Die Brustentzündung – Mastitis puerperalis

frau mit brustentzündung.
  • Eine Brustentzündung, oder auch Mastitis puerperalis genannt, ist ein weit verbreitetes Problem nach der Geburt und während der Stillzeit.
  • Verletzungen und Reizungen im Bereich der Brustwarze gelten häufig als Vorstufe einer Brustentzündung.
  • In den meisten Fällen wird eine Brustentzündung durch eine Infektion mit Bakterien oder in seltenen Fällen auch mit Hefepilzen verursacht.

1. Es gibt zwei Formen der Brustentzündung

Eine Brustentzündung kann auch außerhalb der Schwangerschaft und Stillzeit auftreten

Eine Brustentzündung außerhalb der Schwangerschaft und Stillzeit wird Mastitis non puerperalis genannt. Diese tritt allerdings nur sehr selten auf.

Eine Mastitis puerperalis ist grundsätzlich als infektiöse Brustentzündung zu verstehen, welche am häufigsten 6-7 Wochen nach der Geburt auftritt. Das Hauptproblem bei einer Mastitis ist einer Stauung der Muttermilch. Die Brustdrüse ist schließlich darauf ausgelegt, diese zu bilden und zu transportieren – jedoch nicht darauf, diese abzuspeichern.

Grundsätzlich unterschieden wir zwei Formen der Mastitis puerperalis – die entzündliche und die infektiöse Mastitis. Allerdings treten beide Formen im Milchgangsystem auf und gehen mit einer Stauung der Muttermilch einher.

1.1 Die entzündliche Mastitis

Meist kommt es innerhalb der ersten 12 bis 24 Stunden nach der Verstopfung des Milchgangs zur Entstehung einer entzündlichen Mastits. Die Entzündung der Milchgänge der inneren Milchkanäle verursacht anschließend weitere lokale Beschwerden wie Schwellungen, ein Gefühl von Wärme und Berührungsempfindlichkeit.

Eine nicht behandelte entzündliche Mastits kann sich zu einer infektiösen Mastitis entwickeln.

1.2 Die infektiöse Mastitis

Durch die Entzündung kommt es zu einem Anstieg der weißen Blutkörperchen in der Muttermilch, die Anzahl der weißen Blutkörperchen bleibt dabei jedoch unverändert. Wenn es nicht innerhalb von 24-48 Stunden zur Behandlung und Entstauung der Milchkanäle, entsteht eine Infektion.

Dabei steigt die Anzahl der weißen Blutkörperchen und der Bakterien gleichermaßen an. Ist dies der Fall, kommt es zu typischen Infektionsbeschwerden wie Fieber, allgemeinem Unwohlsein und Schüttelfrost.

1.3 Mastitis non puerperalis

Eine weitere, jedoch sehr seltene Form der Brustentzündung ist die Mastitis non puerperalis, welche, unabhängig von der Schwangerschaft und der Stillzeit entsteht. Diese steht nicht im Zusammenhang mit einer Infektion durch Bakterien oder andere Erreger.

Durch hormonelle Veränderungen (z.B. in den Wechseljahren), Stress und verschiedene Medikamente kann es zur vermehrten Bildung von Sekret kommen.

Wenn dieses nicht abfließen kann, kommt es, ähnlich wie beim Milchstau, zur Entstehung einer Brustentzündung.

2. Eine Brustentzündung zeigt sich durch zahlreiche unangenehme Beschwerden

Während einer Brustentzündung fühlt sich die betroffene Brust hart und warm an. Außerdem kann die Mastitis puerperalis mit starken Schwellungen und Rötungen einhergehen. Typische Symptome einer Brustentzündung sind außerdem:

  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Schmerzen
  • Druckempfindlichkeit
  • Schüttelfrost

Während einer Brustentzündung können diese Beschwerden nur teilweise und in unterschiedlich starken Ausprägungen vorhanden sein.

3. In den meisten Fällen entsteht die Brustentzündung durch Bakterien

mutter stillt ihr baby.

