Kindergeld als Unterstützung bei Familienzuwachs

geld auf kleiner bemalter schiefertafel
  • Alle in Deutschland wohnenden Eltern, die einkommenssteuerpflichtig sind, haben Anspruch auf Kindergeld.
  • Das Kindergeld wird an die erziehungsberechtigte Person ausgezahlt.
  • Ab dem dritten Kind steigt der Betrag des Kindergelds pro Kind.

Mit wachsender Familie steigen auch die Kosten. Daher zahlt der deutsche Staat ein Kindergeld für jedes Kind, das Sie haben und mit dem Sie im Land wohnen als Zuschuss zu Ihrem Einkommen. Auch, wenn Sie als Großeltern oder Pate für ein Kind erziehungsberechtigt sind, erhalten Sie das Kindergeld. Pro Kind kann dies aber nur eine Person erhalten. So werden Sie unterstützt und zudem dient der monatlich ausgezahlte Betrag auch dafür, Anreize für mehr Kinder zu schaffen. Sie erhalten das Kindergeld bis zum 18. Geburtstag des Kindes und in manchen Fällen auch darüber hinaus bis zu seinem 25. Geburtstag. So die Regelung in Deutschland.
Beantragen Sie das Kindergeld selbst, gibt es einige Regeln zu beachten und Unterlagen zu erbringen, die Ihnen im Folgenden vorgestellt werden. Zudem lernen Sie weitere Tricks rund um das Kindergeld kennen, um so das Meiste aus dieser hilfreichen Leistung herauszuholen.

1. Das Kindergeld richtig beantragen

Das Kindergeld soll das Existenzminimum eines jeden Kindes decken. Es ist dafür gedacht, dass Sie Ausgaben für Ihre Kinder damit bezahlen. Dazu gehören natürlich Ernährung, aber auch Arztkosten sowie Hobbys und Taschengeld. Das Kindergeld muss schriftlich bei der für Sie zuständigen Familienkasse oder Kindergeldkasse beantragt werden. Weitere Informationen sowie den Antragsvordruck gibt es online beim Arbeitsamt. Sie können den Antrag losschicken, sobald das Kind geboren ist. Bewahren Sie die Kindergeldnummer gut auf. Beachten Sie, dass das Kindergeld rückwirkend nur für sechs Monate ausgezahlt werden kann, weshalb es wichtig ist, den Antrag spätestens sechs Monate nach Geburt abzuschicken.

Tipp: Bereiten Sie den Antrag auf Kindergeld bereits vor der Geburt vor, um die monatliche Zahlung möglichst früh zu erhalten.

Die folgenden Angaben müssen Sie im Kindergeldantrag machen:

  • Geburtsdatum des Kindes (Geburtsurkunde)
  • Name des Kindes sowie weiterer Kinder
  • Steuer-Identifikationsnummer des Antragstellers
  • Ausgefüllter und unterschriebener Antragsvordruck
  • Ausgefüllte Anlage Kind

Bei Fragen zum korrekten Ausfüllen des Formulars hilft Ihnen Ihre zuständige Familienkasse sicherlich gern telefonisch weiter.

Wichtig: Viele Eltern fragen sich, wann das Kindergeld auf das Konto überwiesen wird. Die letzte Ziffer der Kindergeldnummer auf dem Antrag gibt dazu Auskunft. Dabei gilt folgende Regel: je niedriger die Ziffer, umso früher im Monat wird das Kindergeld gezahlt, bspw. Ziffer 0 am Monatsanfang, Ziffer 9 eher zum Ende des Monats. Die Auszahlungstermine ändern sich übrigens jedes Jahr und können für das Jahr 2018 hier eingesehen werden: Bundesagentur für Arbeit

1.1. Verlängerung der Kindergeldzahlungen bis zum 25. Geburtstag des Kindes

Bis wann erhalten Sie das Kindergeld?

