Durchfall bei Kindern: Wie Sie richtig reagieren

Durchfall Kinder
  • Je nach Schwere und Dauer kann Durchfall harmlos oder ein Symptom einer Erkrankung sein.
  • Oft sind Infekte mit Bakterien und Viren die Ursache. Mit dem Abklingen der Krankheit vergeht auch der Durchfall.
  • Säuglinge mit Durchfall sind schnell von Austrocknung bedroht, weshalb hier schnell gehandelt werden muss.

Als Durchfall (Diarrhoe) wird der Stuhl bezeichnet, wenn er besonders flüssig ist und es mehr als drei Stuhlgänge pro Tag gibt. Je nachdem wie lange der Durchfall bei Kindern anhält und wie er beschaffen ist, kann es sich um eine harmlose Erscheinung oder eine behandlungspflichtige Erkrankung handeln.

In diesem Ratgeber geben wir Ihnen einen Überblick über die häufigsten Krankheitsbilder. Zudem bekommen Sie Tipps, was bei Durchfall zu tun ist.

1. Ursachen für Durchfall sind häufig Viren

1.1. Durchfall bei Infekten

Insbesondere Kinder ab 1 Jahr bis hin zu 5 Jahren können immer wieder kurzzeitig Durchfall haben. Wenn in der kalten Winterzeit verschiedene Viren in der Kita umgehen, haben Kinder immer wieder Infekte, die mal mehr, mal weniger ausgeprägt sind.

Was hilft bei Durchfall?

Durchfall ist ein Symptom bei Infekten.

Bei Kindern tritt Durchfall  in diesen Fällen als Nebenerscheinung von Erkältungen, leichten Mittelohrentzündungen oder einem fiebrigen Infekt auf. Er kann sich länger als 3 Tage halten. Ist der Durchfall seit 4 Tagen gleich stark, in jedem Fall aber spätestens nach einer Woche Durchfall bei älteren Kindern, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Mit dem Abklingen der Erkrankung verschwindet auch der Durchfall wieder. Besonders häufig ist Durchfall bei Kindern in Verbindung mit einer Magen-Darm-Infektion. Mit Erbrechen, Bauchweh und Fieber ist der Durchfall hier besonders kritisch einzustufen, weil es insbesondere bei kleinen Kindern schnell zur Austrocknung führen kann.

Typischer Auslöser für Durchfall bei Kindern im Kitaalter sind Rotaviren und Noroviren, die Darminfektionen auslösen. Je jünger das Kind ist, desto schneller sollte ein Arzt konsultiert werden.

1.2. Durchfall bei Allergien/Unverträglichkeiten

Milch und Gluten können Durchfall verstärken

Allergien und Intoleranzen können zu Bauchschmerzen führen.

Treten bei Kindern regelmäßig Durchfälle auf, sollte eine Nahrungsmittelunverträglichkeit  oder eine Allergie als Auslöser in Betracht gezogen werden. Es lohnt sich, eine Zeit lang den Speiseplan des Kindes genaustens zu beobachten, um die mögliche Ursache ausfindig zu machen.

Leiden Säuglinge und Kleinkinder unter Durchfall, steckt oftmals eine Lebensmittelallergie dahinter. Dann reagieren die Kinder speziell auf Lebensmittel wie Kuhmilch, Fisch, Soja, Weizen, Hühnereier und Nüsse allergisch. Neben Durchfall können Symptome wie Hautveränderungen (z.B. Flecken, Rötungen und schuppige Haut), Übelkeit und Erbrechen auftreten.

Um die allergischen Reaktionen zu verhindern, müssen Lebensmittel, welche die auslösenden Stoffe enthalten, gemieden werden. Lebensmittelallergien bei Kindern verschwinden oft bis zum Schuleintritt.

1.3. Durchfall ohne weitere Symptome

Lebensmittelkennzeichnung

Laut der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung müssen häufige Auslöser für Allergien und Unverträglichkeiten auf dem Lebensmitteletikett angegeben werden.

In den ersten Lebensjahren, vor allem bei Kindern ab 2 Jahre, tritt Durchfall sehr häufig auf, obwohl sie vielleicht sonst gesund sind. Zu viel Obst kann schnell zu vermehrten hellen oder wässrigen Stuhl führen. Bei einem hohen Verzehr von Brokkoli oder Grünkohl kann der Stuhl sich grün färben. Das sieht spektakulär aus, ist aber harmlos.

