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  1. #1
    kleinschreiberin
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    Standard bringt da logopädie was?

    hallo,

    heute belebe ich mal das forum, gleich zwei fragen an einem tag ;-).

    mein kleines kind (vier jahre) spricht noch sehr undeutlich und macht noch massig grammatikalische fehler. beispielsatz: ich kinderDarten gewesen ist. also falscher laut, falsche form und falsche reihenfolge der worte.

    AAAABER:
    das kind kann alle lautkombinationen korrekt aussprechen, auch das schwere kn, sp, st, alle zischlaute usw., also keine lautbildungsstörung.
    es benutzt "schwerere" wortkombinationen als nötig
    und , tja, wenn man mal die schlechte aussprache wegrechnet, dann
    hat es einen aktiven wortschatz wie ein 7- bis 10-jähriges kind.

    da "befinden wir uns auf dem heimweg" und fahren nicht bloß nach hause, der fleck im t-shirt wird "entfernt" und nicht nur weggemacht ;-)

    wir waren mit dem kind natürlich schon beim pädaudiologen. das große geschwisterkind war auch ein sogenannter "late talker", auch ärztlich überwacht und in der völlig nutzlosen logopädischen behandlung. ich rechne der logopädin heute noch hoch an, dass sie behandlung von sich aus abgebrochen hat, mit der ansage, dass das große kind ganz von alleine sprechen wird, wenn es lust dazu hat....... nun gut, heute ist es nachgewiesen im sprachlichen bereich hochbegabt.

    der pädaudiologe war sich sicher, dass das schlechte sprechen des kleinen kindes nur auf unaufmerksamkeit zurückzuführen ist. es passt schlicht nicht auf, was es wie sagt. (wäre eine logische erklärung, besonders da das große geschwisterkind ein ADS hat und das kleine kind wahrscheinlich auch.) er stellte mir aber frei, eine logopädin zu rate zu ziehen. diese (eine andere als damals beim großen kind leider) war feuer und flamme und versprach mir das blaue vom himmel runter, um das kleine kind als patienten zu gewinnen. sie war mir ehrlich gesagt etwas zu enthusiastisch.....

    langer rede, kurzer sinn:
    bringt logopädisches training etwas, wenn keine lautbildungsstörung, kein stottern, kein lispeln vorliegt? kann logopädie wirklich die grammatik verbessern? oder kommt auch da alles von alleine? ich bin zugebener maßen ein gegner von "therapie um jeden preis" und warte lieber ab, bevor ich kinder mit zusätzlichen (nutzlosen?) terminen zuballere.

    was würdet ihr machen?

    liebe grüße
    sylvia
    "wo ich bin, herrscht das chaos. aber ich kann ja nicht überall sein."

  2. #2
    war schon recht fleißig ... Avatar von Meli
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    Standard AW: bringt da logopädie was?

    Hallo Sylvia,

    die obligatorisch Frage: Was sagen die Erzieherinnen, spricht sie GRUNDSÄTZLICH einen Falschen Laut, KinderDaten, oder könnte eine Art Gewöhnung dahinter stecken?

    Ich halte meinen gerade Dreijährigen auch für sprachlich Fitter als Altersgenossen, aber er nennt seine Schwester Lonie ob wohl er Leonie sagen könnte, Daschön statt dankeschön. Ich vermute reine Gewohnheit. Das Vorbild zählt hier, mitlerweile spreche ich es im bewust deutlich vor.

    Allerdings spricht er im Kindergarten kein Wort...anderes Thema...

    Desweiteren sind Sprachfehler mit dem vierten Geburtstag sicher behandlungsbedürftig. Vielleicht reichen ja zwei, drei Sitzungen und sie hat den Knoten raus...

    Liebe Grüße Meli
    Mädchen 9/2005
    Junge 12/2008

  3. #3

    Standard AW: bringt da logopädie was?

    Hallo,

    unsere Logopädin fand es (neben Lautbildungsgeschichten) durchaus sinnvoll, mit der Mittleren auch etwas Grammatik zu üben, das sei lt. ihren eigenen Aussagen auch im Bereich der Logopädie zu finden. Natürlich hat sie von einer Vierjährigen keine Grammatik in Schulreife verlangt, aber eben altersangemessen.
    Von unserer Logopädin kann ich ganz klar sagen, dass die da keine zusätzliche Verdienstmöglichkeit gewittert hat, denn hier herrscht eher Mangel an Logopädieplätzen. Sie kriegt ihre Praxis problemlos voll, wir haben auf den Platz mehr als 6 Monate gewartet.
    Und nun hat sie nach 3 Rezepten (6 in Folge akzeptiert die Kasse problemlos, danach wird eine Pause verlangt) erstmal ein halbes Jahr Pause "verordnet" da die momentan noch vorhandenen Schwächen in die Altersgruppe passen. Da will sie erst warten, wie das Kind sich entwickelt und nur wenn nötig später ggf. nochmal etwas helfen. Sie hätte auch einfach sagen können: "da sind noch mehr Stunden nötig." Insofern vertraue ich ihr da voll und fand es gut, dass eben auch drauf geschaut wurde, wie weit die Grammatik ist. Ob die Aussprache altersgerecht ist, kann man ja mit entsprechenden Listen ggf. selbst abgleichen, bei Grammatik finde ich das schwerer.

