Hitzschlag beim Kind: vorbeugen, erkennen und handeln

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  • Wirken höhere Temperaturen auf den Körper Ihres Kindes oder Säuglings ein, so dass er überhitzt, besteht erhöhte Gefahr eines Hitzschlags.
  • Vor allem für Kleinkinder und Babys ist ein Hitzschlag lebensgefährlich, deshalb muss bei Verdacht unbedingt ein Notarzt gerufen werden.
  • Indem Sie gut auf Ihr Kind achten und einige einfache Regeln einhalten, können Sie dem Hitzschlag gezielt vorbeugen.


Im Sommer draußen spielen, baden oder spazieren gehen – das mögen Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Allerdings sollten Sie als Eltern vor allem bei heißen Temperaturen auf ein Überhitzen Ihres Babys oder Kindes achten bzw. dieses vermeiden. Was Sie tun können, wenn es dennoch zum Hitzschlag kommt, wie die Anzeichen aussehen und welche Behandlung erforderlich wird – das erfahren Sie in diesem Beitrag.

1. Hitzschlag durch geringere Schweißproduktion beim Baby

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Babys und Kleinkinder haben ein erhöhtes Risiko für Hitzschlag, weil ihr Körper aufgrund einer geringeren Schweißproduktion schneller überhitzen kann.

Zum Hitzschlag beim Baby oder Kind kommt es, wenn dessen Körper extrem überhitzt wurde. Einfach ausgedrückt steigt dabei die Körpertemperatur stark an, während die körpereigenen Kühlungsabläufe und Wärmeregulatoren versagen. Vor allem Kleinkinder und Babys sind Hitzschlag gefährdet. Das liegt zum einen daran, dass insbesondere Säuglinge nur wenig Schweiß produzieren. Ihr Körper heizt dadurch schneller auf. Eine weitere Gefahr besteht darin, dass Ihr Kind den Hitzschlag oft selbst nicht oder viel zu spät bemerkt. Allerdings kann auch eine zu starke Schweißproduktion ein Warnzeichen sein.

Die Ursachen bzw. Auslöser für einen Hitzschlag bei Ihrem Kind oder Baby können beispielsweise sein:

  • Aufenthalt im überhitzten Auto
  • viel zu warme Kleidung
  • zu lange Sonneneinstrahlung

Zu einer Überhitzung des Körpers und einem gefährlichen Wärmestau kommt es, wenn die Wärmeabgabe des Körpers nicht mehr richtig funktioniert. Diese Regulation geschieht normalerweise durch vermehrte Schweißproduktion sowie durch die Erweiterung der Blutgefäße.

2. Was tun bei ersten Anzeichen und wie Symptome erkennen?

Unterschied Sonnenstich und Hitzschlag
Vom Sonnenstich spricht man, wenn zu viel Sonne ausschließlich auf den Kopf des Kindes einwirkt und dadurch die Hirnhaut gereizt wird. Ein Hitzschlag bei Baby oder Kind entsteht, wenn der gesamte Körper längere Zeit höheren Temperaturen ausgesetzt ist.

Da Ihr Kind den Hitzschlag – wie schon erwähnt – nicht sofort bemerkt, sollten Sie an heißen Tagen auf entsprechende Anzeichen achten. Das kann beispielsweise eine Hitzeerschöpfung sein, die Sie u.a. daran erkennen, dass Ihr Kind durstig ist und einen trockenen Mund hat. Hinzu kommen Kreislaufprobleme sowie eine eher kühle, feuchte und blasse Haut.

In dem Fall gehört Ihr kleiner Liebling sofort in den Schatten. Enge Kleidung sollten Sie öffnen und die Beine des Kindes hochlagern. Zudem muss das Kind bzw. Baby jetzt viel trinken – am besten Wasser, aber bitte nichts Heißes oder Süßes. Da bei Hitzeerschöpfung meist auch ein Salzmangel vorliegt, geben Sie ihm Salzstangen oder -brezeln zu essen. Eventuell können Sie das Kind auch kühl, aber nicht eiskalt abduschen. Den Rest des Tages sollte es dann im Kühlen bleiben. Kommt es nicht zu einer schnellen Erholung, ist ein Arzt- bzw. Krankenhausbesuch erforderlich.

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Ausreichend Wasser trinken sollte Ihr Kind bei Hitzeerschöpfung, bei einem Hitzschlag allerdings nur dann, wenn es bei Bewusstsein ist und nicht über Brechreiz klagt.

Der Hitzschlag beim Kind oder Baby ist die gefährlichste Form der Hitzeerschöpfung. Hier kommt zum Flüssigkeits- und Salzmangel ein Wärmestau hinzu, der den Zustand für das Kind lebensgefährlich macht. Folgende Symptome können dabei auftreten:

  • hohes Fieber mit 39 Grad und darüber
  • hochroter, trockener und heißer Körper
  • später wird die Haut eher blass und grau
  • flache und schnelle Atmung bzw. Puls
  • Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
  • Kind wirkt unruhig und/oder verwirrt
  • Lethargie und/oder Halluzinationen
  • Kopfschmerzen
  • Krämpfe
  • Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit

3. Mögliche schwere Folgen erfordern schnelles Handeln

Als Folgen eines Hitzschlags kann das Gehirn anschwellen, ein Hirnödem auftreten sowie bleibende Hirnschäden zurückbleiben. Auch zum Atemstillstand bzw. zu Herz-Kreislauf-Stillstand kann es kommen und im schlimmsten Fall zum Tod des Kindes. Deshalb ist schnelles Handeln gefragt.

