Entwicklung des Babys: Vom Säugling zum Kleinkind

Entwicklung des Babys
  • Die Entwicklung des Babys lässt sich im ersten Lebensjahr in 8 Schübe gliedern.
  • Das Kind erlernt neue Fähigkeiten, in dem das neuronale Netz sich etappenweise entwickelt.
  • Im ersten Lebensjahr wird die Basis für alle motorischen Fähigkeiten, soziales Bewusstsein und die Sprache gelegt.

Es gibt wohl wenig, was beeindruckender ist als das Heranwachsen eines Säuglings zu einem kleinen Wonneproppen mit eigenem Kopf. Haben Eltern in den ersten Tagen nach der Geburt noch das Gefühl, ihr kleines Mädchen oder der kleine Junge würde für immer so zart und empfindlich sein, werden sie doch von Woche zu Woche Veränderungen am Baby erkennen. Hier stellen wir Ihnen die acht klassischen Meilensteine in der Entwicklung des Babys vor.

1. Definition und Anzeichen für einen Entwicklungsschub

Niemals wieder wird die Kurve in Bezug auf die geistige und körperliche Entwicklung eines Menschen so steil ansteigen wie im 1. Lebensjahr. Insgesamt acht Entwicklungsschübe gibt es in den ersten Lebensmonaten. Von einem Entwicklungsschub spricht man, wenn Babys neue Fähigkeiten erlernen und sich ihr Bewusstsein für seine Umgebung verändert. Deshalb muss es gar nicht sein, dass das Baby in einer solchen Phase merklich wächst. Vielmehr passieren die merklichen Veränderungen im Gehirn, das sich zunehmend vernetzt.

Manchmal gehen sie fast unmerklich vorbei, oft zeigen die Babys aber auch deutliche Anzeichen:

  • Sie sind schlecht gelaunt und weinerlich.
  • Sie suchen vermehrt die Nähe zur Mutter.
  • Sie möchten mehr gestillt werden bzw. trinken oder den Schnuller.
  • Sie schlafen schlecht.

Diese Phasen kommen und gehen. Manchmal stecken hinter dem weiten Feld von Anzeichen auch die ersten Zähne, ein Infekt oder Verdauungsprobleme.

Babys die als Frühchen oder mit einer Erkrankung wie dem Down Syndrom geboren wurden, sind in ihrer Entwicklung zumeist verzögert, was bei einer Bewertung des aktuellen Zustandes beachtet werden muss.

2. Entwicklungsschub: um die 5. Woche

Wachstumsschub

Neben den acht Entwicklungsschüben gibt es etwa fünf Wachstumsschübe, in denen Babys besonders schnell an Gewicht und Größe zulegen.

Für Mütter wie Väter ist es eine große Veränderung, wenn nach etwa 40 Wochen Schwangerschaft das Baby endlich da ist. Aber auch für den Säugling ist alles neu. In den ersten zwei Wochen gewöhnt er sich im Mutterbett an seine Umgebung, die neuen Gerüche und Eindrücke. Mit 5 Wochen erlebt das Baby seinen ersten Entwicklungsschub. Es hat sich nun in die neue Situation eingefunden und wird nun sicherer. Es kennt den Geruch der Mutter, die Stimme und den Tagesablauf mit Windeln, Stillen und Spazieren.

Das verändert sich:

Entwicklung des Babys

Schon bald beginnt das Baby mit den Eltern an zu agieren.

Das Baby nimmt seine Umgebung besser wahr. Es kennt sein Zuhause und erschrickt sich deshalb in häuslicher Umgebung weniger, da es bekannte Geräusche schon einordnen kann. Das liegt vor allem daran, dass es jetzt schon besser hören und sehen kann.

Es beginnt nun mit der Mutter zu interagieren. Berührungen oder das leise Ansprechen werden mit einem Anflug von Lächeln oder rudernden Ärmchen quittiert. Vielleicht gluckst das Baby jetzt auch schon, wenn es an den Füßen gekitzelt wird.

Da es sich nun auch schon ein bisschen mehr Gewicht angetrunken hat, zittert das Baby jetzt weniger häufig und wirkt allgemein stabiler. Das Trinken hat der Säugling nun auch erlernt, weshalb er sich weniger oft verschluckt. Da die Tränendrüsen nun voll entwickelt sind, können jetzt auch die ersten Tränchen vergossen werden.

3. Entwicklungsschub: um die 8. Woche

Die Entwicklung des Babys ist nun insbesondere in Hinsicht auf die Sinne in vollem Gange. Mit zwei Monaten eröffnet sich für das Kleine eine neue Welt, die aus tollen Geräuschen und Farben besteht.