    Lange Rede kurzer Sinn: Logopäden sind auch für Grammatik "zuständig". Ev. helfen ja ein paar Stunden "training" an den Grammatik und Ausspracheproblemen, um sie so weit bewusst zu machen, dass sie dann eben mehr oder weniger durchgehend richtig gemacht werden, statt eben im "mal eben schnell" unterzugehen?
    Just my 2 cents...
    Viele Grüße
    Brita

  4. #4
    war schon recht fleißig ...
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    76

    Standard AW: bringt da logopädie was?

    Hallo,

    wichtig wäre es zu wissen wir die ärztliche Diagnose lautet.

    Kinder mit 3 Jahren haben in der Satzbildung korrekte Haupt - und Nebensätze. Auffälligkeiten müssen vom Arzt abgeklärt werden. Dann ist es wichtig, das die Logopädin ihre Diagnose stellt (auch wenn sie die vom Arzt schon hat) und dann kann die Logopädin sagen, in welchem Rahmen eine Therapie sinnvoll ist. Die Logopädin wird mit deinem Kind kein Training durchführen. Sie ist Therapeutin und macht eine Therapie.

    Gruss Anne

  5. #5
    Alter Hase
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    Standard AW: bringt da logopädie was?

    Hallo Sylvia,

    mein Sohn, jetzt 7, spricht auch eher undeutlich. SCH ist schwierig, höchstens, wenn er was will (SCHokolade) dann klappt es. Seit über einem Jahr verbessere ich ihn, wenn er statt "ich ging" "ich gang" sagt - gibt noch ein paar mehr solcher Verben. Jetzt, seit letzter Woche sagt er "ging" und weißt mich auch darauf hin. Logopädie hatte er 10 x während dem letzten Vorschuljahr. Es hat ihm in der Hinsicht geholfen, daß er bewußter sprach und es abgeklärt wurde. Ob ich es nochmal so machen würde weiß ich nicht. Aber 10 x sind jetzt nicht so viel gewesen und ich wollte für die Sculzeit sicher gehen. Mein Fazit ist für meinen Sohn: das undeutliche Sprechen ist Bequemheit und bei den Verformen hat er sich falsche Formen angewöhnt, das halte ich für normal, sollte er aber langsam ändern (tut er ja auch, dauert halt). Kannst Du noch ein Jahr warten und dann noch mal sehen? Vielleicht tut sich bis dahin was.

    liebe Grüße
    Rita

  6. #6

    Standard AW: bringt da logopädie was?

    Hallo Sylvia,

    ich würde auch eine Diagnose machen lassen, die die logopäden normalerweise durchführen. Der pädaudiologe hat, mit verlaub, sicher deutlich weniger ahnung von spracherwerbsprozessen, typischen und atypischen fehlern als eine Logopädin.

    Das kurze beispiel deines kindes enthält meiner meinung nach eben genau solche: typisch für dieses Alter ist die Lautersetzung /g/ durch /d/. Die syntax ist allerdings mehr als ungewöhnlich. das KÖNNTE (muss aber nicht) auf eine sprachentwicklungsstörung (Dysgrammatismus) hinweisen. Das würde ich auf alle Fälle abklären lassen.

    viele grüße
    rike

    P.S. Ritas beispiel (ging vs. gang) dagegen ist wieder ein ganz anders einzuschätzender fehler als die fehler deines kindes weil er von einer inneren regelbildung zeugt. Du siehst, es erfordert etwas wissen über sprachliche strukturen und zusammhänge und natürlich entwicklungsverläufe, um eine richtige diagnose stellen zu können.

  7. #7

    Standard AW: bringt da logopädie was?

    Hallo Sylvia,

    ich bin keine Logopädin, aber Linguistin :-). Das, was du beschreibst, hört sich für mich im Rahmen an. Das Beispiel, das du gegeben hast (KinderDaten) nennt sich velar fronting, und das ist eigentlich ganz normal. Normalerweise verschwindet das bei ungefähr dreieinhalb Jahren, aber ich würde mir da noch keine Sorgen machen. Spricht sie ein r?

    Spracherwerb ist normalerweise mit 6-7 Jahren weitestgehend abgeschlossen, und bei manchen Kindern geht die eine Sache schneller, (wie bei deiner Tochter der Wortschatz), bei anderen die andere. Bei der Bildung von Satzgefügen scheint deine Tochter schon hinterher zu sein, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich das bedenklich finden würde.

    Stell sie doch mal einem Logopäden vor um dir eine Meinung einzuholen, ob Handlungsbedarf besteht oder nicht.

