Husten bei Kindern: Wann zum Arzt und was dagegen hilft

kinder husten
  • Häufig ist es kein Grund zur Sorge, wenn Kinder husten, sondern eine Folge einer akuten Infektion der oberen Atemwege.
  • Für den Husten bei Kindern kann es aber auch schwerwiegendere Ursachen geben, die unbedingt vom Arzt abgeklärt werden müssen.
  • Mithilfe von bestimmten Medikamenten, aber auch von Homöopathika oder Hausmitteln können die Symptome gelindert werden.

Husten bei Kindern ist meist eine harmlose Sache. Dennoch ist es natürlich wichtig, die Beschwerden zu lindern und die Entwicklung des Hustens zu beobachten. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, wann Sie zum Arzt gehen sollten, was Sie tun können und was hilft – ob Hustensaft, Globuli oder Hausmittel.

1. Husten bei Kindern: Meist ungefährlich, aber anstrengend und ansteckend

Husten bei Kindern durch Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung kann Ursache eines chronischen Hustens bei Ihrem Kind sein.

Husten bei Kindern ist ein Schutzreflex des Körpers, um Schleim, Partikel oder Fremdkörper loszuwerden, die sich in den Atemwegen befinden. Meistens hat er harmlose Ursachen – die häufigste ist eine akute Infektion der oberen Atemwege. Diese wiederum wird durch Viren oder Bakterien verursacht.

Vor allem grippale Infekte gehen einher mit dem Husten bei Kindern. Da das Immunsystem beispielsweise bei Kleinkindern bis zu 3 Jahren noch nicht so stark entwickelt ist, stecken sich diese bis zu dreimal häufiger an als Erwachsene. Besonders im Kindergarten herrscht erhöhte Ansteckungsgefahr.

Husten kann für Ihren kleinen Liebling recht anstrengend sein – insbesondere, wenn er in der Nacht weiter anhält. Reizhusten ist auch deshalb unangenehm, weil Kinder schmerzempfindlicher als Erwachsene sind. Die Dauer des Hustens liegt bei einer akuten Infektion bei etwa einer Woche.

Ein Husten, der länger als acht Wochen dauert, wird als chronisch bezeichnet. Auslöser können beispielsweise eine chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen, asthmatische Erkrankungen, Lungenentzündung, chronische Bronchitis oder Keuchhusten sein.

Weitere Ursachen dafür, dass Kinder Hustenanfälle bekommen, können verschluckte Gegenstände bzw. Fremdkörper sowie viel Staub, Rauch oder Gase sein. In manchen Fällen wird Husten bei Kindern auch durch einen äußeren Druck auf die Luftröhre ausgelöst.

Hinweis: Wenn Bakterien oder Viren für die Infektion verantwortlich sind, ist der Husten ansteckend. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, bei der die Erreger beim Husten durch die Luft geschleudert werden und an Personen oder Gegenständen haften bleiben. Über die Schleimhäute dringen die Krankheitserreger dann in den Körper ein.

2. Die Ursache ist meist anhand der Hustenart zu erkennen

Es gibt vier Hauptarten von Husten bei Kindern, anhand derer bereits erste Rückschlüsse auf die Ursachen gezogen werden können:

Bezeichnung Erläuterung
  • trockener Husten
  • auch als Reizhusten bzw. unproduktiver Husten bezeichnet
  • Husten ohne Auswurf
  • tritt vor allem am Anfang einer Erkältung auf
  • kann auch bei Asthma, Bronchitis oder Fremdkörper in den Atemwegen auftreten
  • feuchter, rasselnder Husten
  • auch als produktiver Husten bezeichnet
  • es befindet sich viel Schleim bzw. Sekret in den Atemwegen
  • entsteht in späteren Stadien einer Erkältung, bei Lungenentzündung oder Bronchitis
  • meist hat der abgehustete Schleim eine klare Farbe
  • bei bakteriellen Infektionen wird das Sekret grünlich-gelblich und klumpig
  • bellender Husten
  • vor allem, wenn rauer, bellender Husten in der Nacht auftritt, kann dies ein Hinweis auf Pseudo-Krupp sein
  • schmerzender Husten
  • Bauchweh oder Schmerzen in der Lunge können auf eine Lungenentzündung hinweisen

Auf den Millionen Flimmerhärchen in unseren Atemwegen befindet sich eine dünne Schleimschicht, an der Krankheitserreger und andere Teilchen hängen blieben. Durch die wogende Bewegung der Flimmerhärchen werden die Partikel abtransportiert. Bei einer Atemwegsinfektion entsteht zäher Schleim, der den Abtransport erschwert. Um den Schleim aus den Atemwegen zu entfernen, reagiert der Körper mit Husten.

