Jodmangel in der Schwangerschaft: Das können Sie tun

Jodmangel gefährdet das Baby
  • Jodmangel in der Schwangerschaft begünstigt Fehlgeburten, Wachstums- und Entwicklungsstörungen.
  • In der Schwangerschaft besteht erhöhter Jodbedarf.
  • Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wird empfohlen, um eine ausreichend hohe Jodzufuhr zu gewährleisten.

Jodmangel ist eine Mangelerscheinung, die – während Schwangerschaft und Stillzeit – schlimme Folgen für Ihr Baby haben kann. Vielleicht gehören Sie zu den 390 Millionen Menschen, die bereits vor der Schwangerschaft an einem Joddefizit litten. Da während der Schwangerschaft der Bedarf steigt, gefährden Sie – ohne Tabletten, die den Mangel ausgleichen – die gesunde Entwicklung Ihres Kindes.

1. Jod ist ein Spurenelement, was der Körper nicht produziert

Jod fällt in die Kategorie der Spurenelemente. Es ist für den menschlichen Körper lebenswichtig und muss extern zugeführt werden. Der menschliche Körper kann Jod nicht selbst produzieren. Wichtig ist es für den Körper, um Schilddrüsenhormone produzieren zu können. Diese sind nötig, um Stoffwechselvorgänge optimal durchführen zu können.

Stimmt der Jodgehalt nicht, kann das zu Krankheiten führen wie etwa Erkrankungen der Muskulatur, des Nervensystems, des Kreislaufs, des Herzens und des Stoffwechsels.

Auf die Frage „muss man Jod nehmen?“, kann es keine eindeutige Empfehlung geben. Schließlich bestimmt der individuelle Bedarf, wieviel Jod der Körper braucht. Gerade in der Schwangerschaft ist dieser Bedarf deutlich erhöht.

2. Jodmangel in der Schwangerschaft: Der Bedarf ist deutlich höher.

Schwangere brauchen aus zweierlei Gründen mehr Jod.

  • Zum einen müssen Sie selbst mehr eigene Schilddrüsenhormone produzieren
  • und zum Zweiten müssen Sie zusätzlich das Ungeborene mitversorgen.

Die Antwort auf die Frage, ab wann der Bedarf steigt, ist überraschend: Der Bedarf an Jod zeigt sich bereits in der 12. Schwangerschaftswoche. Zu diesem Zeitpunkt beginnt die Schilddrüse des Embryos zu arbeiten. Das funktioniert aber nur dann, wenn Sie genügend Jod für sich und Ihr Baby aufnehmen. Sie müssen in der Schwangerschaft und in der sich anschließenden Stillphase Ihr Baby mitversorgen.

Ausblick: Wenn Sie Ihrem Kind Brei füttern, sollten Sie bei gekaufter Breikost darauf achten, dass der Brei jodhaltig ist. Ist dies nicht der Fall, wird eine medikamentöse Jodzufuhr empfohlen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Kinderarzt.

2.1. Ab wann spricht man von Jodmangel in der Schwangerschaft!? Das sind die empfohlenen Richtwerte:

Personengruppe Bedarf pro Tag
Schwangere 230 Mikrogramm pro Tag
Stillende 260 Mikrogramm pro Tag
Säuglinge (4 bis 12 Monate) 80 Mikrogramm pro Tag
Säuglinge (0 bis 4 Monate) 40 Mikrogramm pro Tag

Wie es um den Jodgehalt in Ihrem Körper bestellt ist, kann ein Arzt bei einem Hormon-Test feststellen.

3. Die Symptome des Jodmangels können fühlbar und sichtbar sein

Verbreitungsgebiet

Obgleich Europa laut der Weltgesundheitsorganisation kein Jodmangelgebiet mehr ist, leiden allein hier bereits 390 Millionen Menschen an dieser Mangelerscheinung. Weltweit leiden etwa zwei Milliarden Menschen an Jodmangel.

Es gibt zahlreiche Symptome, die einen Jodmangel anzeigen können. Haarausfall und Hautveränderungen, Infektanfälligkeit, Leistungsminderung, Schlafstörungen, Kältegefühl, Verdauungsbeschwerden, Konzentrationsschwäche und Müdigkeit können auf einen Jodmangel hinweisen – während der Schwangerschaft oder bereits im Vorfeld.

Litten Sie bereits vor Ihrer Schwangerschaft an einem Jodmangel, so werden sich die Symptome und der Mangel während der Schwangerschaft noch einmal deutlich verstärken, denn auch Ihr ungeborenes Kind will nun mit versorgt werden.

