Elterngeld für Alleinerziehende – das steht Ihnen zu

elterngeld für alleinerziehende-test
  • Elterngeld für Alleinerziehende ist ebenso möglich wie für Paare.
  • ElterngeldPlus kann man doppelt so lange bekommen wie Basiselterngeld.
  • Wenn man alleinerziehend Elterngeld beantragt, hat man meist auch Anspruch auf die zwei Monate Elterngeld des Partners, die ein Pärchen bekommen würde

Ungefähr sechs Prozent aller Menschen in Deutschland sind ein alleinerziehender Elternteil, wobei rund 90 Prozent von ihnen Mütter sind. Viele Mütter und Väter wollen Elterngeld beantragen. Es gibt auch Elterngeld für Alleinerziehende. Aber wann, in welcher Höhe und wie lange gibt es das Elterngeld für Alleinerziehende? Und was ist Elterngeld für Alleinerziehende eigentlich? Auf diese Fragen geht dieser Artikel ein.

1. Was Elterngeld eigentlich ist

Elterngeld für Alleinerziehende und andere Eltern ist grundsätzlich eine staatliche Leistung. Sie ist für Eltern von Babys und Kleinkindern vorgesehen. Elterngeld soll es für Eltern einfacher machen, sich selbst um ihr Kind zu kümmern.

Dabei ist es die Absicht des Gesetzgebers, einen finanziellen Ausgleich zu ermöglichen, wenn Eltern nach der Geburt des Kindes weniger Einkommen haben. Weniger Einkommen ist meist dann der Fall, wenn die Mutter oder der Vater dann gar nicht oder weniger arbeitet. Hierfür muss ein Nachweis erbracht werden.

Elterngeld soll dabei helfen, die finanzielle Grundlage für die Familie zu sichern. Auch Väter und Mütter, die vor der Geburt kein Einkommen hatten, dürfen Elterngeld beziehen. Mehr Infos zum Elterngeld erfahren Sie in diesem Beitrag der Stiftung Warentest:

1.1. Die drei Formen von Elterngeld

Es gibt drei verschiedene Formen von Elterngeld:

  • Basiselterngeld kann für jeden Lebensmonat des Kindes bis zu einem Jahr beantragt werden, also bis zu 12 Monate bzw. 14 Monate inklusive Partnermonate.
  • ElterngeldPlus kann zweimal so lange ausgezahlt werden wie das Basiselterngeld, also bis zu 28 Monate. Dann erhält man statt Basiselterngeld für einen Lebensmonat des Kindes Elterngeld Plus für zwei Lebensmonate. Der bewilligte Betrag wird also auf zwei Monate verteilt.
  • Den Partnerschaftsbonus erhalten Sie zusätzlich zum ElterngeldPlus, wenn Sie Ihr Kind in vier nacheinanderfolgenden Monaten mit Ihrem Partner gemeinsam betreuen. Hierfür müssen Sie beide Teilzeit arbeiten (25 – 30 Stunden in der Woche).
  • Wenn beide Partner Elterngeld wollen und mindestens einer der beiden seit der Geburt des Kindes weniger verdient, hat man Anspruch auf zwei zusätzliche Monate. Diese heißen Partnermonate.

Bei Elterngeld Plus können Sie insgesamt mehr Geld erhalten als beim Basiselterngeld, und zwar durch den Partnerschaftsbonus. Sie können aber auch die verschiedenen Formen des Elterngeldes miteinander verknüpfen.

1.2. Wer kann Elterngeld beantragen?

Sie können einen Antrag auf Elterngeld stellen, wenn Sie…

  • … Ihr Kind selbst versorgen.
  • … mit Ihrem Baby oder Kleinkind in einer Haushaltsgemeinschaft leben.
  • … sich in einem Angestelltenverhältnis befinden oder selbstständig sind.
  • … entweder überhaupt nicht oder höchstens 30 Stunden in der Woche arbeiten.
  • … in der BRD leben.

1.3. Die Höhe des Elterngeldes

homeoffice und elterngeld alleinerziehend

Das Homeoffice ist für viele alleinerziehende Mütter eine gute Lösung.

Um zu berechnen, wie viel Elterngeld Sie bekommen werden, muss der Nachweis für folgende Aspekte erbracht werden:

  • ob Sie ein Kind oder Mehrlinge bekommen haben.
  • die Höhe Ihres bisherigen Einkommens.
  • die Höhe Ihres Einkommens während der Zeit, in der Sie Elterngeld beziehen.
  • ob Sie schon weitere kleine Kinder haben.

