Ein Babysitter für alle Fälle

babysitter liest baby etwas vor
  • Passt der Arbeitsalltag nicht mit den Zeiten der Krippe, der Kindergärten oder auch der Schule, entlastet ein Babysitter gestresste Eltern.
  • Mit einigen Tipps kann man das Babysitting sowohl für die Kinder als auch für den Babysitter ruhig gestalten.
  • Ob Schüler oder Student oder vielleicht auch Rentnerin  der Lohn sollte fair sein. Eine offene Kommunikation ist auch hier wichtig.

Eltern benötigen in ihrem Alltag mit Kind oder Kindern immer wieder Entlastung und Unterstützung. Früher hat es sich dabei in der Regel um Menschen aus ihrer Familie gehandelt. Heute gibt es eine solche Großfamilie nur noch in Ausnahmefällen.
Doch wer unterstützt Eltern heute bei Terminüberschneidungen oder einfach bei dem Wunsch nach einem Moment der Entspannung? Viele Eltern greifen dabei auf Babysitter oder Nannys zurück. Die Suche nach einer geeigneten Person gestaltet sich für viele Eltern jedoch schwierig.

Wir geben an dieser Stelle einige Tipps, wie man schnell den passenden Babysitter finden kann und mit welchen Kosten pro Stunde man rechnen sollte. Außerdem nennen wir einige wichtige Punkte, die man unbedingt beachten sollte. Schließlich gilt es, ein gutes und abgeklärtes Verhältnis aufzubauen. Denn nur so kann der Babysitter die Eltern am Ende wirklich langfristig entlasten.

1. Eigene Klarheit gewinnen

Sie haben festgestellt, dass Sie an einigen Stellen in Ihrem Alltag Entlastung benötigen. Hierbei gibt es im Grunde zwei unterschiedliche Kategorien. Darüber sollten Sie Klarheit gewinnen, bevor Sie mit einem Aushang oder einer Anzeige einen Babysitter suchen.

1.1. Regelmäßige Termine

Bei einigen Eltern gibt es schlicht regelmäßig Überschneidungen von Arbeitszeit und der betreuungsfreien Zeit der Kinder. Sprich an einem oder zwei Nachmittagen in der Woche müssen beide Elternteile länger arbeiten als die Kinder in der Krippe oder im Kindergarten sind.
Bei solchen regelmäßigen Terminen kann es sich natürlich auch um ein Hobby handeln. Entscheidendes Merkmal ist die Regelmäßigkeit. Sie benötigen hier also regelmäßige und gut planbar zuverlässige Unterstützung.

1.2. Unregelmäßige Termine

Andere Eltern wünschen sich flexibel an Abenden oder an den Wochenenden Freizeit alleine oder zu zweit. In diesem Fall handelt es sich jedoch quasi um eine Springkraft. Die Unterstützung wird dabei in den meisten Fällen unregelmäßig und oftmals kurzfristig benötigt.

2. Das passende Suchprofil

Auf der einen Seite hat man also einen permanenten Bedarf und auf der anderen Seite gibt es eine unregelmäßige Nachfrage. Hier ist es wichtig, sich selber realistisch einzuordnen. Denn hiervon hängt ab, wen man im Grunde als sinnvolle Unterstützung sucht.
Wir stellen unterschiedliche Möglichkeiten vor. Hierbei ist es selbstverständlich ohne Probleme möglich, sich ein Netzwerk aus verschiedenen Unterstützern aufzubauen.

2.1. Andere Eltern als Unterstützer

Eine Möglichkeit ist die gegenseitige Unterstützung von Eltern. Diese Option liegt eigentlich auf der Hand und dennoch wird sie von wenigen Eltern wirklich genutzt.
Schauen Sie hier einfach einmal, mit wem sich Ihre Kinder gut verstehen. Wenn man nur unregelmäßig und manchmal eines seiner Kinder unterbringen möchte, kann das eine gute Methode sein.
So können beispielsweise Arzttermine mit nur einem Kind gut bewältigt werden oder auch gemeinsame Aktivitäten abwechselnd übernommen werden. Wohnt ein Junge aus dem Fussballverein beispielsweise direkt um die Ecke oder in der Nähe, kann man gut auch eine abwechselnde Fahrgemeinschaft mit Nachbarn, den Eltern der Spielkameraden oder Freunden bilden.
Diese Methode bietet sich gut zur Ergänzung sowie bei kleinen Gegebenheiten an und kosten kein Geld. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass es sich um ein ausgeglichenes Verhältnis handelt.

