Entbindungstermin: So berechnen Sie den Geburtstermin genau

schwangere Frau mit einem Wecker
  • Es gibt verschiedene Methoden, um den Entbindungstermin zu berechnen, aber in den meisten Fällen wird eine mathematische Formel namens Naegele angewendet.
  • Aufgrund eines unregelmäßigen Menstruationszyklus können Abweichungen des Termins in beide Richtungen auftreten.
  • Werdende Mütter müssen ihre Schwangerschaft beim Arbeitgeber angeben, um den vollen Mutterschutz genießen zu können.

Wird eine Frau nicht infolge einer künstlichen Befruchtung schwanger, ist der exakte Tag der Empfängnis nicht zweifellos festzustellen. Um trotzdem einen möglichst genauen Geburtstermin zu errechnen, hilft ein sorgfältig geführter Menstruationskalender und die richtige Formel zur Berechnung.

Wir haben verschiedene Methoden zur Berechnung des Entbindungstermins zusammengestellt, damit Sie einen möglichst genauen Zeitpunkt ermitteln und sich auf Ihre Geburt freuen können.

1. Der Eisprung stellt die Basis zur Berechnung des Entbindungstermins dar

Kind ruht auf dem Babybauch

Wann ist es soweit? Nicht nur für kleine Geschwister kann das Warten auf das Baby zur Qual werden.

Nur in seltenen Fällen kann eine Frau im Nachhinein den Zeugungstag ihres Kindes genau bestimmen, wenn die Befruchtung auf natürlichem Wege stattgefunden hat. Allerdings ist der Tag der Empfängnis die Basis zur Berechnung des voraussichtlichen Geburtstermins.

Mit Hilfe eines gut geführten Menstruationskalenders kann die Mutter oder der Arzt herausfinden, wann der letzte Eisprung erfolgt ist. Auf der Basis dieses Datums wird ein voraussichtlicher Entbindungstermin berechnet.

Je genauer der Menstruationskalender geführt wurde, desto genauer kann der Arzt Vorhersagen zum Verlauf der Schwangerschaft treffen.

2. Emotionaler Stress ist oft ein Auslöser von vorzeitigen Wehen

Viele unvorhersehbare Faktoren wie z.B. Stress können das Datum des Entbindungstages beeinflussen, da jede Frau einem individuellen Zyklus und dessen Schwankungen unterworfen ist. Daher ist es nicht möglich, den Geburtstermin auf den Tag genau zu bestimmen, jedoch kann er durch einige Möglichkeiten konkretisiert werden.

Die wichtigsten Fakten zur Berechnung des Geburtstermins in Kürze:

  • Je regelmäßiger der Zyklus der Frau verläuft, desto präziser kann die Geburt berechnet werden.
  • Dauert der Zyklus genau 28 Tag, kann eine besonders genaue Vorhersage getroffen werden.
  • Dauert der Zyklus der werdenden Mutter zwischen 32 und 35 Tagen, kommt das Baby oft 5 bis 7 Tage später auf die Welt.
  • Ein kürzerer Menstruationszyklus hat auch eine kürzere Schwangerschaft zur Folge, da sich die Zeit um die Anzahl der fehlenden Tage verkürzt.
  • Neigt die Frau zu Unregelmäßigkeiten in ihrem Zyklus z.B. durch emotionalen Stress, steigt die Wahrscheinlichkeit von plötzlich einsetzenden Wehen.

Als Faustregel wird folgende Formel zur Berechnung angewendet, die auch als Naegele-Prinzip bekannt ist: Das Datum des ersten Tages der letzten Menstruation plus 7 Tage minus 3 Monate. Das Ergebnis der Formel ist ein voraussichtlicher Geburtstermin.
In folgendem Video wird die Formel in Kürze erklärt:

Tipp: Wer zu einem unregelmäßigen Zyklus neigt (z.B. da er schnell auf Stress reagiert) sollte einige Zeit vor dem errechneten Entbindungstermin den Klinikkoffer bereitstellen.

3. Der Ultraschall gibt die genaueste Auskunft über den Geburtstermin

Schwangere Frau hält Ultraschallbild

Beim Ultraschall wird der Geburtstermin anhand der Körpergröße des Babys berechnet.

Für eine andere Methode den Entbindungstermin zu berechnen muss ebenfalls der Beginn der letzten Periode vor der Schwangerschaft bekannt sein. Da von einer Schwangerschaftsdauer von 280 Tagen ausgegangen wird, werden zu dem Tag des Menstruationsbeginns 280 Tage addiert. Im Idealfall entspricht das Ergebnis dem Geburtstermin des Babys.

