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  1. #1
    Sohn *12/98, Tochter *1/1 Avatar von MuP
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    Standard Sanktionen für Teenager?

    Liebes BZ!

    Immer wieder lese ich - etwa bezogen auf das Lernverhalten, aber auch darauf, was bestimmte Pflichten zu Hause oder die "persönliche Freiheit" von Jugendlichen anbetrifft ...

    "... bei mir gäbe es sowas nicht, der müßte seine Vokabeln lernen, ob er will oder nicht"
    "... von wegen einfach woanders übernachten, die könnte mal ganz schnell ihre Sachen packen und nach Hause kommen..."
    "... wehe, die räumen die Spülmaschine nicht aus, dann können sie sich auf was gefasst machen."
    "... wann das Licht abends ausgeht, bestimme immer noch ich - nächtelang lesen käme bei mir ja gar nicht in die Tüte."

    Ich will das gar nicht an konkreten Postings oder Aussagen bestimmter Kugeln festmachen, mich würde nur mal interessieren, was ihr denn macht, wenn einer klaren Ansage eben NICHT das erwünschte Verhalten nachfolgt.
    Sofern das überhaupt bei irgendjemandem hier in dieser Runde jemals der Fall ist ... kann ja auch sein, dass nur ich Teenager kenne, die sich erdreisten, elterlichen Ge- und Verboten explizit zuwiderzuhandeln.

    Also, ganz konkret ein paar Situationen (wohlgemerkt, "fiktive" Situationen - zumindest einige davon ... ;-)
    Ach ja, die Jugendlichen, um die es geht, sind so ab 12, 13 Jahre alt - also in der Mittelstufe.

    1) Schüler soll sich auf Klassenarbeit vorbereiten. Wenn er/sie nicht wenigstens eine halbe Stunde am Tag in die Bücher schaut, wird er/sie die Sache garantiert versemmeln. Die Folge wäre eine Note, die die Versetzung definitiv gefährdet. Bequemt sich der Schüler/die Schülerin, wenigstens die letzte Lektion zu wiederholen, klappt das auch mit der Schulaufgabe, wie die Erfahrung gezeigt hat.

    2) Aus einem beliebigen Grund verfügen die Eltern, dass der Sohn/die Tochter das Haus nicht verlassen soll (z.B. bis diesdasundjenes erledigt ist oder auch als "Strafe", weil diesdasundjenes nicht erledigt wurde).
    Kind schert sich nicht um das Verbot, steigt aufs Fahrrad und entschwindet.

    3) Häusliche Pflichten (Spülmaschine ein-/ausräumen, einkaufen, Müll wegbringen, Wäsche machen, Zimmer aufräumen ...) werden nicht erledigt.

    4) Die Ansage lautet: Während der Schulzeit ist das Licht um ... Uhr aus. Kind hält sich nicht dran.

    Was genau tut ihr in solchen Situationen?

    In der ersten scheint es ja noch einfach, wer nicht lernt und eine schlechte Note schreibt und deswegen durchfällt oder die Schule verlassen muss (jetzt mal sehr zugespitzt), ist selbst schuld und muss halt die Konsequenzen tragen.
    Aber wo bleibt da die elterliche Verantwortung? Die Fürsorgepflicht? Was tun, wenn der/die Jugendliche zwei Jahre später bitterlich bereut, wie alles gelaufen ist und es nur eines winzigen Anstoßes zur rechten Zeit bedurft hätte, um eine schulische Karriere in ganz andere Bahnen zu lenken? Denn da, wo der Zehnt- oder Elftklässler weiß, wofür er lernt, gibt es garantiert einen Siebt- oder Achtklässler, der sagt "Mir doch alles egal, dann krieg ich halt ne Sechs. Dann sehen meine Eltern mal, was sie davon haben, wenn sie mich zum Lernen zwingen wollen."
    Extrem unreif, keine Frage.
    Aber heißt eine solche Unreife, dass das jeweilige Kind eine anspruchsvolle höhere Bildung ja sowieso nicht verdient hat, wenn es sie nicht zu schätzen weiß? Und dass es demzufolge auch kein großes Unglück ist, wenn der Karren vor die Wand gefahren wird?

