich doch glücklich sein müsste, für die fehlenden Gefühle. Erst durch die Gespräche mit dem Arzt begriff ich, dass ich nicht verrückt sondern einfach nur krank geworden bin, dass ich nichts falsch gemacht habe sondern der Hormonabfall nach der Entbindung den Transport der Botenstoffe im Gehirn beeinflusst hat. Ich erfuhr, welche Symptome vorhanden waren, die ich einfach nicht bemerkt oder der schweren Geburt zugeschrieben hatte: die Traurigkeit, die innere Leere, die langsame Erholung vom Kaiserschnitt, die Essstörungen, die Freudlosigkeit, die körperliche Erschöpfung und die Antriebslosigkeit. Erst jetzt erkannte ich, was mir innerlich so gefehlt hat: dass ich gar nicht ich selbst gewesen bin. Ich fasste wieder Mut – ich wollte meine Gefühle zurück!

Da diese Krankheit bei mir sehr schnell diagnostiziert und behandelt wurde, ging es mir schon wenige Tage nach Einnahme eines leichten Antidepressivums besser. Zunächst hatte ich noch Schwierigkeiten außerhalb des Krankenhauses, aber auch das wurde schnell besser, so dass wir bereits nach 3 Wochen entlassen werden konnten. Nicht alle Frauen schaffen es so schnell. Eine Mutter, die sich fast ein Jahr lang mit der Depression quälte, bevor sie ärztliche Hilfe in Anspruch nahm, brauchte für die Genesung mehrere Monate und jede Menge Medikamente. Deswegen ist es wichtig, schnell zu reagieren. Aber dafür ist es nötig, die Symptome zu kennen. Auch ich wusste nicht, was mit mir los ist. Wer denkt schon, dass Appetitlosigkeit und Übelkeit vom Kopf kommen können? Man hört ja nie etwas darüber. Gut, die Heultage werden kurz erwähnt und als normal und harmlos dargestellt. Aber dass diese zu einer postpartalen Depression oder gar Psychose werden können, erfährt man nur, wenn man speziell danach sucht. Zu wenige (werdende) Eltern wissen, worum es geht. Ich bekam zu hören: „Keine Angst, du schaffst das schon mit dem Kind. Entspann dich mal ein bisschen, dann wird das schon werden.“ Gut gemeinte Ratschläge, die von Unwissenheit zeugen, denn das war nicht mein Problem. Ich wusste, dass ich Oskar versorgen kann. Davor hatte ich keine Angst.

Dass es mir jetzt schon wieder so gut geht, dass ich endlich dieses große Glück und die Liebe fühle, die so ein wunderbarer kleiner Mensch auslösen, verdanke ich der Unterstützung und dem großen Verständnis meiner Familie und besonders meines Partners sowie der Kompetenz meiner Hebamme und meines Arztes. Ich weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, nach der nächsten Geburt wieder zu erkranken, recht hoch ist. Aber jetzt weiß ich, was auf mich zukommen kann. Darum freue ich mich auch auf das nächste Kind.

 

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