Borreliose bei Kindern: Wie Sie einer Erkrankung vorbeugen können

Borreliose-Kind
  • Borreliose ist ein Oberbegriff von Infektionskrankheiten
  • Müdigkeit und Kopfschmerzen sind häufige Symptome
  • Borreliose kann mit Antibiotika behandelt werden

Borreliose ist der Oberbegriff für eine ganze Reihe an bakteriellen Infektionskrankheiten. Für Kinder ist es eine schwerwiegende Erkrankung, die von Zecken übertragen werden kann. Gerade im Herbst aber auch im Sommer sind die kleinen Tiere auf größeren Grasflächen zu finden, mittlerweile aber auch in kleineren Gebieten.

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Behandlungsmöglichkeiten der Borreliose bei Kindern und erklären Ihnen, wie Sie einer Erkrankung vorbeugen können. Zudem informieren wir Sie über die Symptome, an denen Sie eine Erkrankung erkennen.

1. Borreliose wird durch Zeckenbisse übertragen

Bei der Borreliose, die auch als Lyme-Krankheit bekannt ist, handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit, die häufig durch einen Zeckenbiss übertragen wird.

Kinder und Babys sind von dieser Krankheit sehr häufig betroffen. Die Anzeichen für eine Borreliose können bereits wenige Stunden nach dem Zeckenbiss, manchmal aber auch erst mehrere Wochen danach, in Erscheinung treten.

Häufig erkennen Eltern einen Zeckenbiss an einer Einstichstelle, die durch eine Hautrötung umrandet wird. Diese Hautrötung vergrößert sich mit der Zeit kreisförmig und verblasst zur Mitte hin immer stärker. Dieses Anzeichen einer Borreliose wird wandernde Röte genannt.

Nicht jeder Zeckenbiss überträgt dabei automatisch Borreliose. Statistiken gehen davon aus, dass ungefähr jede fünfte Zecke im europäischen Raum mit Borrelien infiziert ist. Als Borrelien bezeichnet man die Erreger, die unter anderem die Borreliose auslösen.

2. Die Bakterien gelangen durch Bisse in den Blutkreislauf

Borrelien sind eine Art Bakterium, welches  im Verdauungstrakt von infizierten Zecken lebt. Die Borreliose wird ausschließlich durch den Biss einer Zecke übertragen. Dabei dringen die Bakterien über die Haut ein und rufen dort die charakteristische Hautrötung hervor. Durch den Körper gelangen die Bakterien in das Blut.

Besonders häufig findet eine Ansteckung mit Borreliose im Zeitraum von Mai bis November statt. In diesen Monaten sind die Zecken auch in Deutschland besonders aktiv. Sie sitzen in hohem Gras, in Sträuchern oder ähnlichen Pflanzen und können von dort aus auf den Wirt überspringen. Mit Hilfe eines Saugapparates dringen die Zecken in die Haut ein. Dieser Vorgang dauert in etwa 10 Minuten.

Während die Zecke in die Haut eindringt, gibt Sie Speichel in die Wunde ab und saugt in diesem Moment das Blut aus der Stichstelle. Viele Kinder und auch Babys merken den Stich einer Zecke nicht, denn der Speicher enthält Schmerz- und gerinnungshemmende Substanzen. Durch das Saugen des Blutes werden die Bakterien übertragen, die eine Borreliose hervorrufen können.

3. Zecken bevorzugen die Dunkelheit

Erfahrung mit Zecken

Nach Zecken suchen ist nach einem Waldspaziergang ein Muss.

Zecken bevorzugen an menschlichen Körper dunkle Orte. Hierzu gehören die Achseln oder die Schamregion. Zecken können aber auch an jeder anderen Körperstelle sitzen und sich dort festbeißen. Deshalb sollten Eltern unbedingt die Kinder auf Zeckenbisse kontrollieren nachdem sie im Wald unterwegs waren. Ein beliebter Ort der Zecken sind auch die Haare. Zeckenspray kann vorbeugend gegen die kleinen Bisse wirken.

