Angst vor der Geburt – Was hilft?

Frau hat angst vor der Geburt
  • Angst vor der Geburt kann wegen möglicher Schmerzen oder Verletzungen eintreten, oder auch die Angst vor dem eigenen Versagen sein.
  • Manche Frauen fühlen sich der Aufgabe des Mutterseins plötzlich nicht gewachsen.
  • Angst vor einer zweiten Geburt kann durch schlechte Erfahrungen oder Komplikationen beim ersten Baby verstärkt werden.

Zuerst ist die Freude über die Schwangerschaft und das Geschenk, ein Leben stiften zu dürfen, groß. Aber wenn der Bauch dann runder und runder wird, stellt sich bei vielen Frauen die panische Angst vor der Geburt ein. Die große Angst vor den Wehen, vor Schmerzen und Verletzungen, vor möglichen Komplikationen, davor, möglicherweise keine gute Mutter zu werden oder den Anforderungen der Geburt nicht gewachsen zu sein, sind häufiger als man denkt.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen auf, wie sich Angst vor der Geburt äußern kann und was hilft, die Angst zu lindern und sie zu überwinden.

1. Angst vor der Geburt verstellt den Blick

Wenn man schwangere Frauen fragt, wie sie sich ihre Geburt vorstellen oder wünschen, bekennen viele, dass sie eine möglichst natürliche Geburt wollen. Dies mag dem Umstand geschuldet sein, dass manche gesellschaftliche Vorstellungen und Medien den Frauen suggerieren, dies sei der richtige Weg und auch das Beste für das Wohl des Kindes. Geht man dann aber mit den Frauen in ein tieferes Gespräch, werden oft Ängste wach, zum Beispiel:

  • vor der Geburt
  • vor den Schmerzen
  • um die Gesundheit des Babys
  • vor der eigenen Verletzung oder auch
  • vor dem Verlust von Kontrolle über den eigenen Körper
  • wegen Hämorrhoiden
schwangere hält sich den rücken

Viele Schwangere plagen sich mit Ängsten vor der Geburt.

Schließlich bleibt einer werdenden Mutter kaum etwas anderes übrig, als sich Ärzten, Hebammen und Krankenhausteams anzuvertrauen. Wenn die Angst zunimmt, wird oft deutlich, dass die schwangeren Frau sich doch eher medizinische Interventionen wünscht.

Schmerzmittel gelten als probate Maßnahme, um den Geburtsprozess zu erleichtern; ebenso ein Kaiserschnitt, der die Frau von ihrer aktiven Rolle im Prozess der Geburt befreiten soll.

Tipp: Machen Sie sich klar, dass Sie einen aktiven und ganz natürlichen Anteil am Geschehen der Geburt haben, und dass Sie das auch schaffen werden – wie viele Frauen vor ihnen. Außerdem gibt es gegen die Angst vor der Geburt auch Therapien und Maßnahmen, die die Angst lindern.

2. Angst führt zu Verspannung und mehr Schmerzen

Angst vor der Geburt kann zu einem auch physisch relevanten Teufelskreis werden. Zwar ist eine gewisse Angst vor der Entbindung völlig normal und bedarf keineswegs immer der Therapie. Aber Angst und psychische Probleme können körperliche Verspannungen auslösen, die wiederum die Geburt schwieriger machen und die Schmerzen verschlimmern können. Jedenfalls ist panische Angst kein guter Ratgeber!

3. Ein natürliches Vertrauen in sich selbst kann die Angst überwinden

In den westlichen Ländern mit ihrem hoch entwickelten Gesundheitswesen und immer medizinischem Wissen und Ansprechpartnern nehmen wir die Geburt als etwas Fremdbestimmtes wahr, bei dem die Frau eher eine passive Rolle spielt. Dies muss nicht so sein.

Ein Blick in die Kultur verschiedener Naturvölker kann helfen, eine andere Perspektive zu gewinnen. Die Frauen in diesen Kulturen suchen für die Geburt die Einsamkeit und vertrauen ganz auf die Kräfte ihres Körpers und ihrer Fähigkeit, Leben zu schenken. Nie kämen sie auf die Idee, dies nicht schaffen oder aushalten zu können.

Die Angst vor der Geburt erscheint so als etwas, das vor allem in hoch zivilisierten Völkern verbreitet ist. Wir glauben, die Frau sei den Wehen ausgeliefert, wisse ohne Anweisungen der Ärzte und Hebammen nicht, was zu tun ist, und brauche alle möglichen medizinischen Apparate und Hilfen, um diese Zeit der Hilflosigkeit zu überstehen. Muss man diese Angst wirklich haben?

Frauen besitzen einen sehr ausgeprägten natürlichen Instinkt, der ihnen durchaus den Weg durch die Geburt zeigen kann. Hören Sie auf Ihre innere Stimme, wenn die Wehen einsetzen. Betrachten Sie die technischen Geräte und die medizinische Umgebung nur als Ergänzung eines Prozesses, den Sie aktiv durchführen werden.