Bunte Greiflinge, Knister- oder Glitzerpapier, Musik oder auch das Rascheln von Blättern: Jetzt wird alles intensiv aufgenommen. Das bringt aber auch Unsicherheit mit sich, denn die neue Welt ist auch noch sehr fremd. Deshalb benötigt das Baby jetzt wieder vermehrt die Nähe zu den Eltern, die ihm Sicherheit schenkt. Mit etwa 10 Wochen ist dieser zweite Schub in der Entwicklung des Babys abgeschlossen.

Das verändert sich:

Das Baby kann nun oft den Kopf selbstständig hochhalten. Auf dem Bauch liegend erkundet es seine nähere Umgebung, schaut anderen Personen bei ihren Betätigungen zu und beobachtet auch erstaunt seinen eigenen Händen. Kinder mit acht Wochen versuchen bereits Spielzeug zu greifen, was manchmal klappt, oft aber noch nicht. Jetzt beginnt das Baby auch zu Brabbeln und kommuniziert mit den Eltern über eine teilweise sehr lustige Mimik.

Achtung: Auch wenn Babys in diesem Alter sich zum Sitzen hochziehen lassen: Sie sind dazu noch nicht stabil genug und es drohen Schäden an der Wirbelsäule. Im fortgeschrittenen Alter lernen sie das Sitzen von ganz allein.

 

4. Entwicklungsschub: um die 12. Woche

Entwicklung des Babys

Manchmal verursachen auch die ersten Zähne Schmerzen.

Mit etwa 3 Monaten gehört das Baby schon zu den Wonneproppen. Es ist in seinem Zuhause angekommen und weiß Situationen gut einzuschätzen.

Wenn es in der Küche Geschirr klappern hört, weiß es, dass es bald Essen geben wird. Das Windelwechseln hat das Baby nun perfektioniert und manchmal hebt es bereits den Po, um Mama und Papa dabei zu helfen. Jetzt sind bereits die ersten Charakterzüge zu entdecken.

Das verändert sich:

Das Baby kann in diesem Alter den Kopf halten und von einer Seite zur anderen drehen. Es möchte überall dabei sein und zeigt durch Strampeln und herumdrehen, dass es sich bewegen will.

Jetzt werden auch gern Zehen in den Mund genommen und viele Versuche unternommen, sich fortzubewegen. Gern spielt das Baby in dieser Phase mit Spielzeugen und allen anderen Dingen, die ihm in die Hände kommen.

Besonders gern erfühlt es nun Mamas Gesicht, Hände oder die Haare. Mit seiner ganz eigenen Sprache aus Brabbeln, Gurren und Krähen zeigt es nun, ob es glücklich ist, Hunger hat oder gelangweilt ist. Nach etwa der 13. Woche ist der 3. Schub der Entwicklung des Babys abgeschlossen.

Achtung: Jetzt nimmt das Baby alles in den Mund. Deshalb ist jetzt besondere Vorsicht geboten, damit es nichts in den Mund nimmt, was es verschlucken kann.

5. Entwicklungsschub: um die 19. Woche

Entwicklung des Babys

So sehen oft die ersten Krabbelversuche aus.

Zwischen der 14. bis 17. Woche wird das Baby unruhiger, denn jetzt stehen so langsam mächtige Veränderungen in der Entwicklung des Babys an. Es will sich nun selbstständig bewegen, weshalb es sich mit aller Kraft versucht mit den Füßen abzustoßen.

Außerdem will es sprechen wie die Großen, weshalb erste Sprechversuche ein “baba” oder “mama” hervorbringen können. Diese Phase kann mit schlaflosen Nächten und Unzufriedenheit länger andauern, ist aber zumeist mit spätestens 24 Wochen beendet.

Das verändert sich:

Das Baby kann sich von dem Rücken auf den Bauch und zurück drehen. Es reckt den Po in die Luft und will sich so nach vorn schieben, was zunehmend gut gelingt.

Es kann nun gut Greifen und einen Gegenstand von einer in die andere Hand nehmen. Babys können nun die ersten Worte verstehen und reagieren dementsprechend darauf. Auch seinen Namen versteht das Baby nun.

In der Tabelle finden sich Hausmittel und bewährte Verhaltensweisen, die Ihnen bei der Entwicklung des Babys helfen können.

Anzeichen Hausmittel
Unruhe Babys müssen viel verarbeiten, weshalb sie während der Schübe oft auch tagsüber unruhig sind. Sorgen Sie für eine reizarme Umgebung und eine feste Tagesstruktur. Schenken Sie dem Kind viel Nähe und reden sie mit ihm.
Schlaflosigkeit Findet das Baby schlecht in den Schlaf kann ein abendliches Bad mit Lavendel und Kamille helfen. Ansonsten hilft die Nähe zu den Eltern oder das Vorsingen von Liedern.
Schmerzen Bei einem Wachstumsschub können die Kinder Anzeichen von Schmerzen zeigen. Mit einem warmen Kirschkernkissen können diese gelindert werden, auch sanfte Massagen mit Arnikasalbe oder Johanniskrautöl  können helfen.