    LG
    Nelly
    Geändert von Nelly (13. January 2012 um 11:23 Uhr)

  8. #8
    Alter Hase Avatar von ***Eva***
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    Standard AW: bringt da logopädie was?

    Hallo,

    ein bisschen erinnert es mich an meinen Sohn. Der hat im Vergleich zu meinen anderen Kindern etwas spät angefangen zu sprechen, dann aber gleich mit komplizierten Sätzen losgelegt, die er nur stockend herausbrachte.
    In logopädischer Behandlung war er aber nicht deswegen (das hat sich auch verloren mit der Zeit), sondern wegen dem Laut "S". Das eigentliche Problem ist aber die mangelhafte Körperspannung, die sich nun mal auch auf den Mund erstreckt. Die vielen Mundmotorikübungen waren sicher sinnvoll, aber ich bin nicht hartnäckig genug drangeblieben, das "S" hatte er fast drauf, wenn er sich darauf konzentriert hat, und dann hat er es wieder verlernt aus Bequemlichkeit. Durch seine allgemeine niedrige Körperspannung und seine Körperwahrnehmungsproblematik, ist deutliches Sprechen bis heute nicht gerade seine Lieblingsbeschäftigung...

    Wir haben hier übrigens neben Logopädiepraxen auch eine Sprachheilschule, wo man das Kind vorstellen kann, auch wenn es nicht in diese Schule gehen soll/wird. Vielleicht wäre das auch eine Idee?
    Ich denke schon, dass es Sinn macht, eine Meinung einzuholen. Üblicherweise macht man das mit 4-5 Jahren, wenn es Auffälligkeiten gibt. Ob man etwas tut und was, ist dann ganz individuell zu entscheiden.

    Viele Grüße,
    Eva
    "Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein" - unbekannter Autor

  9. #9
    kleinschreiberin
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    Standard AW: bringt da logopädie was?

    hallo,

    # friederike: ein pädaudiologe ist doch ein höchstspeziallisierter arzt für kindlich spracherwerbsstörungen, oder? verbessere mich, wenn ich falsch in der annahme liege, dass er mit allen grundlagen das studiert hat, was die logopäden dann "nur" anwenden.

    er erstellte keine schriftliche diagnose, da er keinen handlungsbedarf sah. das muss er dem kinderazt nu auch nicht schreiben ;-).

    # alle: wir wohnen hier in einer gegend, in der das angebot an logopäden die nachfrage um einiges übersteigt. besonders da die ärzte "geiziger" bei den verschreibungen geworden sind. die logopädiepraxis, in der ich meine beiden kinder vorgestellt habe bzw. behandeln ließ, hat sich in den letzten zwei jahren von 6 auf 3 vollzeit-therapeuten verkleinert, eine andere hat gar ganz geschlossen. bei den beiden diagnoseterminen, bei denen mir die chefin der praxis eben das blaue vom himmel herunter versprach, konnte sie mir wunschtermine innerhalb der nächsten woche anbieten.

    ich habe eben nochmals mit den erzieherinnen im kindergarten gesprochen. sie schwanken auch noch zwischen abwarten (erfahrung unter anderem mit dem großen geschwisterkind) und ja, logopädie schadet ja nicht...... also ein sehr entschlossenes "wissen wir auch nicht" ;-). übrigens hat das kind die weltbesten erzieherinnen. also keine kritik an den beiden.

    liebe grüße
    sylvia
    "wo ich bin, herrscht das chaos. aber ich kann ja nicht überall sein."

  10. #10

    Standard AW: bringt da logopädie was?

    Hallo Sylvia,

    ein Pädaudiologe ist ein Spezialist für Hörstörungen, nicht für Spracherwerbsstörungen. Das eine hängt manchmal mit dem anderen zusammen, aber nicht immer. An einen Pädaudiologen wendet man sich normalerweise um organische Ursachen abklären zu lassen, die einer Sprachentwicklungsstörung zugrunde liegen. Klar haben auch Pädaudiologen Kenntnisse über mehr oder weniger normale Spracherwerbsverläufe (ebenso wie Kinderärzte), aber Logopäden sind in dieser Hinsicht diagnostisch besser ausgebildet (oder sollten sie zumindest sein); außerdme haben sie sich im Rahmen des Studiums oder der Ausbildung intensiv mit Sprachentwicklung und ihren Störungen befasst, und zwar nicht nur von der organischen Seite.

    Wenn Du aber skeptisch bist bezüglich der Motivation der Logopädin, dann warte halte noch ein jahr und schau, wie es dann aussieht. Sollte sich dann im Altersvergleich in der Syntax noch eine Entwicklungsverzögerung zeigen, würde die Zeit vor Schulbeginn immer noch ausreichen, um therapeutisch einzugreifen.

    vg
    rike (übrigens auch Linguistin, und sich im Spracherwerb recht gut auskennend)

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