Ihr Baby hat Halsschmerzen: Was tun und was hilft?

baby halsschmerzen
  • Halsschmerzen beim Kind können aus unterschiedlichen Gründen auftreten und werden je nach Ursache behandelt bzw. gelindert.
  • Bei harmloseren Erkrankungen kommen Medikamente eher seltener zum Einsatz oder es werden Mittel aus der Homöopathie genutzt.
  • Verschiedene Hausmittel können die Beschwerden lindern, wobei es dabei vor der Anwendung beim Baby einiges zu beachten gilt.


Da Säuglinge über ein noch schwaches Immunsystem verfügen, sind sie häufiger anfällig für Krankheitskeime. So können verschiedene, oftmals harmlose Ursachen Halsschmerzen beim Baby auslösen. Lesen Sie, wie Sie die Anzeichen der verschiedenen Erkrankungen erkennen, welche Medikamente sinnvoll sind und was sonst noch hilft.

1. Halsschmerzen beim Baby oft bei Erkältungen

halsschmerzen baby erkennen

Vor allem in der kalten Jahreszeit kann es zu Erkältungen und damit auch zu Halsschmerzen kommen.

Zu Halsschmerzen beim Baby kommt es in den meisten Fällen infolge einer Erkältung. Ursache ist in der Regel eine Virusinfektion. Nahezu 200 verschiedene Viren können Entzündungen im Rachenraum auslösen, was dann beim Kind mit Halsschmerzen spürbar wird.

Häufig sind Winterbabys betroffen – d.h. Säuglinge mit bis zu 3 Monaten, die in der kalten Jahreszeit geboren werden. Denn je jünger das Kind, desto schwächer sein Immunsystem und umso höher die Anfälligkeit für Keime.

Auch Bakterien können die Halsschmerzen beim Baby auslösen. Diese Entzündungen sind unbedingt medikamentös zu behandeln, um gefährliche Folgeerkrankungen wie z.B. rheumatisches Fieber zu verhindern.

Ob Ihr Kind unter Halsschmerzen leidet, ist nicht unbedingt leicht zu erkennen, da es sich noch nicht über die Sprache äußern kann. Dennoch gibt es bestimmte Anzeichen, die auf das Krankheitsbild hinweisen:

  • Das Kind weint häufiger als gewöhnlich und wirkt missmutig.
  • Der Rachen Ihres Babys ist gerötet.
  • Beim Trinken bzw. Stillen schreit es besonders oft, hat vermutlich Schluckbeschwerden und trinkt deshalb nicht.
  • Das Schreien klingt anders und weist auf Heiserkeit des kleinen Patienten hin.
  • Das Baby hat ein größeres Schlafbedürfnis als sonst.
  • Bei Erkältungen kommen die typischen Symptome wie Husten und verstopfte Nase hinzu.

Tipp: Zwar wirkt beim Baby, bis es etwa 9 bzw. 10 Monate alt ist, der sogenannte Nestschutz. Dennoch sollten Sie es vor allem im Winter ausreichend warm anziehen und den Kontakt mit erkälteten Personen meiden. Außerdem sollten Sie dafür sorgen, dass die Schleimhäute – etwa durch trockene Heizungsluft – nicht austrocknen.

2. Weitere Erkrankungen und Reize als Auslöser

Neben Erkältungen können auch andere Erkrankungen als Begleitsymptom beim Kind zu Halsschmerzen führen. In der Tabelle finden Sie einige der Krankheiten sowie deren speziellen Symptome, die neben den oben genannten Anzeichen darauf hinweisen können:

Erkrankung Zusätzliche Symptome
Mandelentzündung bzw. Angina
  • rote, angeschwollene Mandeln mit eitrigen Belägen
  • Bauchschmerzen und/oder Erbrechen
  • Fieber
Scharlach
  • belegte Zunge und feuerroter Rachen
  • Fieber
  • Ausschlag
Kehldeckelentzündung
  • Atembeschwerden und Pfeifgeräusche beim Atmen
  • Blässe
  • Fieber
Diphtherie
  • weißlich-grauer Belag auf Rachen und Mandeln
  • süßlicher Mundgeruch
  • Atemnot
Pfeiffersches Drüsenfieber
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
  • teils hohes Fieber

Ihr Baby kann Halsschmerzen zudem dann empfinden, wenn es einen Fremdkörper im Rachen hat. Andere Ursachen können Insektenbisse, Verbrühungen oder Verätzungen sein.

Hinweis: Halsschmerzen beim Baby sind zwar häufig nur Begleiterscheinungen einer harmlosen Erkältung. Sie sollten aber dennoch immer vom Arzt abgeklärt werden, um andere ursächliche Erkrankungen auszuschließen bzw. diese rechtzeitig behandeln zu können.

3. Gründliche Untersuchung beim Arzt

symptome und anzeichen von Halsschmerzen beim Baby

Zur Diagnosestellung untersucht der Arzt das Baby gründlich und befragt Sie zur Entstehung der Erkrankung.

Sie sehen also, dass Halsschmerzen beim Baby ganz verschiedene Ursachen haben können. Um auf Nummer Sicher zu gehen, ist deshalb ein Arztbesuch unbedingt zu empfehlen. Dieser hört den kleinen Patienten mit dem Stethoskop ab und kann dadurch feststellen, ob seine Atemwege verschleimt sind. Zudem wird der Arzt feststellen, ob das Kind Fieber hat.