Wenn Ihr Baby nicht ausreichend trinkt, könnte dies zu einem Milchstau führen, welcher wiederum eine Brustentzündung begünstigt.

Die Ursachen für eine Brustentzündung sind meist auf eine Infektion mit Bakterien oder anderen Erregern sowie eine Stauung der Muttermilch zurückzuführen. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, welche die Entstehung einer Entzündung begünstigen.

Dazu zählt vor allem Stress und Müdigkeit, welche die allgemeine Infektionsgefahr erhöhen. Außerdem können wunde oder verletzte Brustwarzen zu einer Stauung der Muttermilch führen, welche das Eindringen von Bakterien und anderen Erregern in das Milchgangsystem erleichtert.

Darüber hinaus kann die Kombination aus einem starken Milchspendereflex (Produktion von sehr viel Muttermilch) und einem Baby, das nicht viel trinkt, zu einer Stauung der Muttermilch führen. Der Grund dafür ist eine nicht vollständig entleerte Brust.

Auch Verstopfungen einzelner Milchkanäle, zu enge Still-BH’s und ausgelassene Stillmahlzeiten können die Entstehung eines Milchstaus begünstigen.

4. Die Behandlung einer Brustentzündung sollte immer durch einen Arzt erfolgen

Achtung: Um zu vermeiden, dass sich ein Abszess bildet oder die Brustentzündung chronisch wird, sollte diese immer von einem Arzt untersucht und entsprechend behandelt werden.

Um Ihre Beschwerden etwas zu lindern, eignen sich kühle Auflagen oder Quarkwickel. Darüber hinaus sollten Sie auf einen BH achten, der die Brust gut stützt, aber nicht einengt.

Die ärztliche Behandlung erfolgt entsprechend der Ursache Ihrer Brustentzündung. Dazu können folgende Medikamente zum Einsatz kommen:

  • Antibiotika
  • Dopamin-Rezeptor-Agonisten, welche die Produktion von Prolaktin (entzündungsfördernder Botenstoff) hemmen.
  • entzündungshemmende Medikamente wie zum Beispiel Antiphlogistika

Wenn die Brustentzündung mit Geschwüren, Abszessen, Fisteln oder chronischen Entzündungen einhergeht, ist eine Operation erforderlich.

5. Der Verlauf einer Brustentzündung kann sehr unterschiedlich ausfallen

beratung beim frauenarzt.

Falls sich Ihre Beschwerden trotz Therapie nicht verbessern, sollten Sie zur weiteren Diagnostik Ihren Frauenarzt aufsuchen.

Die Dauer einer Brustentzündung ist davon abhängig, wie schnell diese erkannt und entsprechend behandelt. Grundsätzlich gilt jedoch, dass eine Entzündung, die mit einer bakteriellen Infektion einhergeht, mehr Zeit für den Heilungsprozess benötigt.

Es gibt also keine spezielle Leitlinie für den Heilungsprozess einer Brustentzündung. Allgemein lässt sich sagen, dass die vollständige Heilung zwischen zwei bis sechs Wochen in Anspruch nehmen kann.

Achtung: Falls sich die Brustentzündung trotz entsprechender Therapie nicht verbessert, sollten Sie zur weiteren Diagnostik umgehend einen Arzt aufsuchen. Denn die wichtigste Differentialdiagnose ist das inflammatorische Mammakarzinom – Brustkrebs.

6. Homöopathische Arzneimittel können als unterstützende Maßnahme eingesetzt werden

Wer den Heilungsprozess unterstützen möchte, kann zu homöopathischen Arzneimitteln greifen. Erfahrungsberichte besagen, dass die drei wichtigsten homöopathischen Arzneimittel zur Behandlung einer Brustentzündung Belladonna 30, Phytolacca 30 und Hepar sulph 60 sind.

Hier finden Sie weitere Informationen zur homöopathischen Behandlung einer Brustentzündung.

Bedenken Sie jedoch, dass Homöopathie die ärztlich Therapie niemals ersetzen kann und nur als unterstützende Maßnahme angesehen werden sollte.

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