    Aber was ist mit dem Jugendlichen, der einfach nicht zu Hause bleibt, obwohl er/sie soll?
    Oder abends viel länger ausbleibt, als es ausgemacht ist?
    Sperrt ihr das Kind ein?
    Hindert ihr es mit körperlichem Einsatz daran, aus der Tür zu gehen?
    Oder gibt es solche Fälle nur bei schwer erziehbaren Jugendlichen, die eh in eine andere als die elterliche Obhut gehören?

    Und was passiert, wenn jemand im Haushalt seine Pflichten nicht erledigt?
    Fernsehverbot?
    Was aber, wenn der Fernseher im Wohnzimmer steht und andere Mitglieder der Familie irgendwas sehen wollen?
    Einen Jugendlichen, der sich dazu setzt, mit Gewalt aus dem Zimmer entfernen?

    Oder, Stichwort Küche:
    Kühlschrankschloß anbringen, damit sich niemand zwischen den Mahlzeiten bedient?
    Absolut keine Süßigkeiten für niemanden mehr kaufen, weil jemand sich nicht an ein "Nachverbot" halten kann?

    Und beim Licht, das zu lange brennt: Strom abschalten? Wie lange? Für immer?
    Computer, der zu intensiv bespielt wird, wegräumen - klar, kein Problem. Was aber, wenn für die Schule im Netz recherchiert werden muss? Danebensitzen, um sicherzustellen, dass ausschließlich an diesem Projekt gearbeitet wird?

    Es würde mich wirklich interessieren, wie ihr das seht - und zwar sowohl die, die schon über konkrete Erfahrungen diesbezüglich verfügen, als auch die, die das Ganze derzeit noch eher theoretisch sehen oder aus ihrem eigenen Leben berichten wollen.

    Es interessiert mich wirklich.

    LG von MuP
    Junge *12/98 Mädchen*01/01 - MTs ganz viele ;-)

  2. #2
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    Standard AW: Sanktionen für Teenager?

    Hej !

    Bei uns läuft manchmal einges schief, aber das dan nauch wieder nicht.
    und doch habe ich mich manchmal erwischt beim lesen von genau den Süprüchen hier, aber auch, wenn ie eigene Tochter wutenbrannt weg will un dnicht soll bzw, erst was erledigen soll:
    Wie setze ich mich da durch?
    Wie hindere ich sie konkret daran?

    Leicht gesagt, daß man bis dahin alles erzogen habe sollte, ein Vertrauensverhältnis haben sollte, Respekt erworben haben sollte...
    Wie leicht es anders geht, weiß ich, weiß die Mutter unten,deren Kind nicht mehr mit ihr spricht, wissen andere garantiert auch.

    Bis jetzt ging es meistens doch mit Erklärung und Kompromissen, Gespräch und klarer Ansage - oder die unvermeidbare Konsequenz (z.B. einfach nach der Schule mit Schulbus zur Schulfreundin 5km von hier, kein Auto/Chauffeuer zum Abholen verfügbar,also laufen (bei Regen) waren eine gewisse Lehre, trotzdem interessiert mich die Antwort derer, die meinen, alles sei nur Erziehungssache, auch sehr.

    Danke für Dein Posting - Gruß Ursel, DK

  3. #3

    Standard AW: Sanktionen für Teenager?

    Hallo

    das interessiert mich auch, vor allem Punkt 1 *seufz* und Punkt 3

    liebe Grüße
    Sabine
    "Langsames Wachstum ist möglich, indem man das Alte würdigt und das Neue kennenlernt-
    wie ein Baum nicht gegen seine Baumringe kämpft, sondern sie würdigt und seine Blätter immer
    wieder nach dem Licht ausrichtet"

  4. #4

    Standard AW: Sanktionen für Teenager?

    Hi MuP,

    ich biete hier 2 Kinder.