3. Bei bestimmten Symptomen ist ein Arztbesuch erforderlich

Beachten Sie bitte folgende Anzeichen, um zu erkennen, wann Sie zum Arzt gehen sollten:

wann zum arzt

Der Arzt findet durch gründliche Diagnose und ein Gespräch mit Ihnen über den Krankheitsverlauf heraus, was die Ursache des Hustens ist.

  • schlechter Allgemeinzustand des kleinen Patienten – z.B. Teilnahmslosigkeit
  • häufige Erkältungskrankheiten beim Kind mit Schnupfen oder Husten – es kann sich um eine Allergie handeln
  • länger als eine Woche andauernder Husten und Schnupfen mit hohem Fieber
  • laute Atemgeräusche beim Husten bzw. Atembeschwerden und schnelle Atmung
  • eintretende Atemnot – erkennbar an bläulich verfärbten Lippen, 40 bis 50 Atemzügen pro Minute oder auch stöhnenden Geräuschen beim Ein- und Ausatmen
  • bei Verdacht auf Pseudo-Krupp – dies kann zu Atemnot führen
  • unvermittelter und plötzlicher starker Husten beim Kleinkind durch Verschlucken eines Fremdkörpers – wenn er nicht zügig wieder ausgehustet wird
  • hohes Fieber über 38,5 °C oder länger als zwei Tage anhaltendes Fieber
  • das Kind möchte nichts trinken – es besteht die Gefahr einer Austrocknung
  • bei schmerzendem Husten
  • bei gelben Eiterpünktchen auf den Mandeln
  • der abgehustete Schleim ist gelblich gefärbt – Verdacht auf Entzündung der Nasennebenhöhlen
  • es wird Blut ausgehustet – Blutungsquelle muss abgeklärt werden

Achtung: Wenn der Husten bei Kindern länger als vier Wochen anhält, deutet dies auf eine bakterielle Infektion oder andere ernsthaftere Atemwegserkrankung hin. In diesem Fall wird dringend dazu geraten, die Ursache des Hustens von einem Lungenfacharzt abklären zu lassen. Ansonsten besteht die Gefahr von unreparierbaren Lungenschäden bzw. chronischen Lungenerkrankungen.

4. Hustensaft, Hustenbonbons & Co. können helfen

mittel gegen husten kinder

Die sekundären Inhaltsstoffe im Efeuextrakt bewirken einen besseren Abtransport des Schleims aus den Atemwegen und entkrampfen außerdem die Atemwege.

Der Kinderarzt wird den kleinen Patienten genau untersuchen und Sie zu Ihren Beobachtungen und dem Erkrankungsverlauf befragen. Nach der Diagnose legt er fest, welches Medikament zur Behandlung am besten geeignet ist. Beispielhaft stellen wir Ihnen einige Arzneimittel gegen Husten bei Kindern kurz vor:

  1. Hustensaft: Bei Kindern ab 1 Jahr lösen Hustensäfte mit Thymian oder Efeu-Extrakt den Husten.
  2. Brausetabletten: Als Hustenlöser für Kinder ab 2 Jahren können Brausetabletten mit Azetylzystein verwendet werden.
  3. Hustenbonbons: Lutschpastillen mit Honig können Reizhusten bei Kindern ab 6 Jahren lindern.
  4. Hustensirup: Um den Schleim zu lösen, kann Hustensirup hilfreich sein – für Kinder ab 2 Jahren mit Wirkstoffen wie Azetylzystein, Bisolvon, Spitzwegerich oder Efeu.
  5. Hustenzäpfchen: Bei trockenem Husten können Zäpfchen mit dem Wirkstoff Noscapin verschrieben werden. Möglich ist auch der Einsatz von Hustenzäpfchen, die Efeu enthalten.
  6. Globuli: Auch Mittel aus der Homöopathie wie Causticum, Drosera oder Rumex können gegen Husten bei Kindern eingesetzt werden.

