Woran Sie Grippe bei Kindern erkennen und was Sie tun können

grippe kinder
  • Grippe, auch Influenza genannt, tritt verstärkt im Winter auf und muss als ernsthafte Erkrankung betrachtet werden.
  • Ist Ihr Kind an Grippe erkrankt, kann der Arzt ans Alter und an die Symptome angepasste Medikamente verschreiben.
  • Mit sanften Hausmitteln, Homöopathie und viel Liebe können Sie Ihr Kind beim gesund Werden unterstützen.

Grippe ist für Kinder mit ihrem noch nicht voll ausgewickelten Immunsystem eine ernst zu nehmende Krankheit. Doch mit viel Ruhe sowie Symptome lindernden Medikamenten und Hausmitteln verschwindet die Erkrankung in den meisten Fällen nach spätestens einigen Wochen. Welche Anzeichen es gibt, wie die Behandlung einer Grippe aussieht und was Sie tun können, um der Grippe vorzubeugen und die Beschwerden zu lindern – darum geht es jetzt.

1. Hohe Ansteckungsgefahr durch Grippeviren

Grippevirus

Die nur wenige tausendstel Millimeter großen Grippeviren sind hoch ansteckend und gleichzeitig sehr wandelbar, wodurch das menschliche Immunsystem sie nur schwer bekämpfen kann.

Im Gegensatz zu grippalen Infekten, die zwar unangenehm, aber harmlos sind, handelt es sich bei einer Grippe bei Kindern um eine schwere Erkrankung. Sie tritt vor allem in den Wintermonaten auf und wird durch hoch ansteckende Influenza-Viren ausgelöst.

Übertragen werden die Erreger durch Tröpfcheninfektion – also beispielsweise, wenn beim Sprechen, Niesen oder Husten kleine Speicheltropfen durch die Luft geschleudert werden. Auch durch Schmierinfektion bzw. Körperkontakt beim Spielen besteht erhöhte Ansteckungsgefahr. So erkranken Kinder im Kindergarten- bzw. Grundschulalter, also ab 3 Jahren oder 4 Jahren, besonders häufig an Grippe.

Wenn sich Ihr Kind mit Grippe angesteckt hat, dauert es ca. ein bis drei Tage bis zum Ausbruch der Krankheit. Babys bis 1 Jahr oder Kleinkinder beispielsweise mit 2 Jahren reagieren noch empfindlicher und können sich bereits früher anstecken und auch länger ansteckend bleiben. Normalerweise besteht bereits kurz vorm Auftreten erster Symptome Ansteckungsgefahr, deren Dauer bei drei bis fünf Tagen liegt.

Hinweis: Grippeviren gelangen über die eingeatmete Luft (Tröpfcheninfektion) oder direkten Kontakt mit dem Erkrankten bzw. von ihm berührten Gegenständen (Schmierinfektion) auf die Schleimhäufte. Dort vermehren sie sich dann und können die Erkrankung auslösen.

2. Plötzliche und starke Beschwerden

Unterschied grippaler Infekt und Influenza
Die echte Grippe beginnt meist plötzlich und zeigt deutlich schwerere Symptome als eine harmlose Erkältung. Vor allem fühlt sich Ihr Kind mit Grippe sehr müde und schwach.

In den meisten Fällen tritt die Grippe bei Kindern sehr plötzlich und mit starken Beschwerden auf. Sie erkennen die Erkrankung an folgenden Symptomen:

  • Es tritt schlagartig hohes Fieber über 38 bis 41 Grad auf.
  • Meist geht dies auch mit Schweißausbrüchen und Schüttelfrost einher.
  • Das Kind hat Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen.
  • Auch Schnupfen, Halsschmerzen und trockener Husten können beim Kind mit Grippe auftreten.
  • Der kleine Patient ist müde und kraftlos und schläft den ganzen Tag.
  • Das Kind hat keinen Appetit und mag nichts essen.
  • Bei Kindern mit Grippe können außerdem Probleme mit Magen und Darm auftreten, beispielsweise Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Wie lange die Erkrankung dauert, kann unterschiedlich sein. In der Regel beträgt die Dauer einer Grippe mit den schlimmsten Symptomen 7 bis 14 Tage. Einige Anzeichen wie beispielsweise der trockene Husten können sich auch über Wochen hinziehen. Zudem können sich die Kinder nach der Grippe auch gelegentlich immer noch schlapp fühlen. Bei jetzt noch auftretenden zusätzlichen Krankheitssymptomen sollten Sie einen Arzt befragen.

3. Symptome können behandelt und abgemildert werden

medikamente

Für Kinder sind vor allem Säfte mit Ibuprofen oder Paracetamol zur Behandlung der Grippesymptome sinnvoll.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind Grippe hat, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Zwar gibt es nur wenig wirksame Medikamente zur Behandlung einer Grippe, doch die Symptome können sehr wohl therapiert und gelindert werden. Die Arzneimittel sollten Sie aber nicht einfach aus der Hausapotheke nehmen, da nicht alle Wirkstoffe auch für Kinder geeignet sind.

Hilfreich sein können beispielsweise fiebersenkende oder schmerzlindernde Mittel. Kinder werden bevorzugt mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol behandelt, am besten als Saft verabreicht.

