Trotz Endometriose schwanger werden?

paar freut sich über schwangerschaftstest
  • Die Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der sich Gewebe bildet, das der Gebärmutterschleimhaut sehr ähnelt, sich jedoch außerhalb der Gebärmutterhöhle in den unterschiedlichsten Bereichen des Bauchraums entwickelt.
  • Häufig bildet es sich im Bereich des Bauchfells am Becken, in der Muskelschicht der Gebärmutter, an Eileitern und Eierstöcken, zwischen Enddarm und Scheide sowie an der Blasen- und Darmwand.
  • Besonders Unangenehm zeigen sich die Symptome an Darm und Blase, da es oftmals dazu kommt, dass sich Blut im Stuhl oder Urin befindet.

Endometriose ist eine Erkrankung an der Gebärmutterhöhle, die für Betroffene sehr unangenehm sein kann. Extrem selten kommt es dazu, dass Organe wie Lunge , Herz oder Nabel befallen werden. Die Endometriose wird beeinflusst von den Hormonen des monatlichen Zyklus. Während der Zeit der Menstruation sondert das Gewebe Stoffe ab, die Schmerzen, Schwellungen sowie atypische Blutungen verursachen. In unserem Ratgeber erklären wir alles rund um die Endometriose. Zudem erfahren Sie, wie Sie trotz Erkrankung schwanger werden können.

1. Sie können trotz Endometriose schwanger werden

Endometriose bleibt oft unerkannt

Bei einigen Frauen zählt der Regelschmerz zum Alltag und bei 70 % der Betroffenen ist die Ursache dafür Endometriose, die lange Zeit unerkannt bleibt und meistens unzureichend behandelt wurde.

Kann ich Schwanger werden? Diese Frage stellen sich viele Frauen, die sich trotz Endometriose eine Schwangerschaft wünschen.

Durch die Endometriose kann dem Kinderwunsch nicht mehr auf natürliche Weise nachgegangen werden. Bei einer vorliegenden Endometriose ist eine Schwangerschaft nur möglich, wenn Sie sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen. Die Pille absetzen und schwanger werden geht leider nicht.

Zusätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, um trotz Endometriose schwanger zu werden. Dazu zählen: Die Vitrifikation (Einfrieren) unreifer Eizellen und die klassische In-vitro-Fertilisation (IVF). Die IVF ist besonders für Frauen geeignet, bei denen die Endometriose im fortgeschrittenen Stadium die Funktionalität der Eierstöcke und die Qualität der Eizellen beeinträchtigt hat.

Die Eizelle und die Samenzelle werden im Labor vereinigt. Der befruchtete Embryo wird später per Operation in die Gebärmutter eingebettet. Ein großes Risiko besteht dabei nicht. Hier finden Sie nähere Informationen zur künstlichen Befruchtung.

Die Angst, dass durch eine Endometriose die Schwangerschaft mit mehr Komplikationen verbunden ist, gilt als unbegründet, da wissenschaftlich keine erhöhte Komplikationsrate erwiesen wurde. Das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck in der Schwangerschaft ist ebenfalls nicht gesteigert.

Auf das Wachstum des Kindes und seine Entwicklung hat die Endometriose keinen Einfluss. Auch Früh- oder Totgeburten treten nicht häufiger auf. Endometriose und schwanger werden schließen sich zusammengefasst also nicht aus.

Tipp: In Spanien gibt es noch eine weitere Möglichkeit, schwanger zu werden – mit Hilfe einer Eizellenspende.

2. Die Endometriose hat verschiedene Stufen

regelschmerzen

Die Beschwerden der Endometriose sind häufig nicht von herkömmlichen Regelschmerzen zu unterscheiden.

Dass viele Frauen eine Endometriose Erkrankung gar nicht erst bemerken, liegt vor allem daran, dass es verschiedene Grade dieser Krankheit gibt. Manche verursachen keine Schmerzen, andere schon. So kann es passieren, dass vom Auftreten der ersten Symptome bis hin zur Diagnose einige Jahre ins Land gehen.