Manchmal ist Durchfall bei Kindern auch ein Anzeichen für vermehrten Stress. Durchfall ohne Symptome ist insofern harmlos, wenn er nach kurzer Zeit nachlässt und sich wieder ein normaler Stuhlgang einstellt. Bei nervösem Durchfall werden oft Globuli empfohlen.

Tipp: Werden Babys voll gestillt, kann der Stuhl grundsätzlich sehr dünn sein. Dieser Muttermilchstuhl ist völlig normal und muss nicht ärztlich behandelt werden.

1.4. Durchfall als Symptome für andere Erkrankungen

Durchfall bei Kindern kann auf eine Glutenunverträglichkeit hindeuten

Zöliakie: Glutenhaltige Lebenmittel müssen gemieden werden.

Ein übelriechender und manchmal fettglänzender Stuhl weist auf eine Glutenunverträglichkeit hin. Hierbei reagieren Kinder wie Erwachsene auf glutenhaltige Lebensmittel wie Vollkornbrot oder Zwieback. Bei Kindern tauchen Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Müdigkeit oder ein aufgeblähter Bauch erstmals nach drei bis sechs Monaten nach dem Beginn der Aufnahme von festen Lebensmitteln auf.

Wird eine Glutenunverträglichkeit festgestellt, müssen glutenhaltige Lebensmittel gemieden werden. Durchfall kann auch eines der Symptome bei einer Lebensmittelvergiftung oder einer Salmonelleninfektion sein. Bei beiden Erkrankungen treten neben durchfallartigen Krämpfen Erbrechen und Bauchschmerzen auf.

2. Wann Durchfall für Babys und Kinder gefährlich wird

Es kommt auf den gesundheitlichen Zustand und das Alter des Kindes an, ob eine Durchfallerkrankung behandelt werden muss.

Glutenunverträglichkeit

Bei der Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) reagieren die Betroffenen auf das Klebereiweiß Gluten. Glutenhaltige Lebensmittel müssen gemieden werden, um Reaktionen wie Durchfall und Übelkeit zu verhindern.

  • Säuglinge: Wenn Babys unter Durchfall leiden, sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Kommt Erbrechen hinzu, ist der Stuhl weiß oder hält der Durchfall länger als sechs Stunden an, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
  • Kindergartenkinder: In diesem Alter treten immer wieder Infektion auf, die von Durchfall begleitet werden. Bei ansteckenden Darminfektionen wie dem Noro-Virus sollten sie für mindestens 48 Stunden zu Hause bleiben.
  • Schulkinder: Fruchtsäfte, die Tüte Trockenobst oder andere abführende Lebensmittel – ab einem Alter von 6 oder 7 Jahren können ganz harmlose Ursachen hinter einmaligem Durchfall stecken. Die kleinen Naschkatzen müssen erst lernen einzuschätzen, dass manche Lebensmittel und Süßigkeiten eher in kleineren Portionen genossen werden sollten.

Achtung: Das gilt für jedes Alter: Sobald neben Durchfall auch Erbrechen, Fieber oder Blut und Schleim im Stuhl auftritt, sollte ein Arzt konsultiert werden.

3. Was hilft bei Durchfall? Richtig essen und trinken

Ob leichter oder schwerer Durchfall, ein paar Hausmittel können die Genesung in den meisten Fällen beschleunigen.

3.1. Bei Durchfall richtig essen

Richtiges Essen ist oft das beste Medikament.

Haferschleim und Banane können bei Durchfall gegessen werden.

Um den Magen und Darm nicht weiter zu reizen und bei der Heilung zu unterstützen, sollten Betroffene für ein paar Tage auf Schonkost umsteigen: Keine fettigen Lebensmittel, wenig Salz und Zucker, keine starken Gewürze. Diese Gerichte und Lebensmittel unterstützen den Heilungsprozess:

  • Weißbrot oder Toast
  • Haferschleim ohne Milch, dafür mit geriebenen Apfel
  • Zwieback
  • Banane
  • Kartoffelbrei (ohne Milch)
  • gedünstete Möhren

3.2. Kräutertee gegen Durchfall

Wer Kräutertee trinkt, nimmt zum einen viel Flüssigkeit auf, zum anderen lässt er die natürlichen Heilkräfte der Kräuter wirken. Pro Tasse reichen zumeist ein bis zwei Blätter des jeweiligen Krautes. Auf der Verpackung der Arzneitees finden sich genauere Angaben.