Auch der Rachenraum wird untersucht und ggf. ein Abstrich von den Rachenmandeln vorgenommen. So kann der Arzt feststellen, ob Viren oder Bakterien die Beschwerden ausgelöst haben. Für eine genauere Bestimmung des Erregers ist zudem in manchen Fällen eine Blutabnahme notwendig.

Nicht zuletzt führt der Arzt ein Gespräch mit Ihnen als Elternteil, um genaueres darüber zu erfahren, wann die Beschwerden aufgetreten sind, wie stark diese ausfallen und wie sich Ihr kleiner Liebling allgemein verhält. All die genannten Maßnahmen führen dann in der Regel zu einer Diagnose, in deren Folge der Arzt eine geeignete Behandlung einleiten kann.

4. Medikamentengabe je nach ursächlicher Erkrankung

homöopathische Mittel werden gegen Halsschmerzen beim Baby eingesetzt

Gegen Halsschmerzen beim Baby können je nach Beschwerdebild verschiedene Globuli helfen.

Handelt es sich um eine harmlose Ursache wie beispielsweise eine Erkältung durch Vireninfektion, kommen meist keine Medikamente gegen die Halsschmerzen beim Baby zum Einsatz. Lediglich bei sehr starken Schmerzen kann der Arzt Zäpfchen mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol verschreiben. Außerdem kann er auf Mittel aus der Homöopathie zurückgreifen, wobei die Globuli je nach Beschwerdebild eingesetzt werden. So haben sich bei Babys mit Halsschmerzen beispielsweise folgende drei Homöopathika bewährt:

Häufige Entzündung der Mandeln

Eine Entfernung der Mandeln kann auch sinnvoll sein. Dies ist aber bei Babys und Kleinkindern meist nicht der Fall. Vielmehr geht der Arzt davon aus, dass die Kleinen aus dem Problem „herauswachsen“.

Aconitum napellus:

  • starke Schluckbeschweden
  • stark geröteter Rachen und Mandeln
  • Zittern und Schweißausbrüche

Lycopodium clavatum:

  • bei gleichzeitig verstopfter Nase und trockenem Husten
  • das Kind ist mürrisch
  • reagiert empfindlich auf Berührungen am Hals

Phytolacca decandra:

  • Schleimhaut im Rachen ist dunkelrot
  • weiße Eiterflecken auf den Mandeln
  • mittelstarkes Fieber

Stellt der Arzt eine bakterielle Infektion als Ursache der Halsschmerzen beim Kind fest, wird er diese in den meisten Fällen mit Antibiotika behandeln.

5. Was Sie tun können: Hausmittel gegen Halsschmerzen

halsschmerzen kind lindern

Verabreichen Sie dem Baby nur für deren Alter geeignete Nasentropfen und besprechen Sie dies am besten vorab mit dem Arzt.

Haben Sie beim Arzt abgeklärt, dass die Halsschmerzen bei Ihrem Baby eine harmlose Ursache haben, sind vor allem bewährte Hausmittel hilfreich, um die Symptome zu lindern. Auch wenn es sich um sanfte Anwendungen handelt empfehlen wir Ihnen, einige davon zuvor  mit dem Kinderarzt zu besprechen:

  • Der kleine Patient benötigt jetzt viel Zuwendung. Die sanften Berührungen reduzieren Stress und Schmerzen, lassen die Atmung tiefer werden und können den Heilungsprozess ankurbeln.
  • Ihr Baby sollte zudem ausreichend trinken. Zu diesem Zweck können Sie Ihr Baby häufiger stillen als gewöhnlich oder ihm handwarmen, ungesüßten Kräutertee zu trinken geben – beispielsweise aus Fenchel oder Kamille.
  • Warme Halswickel wirken durchblutungsfördernd und kalte Halswickel lindern den Reiz, dürfen aber nicht bei Fieber oder bei einem frierenden Kind angewendet werden.
  • Wichtig zur Linderung der Symptome ist auch das Raumklima. So sollte es warm, aber nicht überheizt im Zimmer sein. Außerdem ist eine ausreichende Luftfeuchtigkeit notwendig. Das erreichen Sie beispielsweise mit feuchten Tüchern neben dem Bett des Babys oder mit einer wassergefüllten Schale bzw. feuchten Handtüchern auf der Heizung.
  • Ist die Nase beim Baby verstopft, können Sie den Nasenschleim vorsichtig mit einem Saugballon entfernen (erhalten Sie in der Apotheke).

Zum Abschluss drei Punkte, auf die Sie bei der Anwendung von Hausmitteln achten sollten:

  1. Für Babys mit Halsschmerzen weniger geeignet sind Fruchtsäfte oder -tees, da sie den Hals eher reizen. Kuhmilch kann zur Verschleimung führen und die Atmung zusätzlich erschweren.
  2. Je nach Art der Halsschmerzen kann das Kind eher auf Wärme oder Kälte positiv reagieren. Achten Sie auf die entsprechenden Anzeichen und reagieren Sie entsprechend darauf.
  3. Süßen Sie den Tee für Ihr Baby nicht mit Honig, denn dieser kann Erreger enthalten, die dem Kleinen schaden. Vor allem in den ersten 6 oder 7 Monaten ist der Darm des Babys noch besonders empfindlich. Die Empfehlung lautet, frühestens ab dem Alter von 1 Jahr Honig zu geben.
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (50 votes, average: 4,20 out of 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.