Elternzeit: Zeit zur Familie zu werden

junge familie mit baby
  • Seit der Gesetzesänderung 2015 kann man sich die Elternzeit mit Partnermonaten und Zuverdienst flexibler aufteilen.
  • Besonders clever splitten und damit die Dauer der Elternzeit deutlich für die Familie verlängern.
  • Mit dem ElterngeldPlus können beide Elternteile gleichzeitig in Teilzeit arbeiten und zuhause sein.

Das Elterngeld ermöglicht es Eltern, sich für einen gewissen Zeitraum ausschließlich der Familie zu widmen. Seit 2015 gibt es mit dem ElterngeldPlus mehrere Modelle, seine Elternzeit gemeinsam zu gestalten.

Ob man dabei 2 Monate, 14 Monate, 2 Jahre oder auch ganze drei Jahre in Elternzeit bei den Kindern verbringt  diese Zeit wird von allen Seiten als Gewinn gewertet. Schließlich fordert die Umstellung vom Paar zur funktionierenden Familie einiges an Kraft und Nerven. Mit der Elternzeit kann dieser Übergang besser gestaltet werden.
Wir erklären an dieser Stelle, wie man das Elterngeld richtig beantragen kann und wer in der Elternzeit überhaupt zahlt. Außerdem benennen wir die Fristen für den Antrag und weitere wichtige Regelungen rund um die Elternzeit.
Mit der richtigen Vorbereitung sind die Formulare schnell ausgefüllt und die Elternzeit kann endlich ganz entspannt beginnen.

1. Beginn und Dauer der Elternzeit planen

mutter und tochter pusten seifenblasen

Durch die Elternzeit können Sie die besonderen Momente mit Ihrem Kind genießen.

Ab wann hat man denn nun ein Recht auf die Elternzeit? Mit dem Tag der Geburt kann man Elternzeit beantragen. Bei den Müttern folgen auf die Geburt erst einmal noch weitere acht Wochen Mutterschutz. Diese werden auf die Betreuungszeit angerechnet. Die richtige Elternzeit beginnt für Frauen entsprechend erst nach dem Mutterschutz. Gerade im Falle einer Frühgeburt kann das ein wichtiger Punkt bei der Antragstellung sein.
Für Väter kann die Elternzeit direkt mit der Geburt beginnen. Eine vorgeschriebene Mindestdauer gibt es gesetzlich zwar nicht. Dennoch ist die Frage, wie lange beide Partner Elternzeit nehmen für einige Regelungen entscheidend.
So sollte einer der Partner mindestens zwei Monate Elternzeit nehmen, damit man zusammen die vollen vierzehn Monate Basiselterngeld ausschöpft. Nutzt einer der Elternteile nur einen Monat Elternzeit, kann der andere Elternteil trotz dessen ausschließlich 12 Monate für sich beanspruchen. Das bedeutet, dass ein Monat einfach verfällt.

Achtung: Alleinerziehende haben Anspruch auf die vollen 14 Monate Elternzeit. Hierfür müssen sie jedoch nachweisen können, dass sie alleinerziehend sind.

1.1. Elternzeit beantragen

Beim Antrag ist es entscheidend, dass man sich einen Grundsatz klarmacht: Die Lebensmonate des Babys sind entscheidend. Der Rechner für das Elterngeld läuft genau ab dem Geburtstag des Babys. Wird das Baby so am 15. eines Monats geboren, so beginnt jeder Monat Elternzeit stets mit dem 15. und endet mit dem 14. eines jeden Monats.

Achtung: Bei einem Pflegekind wird das Datum der Inobhutnahme genommen. Plant man die Adoption des Pflegekindes, kann man ebenfalls Elternzeit nehmen.

Bis wann muss man den Antrag einreichen? Man kann die Elternzeit rückwirkend für drei Monate beantragen. Allerdings sollte man an die teilweise sehr langen Bearbeitungszeiten denken. Lässt man sich mit dem Antrag sehr viel Zeit, kann man die Zahlung des Elterngeldes in einigen Fällen erst gegen Ende der Elternzeit erhalten.
Bei seinem Arbeitgeber sollte man spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit Bescheid geben. Ab diesem Moment genießt man im übrigen in Deutschland einen besonderen Schutz vor Kündigung. Ablehnen kann der Arbeitgeber übrigens ausschließlich in sehr wenigen Fällen und nur mit größerem Aufwand.

