Hormonelle Verhütung für maximale Sicherheit

verschiedene hormonelle verhütungsmittel
  • Besonders beliebt ist die Pille zur hormonellen Verhütung.
  • Durch die Hormone wird verhindert, dass Sie schwanger werden.
  • Zudem regulieren die Hormone Ihren Zyklus und damit auch die Monatsblutung.

Seit der Erfindung der Anti-Baby-Pille, kurz als „die Pille“ bezeichnet, in den frühen 1960er Jahren, ist hormonelle Verhütung in aller Munde. Auch hier in Deutschland nimmt eine große Zahl der sexuell aktiven Frauen täglich die Pille ein, um eine ungewünschte Schwangerschaft zu verhindern. Diese unkomplizierte Form der Familienplanung hat laut Experten große Effekte auf Bevölkerungsentwicklung. So lässt sich zum Beispiel erkennen, dass ab den 1960er Jahren deutlich weniger Babys in den USA, aber auch in Deutschland, zur Welt gekommen sind.
Zu den weiteren Optionen für eine hormonelle Verhütung gehören unter anderem die Hormonspirale, der Verhütungsring, das Hormonpflaster und die Hormonspritze.

In diesem Artikel erfahren Sie mehr darüber, wie die Hormone in Ihrem Körper wirken, was mögliche Nebenwirkungen sind und wie Sie sich am besten für eine Verhütungsmethode entscheiden.

1. Prinzipien der hormonellen Verhütung

Definition: In der hormonellen Verhütung, die es Frauen ermöglicht, ohne Kondom sexuell aktiv zu sein, ohne ein Schwangerschaft befürchten zu müssen, werden dem Körper zusätzliche Hormone zugeführt.  Diese sind den körpereigenen Hormonen Östrogen und Gestagen sehr ähnlich und tragen dazu bei, den Monatszyklus zu steuern. Zudem simulieren sie Ihrem Körper, dass Sie bereits schwanger sind. Die Wirkung ist einfach erklärt: So wird unter anderem der Prozess der Eireifung unterbrochen und der Eisprung unterdrückt, genau, wie es im Fall einer tatsächlichen Schwangerschaft passiert. Die Blutung in der Pillenpause ist daher auch keine “richtige” Periode, sondern wird als Abbruchblutung bezeichnet. Dadurch werden Sie nicht schwanger, leiden aber auch nicht an den typischen Schwangerschaftsbeschwerden.

Tipp: Wenn Sie sich für die Pille zur hormonellen Verhütung entscheiden, ist es wichtig, dass Sie diese jeden Tag zur gleichen Zeit einnehmen. Ein Ritual oder ein Wecker auf dem Smartphone helfen dabei, die Pille nicht zu vergessen.

Aber auch andere hormonelle Verhütungsmittel sind im Handel sowie bei der Frauenärztin erhältlich. Eine Auflistung finden Sie im nächsten Kapitel. Alle haben die folgenden Vorteile:

  • Regulierung des Zyklus
  • Bessere Planbarkeit der Monatsblutung
  • Sehr sicher zur Verhütung
  • Angenehme, unkomplizierte Nutzung

1.1. Verschiedene Möglichkeiten der hormonellen Verhütung

Aufgrund der maximalen Sicherheit, die hormonelle Verhütungsmittel bieten, entscheiden sich viele Frauen dafür. Allerdings schützen diese Kontrazeptiva nicht vor Geschlechtskrankheiten. Wenn Sie doppelt sichergehen möchten, sollten Sie daher zusätzlich ein Kondom nutzen.
Dies sind die beliebtesten hormonellen Verhütungsmittel in Deutschland. In Klammern sehen Sie, wie viel Prozent aller Frauen in Deutschland diese nutzen.

  • Die Pille (52%)
  • Spirale (5%)
  • Vaginalring (3%)
  • Dreimonatsspritze (2%)
  • Verhütungspflaster (weniger als 1%)

Nach der Pille folgt das Kondom, das von 45% aller Paare zur Verhütung genutzt wird. Allerdings zählt es nicht zu den hormonellen Verhütungsmitteln. Viele Frauen empfinden es als unfair, dass die Hormone nur von der Frau eingenommen werden müssen. Die Forschung arbeitet weiterhin an äquivalenten Produkten für den Mann, obwohl die meisten davon aufgrund der Nebenwirkungen nicht weiterentwickelt werden.
Zur Übersicht sehen Sie hier noch einmal, welche hormonellen Verhütungsmittel es gibt und wie diese angewendet werden.

Hormonelles Verhütungsmittel Anwendung
Anti-Baby-Pille Sie nehmen täglich zur gleichen Zeit eine Pille ein.
Hormonpflaster Sie kleben selbst einmal pro Woche ein neues, hautfarbenes Pflaster auf Ihren Oberarm.
Hormonspirale Die Spirale wird vom Arzt in die Gebärmutter eingesetzt und Sie müssen sie nur nach einigen Jahren austauschen lassen.
Vaginalring Sie führen den Ring in die Scheide ein und entfernen ihn nach 21 Tagen wieder; nach der Blutung setzen Sie einen neuen Ring ein.
Dreimonatsspritze Wird alle 3 Monate vom Arzt verabreicht; eignet sich nur für Frauen, die keine anderen Verhütungsmittel einnehmen können oder keinen Kinderwunsch mehr haben.
Hormonstäbchen Wird häufig im Oberarm eingesetzt und schüttet dort drei Jahre lang das künstliche Gelbkörperhormon Etongestrel aus. Gilt als absolut sicherstes Verhütungsmittel.

Dabei gelten Pille und Hormonspirale als besonders sicher, denn bei den anderen Methoden gibt es entweder Nebenwirkungen wie bei der Spritze oder mögliche Fehler wie beim Pflaster, das abfallen kann. Die Dreimonatsspritze wirkt besonders stark, weshalb sie nur nach gründlicher Absprache mit dem Arzt verschrieben wird.

