Fisch und Meeresfrüchte in der Schwangerschaft: unbedingt, aber mit Vorsicht genießen

  • Fisch und Meeresfrüchte liefern viele wertvolle Nährstoffe während der Schwangerschaft.
  • Genießen Sie vorsichtshalber nur gegarten Fisch.
  • Sushi, Räucherfisch, Matjes oder maritime Raubfische (Aal, Heilbutt, Thunfisch und Schwertfisch) sollten Sie in dieser Zeit vermeiden.

Es geistern viele Gerüchte darüber herum, ob schwangere Frauen Fisch essen dürfen und wenn ja, welchen. Die kurze Antwort lautet, dass Fisch und auch Meeresfrüchte viele wertvolle Nährstoffe enthalten, weshalb es sehr willkommen ist, wenn Sie in der Schwangerschaft viel Fisch konsumieren. Die lange und detaillierte Antwort erhalten Sie in diesem Artikel, denn Fisch ist nicht gleich Fisch und es gibt so einige Ausnahmen für Schwangere.

Essen Sie während der Schwangerschaft etwa zweimal pro Woche eine Portion Fisch, um die von Experten ermittelte ideale Nährwertzufuhr zu erhalten. Wichtig ist, dass der Fisch gegart und auf keinen Fall roh ist. Zudem sollten Sie darauf achten, besonders die beliebten Arten wie Seelachs, Forelle, Makrele oder Karpfen zu sich zu nehmen. Andere Meeresfrüchte sind zum Teil mit Schadstoffen wie Quecksilber belastet, die trotz strenger EU-Kontrollen nicht immer entdeckt werden. Um Ihr ungeborenes Kind und sich selbst optimal zu schützen, sollten Sie daher stets besondere Vorsicht walten lassen.

1. Zink, Vitamin D, Jod und Omega-3-Fettsäuren sind förderlich für die Schwangerschaft

Fische, insbesondere die in Deutschland gut zugänglichen Varianten, enthalten zahlreiche Nährstoffe, die in der Schwangerschaft besonders wichtig sind und es Ihnen ermöglichen, den jeweiligen Stoff in konzentrierter Form durch eine leckere Mahlzeiten aufzunehmen.
Jod, Zink, Vitamin D und vor allem Omega-3-Fettsäuren sind in Fischen und Meeresfrüchten enthalten, und sie alle sind essentiell für Ihre eigene Gesundheit sowie die des Babys. Jod fördert das Wachstum, Zink unterstützt das Immunsystem, Vitamin D stärkt die Knochen und die Omega-3-Fettsäuren sind für die Entwicklung des Nervensystems Ihres Babys besonders hilfreich.

Wenn Sie nicht sicher sind, welche Fischarten Sie in der Schwangerschaft essen können, aber dennoch große Lust auf Meeresfrüchte haben, achten Sie einfach darauf, dass das Fleisch gegart ist.

schrimps und fisch auf einem holzbrett angerichtet

Fische und Meeresfrüchte enthalten viele Nährstoffe, weshalb Sie während der Schwangerschaft bis zu zwei Portionen pro Woche verzehren sollten.

Denken Sie daran, dass Sie während der Schwangerschaft zwar erhöhten Nährstoffbedarf, jedoch nur einen geringfügig größeren Kalorinbedarf haben: Sie sollten für zwei denken, aber nicht für zwei essen! 

Ihr Körper wird durch Gelüste nach Fisch ebenfalls signalisieren, wenn er zusätzliche Nährstoffe benötigt. Doch welche Fische können Sie während der Schwangerschaft essen?

Die folgenden Fischarten und Zubereitungsweisen  sind in der Schwangerschaft besonders empfehlenswert:

  • Hering, Makrele, Lachs und Forelle sind besonders unbedenklich
  • rohes Fleisch sollte vermieden werden
  • Auch fettreiche Fische wie Thunfisch oder Schwertfisch sind für Schwangere tabu
  • Gegarter Fisch ist empfehlenswert
  • Nehmen Sie pro Woche zwei Portionen Fisch oder Meeresfrüchte zu sich (jeweils 150-200 Gramm)

1.1. Fisch und Meeresfrüchte bergen aber auch Gefahren für Schwangere

Trotz der vielen wichtigen Nährstoffe in Fischgerichten gibt es auch einige Gefahren, die besonders schwangere Frauen betreffen. Roher Fisch zum Beispiel kann Erreger für Krankheiten wie Toxoplasmose oder Listeriose enthalten und damit gefährlich für die Gesundheit des Babys werden. Auch gesalzener und geräucherter Fisch ist während der Schwangerschaft tabu, um auf Nummer sicher zu gehen. Alternative Lieferanten der wichtigen Nährstoffe sind:

  • Pflanzenöle, zum Beispiel Rapsöl und Walnussöl oder Leinöl sind ein guter Ersatz
  • Fischölkapseln
  • Algenpräparate (besonders für Veganer gut geeignet, wobei hier auf die enthaltene Menge an Jod besonders geachtet werden muss)

Denken Sie jedoch daran, nicht zu viel Fisch zu sich zu nehmen. Bei mehr als 100gr täglich, steigt die Gefahr eine Quecksilbervergiftung an, die für schwerwiegende Folgen für Sie und Ihr Kind hat. Dies gilt auch für die Stillzeit! Auch Frauen mit Kinderwunsch, die gerne und oft Fisch essen, sollten ihren Quecksilbergehalt kontrollieren lassen.