Achtung: Plant man die Elternzeit, kann ein Wechsel der Steuerklasse sinnvoll sein. Da die Steuererklärung in einigen Fällen als Grundlage der Berechnung zählt, zahlt sich ein frühzeitiger Wechsel aus.

1.2. Änderungen während der Elternzeit

Manchmal spielt das Leben anders, als man es sich vorgestellt hat. Muss man die Elternzeit abbrechen, verkürzen, vorzeitig beenden oder unterbrechen, so kann man einen weiteren Antrag stellen. Bis zu zweimal kann man den Antrag ändern.
Auch ein Verschieben der Elternzeit ist so ohne weiteres möglich. Wichtig ist dabei allerdings, dass der Zeitraum in der Zukunft liegt. Man kann so keinen Monat mehr abbrechen, für den man bereits Elterngeld bezogen hat.

Achtung: Ein Übertragen der Elternzeitmonate auf den Partner ist nur dann möglich, wenn auch dann noch jeder Elternteil mindestens zwei Monate davon genommen hat.

2. Anspruch auf das Elterngeld geltend machen

Anspruch auf Elterngeld haben grundsätzlich alle Menschen, die gerade Eltern geworden sind. Dabei ist es unerheblich, ob sie die biologischen Eltern sind oder das Kind adoptiert haben oder adoptieren möchten. Ob es sich dabei um Einlinge oder um Zwillinge handelt, spielt auch erst einmal keine Rolle.

 

Vater mit Kind am Meer

Die Elternzeit kann man auch für gemeinsame Reisen nutzen.

Ob Beamte, Selbständige, normale Angestellte oder Angestellte im öffentlichen Dienst, Deutsche im Ausland oder Bezieher von Arbeitslosengeld – jeder von ihnen kann Elternzeit beantragen. Die Höhe des Anspruchs hängt jedoch von dem Gehalt des Elternteils vor der Geburt des Kindes ab. Gezahlt wird dieser Lohnersatz vom Staat.
Dementsprechend ist das ausgezahlte Geld  ebenfalls unterschiedlich. Ein Hartz-4-Empfänger erhält so ausschließlich den Mindestsatz in Höhe von 300 Euro. Bei den Anderen kann man das Elterngeld berechnen, indem man 65% des ursprünglichen Einkommens wählt.

2.1. Wichtige Hinweise für die Betreuungszeit

Um die Elternzeit vollständig genießen zu können, sollte man vorab einige Dinge für sich klären. Sprechen Sie als Arbeitnehmer unbedingt Ihren veränderten Urlaubsanspruch ab. Denn durch Ihre Auszeit vom Job ändert sich dieser. Finden Sie am besten vorab eine gute Regelung hierfür.
Gerade Selbständige sollten die Frage der Krankenversicherung vorab klären. Eventuell ist es möglich für diesen Zeitraum über den Partner in die Familienversicherung zu kommen.
Auch der Blick auf andere Versicherungen kann sich in diesem Zeitraum lohnen. Hierbei spart man schnell einige hundert Euro.

Tipp: Mit längeren Reisen ins Ausland kann man nicht nur den eigenen Horizont erweitern, sondern eventuell sogar noch etwas für seinen Lebenslauf tun.

3. Arbeiten in der Elternzeit

Für viele Eltern ist die Arbeit ein wichtiges Thema. Es kann sich dabei um einen Nebenjob handeln oder um den eigentlichen Job nur eben in Teilzeit. Die Kinderbetreuung kann in dieser Zeit beispielsweise von den Großeltern übernommen werden.
Wer Interesse an diesem Thema hat, sollte sich mit dem ElterngeldPlus beschäftigen. Denn dieses Modell bietet unterschiedliche attraktive Varianten für berufstätige Eltern in der Elternzeit.

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