Baby pucken: Wickeltechnik mit Vor- und Nachteilen

ein gepucktes baby auf weißer unterlage
  • Ein Baby pucken bedeutet, es zur Beruhigung fest in ein Tuch einzuwickeln, so dass es sich geborgen fühlt.
  • Pucken als Wickeltechnik hat Vor- und Nachteile. Richtig gepuckt finden viele Säuglinge leichter in den Schlaf, können ihre Temperatur besser halten und sich in den Wachphasen besser konzentrieren.
  • Falsches Pucken beim Baby kann das Risiko für Plötzlichen Kindstod erhöhen, wie Studien zeigen. Die Wickeltechnik sollte daher nicht nach dem vierten Lebensmonat angewandt werden.

Ein Baby zu pucken wird als Wickeltechnik seit Jahrhunderten angewandt und hat einen großen Einfluss auf das Schlafverhalten. Richtig angewandt hilft sie, unruhige Babys zu beschwichtigen, ihnen Geborgenheit zu vermitteln und den Stress durch Übermüdung damit abzubauen. Erfahrungen auf Kinderstationen zeigen, dass dann weniger geschrien wird, die Babys sich in den Wachphasen besser konzentrieren können und sich der Schlaf-Wach-Rhythmus einpendelt. Die Wickeltechnik hat Vor- und Nachteile und diese hängen vor allem davon ab, wann und wie lange ein Baby gepuckt wird.

1. Pucken beruhigt und vermittelt Geborgenheit

Babys müssen ganz schön viel leisten, denn sie lernen jeden Tag enorm dazu. Die Eindrücke, die verarbeitet werden müssen, führen in Kombination mit Schlafmangel dazu, dass ein Säugling irgendwann unruhig wird, schreit, vor Müdigkeit häufig gähnt, quengelt und sich die Augen reibt. Spätestens dann sollte das Baby zum Schlafen hingelegt werden, aber auch das ist keine Garantie für Erholung: Viele Babys reißen sich selbst immer wieder aus dem Schlaf und schlafen dadurch insgesamt sehr unruhig, weil sie sich durch reflexartige Bewegungen der Arme und Beine selbst aufwecken (Mororeflex).

2. Pucken in besonderen Fällen

Ein Baby pucken in besonderen Fällen – ja oder nein? Gesundheitliche Einschränkungen wie beispielsweise Hüftprobleme sollten vor dem Pucken in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden. Aufpassen müssen Sie auch bei Fieber, da die enge Wickeltechnik dazu führt, dass mehr Wärme gebildet wird. Babys finden das normalerweise sehr gemütlich und fühlen sich deshalb so eingekuschelt auch wohl, aber Fieber erhöht die Gefahr des Überhitzens.
Gerade am Anfang sind sich viele Eltern unsicher, wie Pucken richtig geht und manchmal haben sie dann den Eindruck, dass das Baby Pucken nicht mag. Probieren Sie in einem solchen Fall mal etwas fester oder lockerer zu wickeln, nutzen Sie das Pucken als Ritual und geben Sie nicht gleich auf.

3. Falsches Pucken kann das Risiko für den Plötzlichen Kindstod erhöhen

Tipp: Vom Pucktuch zum Schlafsack

Ob Sie ein 4 oder 8 Monate altes Kind haben – das Bedürfnis nach vertrauter Begrenzung ist das Gleiche. Statt zu pucken können Sie nach dem vierten Lebensmonat daher beispielsweise auf einen Schlafsack umsteigen, der mehr Bewegung erlaubt. Das Pucken abzugewöhnen ist nämlich oft gar nicht so leicht. Verwenden Sie aber besser keine lose Decke, weil sich Babys diese über den Kopf ziehen und ersticken könnten.