Hausmittel wie Tee helfen bei Durchfall.

Kräuter unterstützen den Körper bei der Heilung.

  • Salbei beruhigt Magen und Darm und wirkt desinfizierend
  • Fenchel, Anis und Kümmel sind der Klassiker gegen Magen-Darm-Beschwerden und lindern neben Durchfall auch weitere Symptome wie Blähbauch, Magenschmerzen und Übelkeit
  • Brombeerblätter wirken entzündungshemmend und töten Bakterien und Viren ab. Deshalb hilft ein Aufguss besonders bei Viruserkrankungen.
  • Kamille wird krampflösend und kann so insbesondere krampfhafte Durchfälle bei Magen-Darm-Grippe oder einer Lebensmittelvergiftung lindern.
  • Nach einer Durchfallerkrankung helfen Gänsefingerkraut und Ringelblume bei Wiederaufbau der Darmschleimhaut.
  • Bei etwas schwereren Durchfällen können Medikamente mit Hefekulturen oder Kohle-Tabletten aus der Apotheke helfen. Die Einnahme sollte jedoch zuvor mit einem Arzt abgesprochen werden.

Wenn Kinder durch anhaltenden Durchfall Schmerzen am Po haben, können Eltern vorsichtig eine zinkhaltige Creme auftragen.

Dos  Don’ts
Bettruhe: Um den Körper zu schonen, sollten Kinder die Füße hochlegen oder sich bei ruhigen Spielen entspannen. Essen: In der ersten akuten Phase sollte auf feste Nahrung verzichtet werden. Der Körper und insbesondere der Darm sind jetzt mit der Heilung beschäftigt, wobei die Verdauung von festen Lebensmitteln nur stört.
Viel trinken: Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, muss viel getrunken werden. Ein Strohhalm macht das Trinken für jüngere Kinder unterhaltsamer. Milch: Fetthaltige Milch kann den Durchfall noch verschlimmern. Insbesondere bei Viruserkrankungen kann es zu einer sekundären Laktoseintoleranz kommen – ein zweiter Grund, um auf Milchprodukte während Durchfallerkrankungen zu verzichten.
Elektrolyte: Mit dem Durchfall verliert der Körper auch wichtige Mineralstoffe. Deshalb sollte Kindern mit Wasser oder verdünntem Tee auch eine Prise Salz und etwas Traubenzucker verabreicht werden. Eine Alternative bei schwereren Verläufen sind Elektrolytmischungen, die es in der Apotheke gibt. Abstillen: Wenn ein Säugling Durchfall bekommt, müssen Mütter nicht abstillen. Zumeist steckt ein leichter Infekt dahinter. Das Baby kann in dieser Zeit öfters angelegt werden, wodurch der Flüssigkeitsverlust wieder ausgeglichen wird.

Nach dem Durchfall: Nahrungsaufnahme wieder beginnen

Durchfall bei Kindern

Kinder sollten bei Durchfall ruhen.

Ist die akute Phase nach leichtem Durchfall abgeklungen, können Kinder wieder normale Nahrung zu sich nehmen. War der Auslöser ein Magen-Darm-Infekt oder eine Salmonellenerkrankung lohnt es sich, die Menge der Nahrung langsam zu steigern und in den ersten Tagen besonders fetthaltige Lebensmittel zu meiden. So haben Darm und Bauch genügend Zeit, sich zu regenerieren und den natürlichen Schutz der Schleimhäute wieder aufzubauen.

Ab wann Kinder nach Durchfall-Erkrankungen wieder in die Kita gehen können, hängt vom allgemeinen Gesundheitszustand ab. Bei ansteckenden Krankheiten und nach der Verabreichung von Antibiotika sollte der Arzt beurteilen, wann der Kitabesuch wieder möglich ist.

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