Um die Endometriose richtig einschätzen zu können, wurde sie in 4 Grade aufgeteilt, die es ermöglichen sollen, die Behandlungsmöglichkeiten direkt zuzuordnen:

  • Grad 1 (gering): Im kleinen Becken und/oder am Muttermund sind Endometriosesprengsel aufzufinden. Diese sind kleiner als 5 mm. Die Eileiter sind weiterhin durchgängig.
  • Grad 2 (leicht): Oberhalb von der Harnblase, am Muttermund und im kleinen Becken befinden sich Herde der Erkrankung. Die Sprengsel sind größer als 5 mm und die Eileiter sind bereits beschädigt.
  • Grad 3 (mittelschwer): Die Herde der Endometriose befinden sich an der Muskulatur der Gebärmutter. Es bilden sich Zysten an den Eierstöcken oder an den Bändern, welche die Gebärmutter stabilisieren.
  • Grad 4 (schwer): Es werden von der Endometriose auch andere Organe befallen, wie beispielsweise Darm, Blase und in seltenen Fällen die Lunge.

3. Die Diagnostik der Endometriose gestaltet sich als schwierig

endometriose herde darstellung

Auf dieser Darstellung erkennen Sie, wo sich die Endometriose Herde typischerweise befinden.

Eine einfache Diagnostik der Endometriose ist auch Ärzten manchmal nicht möglich, selbst wenn eine Bauchspiegelung durchgeführt wurde. Um die Diagnose zu erleichtern, sind folgend ein paar Fragen zusammengefasst wurden. Sie sollen einen ersten Aufschluss geben, ob es wirklich eine Endometriose sein könnte.

  • Sind die Regelblutungen mit Schmerzen verbunden?
  • Treten die Schmerzen zu Beginn der Blutung oder eher davor auf?
  • Treten Unterleibsschmerzen bei Ihnen auch öfters auf, unabhängig von der Menstruation?
  • Gibt es Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs, abhängig von der Stellung?
  • Sind im Stuhl oder Urin Blut vor oder während der Regelblutung vorhanden?
  • Liegt vielleicht ein unerfüllter Kinderwunsch vor?
  • Kommt es vor, dass Zwischenblutungen auftreten?
  • Sind während der Periode vermehrt Rückenschmerzen zu beobachten?
  • Sind Stuhlgang und Harnlassen mit Schmerzen verbunden?

Die Ausprägung und die Art der Schmerzen richtet sich nach der Größe und der Anzahl der Endometriose Herde.

4. Die Ursachen der Endometriose Erkrankung sind bis jetzt noch nicht geklärt

Bereits 1861 wurde die Endometriose das erste mal beschrieben, doch bis heute gibt es nur einige Theorien, was die Ursachen sein könnten. Gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse wurden bisher nicht erbracht.

Eine Theorie besagt, dass die Endometriose dadurch entsteht, dass Blut und Gewebe nicht komplett durch die Scheide abfließen und stattdessen über die Eileiter in die Bauchhöhle gelangen. Dabei wird von einer retrograden Menstruation gesprochen, jedoch entwickeln nicht alle Frauen mit dieser retrograden Menstruation eine Endometriose.

Erbliche Veranlagung oder eine Fehler im Immunsystem sowie eine mechanische Verschiebung der Schleimhaut während eines operativen Eingriffes an der Gebärmutter stehen im Verdacht, Endometriose auszulösen.

Als Möglichkeit wird auch die Ausbreitung von Endometriumzellen über Lymphknoten und Blut sowie Umwelteinflüsse in Betracht gezogen. Ärzte sind sich zu mindestens darin einig, dass es sich bei einer Erkrankung an Endometriose um eine multifaktoriellen Ablauf handelt.

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