Immer wieder ist zu lesen, dass Pucken das Risiko für Ihr Baby, am Plötzlichen Kindstod zu sterben, erhöhen kann. Was heißt das jetzt genau? Einen möglichen Zusammenhang haben auch wissenschaftliche Studien untersucht und konnten hierfür auch tatsächlich Belege finden. Die Ergebnisse der Metastudie können Sie hier nachlesen.
Das Risiko für ein gepucktes Baby, im Schlaf zu ersticken, ist aber nur dann deutlich erhöht, wenn der Säugling zum Schlafen auf den Bauch oder die Seite gelegt wurde. Das ist im Übrigen auch für nicht gepuckte Babys gefährlich, weil die Bauchlage allgemein die Atemwege behindern kann. Problematisch wird es, wenn sich das Baby schon so viel und selbständig bewegt, dass es sich alleine auf den Bauch drehen kann. Empfohlen wird das Pucken daher nur für Neugeborene beziehungsweise Babys bis etwa vier Monate, wobei Sie die Entwicklung Ihres Kindes beobachten sollten. Meistens ist ein 5 Monate altes Baby schon zu bewegungsfreudig und sollte besser nicht mehr gepuckt werden. Das gilt auch, wenn Ihr Baby schon so groß und stark ist, dass es sich aus dem Pucktuch befreien kann, es sich selbst dreht und sich gegen das Pucken womöglich sogar wehrt.

4. Baby pucken: Schritt für Schritt Anleitung der Technik

gepucktes baby auf weißem untergrund

Pucken ist nicht schwierig. Wenn Sie der Anleitung Schritt für Schritt folgen, kann nichts schief gehen.

Richtiges Pucken ist gar nicht so schwer und bekanntlich macht Übung auch den Meister. Wie es richtig geht, ist in nur wenigen Schritten erklärt. Wichtig ist, das Baby weder zu fest noch zu locker einzupacken. Hierfür ist es am besten, sich das Pucken einfach einmal zeigen zu lassen. Viele Hersteller von Pucktüchern, aber auch zum Beispiel Kliniken und Geburtshäuser demonstrieren in Erklärvideos, wie es funktioniert.

  • Schritt 1: Sie brauchen ein geeignetes, am besten quadratisches und atmungsaktives Tuch, zum Beispiel aus leichter Baumwolle. Eine gute Größe ist Kopfkissengroß, also etwa 80 mal 80 Zentimeter. Ein Handtuch ist meistens zu dick, nehmen Sie lieber etwas Leichteres, beispielsweise ein Moltontuch.
  • Schritt 2: Das Tuch wird wie ein Diamant ausgebreitet, mit einer Spitze nach oben. So lässt sich das Baby unkompliziert einwickeln.
  • Schritt 3: Schlagen Sie dann die obere Ecke ein und legen Sie Ihr Baby auf das Tuch. Die Schulter befindet sich dabei knapp unterhalb der oberen Kante.
  • Schritt 4: Der rechte Arm sollte seitlich am Babykörper anliegen, anschließend wird die rechte Seite des Tuchs über das Baby geschlagen, dieses kurz zur Seite gedreht beziehungsweise angehoben und die Ecke des Tuchs unter dem Körper festgeklemmt.
  • Schritt 5: Danach schlagen Sie die untere Tuchecke nach oben, darauf folgt die linke Seite des Tuchs, dessen Ecke wiederum unter den Babykörper geklemmt wird. Das Ganze funktioniert auch, wenn Sie bei Schritt 4 mit der linken Tuchseite beginnen.

Achtung: Wenn sich das Baby selbst befreit, sollte besser nicht mehr gepuckt werden. Das gilt auch für die Frage, bis wann beziehungsweise bis zu welchem Alter gepuckt werden darf – als Faustregel gelten hier die Lebensmonate 1 bis 4. Ansonsten müssen Sie aber bis auf mögliche gesundheitliche Einschränkungen (siehe oben) nichts weiter beachten. Wie oft gepuckt wird, hängt ganz von Ihnen und dem Schlafbedürfnis Ihres Babys ab. Egal ob im Sommer oder im Winter, tagsüber oder nachts – Pucken dürfen Sie zu jeder Zeit. Aufgrund der erhöhten Wärmezufuhr durch das Pucken müssen Sie Ihrem Baby aber nicht mehr viel darunter anziehen, oft reicht bereits ein dünner Body.

5. Vor- und Nachteile des Puckens im Überblick

  • beruhigt das Baby
  • stabilisiert den Schlaf-Wach-Rhythmus
  • vermittelt Geborgenheit
  • kann die Temperatur am Baby erhöhen
  • kann das Risiko für SIDS erhöhen
  • ist daher nur für ein bestimmtes Alter geeignet
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