    Ältestes: völlig erziehungsresistent. Hier konnte ich stets nur hoffen, dass das Kind vernünftig ist. Und die letzten Grenzen ganz klar abstecken: Wenn Du davonläufst, dann schicke ich die Polizei zu jedem einzelnen Deiner Freunde, ob Du dort bist. Egal, ob Du dort bist oder nicht. Aber, was immer gut funktioniert hat, das Kind hat mich immer informiert, ich wusste immer wo es war, es hat mich in brenzligen Situationen angerufen, ich habe immer geholfen, es nicht im Regen stehen lassen. Die unangenehme Situation war Strafe genug. Und es war bei Verabredungen (dann und dann kommst Du heim / bist Du da und dort zu Abholen) immer pünktlich. Ich konnte zwar nicht verhindern, dass es auf die Party geht, aber ich konnte mich darauf verlassen, dass es heimkommt.

    Ich habe dieses Kind einfach nur begleitet. Erziehen ging nicht.

    Doch ich kann mich garantiert darauf verlassen, dass es seine im Haus verteilten Klamotten nie und niemals weder durch Aufforderungen noch Unterlassen derselben, jemals aufräumt. Auch hatte es keinen Sinn, Kleidungsstücke in den Garten zu werfen oder einzusammeln und zu verstecken. Und das hält bis heute an und treibt mich in den Wahnsinn.

    Jüngeres: totale Gegenteil. Lieb, nett, angepasst, folgsam, nur gelegentlich zickig. Zimmer aufgeräumt, häuslich. Wenn es aufgefordert wird im Haushalt etwas zu tun, gibt es vielleicht ein bisschen Gemotze, aber mit spätestens der 2. Aufforderung wird es dann gemacht. Isst alles was man ihm vorsetzt (ausser Fleisch).

    Ich liebe beide. Und wenn ich einen Freund bräuchte, auf den ich mich in jeder Situation zu 100% ohne wenn und aber verlassen kann, ich würde das erste Kind nehmen.

    Erzogen habe ich beide gleich.

    lg
    Christiane
    Ohne Katze ist alles doof

  5. #5
    Sohn *12/98, Tochter *1/1 Avatar von MuP
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    Standard AW: Sanktionen für Teenager?

    Liebe Christiane!

    Das mit der Polizei finde ich interessant:
    Hast du das jemals gemacht?
    Kommen die tatsächlich, wenn du anrufst und sagst: "Mein 14jähriger Sohn hat sich trotz meines ausdrücklichen Verbots, das Haus zu verlassen, auf dem Fahrrad entfernt. Er könnte bei Freund XY sein oder im Schwimmbad oder in der Eisdiele. Bitte suchen Sie ihn."

    Ich könnte mir vorstellen, dass die einem da den Vogel zeigen.
    Obwohl ... ich kenne ein paar Polizisten privat, die frage ich mal, wie sie das handhaben.

    Ansonsten schon mal vielen Dank für die Antwort - das mit den unterschiedlichen Kindern hörte ich schon hin und wieder.
    Und Klamotten im Müllsack, im Keller oder im Garten ... das kenne ich auch.
    Gleiches gilt für Bücher, Spielsachen, Schulsachen ...

    LG von MuP
    Junge *12/98 Mädchen*01/01 - MTs ganz viele ;-)

  6. #6
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    Standard AW: Sanktionen für Teenager?

    Ella, wenn ich Deine Antwort lese, dann ist mein Blick wieder unverstellter:
    SO läuft es hier auch.
    Schule ist schon lange nicht mein Problem - zuerst, weil wir wußten und bestätigt bekamen, daß sie sehr gut waren - jetzt weil sie alt genug sind, Kämpfe mit den Lehrern selbst auszufechten, wenn es ums Zuspätkommen, ums Vergessen von Materailien und Hausaufgaben u.ä. geht.

    Licht aus - auch schon lange nicht mehr mein Problem.
    Das Inttnet wird abends abgeschaltet (Wochenende etwasl änger); propklamiert ist eine Schlafzeit zwischen 22.30 und 23. Uhr bei der Jüngsten - wird die mehrmals nachweislich überschritten, holen wir sie über´s Internnetverkürzen wieder rein, bis es klappt.

