Elterngeld Plus: Der Bonus für Teilzeit

paar sitzt vor rechner und prueft bezuege
  • Mit dem Elterngeld Plus erhält man wertvolle Partnermonate als Partnerschaftsbonus.
  • In der Elternzeit dürfen die Eltern zwischen 25 und 30 Stunden in der Woche ihr Einkommen zum Elterngeld dazuverdienen.
  • Elterngeld Plus lässt sich beliebig mit dem Basiselterngeld kombinieren.

2015 wurde das Elterngeld noch einmal per Gesetz reformiert. Seitdem gibt es auch das ElterngeldPlus. Diese Änderungen sind vor allem für die Eltern interessant, die parallel zu ihrer Elternzeit in Teilzeit arbeiten.

Wie lange kann man Elterngeld Plus beziehen? Die Dauer der Elternzeit kann sich zwischen vier bis 32 Monate verlängern. Auch für die Eltern, die sich die Elternzeit untereinander aufteilen möchten, ist das Elterngeld Plus eine interessante Alternative zum Basiselterngeld. Die beiden Möglichkeiten lassen sich auch gewinnbringend kombinieren.

Viele Eltern lassen sich von den unterschiedlichen Begriffen abschrecken. Mit einigen Kniffen und Tipps lässt sich jedoch auch das Elterngeld Plus einfach beantragen.

Wir zeigen, wer vom ElterngeldPlus besonders profitiert und in welchen Situationen sich das Elterngeld Plus besonders lohnt.

1. Fakten zum Elterngeld Plus

Die Fragen „Seit wann gibt es das?“ und “was ist das?“ werden noch in vielen Elternforen gestellt. Dabei ist das Elterngeld Plus per Definition recht simpel. Elterngeld Plus gestaltet die Elternzeit für die Eltern noch einmal flexibler. Der Unterschied zwischen der einfachen Elterngeld und Elterngeld Plus ist dabei leicht erklärt. Mit dem Elterngeld Plus werden die Eltern speziell gefördert, die parallel in Teilzeit arbeiten.

1.1. Elterngeld Plus unterstützt die Teilzeittätigkeit

Familie mit zwei kindern vor einem taschenrechner

Elternzeit Plus ist beliebig mit dem Basiselterngeld kombinierbar.

Mit dem vorherigen Elterngeld war es für die meisten Eltern wenig lukrativ parallel zur Elternzeit wieder zu arbeiten. Dabei entspricht es jedoch der Lebensrealität vieler Eltern, dass man zumindest gegen Ende der Elternzeit langsam wieder beruflich einsteigt. Ein solcher Einstieg mit reduzierter Stundenzahl war zuvor jedoch finanziell durch hohe Abzüge wenig interessant.

Außerdem war auch die Dauer von gerade einmal 12 Monaten Elternzeit nicht immer ausreichend. Für ein im Februar geborenes Kind benötigt man bei einem normalen Krippenstart bereits fünf zusätzliche Monate Elternzeit. Zwei weitere Monate als Übergang für einen sanfteren Krippenstart würden ebenfalls entlastend wirken.

Einen Geschwisterbonus erhalten die Eltern, die entweder ein Kind unter drei Jahren haben oder zwei weitere Kinder unter sechs Jahren.

ElterngeldPlus kann man auch nachträglich beantragen.  Wichtig ist hier auch die klare und offene Kommunikation mit dem Arbeitgeber. Die Erfahrungen zeigen, dass das Modell gerade für den Vater eine interessante Möglichkeit bietet anders am Familienalltag teilzunehmen.

Achtung: Während der Elternzeit läuft die Krankenversicherung bei vielen als Familienversicherung günstiger. Erkundigen Sie sich hier, welche Möglichkeiten Sie haben.

1.2. Aus eins mach zwei

Mit dem Elterngeld Plus kann man die Monate des Basiselterngeldes einfach verdoppeln. Statt 12 Monaten hat man damit für eine Dauer von 24 Monaten Elterngeld. Entscheidend ist dabei die Teilzeittätigkeit.

Wer zusätzlich noch gemeinsam mit seinem Partner vier Monate lang parallel zwischen 25 und 30 Stunden in der Woche arbeitet, erhält noch den Partnerschaftsbonus. Hierbei handelt es sich um weitere vier Monate Elterngeld Plus mit reduzierter Arbeitszeit.

Kombiniert man als Paar so gemeinsam das Basiselterngeld mit dem Elterngeld Plus kann man bis zu 32 Monate Elterngeld erhalten.

Achtung: Alleinerziehende haben übrigens Anspruch auf die gesamte Zeit der Partnerschaftsbonus-Monate.

Wieder schwanger

Zunehmend mehr Paare entscheiden sich dafür, ihre Kinder mit kürzeren Abständen zu bekommen. Aber wie sieht es im Falle einer erneuten Schwangerschaft mit den Bezügen speziell im Mutterschutz aus?