2.2. Kinder als Babysitter einsetzen

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Babysitter spielen kreativ mit den Kindern.

Kinder aus der Nachbarschaft oder aus dem weiteren Umfeld haben als unregelmäßige Babysitter oft einige Vorteile. So kennt man sie häufig schon länger und sie kennen auch die Kinder bereits länger. Außerdem kennt man das Umfeld und kann sich so bereits ein Bild machen.
Doch es gibt auch ein paar Punkte, auf die Sie hier unbedingt achten sollten. Bei einem Schüler stellt sich die Frage, ab welchem Alter sie als Babysitter arbeiten dürfen.
Kinder ab 13 Jahren dürfen als Babysitter eingesetzt werden. Außerdem ist dies nur  zwischen 8 und 18 Uhr zulässig. Ab 15 Jahren können Kinder bis 20 Uhr auf die Kinder aufpassen.

Achtung: Bei minderjährigen Babysittern müssen die Eltern dieser Tätigkeit zustimmen. Achten Sie hier darauf, dass Sie diese Einwilligung bekommen.

2.3. Nachbarschaftshilfe kann auch in Anspruch genommen werden

Vielleicht gibt es auch in Ihrer Nachbarschaft Menschen, mit denen Ihre Kinder gut auskommen und die Ihnen sympathisch sind? Eine solche Ersatz-Tante/-Onkel oder Ersatz-Oma/-Opa kann in einigen Fällen Gold wert sein.
Bei einer älteren Person können Sie beispielsweise anbieten, dass Sie schwere Einkäufe mit erledigen. Oder auch den Rasen mähen. Es gibt oft einfache Tätigkeiten, die Ihnen einerseits keinen großen Umstand machen,  jedoch für den älteren Menschen andererseits oft schwierig sind.

Achtung: Achten Sie darauf, dass die Person Ihrem Kind oder Ihren Kindern auch noch gewachsen ist. Überlegen Sie sich außerdem, in welchem Haus das Babysitting in diesem Fall am einfachsten ist. In einem Haushalt mit vielen zerbrechlichen Dekoartikeln kann ein Nachmittag mit einem oder zwei neugierigen Kindern anstrengend sein.

2.4. Ältere Babysitter oder Nannys stellen ebenfalls eine Option dar

Bei den regelmäßigen Terminen kann es für Sie am entspanntesten sein, eine professionellere Lösung zu suchen. Das kann zwar teurer werden, aber zugleich die Nerven schonen. Denn hier wissen Sie, dass Sie sich auf die Absprachen verlassen können.
Es gibt beispielsweise Pädagogik-Studenten, die sich parallel zum Studium etwas dazu verdienen. Dann gibt es noch junge Erwachsene, die sich in der Ausbildung zu einem pädagogischen Beruf befinden und ebenfalls einen Nebenverdienst suchen.
Hat man einen deutlich höheren regelmäßigen Bedarf kann sich auch eine Nanny, also ein Kindermädchen anbieten. Diese Wahl bringt ebenfalls einige Vorteile mit sich: Zum einen ist eine Nanny fertig ausgebildet und zum anderen ist sie zu einem größeren Stundenumfang verfügbar als ein normaler Babysitter.
Bei der Frage Nanny vs Babysitter ist so der nötige Stundenumsatz entscheidend. Besteht bei Ihnen ein großer und fester Bedarf in jeder Woche, handelt es sich im Grunde um einen festen Nebenjob. Hierbei sollten Sie abwägen, ob Sie nicht mit einem fest engagierten Kindermädchen mehr Sicherheit haben.

Achtung: Achten Sie gerade bei einem höheren Bedarf Ihrerseits darauf, dass Sie sich in einem legalen Rahmen bewegen. Ab einem Nebenverdienst von mehr als 450 Euro handelt es sich so ohne Anmeldung um Schwarzarbeit.

