Genussmittel reduzieren – vor und während der Schwangerschaft

ein glas bier und zigaretten im aschenbecher.
  • Um ungeborenes Leben zu schützten, gibt es für werdende Mütter vor und auch während der Schwangerschaft einiges zu beachten. Das gilt ganz besonders für den Konsum von Genussmitteln, wie beispielsweise Alkohol und Zigaretten.
  • Beim Konsum von Genussmitteln in der der Schwangerschaft sollte ganz explizit zwischen den einzelnen möglichen Genussmitteln unterschieden werden. Die Gesundheit des noch ungeborenen Kindes und auch Ihre eigene muss dabei stets im Vordergrund stehen.
  • Rauchen ist besonders hervorzuheben, da es die häufigste Ursache für Mangelentwicklungen bei Kindern ist. Im Vergleich zu Neugeborenen von Nichtraucherinnen, kommen die Kinder von Raucherinnern oftmals „zu klein“ auf die Welt. Zahlreiche Studien belegen die negativen Auswirkungen auf Ihre Gesundheit und die Ihres Kindes, wenn Sie vor oder während der Schwangerschaft rauchen.

1. Rauchen hat während und nach Schwangerschaft gewaltige Auswirkungen auf das Kind

zigaretten und wein.

Alkohol und Zigaretten sind während der Schwangerschaft grundsätzlich tabu!

Auch für rauchende Mütter ist es besser, ihr Kind zu stillen. Denn in der Regel leiden Babys, die gestillt werden weniger an Atemwegserkrankungen und sterben seltener an einem plötzlichen Kindstod. Grundsätzlich haben sie allgemein eine bessere Gesundheit als Kinder, die überhaupt nicht gestillt werden, selbst wenn Sie rauchen. Dennoch ist auch während der Stillzeit grundsätzlich vom Tabakkonsum abzuraten.

Nikotin und andere toxische sowie krebserregende Substanzen des Tabaks gehen direkt und unmittelbar in die Muttermilch über, wenn die Mutter trotz Schwangerschaft weiter raucht. Die Menge des Nikotins ist in der Muttermilch dreimal höher als die Dosis in ihrem eignen Blut. Säuglinge, die von rauchenden Müttern gestillt werden, leiden oftmals unter Unruhe, geringem Saugvermögen beim Stillen, Koliken und Erbrechen.

Des Weiteren hat ein starker Tabakkonsum negative Auswirkungen auf die produzierte Milchmenge und den Milchspendereflex. Daher haben rauchende Mütter häufiger Probleme beim Stillen. Kinder nehmen durch das Rauchen auch oft langsamer an Gewicht zu. Je intensiver der Tabakkonsum ausfällt, desto schwerwiegender sind die Probleme.

1.1 Wichtig ist, dass Sie die Schäden durch den Nikotinkonsum einschränken

Aus den bereits genannten Gründen sollten Sie den Tabakkonsum als Mutter so weit wie möglich eingeschränkt oder im besten Fall ganz aufgegeben. Sollte dies nicht funktionieren, finden Sie im folgenden Abschnitt einige Hinweise, die Sie beachten sollten,um den Schaden durch den Nikotinkonsum so gering wie möglich zu halten:

  • 4 bis 6 Monate komplett stillen, danach mit Beikost weiter stillen.
  • Jede Zigarette die weniger geraucht wird, ist ein Plus an Gesundheit für das Baby.
  • Nur direkt nach dem Stillen rauchen. Denn die Konzentration des Nikotins in der Muttermilch ist unmittelbar nach dem Rauchen am höchsten, fällt aber relativ schnell wieder ab. Vor dem Stillen sollte seit mindestens zwei Stunden keine Zigarette mehr geraucht worden sein.
  • Nur außerhalb der Wohnung oder des Autos rauchen und niemals in der Gegenwart des Kindes.
  • Hände und Gesicht nach dem Rauchen gründlich waschen. Am besten auch gesonderte „Rauch-Kleidung“ tragen und nach dem Rauchen wieder ablegen. Die Rückstände von Tabakrauch in Textilien und Möbeln sind nicht zu unterschätzen.

Wenn Sie Probleme haben, sich das Rauchen abzugewöhnen, können Sie sich an Krankenkassen oder Sozialeinrichtungen wenden, die spezielle Rauchentwöhungsprogramme anbieten. Hier finden Sie nähere Informationen.

2. Alkohol als Genussmittel ist ebenfalls nicht förderlich, wenn Sie stillen möchten

wein einschenken.

Selbst geringe Mengen Wein können sehr negative Auswirkungen auf Ihre Muttermilch haben.

Heutzutage trinken ungefähr die Hälfte der stillenden Mütter ab und zu Alkohol. Früher wurde stillenden Müttern sogar explizit dazu geraten, beispielsweise Bier zu trinken, um damit die Milchmenge zu erhöhen. Ihr Brüste können zwar nach dem Konsum von Alkohol voller wirken, was aber nur daran liegt, dass der Alkoholkonsum den Milchfluss beim Stillen hemmt. Dadurch verbleibt mehr Milch in den Brüsten.