6. Entwicklungsschub: um die 26. Woche

Entwicklung des Babys

Mit altersgerechtem Spielzeug übt das Kleinkind zunehmend neue Fähigkeiten ein.

Babys werden mit etwa 6 Monaten immer erkundungsfreudiger. Mit dem Krabbeln klappt es nun zunehmend, was dem Nachwuchs ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

Diese Phase in der Entwicklung des Babys bringt aber auch viel Frust mit sich. Sie wollen schon sehr viel, aber die notwendigen motorischen Fähigkeiten sind vielleicht noch nicht ganz entwickelt.

Spätestens jetzt beginnt das Baby sich für feste Nahrung zu interessieren. In vielen Familien wird nun die Beikost eingeführt. Die Wohnräume sollten nun babysicher sein, damit das Kind sich nicht verletzten kann, wenn es durch das Wohnzimmer rollt oder sich versucht am Tisch hochzuziehen.

7. Entwicklungsschub: um die 37. Woche

Jetzt entdeckt das Kind mit etwa 9 Monaten zunehmend den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, was den Entdeckertrieb noch stärkt. Nun müssen Eltern langsam damit beginnen, dem Kind Grenzen zu stecken, denn es wird nun Herausforderungen suchen, auch wenn sie gefährlich sind oder Schaden verursachen könnten.

Das Baby wird nun zu einem willensstarken Kind, das seine Interessen durchsetzen möchte. Es kann mit Wut reagieren, wenn es etwas nicht bekommt, freut sich aber auch über alle Maßen über den leckeren Keks. Es begeistert sich zunehmend für Spielzeug, was die Feinmotorik schult.

8. Entwicklungsschub: um die 46. Woche

Entwicklung des Babys

Mit etwa einem Jahr üben viele Kinder das Laufen.

Wenige Wochen vor dem ersten Geburtstag machen einige Kinder bereits ihre ersten unsicheren Schritte, was ein Meilenstein in der Entwicklung des Babys ist. Sie haben eine gewisse Größe und Motorik erreicht, die sie zum Laufen, Klettern und Springen befähigen.

Das bringt aber auch Unsicherheit mit sich, denn nun nehmen die Babys ihre Umgebung aus einer anderen Perspektive war. Das Laufen wird nun liebend gern tagesfüllend geübt.

“Mama!”, “Hunger!” “Hund!” – Viele Kinder können nun auch die ersten Wörter sprechen, Eltern Kommandos geben und zum Ausdruck bringen, was sie gerade bewegt.

Tipp: Markieren Sie sich als liebevolle Erinnerung in einem Kalender oder in einem selbst gestalteten Buch die wichtigsten Entwicklungsschritte Ihres Kindes.

9. Entwicklungsschub: um die 55. Woche

Entwicklung des Babys

Die ersten Wutanfälle markieren den Beginn der Trotzphase.

Mit dem ersten Geburtstag nehmen viele Eltern wahr, dass sich ihr Baby zu einem jungen Kleinkind gemausert hat. Das sieht man besonders gut in Bildern oder dem Video, die den Verlauf der ersten Lebensmonate dokumentieren.

Das Kind kann sich nun drehen, krabbeln und vielleicht schon laufen, Tag für Tag lernt es dazu. Trotzdem will es in dieser Entwicklungsphase Dinge machen, die es noch nicht kann.

Im Kindergarten oder bei großen Geschwistern sieht es, wie toll das Klettern auf dem Spielgerüst ist oder das Springen auf dem Trampolin.

Auch das selbstständige Schuhe anziehen ist etwas, was die Großen können. Eltern können ihr Kind nun fördern und dem Kind so Selbstsicherheit schenken.

10. Was passiert nach dem ersten Jahr in der Entwicklung des Babys?

Nun beginnt mit etwa 15 Monaten schleichend die Trotzphase, in der die Launen des Kindes von einer Sekunde auf die andere wechseln können.

Mit etwa 21 Monaten erlernen die Kinder das komplexe Gefühl der Schuld, was ihr Erleben noch schwieriger macht: Sie wissen, dass sie sich die Süßigkeiten zu Unrecht genommen haben und wollen sie trotzdem. Jetzt gibt es reichlich Konfliktpotenzial und viele Eltern denken nun an die süßen Säuglinge aus den ersten Lebenstagen zurück.

Diese Phase wird zunehmend stärker und erreicht mit etwa 24 Monaten einen ersten Höhepunkt. Eltern, die sich darüber gern mit anderen Müttern und Vätern austauschen möchten, können Foren oder Apps nutzen.

Wichtig zu erkennen ist, dass alle Phasen in den ersten ein bis zwei Lebensjahren sehr wichtig für die Entwicklung des Babys sind. Um alle Meilensteine möglichst stressfrei zu erreichen, hilft es Eltern oft, das zu akzeptieren. So können schlaflose Nächte, das Quengeln und die Unzufriedenheit des Babys besser überstanden werden.

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