2. Das bewirkt die hormonelle Verhütung in Ihrem Körper

frau mit pillenblister

Über die Hälfte aller Frauen in Deutschland verlässt sich zur hormonellen Verhütung auf die Anti-Baby-Pille.

Vorausgesetzt, dass Sie die hormonellen Verhütungsmittel korrekt anwenden, bieten diese eine hohe Sicherheit vor Schwangerschaften. Durch die zusätzlichen Hormone werden Eisprung sowie die Ansiedlung der Eizelle in der Gebärmutter verhindert. Dies passiert auch in Ihrem Körper, wenn Sie schwanger sind, es ist also kein unnatürlicher Prozess.
Dennoch ist es wichtig, sich darüber bewusst zu sein, dass die hormonellen Verhütungsmittel Ihren Zyklus stark beeinflussen und künstlich regulieren. Dies kann zu Nebenwirkungen führen. Zudem bemängeln viele Frauen, dass Sie den natürlichen Rhythmus ihres Körpers durch die Hormone nicht mehr spüren.

Die hormonbasierten Verhütungsmittel haben allerdings keinen Einfluss auf Ihre Fruchtbarkeit, abgesehen von der Dreimonatsspritze. Bei Kinderwunsch sind Sie normalerweise einen Monat nach Absetzen des Verhütungsmittels wieder fruchtbar. Dies kann von Frau zu Frau variieren, denn manchmal dauert es etwas länger, bis sich Ihr natürlicher Hormonhaushalt wieder einpendelt. Zudem werden Sie nach Absetzen der Pille oder Hormonspirale zunächst einen unregelmäßigen Zyklus haben, der sich aber nach einigen Monaten wieder selbst reguliert.

2.1 Nebenwirkungen von hormoneller Verhütung

Viele Frauen fürchten sich vor den Nebenwirkungen der Hormonpräparate, und tatsächlich fehlen nach wie vor ausführliche Langzeitstudien. Allerdings kommt es stets darauf an, wie Ihre persönliche Gesundheit ist und in welcher Dosierung sowie über welchen Zeitraum die Verhütungsmittel eingenommen werden. Ihr Gynäkologe empfiehlt Ihnen die für Sie geeignete Variante und berät auch dazu, welches Verhütungsmittel die geringste Hormon-Konzentration hat. Zudem sollte er Sie über etwaige Risiken genau aufklären und Ihre Fragen ausführlich beantworten.

Zu den typischen Nebenwirkungen gehören Zwischenblutungen, Schwindel, Bauch- und Kopfschmerzen sowie Veränderungen in der sexuellen Lust. Auch Wassereinlagerungen oder Lipödeme können an Bauch oder Beinen auftreten. Diese nehmen aber meist mit der Zeit von allein wieder ab. Die Angst, durch Einnahme der Pille dick zu werden, ist allerdings nicht ganz unbegründet, denn viele Frauen berichten von regelmäßigen Heißhungerattacken, die sich natürlich auch auf das Gewicht auswirken.
Keine Verhütung kann Ihnen 100%ige Sicherheit geben, nicht schwanger zu werden. Selbst Frauen, die die Pille nehmen, können in Ausnahmefällen eine Schwangerschaft erleben.

2.2. Alternativen zur hormonellen Verhütung

frau beim frauenarzt

Zu den nicht hormonellen Alternativen gehört es, sich ausführlich mit dem Zyklus auseinanderzusetzen, um so die fruchtbaren Tage zu erkennen und an diesen nicht ungeschützt sexuell aktiv zu sein.

Um die Nebenwirkungen zu vermeiden, entscheiden sich immer mehr hauptsächlich junge Frauen für eine hormonfreie Verhütung. Ohne befürchtete Effekte wie Libidoverlust, Gewichtszunahme oder Depressionen lässt sich unter anderem durch Messung der Basaltemperatur, Zählen der Tage bis zum Eisprung, Beobachtung des Zervixschleims eine Schwangerschaft verhindern. So liegt der Pearl-Index bei der natürlichen Familienplanung (NFP) wie auch bei der Pille bei 0,3.
Als Orientierung kann folgende Regel gelten: Je besser Sie sich mit der jeweiligen Verhütungsmethode auskennen und je konsequenter Sie sie anwenden, umso sicherer ist der Schutz.

3. Eine persönliche Entscheidung

Letztendlich ist es eine sehr individuelle und persönliche Entscheidung, wie Sie verhüten möchten. Sie sollten sich ausführlich von Ihrem Gynäkologen beraten lassen und können sich auch Erfahrungsberichte von Freundinnen einholen. So finden Sie die für Sie bequemste und zugleich sicherste Methode.
Zum Abschluss sehen Sie hier noch einmal eine Auflistung der Vor- und Nachteile von hormoneller Verhütung. Von der Liste ausgenommen ist die Dreimonatsspritze, da diese aufgrund ihrer Nebenwirkungen nur in Sonderfällen von Ärzten verabreicht wird.

  • Maximal mögliche Sicherheit vor Schwangerschaft
  • Unkomplizierte Einnahme bzw. Anwendung
  • Planung der Monatsblutung möglich
  • Nach Absetzen sind Sie schnell wieder fruchtbar
  • Sorglose sexuelle Aktivität ohne Tage-Zählen etc.
  • Nebenwirkungen möglich
  • Anwendungsfehler möglich
  • Verantwortung und Kosten liegen allein bei der Frau
  • Ein 100%iger Schutz vor Schwangerschaft ist nicht möglich
  • Viele Frauen verlieren das natürliche Gespür für ihren Zyklus

 

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