Weitere Symptome, die auf einen Jodmangel hinweisen könnten, können Sie vor allem fühlen und vielleicht sogar sehen. Es geht dabei vor allem um Anzeichen im Halsbereich – um einen größeren Halsumfang, um die Veränderungen der Venen am Hals, um ein Gefühl der Enge am Hals sowie um Schluck- und Atembeschwerden.

4. Jodmangel in der Schwangerschaft und seine Folgen für das Ungeborene

Jodmangel gefährdet das Baby

Leiden Sie an einem Jodmangel, gefährden Sie damit das gesunde Wachstum Ihres Kindes.

Jodmangel in der Schwangerschaft ist tückisch, denn die Folgen können fatale Auswirkungen annehmen. Leiden Sie selbst an einem Defizit in der Jodversorgung während der Schwangerschaft, wird auch Ihr Baby nicht richtig versorgt.

Haben Sie kein Jod genommen, können das die Folgen sein:

  • Das Risiko einer Frühgeburt steigt.
  • Wachstumsstörungen bei der Reifung der Lunge (vor allem auch bei Frühchen) und beim Knochenwachstum.
  • Entwicklungsstörungen bei der Gehirnentwicklung (verminderte Intelligenz) und Schilddrüsenunterfunktion (Neugeborenen-Kropf).
  • Spätfolgen bei Neugeborenen: Hördefekte, gestörte kognitive Entwicklung/Gehirnreifung, gehemmtes Wachstum, Atemnotsyndrom, mangelhafte Kochenreifung.

4.1. Jodmangel hat auch Folgen für Jugendliche und Erwachsene

Jugendliche, die bereits in Kindestagen unzureichend mit Jod versorgt wurden, leiden häufig an einem Kropf oder haben aufgrund einer eingeschränkten Gehirnleistung Merk- und Lernschwierigkeiten. Sie erkranken häufiger an Arteriosklerose und an Veränderungen an der Schilddrüse.

Eine fehlerhafte Funktion der Schilddrüse ist die Folge, mit der Erwachsene mit Jodmangel zu kämpfen haben. So leiden sie häufig an Unter- oder Überfunktionen der Schilddrüse. Das kann mitunter zu Fruchtbarkeitsstörungen führen. Oft wird eine Schilddrüsen-Fehlfunktion ausgelöst durch eine Abnormalität beim Blutdruck, sprich: Auch ein zu hoher Blutdruck setzt die Schilddrüse buchstäblich unter Druck. Auch die Kropfbildung ist eine häufige Folge.

5. Lebensmittel können nur bedingt bei Jodmangel in der Schwangerschaft helfen

Nahrungsergänzungsmittel gegen Jodmangel

Jodmangel kann kaum über eine gesunde Ernährung ausgeglichen werden. Stattdessen helfen Nahrungsergänzungsmittel.

Eine ausgewogene Ernährung ist grundsätzlich wichtig für Sie und Ihr Baby während Schwangerschaft und Stillzeit. Wer einem Jodmangel in der Schwangerschaft entgegenwirken möchte, setzt

  • zweimal pro Woche auf Seefisch (Kabeljau, Schellfisch, Scholle, Seelachs),
  • täglich auf Milchprodukte,
  • auf Jodsalz als Gewürz und
  • auf jodhaltige Lebensmittel (Wurst, Käse, Brot, Backwaren).

Trotz einer bewusst jodhaltigen Ernährung können Sie als Schwangere Ihren Tagesbedarf nur selten ausgleichen. In aller Regel werden 150 bis 200 Mikrogramm über Tabletten zugegeben. Was Sie essen, kann diesen Jodanteil in Tablettenform im günstigsten Fall  minimieren.

Achtung: Trotz einer bewusst jodhaltigen Ernährung ist es meist nicht möglich, einen Jodmangel während der Schwangerschaft zu verhindern. Um den bereits erwähnten Folgen vorzubeugen, ist es sinnvoll, nach Absprache mit dem Arzt Jodtabletten einzunehmen.

6. Der Griff zur Jodtablette ist während der Schwangerschaft üblich

Die meisten Schwangeren setzen auf Jodpräparate, um sich selbst und das ungeborene Baby optimal zu versorgen. Dazu werden in der Regel Jodtabletten verordnet. Mit jodhaltiger Salbe kommt eine Schwangere allerdings nur dann in Berührung, wenn Sie sich für einen Kaiserschnitt entscheiden hat. Jod in flüssiger Form dient nämlich als antiseptisches Mittel.

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