4. Was Sie tun können, wenn die Angst vor der Geburt bleibt

Machen Sie sich klar, wovor Sie genau Angst haben. Vor den Schmerzen, vor Komplikationen, um Ihr Leben? Wenn Sie sich z. B. um die Gesundheit des Kindes Sorgen machen, lassen Sie schon währen der Schwangerschaft die erforderlichen Untersuchungen durchführen. Diese können Ihnen aufzeigen, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist. Wählen Sie sich einen Arzt und eine Hebamme Ihres Vertrauens aus, dann ist auch für Ihre Gesundheit gesorgt. Verschiedene Maßnahmen und Therapien können helfen, die Angst vor der Geburt zu lindern und auch Schmerzen erträglicher zu machen.

Tipp: Ist es eher der Prozess der Geburt, der Ihnen Kopfzerbrechen bereitet, scheuen Sie sich nicht, Ihre Fragen zu stellen. Hebammen und Ärzte mit Erfahrung wissen, Unsicherheit durch Wissen zu kompensieren. Auch über Ihre Angst vor der Geburt sollten Sie offen sprechen.

4.1. Muskelentspannung hilft gegen die Angst vor der Geburt

frau und mann beim geburtsvorbereitungskurs

Damit die Geburt gut verläuft: Belegen Sie einen Geburtsvorbereitungskurs mit Ihrem Partner.

Hilfreich gegen auch körperlich spürbare Verspannungen und die Angst vor der Geburt ist die Muskelentspannung in den Wehenpausen. Wenn sich die Muskeln verkrampfen, raubt dies der gebärenden Frau Energie, Kraft und kann auch die Schmerzen verschlimmern. Gute Kurse zur Geburtsvorbereitung vermitteln Ihnen Techniken der Entspannung und die richtige Atmung. Es gibt auch Übungen, die die Muskulatur auf die Geburt vorbereiten, und auch Übungen, die entspannen sollen.

4.2. Auch in Europa im Kommen: Akupunktur

Akupunktur ist ein probates Mittel, auch gegen die Angst vor der Geburt vorzugehen. Die Akupunktur stammt aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Dabei werden feine Nadeln an bestimmten Körperbereichen in die Haut gestochen. Durch die Akupunktur kann man

  • die Angst vor der Geburt,
  • die verspannten Muskeln
  • und Schmerzen bei der Geburt lindern.

Informieren Sie sich über den Einsatz dieses Verfahrens, wenn Sie keine Furcht vor den Nadeln haben.

Tipp: Die Akupunktur dient auch der gezielten Geburtsvorbereitung. Sie kann den Gebärmutterhals schneller reifen lassen. Auch die Wehen können so effektiver durchgeführt werden. Es ist durchaus möglich, mit Akupunktur den Prozess der Geburt von z. B. 10 auf 8 Stunden zu verkürzen.

4.3. Angst vor den Schmerzen sind nicht nötig mit PDA

Bei Angst vor der Geburt und vor allem den Schmerzen kann die Periduralanästhesie (PDA) helfen. Bei der PDA handelt es sich um die effektivste verfügbare Methode, den Schmerz auszuschalten. Sie wird sehr häufig angewandt.

Bei einer Periduralanästhesie (PDA) wird eine örtliche Betäubung vorgenommen, um einen dünnen Katheter in den Wirbelkanal im Lendenwirbelbereich einzuführen. Über diesen Katheter wird dann ein Medikament zur Betäubung injiziert. Man kann dann noch gehen und stehen, aber der Schmerz bei der Geburt lässt deutlich nach.

Tipp: Die Periduralanästhesie (PDA) muss nicht zu einem ganz speziellen Zeitpunkt erfolgen. Auch dann, wenn die Geburt schon weit fortgeschritten ist, kann sich eine Frau immer noch für eine PDA entscheiden.

Wenn Sie Ihre PDA vorzeitig einplanen und sich darüber informieren, kann dies stark gegen die Angst vor der Geburt wirken.

4.4. Geburtsvorbereitung auf psychosomatischer Ebene

In den letzten Jahrzehnten hat die psychosomatische Betreuung der Schwangeren erhebliche Fortschritte gemacht. Man hat erkannt, dass die Sicherheit von Mutter und Kind, die natürlich das Wichtigste ist, davon abhängt, wie die Geburt emotional erlebt wird. Dabei ist es notwendig, dass die Eltern über alles, was mit der Geburt zusammenhängt, gut informiert werden – das schafft Sicherheit.

Der psychische Aspekt des Erlebens der Geburt kann von Arzt und Hebamme, aber auch von Psychotherapeuten vorbereitet werden.

Nutzen Sie beispielsweise die folgenden Techniken:

  • Progressive Muskelentspannung (ein
    schwangere im schwimmbad

    Schwimmübungen für Schwangere können entspannen und zur Ausgeglichenheit beitragen.

    bewährtes Verfahren zur Entspannung)

  • Autogenes Training (eine Form der Selbsthypnose, um sich in einen Zustand völliger Entspannung zu versetzen)
  • Gymnastik (die durch antrainierte Bewegungsabläufe auch sicherer machen kann)
  • Schwimmübungen (können sowohl physisch als auch psychisch sinnvoll sein)
  • Anwesenheit einer Vertrauensperson
  • Psychologische Gespräche

4.5. Psychotherapie bei Angst vor der Geburt

Wenn die Gespräche mit Hebammen und Ärzten und die Geburtsvorbereitung nicht ausreichen, um die Angst vor der Geburt zu lindern, kommt eine Psychotherapie infrage. Eine Psychotherapie kann sowohl die Angst vor der Geburt gezielt angehen als auch Ihr Verhalten und Denken verbessern.

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