Besonders in den ersten Stunden nach dem Alkoholkonsum bekommen Babys weniger Milch ab, wenn Sie gestillt werden. Das wird vom Baby aber dadurch ausgeglichen, dass es häufiger trinken will.

Bereits der Alkohol in 100 ml Wein sorgt dafür, dass der Milchspendereflex um 80 % reduziert wird. Auch der Alkohol geht in die Muttermilch. Hier entspricht die Konzentration des Alkohols in der Muttermilch etwa 95 % der Konzentration des Alkohols im Blut der Mutter. Die Konzentration des Alkohols in Ihrem Blut und Ihrer Muttermilch ist ungefähr 30 bis 90 Minuten nach dem trinken des alkoholischen Getränks am höchsten.

Babys, deren Muttermilch mit Alkohol belastet ist, wachen nachts öfters auf und weinen regelmäßiger, wodurch auch die Mutter-Kind-Beziehung belastet wird. Wirklich regelmäßiger Alkoholkonsum während der Schwangerschaft und des Stillens können dazu führen, dass das Risiko für Entwicklungsstörungen des Kindes stark ansteigt.

2.2 Falls Sie doch mal einen Wein trinken möchten, sollten Sie einige Punkte beachten

Liegt eine Alkoholabhängigkeit vor, ist von einer Schwangerschaft und vom Stillen generell abzuraten. Die deutsche Nationale Stillkommission empfiehlt, während der Stillzeit gänzlich auf Alkohol zu verzichten. Für den Fall, dass eine stillende Mutter ausnahmsweise ein bisschen Wein, Sekt oder Vergleichbares trinken will, gibt die Stillkommission folgende Tipps:

  • Das Baby sollte gestillt werden, bevor die Mutter Alkohol trinkt.
  • Mindestens 2 Stunden vor dem Stillen kein alkoholisches Getränk zu sich nehmen, damit kein Alkohol in der Muttermilch verbleibt.
  • Eltern, die ihr Baby mit ins elterliche Bett nehmen wollen, sollten gar keinen Alkohol getrunken haben.

Achtung: Ihr Reaktionsvermögen wird durch Alkohol herabgesetzt. Der Schlaf ist unter Alkoholeinfluss tiefer und Sie können nicht adäquat auf Ihr Baby reagieren. Alkoholkonsum zählt den bedeutendsten Risikofaktoren des plötzlichen Kindstod im Elternbett.

3. Koffein in der Schwangerschaft ist ungesund, während der Stillzeit jedoch kein großes Risiko

Koffein steigert das Risiko für eine Todgeburt

Studien konnten belegen, dass starker oder gar exzessiver Koffeinkonsum während der Schwangerschaft das Risiko für eine Todgeburt erhöhen kann.

Koffein wirkt sich nicht nur auf Ihren Stoffwechsel aus, sondern auch auf den Ihres ungeborenen Kindes, was zu innerer Unruhe und sogar zu Entzugserscheinungen führen kann.

Im schlimmsten Fall kann Koffein sogar das Wachstum des ungeborenen Kindes einschränken. Zum Wohle Ihres Kindes sollten Sie daher auf Kaffee, schwarzen Tee, Energy-Drinks und alle anderen koffeinhaltigen Getränke verzichten.

Während der Stillzeit ist Koffein in geringen Mengen (zum Beispiel ein bis zwei Tassen) unbedenklich. Bei erhöhtem Konsum von sechs oder mehr Tassen kann es aber zu Hyperaktivität und Schlaflosigkeit des zu stillenden Babys kommen.

4. Ein Abpumpen der Milch ist nicht sinnvoll, um das Baby zu schonen

eine tasse kaffee.

In der Schwangerschaft sollten Sie auf Kaffee verzichten. Während der Stillzeit sind geringe Mengen jedoch in Ordnung.

Viele Mütter gehen davon aus, dass der Konsum von verschiedenen Genussmitteln während der Stillzeit durch das Abpumpen der Muttermilch ausgeglichen werden kann. Dem ist allerdings nicht so.

Schadstoffe wie Alkohol, Nikotin und Wirkstoffe von anderen Drogen können Sie nicht durch das Abpumpen der Muttermilch reduzieren. Die Konzentration der Schadstoffe in der Muttermilch korreliert immer mit der Konzentration der Wirkstoffe in dem Blut der Mutter.

Erst wenn die Schadstoffe langsam aus dem Blut verschwinden, wird auch die Milch wieder unbedenklich. Daher sollten immer mehrere Stunden zwischen dem Konsum von Genussmitteln und dem Stillen liegen. Besser ist es jedoch, wenn Sie während der Stillzeit gänzlich auf jegliche Genussmittel verzichten.

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