2.5. Das sollten Sie bei der Bezahlung eines Babysitters beachten

Es gibt keine pauschalen Angaben für die Preise eines Babysitters. Der Stundenlohn ist hierbei stets Verhandlungssache und hängt davon ab, was der Babysitter machen soll. Auch gibt es Unterschiede zwischen Tages- und Nachtkosten. Dennoch gibt es ein paar Punkte, die Sie beachten sollten.

  • Stadt-Land: In der Stadt sind Babysitter etwas teurer.
  • Eigenes Einkommen: Bei einem höheren Einkommen sollte man auch beim Babysitter großzügiger sein.
  • Kinderanzahl: Bei mehreren Kindern sollte der Lohn gestaffelt werden.
  • Alter des Babysitters: Bei einem Babysitter zwischen 13-16 Jahren ist ein Stundenlohn von drei bis fünf Euro üblich. Für einen Jugendlichen von 16-18 Jahren gilt ein Stundenlohn zwischen fünf bis acht Euro. Ab 19 Jahren gilt ein Stundenlohn ab sieben Euro aufwärts als normal.
  • Erfahrung/ Ausbildungsstand: Sobald der Babysitter über besondere Qualifikationen verfügt, sollte der Stundenlohn entsprechend angepasst werden.
  • Tageszeit: Man kann den Stundensatz je nach Einsatzzeit variieren. Schließlich ist ein aktiver Nachmittag gewöhnlich fordernder als ein Abend. Hierbei handelt es sich um eine Verhandlungssache.

3. Tipps für die Suche

Nachdem Sie für sich eine Betreuungsdefinition entschieden haben, können Sie aktiv mit der Suche beginnen. Sie haben nun schließlich Ihren eigenen Bedarf bestimmt. Wir nennen Ihnen hier noch einige Dinge, die Sie beachten sollten.

3.1. Aktiv nach einem Babysitter suchen

Sobald Sie für sich wissen, wen Sie suchen, nutzen Sie unterschiedliche Kanäle für Ihre Suche. Sprechen Sie andere Eltern an, wie diese einen Babysitter gefunden haben. Wenden Sie sich an Praktikanten im Kindergarten an oder auch die ErzieherInnen Ihrer Kinder, ob diese jemand Geeignetes kennen.
Schalten Sie Anzeigen im Internet und in Printmedien. Denken Sie auch an Aushänge an geeigneten Orten. Das kann  je nach Ihrem Suchprofil  der Supermarkt bei Ihnen um die Ecke sein oder auch die Universität in der Nähe.
Denken Sie daran, dass Sie sowohl bei Aushängen als auch in Anzeigen Ihre Rahmenbedingungen bereits klar benennen. Geben Sie eher eine Mailanschrift an als eine Telefonnummer. So können Sie besser sortieren.

3.2.Ein Bewerbungsgespräch führen

Egal wo Sie Ihren Babysitter am Ende gefunden haben, führen Sie vorab in Ruhe ein Gespräch. Die folgenden Punkte sollten Sie dabei unbedingt klären. Seien Sie dabei ehrlich und realistisch.

  • Aufgaben des Babysitters: Kochen, wickeln, ins Bett bringen  was erwarten Sie?
  • Erziehungsstil: Wie handhaben Sie Konflikte in Ihrer Familie? Was wünschen Sie sich hier von Ihrem Babysitter?
  • Rituale und Regeln: Wenn es wichtige Rituale beispielsweise für das Zubettgehen oder bei den Mahlzeiten gibt, erzählen Sie hier davon. Machen Sie auch klar, welche Regeln in Bezug auf Medien bei Ihnen gelten oder auch hinsichtlich des Straßenverkehrs.
  • Nachweise für Fortbildungen etc.: Wenn Ihnen dieser Punkt wichtig ist, lassen Sie sich Nachweise zeigen. Geben Sie hier dem Babysitter auch die Möglichkeit, sich etwas weiter vorzustellen.
  • Vergütung: Klären Sie diesen Punkt unbedingt im Vorfeld. Auch ob Sie den Babysitter nach jedem Termin bezahlen oder einmal im Monat.

