Candidose erkennen und Behandeln

Candidose tritt bei Kindern in verschiedenen Formen auf.
  • Eine Candidose ist zwar eine harmlose Erkrankung bei Babys und Kindern, muss aber dennoch konsequent behandelt werden. Bleibt sie unbehandelt, können schwerere Erkrankungen folgen, wie eine Infektion des Blutes. Was im schlimmsten Fall auch zu Leber-, Lungen- oder Hirnhautentzündungen führen kann.
  • Symptome für eine Pilzerkrankung im Darm sind wässrige Durchfälle, häufige Bauchschmerzen und Lebensmittelunverträglichkeiten. Bei Kindern ist oft nicht nur die Darmtätigkeit beeinträchtigt, sondern sie äußern auch Unwohlsein, müssen sich erbrechen und haben einen wunden Po.
  • Um die Pilzerkrankung zu behandeln, werden pilztötende Medikamente (Antimykotika) eingesetzt. Beim Mundsoor verschreibt der Arzt Tropfen oder eine Suspension. Sind Hautstellen betroffen, unterstützen Salben, Cremes und Zäpfchen den Heilungsprozess.

Einen wunden Po macht jeder Säugling oder jedes Kleinkind mal durch. Dabei fördern das feucht-warme Klima unter der Windel, der Hautkontakt mit Stuhl und Urin sowie die mechanische Reizung durch die Windel die Entzündung. Dieses sind die besten Voraussetzungen für Infektionen mit Hefepilzen, wie Candida albicans. Pilze bilden eine große und artenreiche Gruppe von Lebewesen, die auch in unserer natürlichen Umgebung überall vorkommen. Da das Immunsystem von Säuglingen und Kleinkindern noch nicht vollständig ausgebildet ist, finden Hefepilze günstige Wachstumsbedingungen vor. In unserem Ratgeber erfahren Eltern, was sie bei Hefepilzerkrankungen ihrer Kinder tun können.

1. Was ist eine Candidose?

Der Hefepilz Candida albicans ist ein Pilz, der im Darm vorkommt. Er ist harmlos und verursacht auch keine Probleme, solange die Menge der Pilze im Gleichgewicht ist. Erst wenn die Pilze sich vermehren, kann es zu einer Erkrankung, wie Candidose kommen. Eine Candidose kann sowohl im Darm als auch im Mund oder Windelbereich des Kindes auftreten.

1.1 Candidose im Darm

Baby beim Windeln wechseln

Candidose im Darm bei Säuglingen.

Eine Candidose im Darm kann entstehen, wenn das Immunsystem nach einem Infekt noch geschwächt ist. Der Hefepilz Candida albicans vermehrt sich daraufhin und es kommt zu einer Pilzerkrankung im Darm. Ist die Darmflora gesund, kann sich der Hefepilz nicht vermehren. Erst wenn die Darmflora nicht richtig arbeitet, vermehrt sich der Hefepilz und es kommt zu einer Darmerkrankung.
Symptome für eine Pilzerkrankung im Darm sind wässrige Durchfälle, häufige Bauchschmerzen und Lebensmittelunverträglichkeiten. Bei Kindern ist oft nicht nur Darmtätigkeit beeinträchtigt, sondern sie äußern auch Unwohlsein, müssen sich erbrechen und haben einen wunden Po.
Da der Hefepilz mit der täglichen Nahrung aufgenommen wird, ist es nicht möglich, Kinder vor einer Candidose zu schützen. Ist der Darm des Kindes allerdings befallen, ist eine konsequente Behandlung besonders wichtig.
Die Behandlung erfolgt mit Antimykotika, also Antipilzmitteln. Außerdem muss eine ganzheitliche Behandlung dafür sorgen, dass sich die Anzahl der Hefepilze im Darm wieder auf ein Normalmaß einpendeln, die Darmflora saniert wird und das Immunsystem stabilisiert wird.
Auch die Ernährung ist ein wesentlicher Baustein in der Behandlung einer Pilzerkrankung im Darm. Enthält die Nahrung viel Zucker, Kohlenhydrate, hefehaltige Produkte oder Milchprodukte kann sich der Hefepilz besonders gut vermehren. Deswegen sollten diese Produkte während der Behandlung gemieden werden.

1.2 Weitere Erscheinungsformen: Windelsoor und Haut Candidose

Weißer Belag auf der Zunge ist typisch für Mundsoor.

Weißer Belag auf der Zunge ist typisch für Mundsoor.