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In der Grafik sind einige Maßnahmen bildlich dargestellt, die Sie bei Hitzschlag Ihres Kindes einleiten sollten.

Die erste Behandlung, wenn das Kind oder Baby einen Hitzschlag erleidet, sind Maßnahmen der ersten Hilfe – und zwar und der Regel, nachdem Sie den Notarzt gerufen haben. Wichtig ist auf jeden Fall, die Körpertemperatur zu senken. Was Sie sonst noch tun können, hängt von den Symptomen ab:

  • Das Kind an einen schattigen, kühlen Ort bringen und ausziehen.
  • Großflächige kalte Umschläge mit Handtüchern o.ä. durchführen oder den Körper mit einem kalten Waschlappen oder Coolpacks abreiben.
  • Dabei sollte die Kühlung kreislaufschonend erfolgen, d.h. zuerst die Hände und Füße und dann nach „innen“ hin der restliche Körper.
  • Fächeln Sie Ihrem Baby oder Kind frische Luft zu – entweder per Hand oder mit einem Ventilator.
  • Trinken darf das Kind nur, wenn es bei Bewusstsein ist und keinen Brechreiz hat.
  • Bleiben Sie bei dem Kleinen, beruhigen Sie es und meiden Sie jegliche zusätzliche Anstrengungen.
  • Ist der kleine Patient bewusstlos, bringen Sie es in die stabile Seitenlage. Kleinkinder unter zwei Jahren legen Sie auf den Bauch. Wichtig ist, dass bei möglichem Erbrechen die Atemwege frei bleiben.

Hinweis: Bei Herz-Kreislauf- bzw. Atemstillstand sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen des Säuglings bzw. mit der Reanimation beim Kind beginnen.

Die Therapie im Krankenhaus wird je nach Zustand des kleinen Patienten z.B. aus einer kreislaufstabilisierenden Infusion sowie kühlenden Maßnahmen zur Senkung der Körpertemperatur bestehen. Liegt ein ausgeprägter Hitzschlag bei Ihrem Kind vor, erfolgt die Behandlung auf einer Intensivstation.

Die Dauer des Klinikaufenthaltes hängt von dem Schweregrad des Hitzschlags ab und über welchen Zeitraum Ihr Kind den auslösenden Faktoren ausgesetzt war. Deshalb können wir keine genauen Angaben darüber machen, wie lange Ihr kleiner Schatz krank sein wird. Die Regeneration dauert normalerweise (beim Erwachsenen) 24 bis 48 Stunden. Bei Säuglingen und Kindern bzw. in schweren Fällen kann es aber auch um einiges länger dauern, bis sie wieder vollständig gesund sind.

4. Pralle Sonne meiden, luftig kleiden und viel trinken

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Am Strand wird die Sonne von Sand und Wasser reflektiert, so dass deren Wirkung noch verstärkt wird – erhöhte Hitzschlaggefahr!

Damit Ihr Baby oder Kind keinen Hitzschlag erleidet, können Sie auf verschiedene Weise vorbeugen. Dazu reicht es aus, wenn Sie einige einfache Regeln einhalten:

  1. Kleine Kinder und Säuglinge gehören im Hochsommer zwischen 11.00 und 16.00 Uhr nicht in die pralle Sonne.
  2. Lassen Sie Ihr Kind niemals alleine im geparkten Auto – auch nicht bei offenem Fenster. Dies gilt übrigens IMMER, wenn Ihr Fahrzeug in der Sonne steht, auch in bei kühleren Temperaturen.
  3. Achten Sie auf gute Lüftung im fahrenden Auto – denn ansonsten können Babys auch dann einen Hitzschlag erleiden.
  4. „Parken“ Sie den Kinderwagen nicht direkt in der Sonne – auch ein daran befestigter Sonnenschirm bietet keinen ausreichenden Schutz.
  5. Größere Kinder dürfen ebenfalls nicht in der Sonne schlafen.
  6. Kleiden Sie Ihr Kind nicht zu warm, sondern schützen Sie es vor starker Sonneneinstrahlung mit leichter, luftiger Kleidung und einem breitkrempigen Hut, der Kopf und Nacken abdeckt.
  7. Wenn Ihr älterer Nachwuchs draußen spielt, können Sie ihm hin und wieder den Kopf nass machen.
  8. Zudem sollte das Kind beim Spielen und Toben häufiger mal ein Päuschen im Schatten einlegen.
  9. Es sollte an heißen Tagen etwa einen halben Liter mehr als gewöhnlich trinken – wobei das Getränk weder zu süß noch zu kalt sein sollte.
  10. Denken Sie daran, dass das Sonnenlicht beim Baden von Wasser und Sand reflektiert und dessen Wirkung verstärkt wird.

Tipp: Beim Baby können Sie mit der Hand an dessen Nacken testen, ob es zu warm gekleidet ist. Wenn die Stelle trocken und warm ist, ist alles in Ordnung. Ist sie nass und heiß, sollten Sie entsprechend reagieren.

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