Obwohl den meisten Berechnungsformeln Kenntnisse der letzten Periode zugrunde liegen, gibt es auch eine Möglichkeit, den Geburtstermin ohne Periode festzustellen: Anhand körperlicher Symptome wird bei der Ultraschalluntersuchung ein Termin geschätzt.

Tipp: Die sicherste Auskunft über den Geburtstermin gibt die Ultraschalluntersuchung, bei der sowohl der Embryo vermessen als auch der Fruchtwasserstand geprüft wird.

3.1. Nur 4 Prozent aller Schwangerschaften dauert 280 Tage

Im Idealfall dauert eine Schwangerschaft laut Schulmedizin 280 Tage. Doch mittlerweile wurde festgestellt, dass diese Zahl nur auf etwa vier Prozent aller Schwangerschaften zutrifft. Da jede Frau anders auf hormonelle Veränderungen in ihrem Körper reagiert, kann die Zyklusdauer zum Teil stark variieren und wird dadurch oft versehentlich falsch berechnet.

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4. Mit künstlicher Befruchtung kann eine Frau bis zum Alter von 40 Jahren schwanger werden

Bleibt der Kinderwunsch auf natürlichem Wege unerfüllt, kann die moderne Medizin in vielen Fällen per ICSI oder mit Hilfe anderer Methoden der künstlichen Befruchtung zu einer Schwangerschaft verhelfen.

Doch was ist ICSI? ICSI steht für “Intrazytoplasmatische Spermieninjektion”. Dabei handelt es sich um eine Form der künstlichen Befruchtung, bei der nach einer Hormonbehandlung Eizellen entnommen und Spermien injiziert werden.

Vor- und Nachteile einer künstlichen Befruchtung

  • Erfüllung des Kinderwunsches
  • Schwangerschaft bis zum 40. Lebensjahr möglich
  • Genaue Planung der Schwangerschaft
  • Kostenintensiv
  • Psychische Belastung
  • Hormonbehandlung
  • Risiko der Mehrlingsgeburt
Eizelle wird befruchte

Für viele Paare ist künstliche Befruchtung der letzte Weg, schwanger zu werden.

Immer mehr Paare versuchen, mit Hilfe der künstlichen Befruchtung schwanger zu werden, obwohl die Schwere der Nachteile einer solchen Behandlung nicht zu unterschätzen ist.

Auch nach einer künstlichen Befruchtung wird der Geburtstermin mit der Naegele-Formel berechnet. Zwar ist der genaue Tag der Befruchtung bekannt, aber auch nach ICSI kann kein zu 100 Prozent korrekter Geburtstermin errechnet werden.

Oft lastet auf Frauen, die nicht auf natürlichem Wege schwanger werden können, ein enormer Druck, der sich auch auf die Schwangerschaftsdauer auswirken kann.

Eine hohe Erwartungshaltung und der Wunsch nach einem optimalen Schwangerschaftsverlauf beeinflussen jede Etappe der Schwangerschaft.

5. Der Hormonhaushalt muss sich in der Schwangerschaft einpendeln

Die ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft gelten als besonders riskant und sollten von werdenden Müttern genau beobachtet werden. Da der Embryo in den ersten drei Monaten noch nicht fest in der Gebärmutter sitzt, sollten Schwangere in dieser Zeit u.a. bei der Ausführung körperlicher Anstrengung vorsichtig sein.

Achtung: Treiben Sie an den Tagen, an denen Sie eigentlich Ihre Periode bekommen hätten, keinen Sport und setzen Sie sich keinem Stress aus.

Der Hormonhaushalt einer Schwangeren pendelt sich in dieser Zeit auf ein neues Gleichgewicht ein und passt sich der neuen körperlichen Situation an.

6. Nur im Mutterschutz sind Sie vor einer Kündigung geschützt

Sobald Sie die Schwangerschaft feststellen, sollten Sie Ihren Arbeitgeber darüber informieren, denn nur mit Inkrafttreten des Mutterschutzes sind Sie sowohl vor einer Kündigung als auch körperlicher Anstrengung im Job geschützt. Genaue Auskunft zum Thema Mutterschutz erhalten Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Familie. 

Die wichtigsten Punkte des Mutterschutzes sind der Kündigungsschutz, Festlegungen der Arbeitszeiten und Regelungen zum Arbeitsumfeld. Ein besonders großer Vorteil für werdende Mütter ist die Tatsache, dass der Kündigungsschutz auch für die gesamte Dauer der Elternzeit gültig ist.

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