    Abhauen zu Freunden ohne Bescheidsagen kann eben zu Fußmärschen (im Regen) fürhen, weil wir Eltern und auch die große Schwester für´s Auotfahren nicht verfügbar sind - oder das Auto eben mit 1 Person weg ist.
    abends oft mal

    Ich muß noch etwas lockerer in Bezug auf die Reklame/Zeitung werden:
    Das ist auch nicht mein problem, aber ich mag die Vorstellung eben auch nicht, sie fliegt raus, weil sie unmzuverlässi ist.
    Tatsächlich aber hat sich das sogar gebessert, seit ich NICHT mehr so drangsaliere.
    ich glaube, da hat mir mancher Rat einer kompetenten Person sehr geholfen - vor allem auch in der Sicht, wie ein Teenager sowas auffassen kann, der vor allem auch noch die Krise hat, in der sich manchmal ein Teenager aufgrund bes. Dinge befindet.

    Beim Geldausgeben habenwir nur in soweit den Finger drauf, daß ein fester Bestandteil des Gehaltes it ihrem Einverständnis auf ein Sparbuch kommt, zu dem sie auchunsere Einwilligung braucht, um abzuheben.
    Einen nicht unerheblichen teikl des monatlichen Gehalts aber darf sie selbst ausgeben,. wofür sie will --- sofern es nicht total den hiesigen Prinzipien widerspricht.
    Wenn sie aber meint,der hundertste Nagellack muß es jetzt sein, ist das ihr Ding.

    Wir sagen auch vorher genau an - die genaue Ansage ist extrem wichtig beidereinen Tochter! - was erwratet wird.
    Was heute geht.Was morgen dran ist.
    Da wir ansonsten wenig Einschränkungen haben (und zum Glück durch die Örtlichkeit sowie kleine überschaubare Schule einen Verbündeten bis zu einem gewissen Grad), klappt es meistens noch.

    Aberwie gesagt, bei manchen gravierenderen Dingen ha oder völlig "unlenkbaren Jugendlichen" habe ich mich auch manchmal gefragt, was eine verzweifelte Mutter itdem REat anfängt:
    Sowas gbt es hier nicht, da würde ich sofort zurückpfeifen.

    Und da denke ich auch an die Mutter weiter unten, der geraten wurde, die Tochter nicht das Wochenende über beim Freund zu lassen, sondern per sms oder Telefonanruf zurückzubeordern.
    Und wenn die sich ein Ei drauf pellt ??
    Sie spricht eh nicht mehr mit den Eltern.
    Da kann mit Dialog schon mal gar nichts mehr machen.
    da kommen mi solche "Ratschläge" eben oft sehr entfernt vom problem vor, um es mal milde zu sagen.

    trotzdem auch danke Dir, Ella, denn manchmal sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht - oder wie schrieb ich heute mttag?
    Vor lauter Negativem das Positive nicht - aber ich übe ja!!!!

    Gruß Ursel, DK

  7. #7
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    Standard AW: Sanktionen für Teenager?

    Hej Christiane!

    Auch Deinen Beitrag lese ich mit viel Interesse und nicke.
    ja - 2 Kinder - 2 völlig verschiedene Menschen!!!

    Danke - ich bin sehr gespannt auf die weiteren Zuschriften!!!
    Nicht allein mit manchen Problemen dazustehen, diese Erkenntnis ist für mich schon ein Teil der Lösung so manchen Problems.

    Gruß Ursel, DK

  8. #8
    Rückenfreihalterin Avatar von Jacqueline
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    Standard AW: Sanktionen für Teenager?

    Liebe Michi,


    wenn die Kinder klein sind, ist es ja einfach, unter Einsatz von verschiedensten Erziehungsprinzipien und Sanktionen ein gewünschtes Verhalten zu erreichen, ohne dass sich den Kindern ein Sinn erschliesst ausser "Eltern wollen es so".
    Doch dann werden sie älter und entwickeln immer mehr eigene Persönlichkeit, haben nicht nur einen eigenen Willen, sondern wollen ihn leben - und dann laufen solche "sinnlosen" Anordnungen oft ins Leere, wenn nicht früher, dann später...