Die neuen Mutterschaftsleistungen werden als Einkommensersatzleistungen auf das Elterngeld des älteren Kindes. Bezieht man Basiselterngeld für das ältere Kind, gilt ein Anrechnungsfreibetrag von 300 Euro. Diese erhält man dementsprechend zusätzlich zu den Mutterschaftsleistungen für das jüngere Kind. Beim ElterngeldPlus hat man einen Anrechnungsfreibetrag in Höhe von 150 Euro.

Bei Zwillingen oder Mehrlingen erhöht sich der Mehrlingszuschlag für das zweite Kind beim Bezug von Basiselterngeld um 300 Euro. Jedes weitere Kind erhält den gleichen Anrechnungsfreibetrag. Beim ElterngeldPlus hat man pro Kind einen Anrechnungsfreibetrag von 150 Euro.

1.4. Voraussetzungen für Elterngeld Plus

frau zahlt an der kasse mit karte

Elterngeld Plus: Interessant für arbeitende Eltern.

Anspruch auf Elterngeld Plus haben alle Eltern, die parallel zu ihrer Elternzeit in Teilzeit arbeiten. Ob es sich dabei um Freiberufler, Selbstständige, Angestellte oder Beamte handelt, ist dabei erst einmal egal.

Da man mit der Arbeitszeit für einen Minijob in der Regel unter der benötigten Arbeitszeit von 25 Wochenstunden bleibt, würde hier kein Anspruch auf Elternzeit Plus bestehen. Bei einem solchen 450-Euro Job sollte man in der Elternzeit genau schauen, wie die Abzüge hier aussehen und ob sich das rechnet.

Generell gilt auch bei einem einfachen Nebenjob – die Stundenzahl ist entscheidend für den Anspruch auf ElterngeldPlus. Geben Sie bei Ihrer Erklärung alles ehrlich an der entsprechenden Stelle im Formular an. Zusätzliches Betreuungsgeld, Wohngeld und weitere Zuverdienste werden als Abzüge gerechnet. Das Kindergeld wird nicht zu den Abzügen gerechnet.

Eltern, die Harzt 4 beziehen und dementsprechend nicht arbeiten, können zwar den Mindestsatz von 300 Euro beim Elterngeld beziehen. Sie können jedoch nicht das Elterngeld Plus beziehen.

2. Rechenbeispiele für Elternzeit Plus

ElterngeldPlus bietet viele Vorteile für arbeitende Eltern. Nachteile ergeben sich dann, wenn ein höheres Einkommen als das Gehalt im Bemessungszeitraum erzielt wird und es zu Abzügen kommt.

Wieviel Elterngeld man erhält, lässt sich einfach berechnen. Hierbei soll nun die Frage beantwortet, für wen sich ElternzeitPlus am meisten lohnt. Um dies anschaulicher zu gestalten, stellen wir Euch ein paar Rechenvarianten vor.

Achtung: Da sich das Elterngeld Plus von dem normalen Elterngeld aus berechnet, kann es sich lohnen, die Steuerklassen vorab zu tauschen. Denn nur so verringert sich der Abzug von Steuern und der Rechenbetrag für das Elterngeld steigt.

Sie haben am 1.2.2018 Ihr Kind bekommen. Sie wollen die ersten sechs Monate Ihr Kind vollständig zuhause betreuen. Danach möchten Sie mit 25 Stunden in der Woche wieder in Ihren Beruf einsteigen (Nettoeinkommen sind dabei 1.000 Euro). Das Einkommen vor der Geburt lag dabei bei 2.200 Euro netto.

Rechner:

  • Basiselterngeld: 65% * 2.200 = 1.430 Euro
  • Anspruch während Teilzeitbeschäftigung: 67%*(2.200-1.000) = 804 Euro
  • max. Auszahlung während ElterngeldPlus Zeitraums: 50% * 1.430 = 715 Euro

2.1. Variante 1

Monate 1-6: Basiselterngeld in voller Höhe von 1.430 Euro. Das entspricht einem Gesamtbetrag von 8.580 Euro.

Monate 7-12: reduziertes Elterngeld wegen der Anrechnung des Gehalts aus der Teilzeittätigkeit in Höhe von 804 Euro. Das entspricht einem Gesamtbetrag in Höhe von 4.824 Euro.

Für den gesamten Zeitraum würden Sie in diesem Beispiel also 13.404 Euro beziehen.

2.2. Variante 2

Monate 1-6: Basiselterngeld in voller Höhe von 1.430 Euro. Das entspricht einem Gesamtbetrag von 8.580 Euro.

Monate 7-18: Aufgrund der Verlängerung wird der Mindestsatz des Basiselterngeldes ausgezahlt in Höhe von 715 Euro. Das entspricht einem Gesamtbetrag von 7865 Euro.

Für den gesamten Zeitraum würden Sie in diesem Beispiel also 16.445 Euro beziehen. Das entspricht einem Plus von 3.041 Euro an Elterngeld bei weiteren sechs Monaten flexiblerer Zeiteinteilung.

Achtung: Bei Überstunden gilt es vorsichtig zu sein. Kommt man über die angegebene Stundenzahl, drohen Abzüge. Denken Sie ebenfalls daran, Ihren Anspruch auf Urlaub zu klären. Dieser ändert sich durch eine Teilzeitbeschäftigung.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (22 votes, average: 4,30 out of 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.