Das Basiselterngeld bewegt sich zwischen 300 und 1.800€ im Monat, das Elterngeld Plus zwischen 150 und 900€ im Monat. Außerdem gibt es den Anspruch auf Zuschläge für Zwillinge, Mehrlinge und Geschwister. Einen Anspruch auf den jeweils niedrigsten Betrag (300 bzw. 150€) besteht auch dann, wenn man vor der Geburt kein Einkommen hatte.

2. Elterngeld für Alleinerziehende

alleinerziehend elterngeld steuern

Für Alleinerziehende gibt es im Bereich Steuern den Entlastungsbetrag.

Elterngeld für Alleinerziehende gibt es nur, wenn Sie den Nachweis erbringen, dass Sie alleinerziehend sind. Dies ist dann der Fall, wenn der andere Elternteil nicht mit Ihnen zusammen wohnt und auch nicht mit dem Kind. Ferner sollte man aus steuerlicher Sicht als alleinerziehend gelten, also den Entlastungsbetrag bekommen. Das Finanzamt oder ein Steuerberater können Ihnen sagen, ob Sie Anspruch auf den Entlastungsausgleich für Alleinerziehende haben.

Wichtig ist, dass Sie in Bezug auf das Elterngeld für Alleinerziehende auch dann als alleinerziehend gelten, wenn es dem anderen Elternteil nicht möglich ist, das Kind zu versorgen. Hierfür brauchen Sie einen medizinischen Nachweis. Auch wenn eine Versorgung durch den anderen als gefährlich für das Kindswohl angesehen wird, kommt das Elterngeld für Alleinerziehende für Sie infrage.

Wenn Sie alleinerziehend Elterngeld beantragen möchten, ist dies durchaus möglich. Es gibt Elterngeld für Alleinerziehende, genau so wie für Paare. Sie müssen hierfür die gleichen Bedingungen erfüllen. Ist dies der Fall, steht Ihnen das vollständige Elterngeld zu, also auch die Partnerschaftsmonate und – beim ElterngeldPlus – der Partnerschaftsbonus.

Wenn Sie mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner zusammenleben, diese/r aber nicht der andere Elternteil ist, gelten Sie nicht als alleinstehend. Sie können dann den Nachweis erbringen, dass es sich bei der Wohngemeinschaft nicht um eine eheähnliche Gemeinschaft handelt. So können Sie ggf. Elterngeld für Alleinstehende bekommen.

3. Weitere Fakten zum Elterngeld für Alleinerziehende

Alleinerziehende, die mehr als 250.000€ im Jahr verdienen, verlieren dadurch den Anspruch auf Elterngeld.

elterngeld_alleinerziehend_jobsuche

Eine alleinerziehende Mutter sucht einen Job.

Wenn Sie als alleinerziehende Mutter oder alleinerziehender Vater Hartz IV beziehen, also Arbeitslosengeld II, dann dürfen Sie ein Basiselterngeld von 300€ bekommen. Allerdings gilt dieses Elterngeld als Einkommen und wird auf entsprechend anteilig vom Hartz IV abgezogen. Meist sind bei Hartz IV die ersten 100€ Einkommen anrechnungsfrei. Von allem, was darüber liegt, werden 80 Prozent abgezogen. Immerhin lässt sich der Hartz-IV-Betrag aber so etwas aufstocken.

Es ist durchaus möglich, Elterngeld nachträglich zu bekommen. Dies geht aber nur für die letzten drei Lebensmonate des Kindes vor dem Lebensmonat des Antrages.

Sie wollen ganz genau wissen, wie viel Elterngeld Ihnen zusteht? Dann benutzen Sie den Elterngeldrechner des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

4. Wie Sie den Nachweis erbringen, dass Sie alleinerziehend sind

Wenn Sie den Nachweis erbringen wollen, dass Sie alleinerziehend sind, werden auf folgende Eigenschaften geachtet:

  • Der Hauptwohnort des Kindes wird in Betracht gezogen; dieser muss bei Ihnen sein.
  • Wenn Ihr Kind bei Ihrer Expartnerin oder Ihrem Expartner auch einen Wohnsitz hat, muss es mindestens 70 Prozent seiner Zeit in Ihrem Haushalt wohnen.
  • Wenn die Prozentzahl in Ihrem Fall unter 70 Prozent liegt, dürfen Sie nicht die Partnermonate beanspruchen und erhalten lediglich das Basiselterngeld.

Die frühere Regelung, dass man alleinerziehend nur dann die Partnermonate beanspruchen können, wenn man das alleinige Sorgerecht hat, wurde abgeschafft. Ob ein gemeinsames Sorgerecht oder alleiniges Sorgerecht vorliegt, ist so gesehen nicht wichtig. Es reicht vollkommen aus, wenn Sie nachweisen, dass das Kind zu mindestens 70 Prozent bei Ihnen lebt und Sie keinen Partner haben.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (60 votes, average: 4,20 out of 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.