    In ruhigen Momenten nach unseren Erziehungszielen befragt, würden doch viele von uns sagen "ich möchte, dass sie selbständige, verantwortungsvolle, höfliche, selbstbewusste Menschen werden". Doch - ab wann sollen, dürfen sie das denn sein? Erst wenn sie ausziehen? Und bis dahin sollen sie weiterhin das tun, was WIR für richtig halten? Wie sollen sie Verantwortung und Selbständigkeit lernen können, wenn unser Umgang mit ihnen repressiv und kleinhaltend ist?
    Geht nicht, oder?
    Eben.

    Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass der Weg nur dahinführen kann, dass man ein Kommunikationsklima schafft, in dem solche Kollisionen von elterlichen und nachwuchslichen Bedürfnissen gemeinsam besprochen und eine Lösung gesucht werden kann. Natürlich können solche Diskussionen nicht dann stattfinden, wenn die Emotionen eh schon hochgehen, sondern dann, wenn es eben nicht brennt. Dann setzt man sich gemeinsam hin, äussert konkret sein Anliegen, seine Empfindungen, sein Befürchtungen usw., alle Parteien, und dann versucht man GEMEINSAM einen Kompromiss zu finden. Das lernt sich übrigens am leichtesten, solange es noch ums so banale Dinge wie haushaltliche Pflichten usw. geht.
    Zum Beispiel:
    Kind A will nur einschlafen mit Musik und offener Türe seit neuestem.
    Kind B will nur einschlafen mit Ruhe und offener Türe, das schon seit Jahren.
    Kind C schläft noch lange nicht zu dem Zeitpunkt, sondern spielt E-Gitarre, zwar mit geschlossener Türe, doch da diese drei Türen sich in einem Radius von einem Meter befinden, haben auch die anderen was davon.

    Das Gespräch wogt erst hin und her, bis sich die Lösung herauskristallisiert:
    Kind C spielt Gitarre nur noch über Kopfhörer, sobald A und B ins Bett gehen, muss aber dafür nicht drauf verzichten zu spielen.
    Kind B schläft weiterhin mit Ruhe und offener Türe, weil Kind A, wie sich herausstellt, nur nicht mit geschlossener Türe schlafen will, zum Einschlafen ist es ok. Wir Eltern erklären uns bereit, bevor wir ins Bett gehen, die geschlossene Türe von Kind A wieder einen Spalt zu öffnen.
    Alle sind mit der Lösung einverstanden - und die allabendlichen Diskussionen und Streitereien sind erledigt, jeder kommt zu seinem Recht.

    Nun mag man vielleicht meinen "klar, das war auch einfach" - aber es gibt unzählig viele andere Dinge, die wir genauso im Dialog gelöst haben, angefangen von Internetzeiten über FSK und USK für Spiele und Filme bis hin zur Korrelation von Freizeitvergnügen und Schulstoff - und sie sind 17, 15 und bald 12, also eindeutig im nicht immer kooperativen ;-) Alter und nicht gerade das, was man pflegeleicht und erziehungseinfach nennen würde.

    Wenn es nicht funktioniert, wenn wirklich alle Kommunikation nicht hilft, dann gibt es je nach Kind unterschiedliche Sanktionen, die von geblockten PCs über Medienverbot usw. führen - und bisher mussten wir noch kein Kind gewaltsam aus dem Wohnzimmer entfernen, zumal ihnen dann doch auch klar war, a) warum sie diese Strafe kassiert haben und b) dass sich Strafen verschärfen, wenn sie nicht akzeptiert werden, dass dann aus einem Tag Medienverbot durchaus auch eine Woche werden kann.
    Beim Nichteinhalten von Pflichten für die familiäre Allgemeinheit läuft es darauf hinaus, dass Familie eine Teamsache ist, wo jeder seinen persönlichen Möglichkeiten entsprechend etwas dazu beiträgt - und wer seinen Teil nicht leistet, hat einfach auch keinen Anspruch darauf, was andere (vorzugsweise ich *g*) für ihn leisten - kein Essen auf dem Tisch oder keine Wäsche im Schrank hilft offensichtlich auch bei Teenagern, sie an den Sinn von Team zu erinnern.

