Hallo Ihr Lieben,
lange Zeit abstinent und bestimmt in Zukunft nur selten hier.
Der neue Job frisst mich!!! Seit Anfang Juli, mittlerweile knapp 10 Wochen, arbeite ich in meinem neuen Job und ich fühle mich wie ein Wrack. Ich bin aufgestiegen zur PA des Bereichsleiters in einem großen Konzern.
Vollzeit, Tarifmitarbeiter.
Es wird darauf geachtet, dass max. 10 Stunden pro Tag gearbeitet werden, ansonsten gehts zum Report ... Soweit so gut. Tarifmitarbeiter bedeutet hier, Arbeitszeiten von 08:00-16:00 und wenn erforderlich, ohne Frage natürlich, länger. Mach ich auch gerne. Kenne ich seit 10 Jahren nicht anders.
Wir haben eine 38 Stunden-Woche, doch die existiert für mich irgendwie nur auf dem Papier. Mein Pensum reicht locker von 42-46 Stunden die Woche.
Meine Arbeit schaffe ich, könnte meiner Meinung nach auch aum 16 Uhr ab und an gehen, nur dann kommt chefseitig oft wieder was dazwischen. Letztens war ich 20 Uhr raus, um 22:00 Uhr zuhause und um 4 Uhr musste ich mal "ausnahmsweise" wieder aufstehen, damit ich mal um 07 Uhr auf der Arbeit bin.
Mädels, isch bin feddich...Ich habe kein Problem damit um 05 Uhr morgens aus den Federn zu steigen, um um 08 Uhr auf der Arbeit zu sein. Das ist schließlich mein "privates Problem". Aber das ich wirklich mal um 16 Uhr raus war, um um 18 Uhr zuhause zu sein, dass kann ich an einer Hand für 10 Wochen abzählen.
Zuhause wartet dann der übliche andere Wahnsinn. Manchmal schleiche ich dann mit dem Einkaufswagen zwischen 19-21 Uhr (je nachdem, wann Feierabend war) durch die Gänge und kaufe ein. Ich packe alles, was gemacht werden muss ins Wochenende (waschen, putzen, Garten, bügeln, etc.). Selbst meinen, für mich so wichtigen Ausgleich, mit den Tieren, reduziere ich auf ein Minimum. Der Erholungseffekt am WE ist gleich Null und ich freue mich darauf, dass ich schlafen kann. Schlafen ist Gold wert!!!!
Mädels, ich habe das Gefühl, ich verliere mein Leben. Klingt dramatisch, aber so fühle ich mich. Ich wollte NIE in einem Hamsterrad sein und genau die Angst habe ich jetzt. Freitag hatte ich einen Tag frei, da Gott sei Dank, nun meine Heizung kam. Ich saß dennoch am Telefon und am Rechner von zuhause aus. Chef rief natürlich an. Sogar gestern rief er anWegen einer Kleinigkeit. Ich hatte ihn in meiner Anrufliste als verpassten Anruf und ich habe nicht zurückgerufen. Nicht auf einem Sonntag!
Ich kann irgendwie nicht mehr. Freunde vernachlässige ich, abends mit dem Liebsten telefonieren ist meist leider schon selten möglich. Selbst zum diskutieren bin ich abends einfach zu groggy. Ab und an spüre ich wieder den Druck auf dem Kehlkopf und mir ist schwindelig. Wenn ich dann meine Oma im Pflegeheim besuche und die anderen Bewohner sehe ... mein Gott ... in 40-60 Jahren werde ich ggf. auch gefüttert und ich sabbere oder erinnere mich an nichts mehr. Genau aus solchen Gründen lebe ich nicht, um zu arbeiten. Diejenigen, die 3,50 € mehr verdienen, salopp gesagt, können gerne ihren Schlitten fahren und die Welt retten, aber ich bin froh in meiner Welt und genau diese kleine Welt möchte ich genießen.
Ich bin wahnsinnig glücklich mit dem Gehalt als Tarifler und brauche nicht noch höher, schneller und weiter und daher möchte ich eigentlich auch, dass die Regeln meines Vertrages eingehalten werden. Zumindest meistens. Doch wie sage ich das meinem Chef?
Nächste Woche habe ich ein langes Wochenende und ich freue mich wie bolle, denn Sommer- und Weihnachtsurlaub fallen für mich flach. Manchmal hatte ich schon Tränen in den Augen, weil ich nicht mehr konnte. Aus Wut und Verzweiflung.
Ich muss mich hier einfach mal ausweinen, denn im Moment fehlt mir einfach eine Schulter. Über jeden Tipp bin ich sehr dankbar. Schon diesen Monat war ich ungefähr 4-5x knapp 11 Stunden da (Pause abgerechnet). Dann gibt es eine kurze Erklärungs-Email und dann wars das![]()
Ich danke Euch fürs zulesen.
Das Julchen (grundsätzlich glücklich, aber...)



Ich habe kein Problem damit um 05 Uhr morgens aus den Federn zu steigen, um um 08 Uhr auf der Arbeit zu sein. Das ist schließlich mein "privates Problem". Aber das ich wirklich mal um 16 Uhr raus war, um um 18 Uhr zuhause zu sein, dass kann ich an einer Hand für 10 Wochen abzählen.
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