5. Beschwerden lindern: Was Sie tun können

Wenn Sie sicher sind, dass die Ursache des Hustens bei Ihrem kleinen Liebling harmlos ist oder auch sicherheitshalber nach Absprache mit dem behandelnden Kinderarzt können Sie Hausmittel nutzen. Was hilft, um die Beschwerden zu lindern, sind folgende Maßnahmen:

    • Reizhusten

      Die Schleimstoffe aus der Eibischwurzel bilden eine Art Schutzschicht auf der Schleimhaut und lindern zudem Reizhusten und Heiserkeit.

      Zuwendung: Liebe ist die beste Medizin. Kümmern Sie sich gut um den kleinen Patienten und achten Sie darauf, dass er oder sie viel Ruhe bekommt.

    • Flüssigkeit: Ihr Kind sollte jetzt sehr viel trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten. Gleichzeitig wird der Schleim dadurch dünnflüssiger und kann leichter abgehustet werden. Zum Trinken geeignet sind vor allem stilles Wasser sowie Kräuter- bzw. Hustentees mit Thymian, Salbei und Spitzwegerich.
    • Hustenmittel: Sie können auch selbst Hustenmittel herstellen. Von einem Sud aus Eibischwurzel bekommt das hustende Kind beispielsweise alle zwei Stunden einen Teelöffel. Die Schleimstoffe in der Pflanze beruhigen die Schleimhaut und dämpfen trockenen Reizhusten.
    • Hustensirup: Auch ein selbst hergestellter Zwiebelsirup kann hilfreich sein und desinfizierend sowie entzündungshemmend wirken. Schneiden Sie dazu eine Zwiebel in Würfel und bestreuen diese mit zwei Esslöffeln Zucker. Danach einige Stunden ziehen lassen, die entstandene sirupartige Flüssigkeit abschöpfen und dem Kind zu trinken geben.
    • Inhalation: Zum Feuchthalten der Atemwege kann der kleine Patient auch regelmäßig inhalieren. Empfohlen wird dabei die Verwendung kindgerechter Inhalationsgeräte sowie einer isotonischen Kochsalzlösung. Beaufsichtigen Sie das Kind während dem Inhalieren und verwenden Sie dazu keine ätherischen Öle, da diese bei Kleinkindern Atemnot auslösen können.
  • Kinder Husten HausmittelDie Vitalstoffe in frischem Obst und Gemüse helfen dem kranken Kind dabei, schneller wieder gesund zu werden.
  • Raumfeuchtigkeit: Die Raumluft sollte ebenfalls feucht sein. Dazu hängen Sie am besten feuchte Handtücher im Zimmer auf. Lüften Sie die Räume regelmäßig und schützen Sie das Kleine dabei gut vor Zugluft. Elektrische Luftbefeuchter sind eher ungeeignet, da sie Krankheitserreger verteilen können.
  • Wickel: Ein warmer Kartoffelwickel darf nur angewendet werden, wenn das Kind kein Fieber hat. Er wirkt krampf- und hustenlösend und fördert die Durchblutung. Eine entzündungshemmende und kühlende Wirkung übt ein Quarkwickel auf die Schleimhäute aus. Somit sorgt er dafür, dass Rötungen und Schwellung der Schleimhaut leichter und schneller wieder abklingen.
  • Vitalstoffe: Viel frisches Obst und Gemüse versorgen den kleinen Patienten mit wichtigen Nährstoffen, die das Immunsystem stärken und die Heilungskräfte unterstützen.

Tipp: Reizhusten kann aufgrund des noch nicht vollständig ausgebildeten Schließmechanismus im Magen zum Erbrechen führen. Um zu vermeiden, dass sich das Kind übergeben muss, sollte der Schleim verflüssigt werden – ein weiterer Grund dafür, dem kleinen Patienten viel trinken zu lassen.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (30 votes, average: 4,30 out of 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.