hallo ano,
ich möchte mit grosser vorsicht (bin nicht vom fach, keine ahnung, ob das bei richtig depressiven kindern nicht vielleicht total falsch wäre) dies hier raten:
nimm seine zweifel nicht so ernst.
ich vermute, das geht schon eine weile so zwischen euch beiden, diese wortwechsel.
dein kind sucht bestätigung und beginnt das gespräch erstmal damit, sich herabzusetzen.
denn es weiss: mutter bekommt einen halben herzinfarkt (evtl bist du ja selber betroffen und das verhalten triggert dich deshalb so?), nimmt das totaaaal ernst, rudert dagegen, bringt gegenargumente, wie toll das kind doch undundund..
zum einen bekommt das kind dadurch aufmerksamkeit und gerade die anerkennung (es soll ja aber lernen, von selber auf sich stolz zu sein und nicht, sich von deiner meinung abhängig zu machen), und zum anderen bringt blöderweise gerade das ernstnehmen das kind zu der annahme, dass es genau _deswegen_ recht hat mit seiner aussage: denn, wenn es nicht so wäre, dann würdest du ja nicht so vehement dagegenrudern, um es zu trösten.
wie bei der schramme am knie, bei der kinder erst dann anfangen zu weinen, wenn die mutter sich erschrickt.
an deiner stelle (es sei denn, dein kind ist ein extrem depressiver teenager mit vorgeschichte, akten etc pp - dann würde ich mir natürlich professionelle hilfe holen) würde ich -- viel lachen empfehlen.
und in der obigen situation würde ich sagen: "oh, zeig mal her, das zeugnis. diese eins? hm, ja, vielleicht krickeln wir sie dann besser durch, hm? oder meinst du, tipp-ex?" und - ganz wichtig - dem kind zuzwinkern oder ähnliches und lachen.
mein eines kind - das sich selber auch schonmal gerne auseinander nimmt, obwohl es null grund dazu gibt - ist kurz irritiert, rollt dann die augen und sagt genervt (und lachend) : "oh mann, mama!!!!!!!!!" und schiebt ab.
situation elegant gelöst.
man muss die ernsthaftigkeit und das horroszenario durchbrechen.
ohne gewähr ;-)
nebenbei würde ich dem kind mehr aufgaben für größere zuschustern, mehr verantwortung übertragen.
und außerdem würde ich an deiner stelle deine formulierungen überdenken, "mach dich doch nicht kleiner, als du bist" ist kritik pur.
genügend erwachsene grübeln ihr ganzes leben darüber, ob ihre mütter jetzt _endlich_ zufrieden mit ihnen sind.
du solltest ihr nicht mit 1000 worten _sagen_, dass du sie toll findest, du solltest sie das einfach nur _spüren_ lassen.
viele grüße, betina



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