Da Antibiotika bei Viren nicht helfen, werden diese auch nicht gegen Grippe eingesetzt. Sie können allerdings bei Folgekrankheiten zum Einsatz kommen, die relativ häufig bei Kindern auftreten. Bei kleinen Risikopatienten können zudem innerhalb von 2 Tagen nach Ausbruch der Grippe sogenannte Neuraminidase-Hemmer verschrieben werden. Diese sollen die Dauer der Erkrankung verkürzen. Ob dies Sinn macht oder nicht, sollten Sie mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Besonders sanft wird Ihr Kind mit Mitteln der Homöopathie behandelt. Auch hierzu sollten Sie einen erfahrenen Therapeuten befragen. Bei Grippe helfen sollen beispielsweise je nach Symptomen Gelsemium, Nux vomica oder Belladonna sein.

Achtung: Da das Immunsystem beim Kind noch nicht voll entwickelt ist, kann es infolge einer Grippe an Nebenhöhlen-, Mittelohr- oder Lungenentzündung erkranken. Hier wird meist eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich.

4. Sanfte Hausmittel gegen Grippe bei Kindern

Es gibt einiges, was Sie tun können, um bei Ihrem kleinen Liebling die Heilung zu beschleunigen und die Beschwerden zu lindern – dabei helfen so einige Hausmittel:

  • behandlung mit hausmitteln

    Lindenblütentee wirkt schweißtreibend und hilft dabei, die Infektion auszuschwitzen.

    Zuerst einmal ist Bettruhe und Schonung das Wichtigste und sorgt für einen schnellen Erholungsprozess. Schlafmangel und Stress dagegen schwächen das Immunsystem zusätzlich und verlängern die Genesungsdauer.

  • Ausreichendes Trinken ist ebenfalls von großer Bedeutung. Zum einen wird damit Flüssigkeitsverlust ausgeglichen und zum anderen der Schleim in Nasen- und Rachenraum verflüssigt. Empfehlenswert sind vor allem Kräutertees und Wasser.
  • Auch wenn die Grippe bei Kindern zu Appetitlosigkeit führt, sollten die kleinen Patienten etwas essen. Es empfiehlt sich leichte Kost, um Magen und Darm zu schonen – beispielsweise Suppe, Vollkornzwieback oder Bananen.
  • Kartoffel- oder Quarkwickel an Hals oder Brust können Halsschmerzen bzw. Husten lindern, Schleim lösen und die Durchblutung fördern. Während der Kartoffelwickel einen wärmenden Effekt hat, wirkt der Quarkwickel angenehm kühlend.
  • Größere Kinder können mithilfe einer Inhalation die Schleimhäute befeuchten und festsitzenden Schleim lösen. Verwenden Sie dazu am besten einen Kunststoffinhalator und geben Sie zwei Esslöffel Salz oder pflanzliche Zusätze wie Salbei, Thymian oder Kamille ins Wasser. Bitte beaufsichtigen Sie das Kind unbedingt beim Inhalieren.
  • Überheizte und schlecht belüftete Räume trocknen die Schleimhäute zusätzlich aus. Für eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit im Krankenzimmer können Sie sorgen, indem Sie eine Schüssel mit Wasser oder feuchte Tücher auf die Heizung stellen bzw. legen.

5. Grippe vorbeugen: Impfen und Hygiene

Eine Vorbeugung mithilfe einer Grippeschutzimpfung wird vor allem für Kinder, die chronisch krank sind oder ein schwaches Immunsystem haben, empfohlen. Ansonsten sind einige Hygienemaßnahmen hilfreich – beispielsweise wenn Sie selbst erkrankt sind bzw. wenn die Ansteckung weiterer Familienmitglieder bzw. Geschwisterkinder vermieden werden soll:

Maßnahme Erläuterungen
gründliches Händewaschen

schutzimpfung

  • verwendet werden Wasser und Seife
  • Dauer des Waschens 20 bis 30 Sekunden
  • Hände waschen vor dem Essen bzw. der Zubereitung
  • nach dem Toilettengang
  • vor der Verabreichung von Nahrung, Medikamenten etc.
  • nach Pflege des kleinen Patienten
  • nach dem Nase putzen
  • nach Kontakt mit Tieren
  • wenn Sie nachhause kommen
  • Erkrankte nutzen nur eigene Handtücher
hygienischer Haushalt

kind grippe

  • gilt vor allem bei Magen-Darm-Infektionen
  • regelmäßiges Reinigen von Waschbecken und Toilette
  • gründliches Säubern aller durch Kot oder Erbrochenem verunreinigten Flächen bzw. Gegenstände
  • benutzen von Gummihandschuhen
  • verwenden von Einwegtüchern und deren sofortige Entsorgung
  • Bettwäsche, Handtücher und Unterwäsche bei 60 °C waschen
regelmäßig gelüftete Räume

symptome

    • durch Lüften wird die virushaltige Raumluft ausgetauscht bzw. reduziert
    • Stoßlüftung wird drei- bis viermal täglich empfohlen
    • vorher die Heizung herunterdrehen
    • dann für einige Minuten die Fenster weit öffnen
  • der kleine Patient muss dabei warm eingepackt und vor Zugluft geschützt werden

Tipp: Die alljährliche Schutzimpfung gegen Grippe wird nach wie vor als wirksamster Schutz vor Influenzaviren betrachtet. Da sich die Viren in jeder Saison verändern, muss der Impfstoff immer wieder neu angepasst und verabreicht werden. Vor allem wird empfohlen, chronisch kranke Kinder gegen Grippe zu impfen.

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