Neben dem Darm können auch andere Bereiche von einer Candidose betroffen sein. Sie kann sich im Mund, bzw. auf der Zunge zeigen. Dann spricht man vom Mundsoor.
Die Haut in der Windelregion ist besonders beansprucht, weil sie häufiger mit Urin und Stuhl in Kontakt kommt. Deswegen kann es auch im Windelbereich oder bei Mädchen an der Scheide zu einer Candidose kommen. Die Rede ist dann von einem Windelsoor. Beim Vaginal- und Windelsoor kommt es zu Juckreiz, Brennen, sowie Hautrötungen in Form von roten Pusteln mit feinen weißen Rändern. Nicht selten sind auch offene Hautstellen und Schuppungen, die sich innerhalb weniger Stunden im Windelbereich ausbreiten.
Tritt die Candidose auf der Haut auf, kommt es zu Rötungen und Ausschlag. Auch im Mund können sich die Pilze ausbreiten. Typisch für einen Mundsoor sind weißliche Ablagerungen, also ein weißer Belag auf der Mundschleimhaut und der Zunge. Dieser Belag lässt sich nicht abwischen, das Kind hat Schmerzen und Schwierigkeiten beim Trinken. Oft nimmt man auch einen unangenehmen Geruch aus dem Mund wahr.

2. Pilzerkrankungen und ihre Ursachen

Der Hefepilz Candida albicans ist die Ursache für die Krankheit Soor. Dieser Hefepilz findet sich im Darm vieler Menschen. Ist das Immunsystems geschwächt, vermehrt sich der Hefepilz innerhalb kurzer Zeit zunehmend und es kommt zu einer Erkrankung, wie Soor. Candida albicans fühlt sich in einer feucht-warmen Umgebung besonders wohl, weshalb er häufig im Mund, unter feuchten Stilleinlagen oder im Windelbereich vorkommt. 6 Monate alte Babys oder jüngere haben oft noch ein schwach entwickeltes Immunsystem. Deswegen sind Säuglinge und Kleinkinder häufiger von Pilzerkrankungen betroffen.

3. So bekommen Sie den Pilz in den Griff

Creme gegen Pilzerkrankungen.

Bei einer Candidose werden pilztötende Medikamente eingesetzt.

Um die Pilzerkrankung zu behandeln, werden pilztötende Medikamente (Antimykotika) eingesetzt. Die häufigsten Wirkstoffe sind dabei Nystatin und Clotrimazol. Beim Mundsoor verschreibt der Arzt Tropfen oder eine Suspension. Sind Hautstellen betroffen, unterstützen Salben, Cremes und Zäpfchen den Heilungsprozess. Oft findet auch eine Übertragung von der Mutter auf das Kind statt. Sind die Brustwarzen der Mutter betroffen, steckt sich das Baby beim Stillen an. Werden die Babys noch von der Mutter gestillt, dann muss auch die Mutter mit behandelt werden. Um eine immer wiederkehrende Neuinfektion zu unterbinden, ist die Gabe von Antibiotika sinnvoll.

4. Vorbeugende Maßnahmen – Pilzerkrankungen vermeiden

Eine häufige Ursache für Soor Infektionen sind entzündete Brustwarzen. Ist dies der Fall sollten Mütter häufig die Stilleinlagen wechseln, um ein feuchtes Milieu zu vermeiden. Auch der Windelbereich des Babys muss trocken gehalten werden. Deswegen ist häufiges Windelwechseln besonders wichtig, um eine Soor-Infektion vorzubeugen. Eine gute Hygiene und Sauberkeit sollten im Umgang mit dem Baby selbstverständlich sein. Das bedeutet regelmäßiges Händewaschen, sowie Desinfektion sämtlicher Gegenstände (z.B. Schnuller, Trinkflaschen, Beißringe, etc), die das Baby in den Mund nimmt. Ein auf den Boden gefallener Schnuller sollte abgewaschen werden.

5. Ernährung bei einer Candidose: Welche Nahrungsmittel sind erlaubt?

Fröhliches Baby umringt von Obst und Gemüse.

Gesunde Ernährung beachten bei der Behandlung von Pilzerkrankungen.

Sind Kinder an einer Candidose erkrankt sollten Süßigkeiten, süßes Obst, Fruchtsäfte, Weißmehl und hefehaltige Lebensmittel vom Speiseplan gestrichen werden. Stattdessen sind Lebensmittel, wie Gemüse, Naturreis, Hirse und anderes ganzes Getreide, Fisch, Fleisch, Eier und Hülsenfrüchte empfehlenswert.

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