Hier sehen Sie noch einmal aufgelistet, welche Vorteile und Gefahren der Konsum von Fisch und Meeresfrüchten in der Schwangerschaft mit sich bringt:

Vorteile Nachteile
Schnelle und leckere Zufuhr von wichtigen Vitaminen und Nährstoffen Infektionsgefahr bei rohem Fleisch
Gegarter Fisch ist unbedenklich Eventuell müssen Sie für 9 Monate auf Ihren Lieblingsfisch verzichten
Fische und Meeresfrüchte sind leichte, proteinreiche Mahlzeiten Garen als Zubereitungsmethode ist nicht sehr abwechslungsreich

2. Die folgenden Fischarten und Meeresfrüchte sollten Sie in der Schwangerschaft vermeiden

schwangere mit rohem fisch

Roher Fisch ist in der Schwangerschaft absolut tabu.

Vermeiden Sie fette Fische, die als Raubtiere aktiv sind, sowie seltene Arten. Indem Sie in Deutschland beliebte und daher besonders gut kontrollierte Meeresfrüchte und Fische zu sich nehmen, gehen Sie keinerlei Risiken ein, was Infektion oder Quecksilberanteil beim Tier angeht.

Gegarte Fische und Meeresfrüchte sind die richtige Wahl in der Schwangerschaft. Dies bedeutet allerdings, dass Sie eventuell auf Ihre Lieblingszubereitungsart von Fisch verzichten müssen. Wenn Sie sich zum Beispiel nicht sicher sind, wie die Meeresfrüchte auf der Pizza verarbeitet wurden, verzichten Sie während der Schwangerschaft besser. Gegarter Fisch hingegen ist immer erlaubt.

Auch Fischkonserven darf man essen. Hering in Tomatensoße oder in Öl eingelegte Sardinen gehören oft zu Gerichten, nach denen schwangere Frauen sich sehnen, und sie befinden sich zum Glück auf der Liste der erlaubten Fische und Meeresfrüchte.

2.1 Sushi und Räucherfisch: Gefährlich in der Schwangerschaft

Bei der Auswahl der Fische ist Vorsicht geboten, was Zubereitungsart und Frische angeht.

Aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr, die die Schwangerschaft mit sich bringt, sollten Sie unbedingt auf rohen Fisch und auch geräucherte Fischgerichte verzichten. Dazu gehören unter anderem auch heißgeräucherte Fische, denn als Konsumentin können Sie nicht sicher sein, bei welchen Temperaturen die Räucherung vorgenommen wurde. Gehen Sie hierbei kein Risiko ein und entscheiden sich lieber für eine unbedenkliche Wahl.

Vorsicht gilt übrigens im Ausland, denn wenn die Kommunikation nicht reibungslos abläuft, können Sie ebenfalls nicht sichergehen, wie der Fisch zubereitet wurde. Sollten Sie einen Teil der Schwangerschaft im Ausland verbringen, ist es am besten, dort ganz auf Fisch und Meeresfrüchte zu verzichten.

2.2. Fischbrötchen und getrockneter Fisch sind ebenfalls nicht empfehlenswert

Die gleiche Vorsicht sollten Schwangere bei Fischbrötchen walten lassen, denn diese sind häufig mit rohem oder nicht ausreichend erhitztem Fisch belegt. Auch die Frische der Fische und Meeresfrüchte ist nicht immer gegeben.
Gesalzene und getrocknete Fische sind grundsätzlich erlaubt, obwohl sich Wissenschaftler noch uneinig darüber sind, wie viel Salz Sie in der Schwangerschaft zu sich nehmen sollten. Halten Sie sich bei diesen Leckerbissen daher zurück und greifen Sie im Zweifelsfall auf die völlig unbedenklichen Fischstäbchen zurück.

3. Die Vorteile von Fisch und Meeresfrüchten in der Schwangerschaft ausnutzen

Wie viel Fisch sollten sie in der Schwangerschaft zu sich nehmen?

Aufgrund der zahlreichen wichtigen Nährstoffe, die Fische und Meeresfrüchte beinhalten, ist es sehr empfehlenswert, beide in der Schwangerschaft bis zu zweimal pro Woche zu sich zu nehmen. So unterstützen Sie das Wachstum des Babys und stellen die Zufuhr wichtiger Nährstoffe zu.

Solange Sie sich gut über Herkunft und Zubereitungsart eines Fischgerichtes informieren, können Sie dieses unbedenklich genießen. Gegarte, gegrillte oder gekochte Fische sind empfehlenswert, während Sie von rohem und geräucherten Fisch lieber absehen. Abschließend sehen Sie hier noch einmal die Vor- und Nachteile davon, während der Schwangerschaft Fisch sowie Meeresfrüchte zu konsumieren:

  • Versorgung mit Nährstoffen wie Omega-3-Fettsäuren, Jod, Zink und Vitamin D
  • Köstliche, leichte Mahlzeit
  • Bis zu zwei Portionen pro Woche empfehlenswert
  • Viele schwangere Frauen haben große Lust auf Fischgerichte
  • Vorsicht ist geboten bei rohem und geräuchertem Fisch
  • Nur bestimmte Zubereitungsarten wie gegarter oder gekochter Fisch sind erlaubt
  • Auf Raubfische, die an der Spitze der Nahrungskette stehen, müssen Sie ebenfalls verzichten
  • Im Ausland oder bei Unsicherheiten sollten Sie auf das jeweilige Fischgericht lieber ganz verzichten

 

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