    Bisher hat das hier gut funktioniert, und ich bin zuversichtlich, dass das auch für den Rest noch funktionieren wird, denn es beruht auf einem ganz einfachen Prinzip:
    Willst Du, dass Dich jemand ernst nimmt, so nimm ihn auch ernst.
    oder
    Damit ein Mensch Verantwortung tragen kann, muss er sie zuerst bekommen.


    Grüessli, Jacqueline

    PS: wen dieses Konzept interessiert, dem lege ich die Familienkonferenz von Gordon ans Herz!
    Es ist gut möglich, keine Fehler zu machen und dennoch zu verlieren.
    Das ist kein Zeichen von Schwäche, das ist das Leben. (Picard, TNG 2.21
    )

  9. #9
    Sohn *12/98, Tochter *1/1 Avatar von MuP
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    Standard AW: Sanktionen für Teenager?

    Ähäm ... Ursel?
    Wo ist jetzt diese Antwort von Ella, auf die du dich beziehst?

    Unabhängig davon:
    Du schreibst "Internet wird abgedreht" - das wird natürlich bei W-Lan im Haus extrem schwierig.

    Trotzdem lese ich natürlich alles mit großer Aufmerksamkeit.

    LG von MuP
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  10. #10
    Mädchen für alles
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    Standard AW: Sanktionen für Teenager?

    hallo,

    erstmal muß ich dazu sagen, daß der hiesige 12/13jährige ein schwer-erziehbares kind ist.
    immer diskussionsbereit,immer widerspruch und grundsätzlich jede regel biegen oder brechen,allerdings nicht immer offensiv.

    dennoch erkenne ich ihn und uns in deinen beispielen nicht so ganz wieder - aber vielleicht kommt das ja noch.

    zu 1.ich frage ihn einiges zum thema und wenn ich grobe lücken feststelle,fordere ich ihn auf,zu lernen,bzw. biete ihm meine mithilfe an.
    es kam noch nicht vor,daß er sich da verweigert hätte und ich nerve ihn solange mit nachfragen,bis er eben lernt,bzw. es gelernt
    hat.allerdings sind ihm schlechte noten auch nicht egal,es ärgert ihn (besonders fleißig ist er trotzdem nicht)

    2. hatten wir noch nicht.wenn ich es mitbekomme und ihm hinterherrufe,käme er zurück
    anderenfalls wüßte er, daß ich beim wiederkommen sehr sauer wäre und das ist ihm zur zeit nicht ganz egal.

    3. ich erinnere ihn daran,daß er xy vergessen hat und es also bitte JETZT tut.dann mault er eventuell,macht es aber.
    sonst würde ich ihn auch weitererinnern, bis er es gemacht hat...

    4.wenn ichs mitbekomme, schalte ich das licht aus und wünsche nochmals gute nacht.
    wenn er dann wieder aufsteht und es wieder anmacht ist es eben so und er ist am nächsten tag müde.
    die ganze nacht wache schieben mache ich deswegen nicht ....ggg

    das fernseh- und computerproblem haben wir hier auch.
    und tatsächlich gabs hier schon fernsehverbot in der von dir genannten konstallation.
    ich habe ihn mal tatsächlich in sein zimmer geschickt,aber finde das auch doof,wenn das für einen längeren zeitraum ist, mit der lösung bin ich auch nicht ganz glücklich (und bekam er bislang auch nur wegen "medienmißbrauch")

    beim rechner ist es tatsächlich so, daß er dann nur an den laptop im wohnzimmer darf,wo ich in der nähe bin und ab und zu mal ein auge werfe.

    als er mal eine zeitlang süßigkeiten in massen gesammelt und gegessen hat, habe ich eine weile tatsächlich nix gekauft - das hat dazu geführt,dass er sich bei oma bedient oder von freunden erbettelt hat.
    daraufhin habe ich wenig gekauft, das war besser und heute kaufen wir das zeugs wieder nach lust und laune und konsumieren es "normal"

    viel spass und erfolg weiterhin beim erziehen
    romy

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