4. Eine runde Rötung weist auf den Zeckenbiss hin

Wird ein Kind oder ein Baby infiziert, gibt es spezielle Anzeichen dafür, dass das Bakterium in den Körper eingedrungen ist. Ein Anzeichen ist die Rötung, die zum Zeckenstich hin verblasst. An der Einstichstelle entsteht in 80% der Fälle nach wenigen Stunden eine kreisförmige Rötung. Diese breitet sich bei einer anstehenden Borreliose weiter aus.

Die Rötung selbst ist nicht schmerzhaft, juckt jedoch manchmal leicht. Man könnte Sie auch mit einem Mückenstich vergleichen.

Die Borreliose ruft die folgenden Symptome hervor:

  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schüttelfrost
  • leichtes Fieber
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • geschwollene Lymphknoten

Sollten Sie an Ihrem Kind bzw. an Ihrem Baby folgende Symptome feststellen, ist es wichtig umgehend einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann zur Diagnoseerstellung die Überweisung in ein Krankenhaus veranlassen. Für die Diagnose ist zunächst eine körperliche Untersuchung nötig. Es ist auch wichtig zu wissen, ob Sie in borrelioseinfizierten Zeckengebieten unterwegs waren.

Der Körper bildet nach einem Kontakt mit dem Borrelioseerreger Antikörper. Durch eine Blutentnahme kann schnell festgestellt werden, ob Ihr Kind Antikörper gegen die Borrelien entwickelt hat. Normalerweise sind diese Erreger bzw. die Antikörper im Blut zwei bis vier Wochen nach dem Zeckenstich zu erkennen.

Sollte der Verdacht auf eine Neuroborreliose bestehen, ist ein sofortiger Krankenhausaufenthalt wichtig. Die Neuroborreliose ist eine Eigenart der Borreliose. Um die Neuroborreliose zu diagnostizieren, ist es wichtig die Rückenmarksflüssigkeit genauer zu untersuchen. Anhand dieser Untersuchung lässt sich feststellen, ob die Bakterien bereits in das Nervensystem vorgedrungen sind.

5. Früh erkannt, bleibt Borreliose ohne Spätfolgen

Um die Borreliose erfolgreich zu behandeln, sind Antibiotika unumgänglich. Dies wird auch in den Leitlinien der Behandlungen so angegeben. Eine vollständige Genesung ohne Spätfolgen kann je nach Verlaufsform zwei bis drei Wochen dauern. Sollte die Borrelioseerkrankung nicht in einem frühen Stadium erkannt werden, können unter anderem als Spätfolgen wie z.B Arthritis und andere Komplikationen auftreten.

Vor allem Gelenkentzündungen sind eine häufige Komplikation der Borreliose. Eine weitere Spätfolge stellt die Hirnhautentzündung dar. Eine Hirnhautentzündung wird häufig bei der Neuroborreliose festgestellt. In diesen Fällen entzünden sich die Häute, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben. Die Neuroborreliose kann ganz unterschiedliche Beschwerden hervorrufen und ist deswegen sehr schwer zu charakterisieren.

Hinweis: Als Folge der Neuroborreliose können Schmerzen im Rücken, aber auch typische Schmerzen in den Schulterblättern und im Nacken auftreten. Bei Kindern tritt bei der Erkrankung durch die Neuroborreliose eine Gesichtslähmung relativ häufig auf.

6. Impfungen gegen Borreliose gibt es noch nicht

Wird Borreliose sehr schnell erkannt, ist sie im Regelfall komplikationslos heilbar. Gerade bei einer schnellen und ausreichenden Therapie verschwinden Hautrötungen und andere Anzeichen bereits sehr zügig. Die meisten Kinder genesen in kürzester Zeit ohne weitere Schäden davonzutragen.

Aktuell gibt es noch keine Impfung, die bei einer Lyme-Borreliose angewendet werden kann. Häufig gehen Eltern jedoch davon aus, dass Ihr Kind gegen Borreliose geimpft wird.  Hierbei handelt es sich jedoch um eine Verwechslung mit der FSME Impfung. Bei der FSME Impfung wird gegen die Frühsommer Meningoenzephalitis geimpft. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine von Zecken übertragbare Erkrankung, die jedoch durch Viren hervorgerufen wird und nicht durch die Bakterien – wie es bei der Borreliose der Fall ist.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (20 votes, average: 4,30 out of 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.