Bei einem solchen ruhigen Gespräch können Sie Ihren potentiellen Babysitter etwas näher kennenlernen. Beide Seiten können feststellen, ob die Chemie stimmt.
So entspannen Sie sich und müssen nicht darüber nachdenken, wie Sie den Babysitter anschließend überwachen können.

3.3.Probelauf für den Babysitter vereinbaren

Als nächstes können Sie sich mit dem Babysitter bei sich zu Hause oder auf einem Spielplatz gemeinsam mit dem Kind oder den Kindern treffen. Sie sind hier erst einmal dabei.
Beobachten Sie, wie Ihr Kind auf den neuen Menschen reagiert. Einige Kinder brauchen länger, um sich auf einen Menschen einzulassen.
Wenn Sie merken, dass Ihr Kind oder Ihre Kinder aufgeschlossen sind, lassen Sie sie gemeinsam aktiv werden. Sie können sich zum Beispiel das Kinderzimmer gemeinsam ansehen oder schaukeln oder wippen oder eine Sandburg bauen.
Hierbei haben Sie die Gelegenheit, den Babysitter in Aktion zu sehen. Beobachten Sie ruhig und fragen Sie im Anschluss bei Ihrem Kind nach, ob es sich wohl gefühlt hat.

Tipp: Bei manchen Kindern sind mehrere kurze Kennenlerntreffen nötig. Achten Sie auf einen solchen Übergang und einigen Sie sich auch hier auf eine faire Vergütung. Zudem können Sie auch für einige Wochen eine Probezeit mit dem Babysitter absprechen.

4. Arbeitsvertrag, Anmeldung und Start planen

Wenn Sie nun Ihren Babysitter gefunden haben, sollten Sie die abgesprochenen Rahmenbedingungen schriftlich festhalten. Vor allem dann, wenn es sich um feste Zeiten handelt.
Mit einer schriftlichen Fixierung schützen Sie sich und den Babysitter. Notieren Sie hier den Stundenlohn, die Arbeitszeiten und gegebenenfalls Regelungen zu Krankheits- und Urlaubstagen.
Klären Sie außerdem, wie es mit der privaten Haftpflichtversicherung aussieht. Halten Sie fest, was im Falle eines Notfalls zu tun ist. Worauf ist bei Ausflügen beispielsweise zusätzlich zu achten?

4.1. Offizielle Anmeldung beim Arbeitsamt

babysitter liest kindern etwas vor

Der richtige Babysitter ist für die Kinder eine echte Bereicherung.

Denken Sie außerdem noch an die Anmeldung. Ohne Anmeldung handelt es sich um Schwarzarbeit und Ihnen drohen gegebenenfalls Strafzahlungen.
Bei einem Einkommen bis 450 Euro handelt es sich um einen Nebenjob. Diesen geben Sie bei der Minijob-Zentrale vor Ort an. Abgaben wie Kranken- und Rentenversicherung, gesetzliche Unfallversicherung und einheitliche Pauschalsteuer werden dann automatisch eingezogen.

4.1.1 Ein Babysitter ist steuerlich absetzbar

Neben der Absicherung im Falle eines Unfalls bietet Ihnen die Anmeldung noch einen weiteren Vorteil. Sie können die Betreuungskosten steuerlich absetzen. Hierbei können Sie jedes Jahr immerhin zwei Drittel der gesamten Kosten (maximal 4.000 Euro/Kind) geltend machen.

4.2. Den ersten Arbeitstag mit dem Babysitter gut planen

Vor Ihrem ersten echten Termin mit dem Babysitter sollten Sie die folgenden Dinge noch einmal durchgehen:

  • Hängen Ihre Notfallnummern am abgesprochenen Ort? Haben Sie Ihre Handynummern ausgetauscht?
  • Stehen Essen und Trinken bereit beziehungsweise an den abgesprochenen und gezeigten Orten?
  • Liegen die Notfallkuscheltiere etc. bereit, falls es eine kurze Krise bei den Kindern gibt?
  • Liegen Windeln, Feuchttücher und Pflaster bereit?
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