Bis zum 18. Geburtstag sind alle Kinder uneingeschränkt kindergeldberechtigt. Danach kommt es darauf an, ob sich Ihr Kind weiterhin in Ausbildung oder einem Freiwilligendienst befindet. Sobald Ihr Kind selbst verdient und dabei über die festgelegte zeitliche Grenze von 20 Stunden pro Woche kommt, hat es keinen Anspruch mehr auf die Zahlungen. Die folgenden Ausnahmen ermöglichen es Ihnen, das Kindergeld für ein Kind mit oder ohne Ausbildung bis zu dessen 25. Geburtstag zu beziehen:

  • Ausbildung oder Studium
  • Praktikum oder Freiwilligendienst
  • Zivildienst (in diesem Ausnahmefall wird das Kindergeld über den 25. Geburtstag hinaus um die Zeit des Zivildienstes verlängert
  • Arbeitslosigkeit (gemeldet beim Arbeitsamt)
  • Übergangszeit von bis zu vier Monaten
  • für behinderte Kinder wird auch über den 25. Geburtstag hinaus Kindergeld gezahlt

Die Dauer hängt also ab dem 18. Lebensjahr von der Beschäftigung oder weiteren Ausbildung Ihres Kindes ab. 

Generell gilt, dass ab dem dritten Kind der festgesetzte monatliche Kindergeldsatz eine Erhöhung erfährt. In einem Rechner können Sie online sehen, wie viel Sie monatlich erhalten werden. Zur Übersicht sehen Sie hier die festgesetzten Beiträge:

Anzahl der Kinder Monatliches Kindergeld
1-2 Kinder Jeweils 194 Euro
3. Kind 200 Euro
Ab dem 4. Kind 225 Euro

Wenn Sie also zum Beispiel 6 Kinder haben, können Sie für die ersten beiden mit jeweils 194 Euro im Monat rechnen. Dazu kommen 200 Euro für das dritte Kind und jeweils 225 Euro für das 4., 5. und 6. Kind. Wenn eines der älteren Kinder nicht mehr kindergeldberechtigt ist, wird die Grenze entsprechend herabgesetzt, das bedeutet, dass dann zum Beispiel das 2. Kind als 1. Kind berechnet wird.

Übrigens: Arbeiten Sie oder der Vater Ihres Kindes im öffentlichen Dienst, beantragen Sie das Kindergeld bei der zuständigen Vergütungsstelle und erhalten es zusammen mit dem monatlichen Bezügen. Die Familienkasse ist dann für Sie nicht zuständig. Wer als Beamter arbeitet hat daher also Vorteile und muss sich nicht auf die teilweise langen Bearbeitungszeiten einstellen.

2. Das Anrecht auf Kindergeld behalten

kinderwagen aus geldscheinen und muenzen

Bis maximal zum 25. Geburtstag des Kindes können Sie trotz geringfügiger Arbeit Kindergeld erhalten.

Es ist natürlich sinnvoll, den Anspruch auf das Kindergeld so lange wie möglich zu erhalten. Achten Sie darauf, dass Sie die oben genannten Anforderungen für eine Verlängerung der Zahlung erfüllen und das Geld korrekt neu beantragen. Das Kindergeld wird unabhängig vom Einkommen der Eltern ausgezahlt. Sie sollten es nicht mit dem Elterngeld nach der Geburt verwechseln. Wenn Sie erwerbstätig sind, aber nur knapp an der Mindesteinkommensgrenze landen, zahlt das Arbeitsamt bzw. die Kindergeldstelle Ihnen einen Kinderzuschlag von bis zu 170 Euro zusätzlich. Dies gilt allerdings nicht, wenn Sie arbeitslos sind oder gerade kündigen, denn dann erhalten Sie nur das Kindergeld.
Sollten Sie das Kindergeld später als sechs Monate nach der Geburt beantragen, erhalten Sie es trotzdem, aber die Beträge für die Zeit nach der Geburt werden Ihnen seit 2018 nicht rückwirkend erstattet. Daher lohnt es sich, den Antrag möglichst früh zu stellen. Bei Veränderungen in Ihrer Situation oder der des Kindes müssen Sie einen neuen Kindergeldantrag ausfüllen. Auch dies sollte unbedingt rechtzeitig geschehen.

2.1. Änderungen in den letzten Jahren

Früher konnte man das Kindergeld rückwirkend für bis zu vier Jahre beantragen, aber dies ist inzwischen nicht mehr möglich. Die neue Frist beträgt nur sechs Monate. Zudem wurde das Kindergeld in den letzten Jahren immer einmal wieder angehoben, aber meist nur um kleine Beträge wie 2 Euro pro Kind.
Seit 2012 wurde die Einkommensgrenze für Kinder ab 18 abgeschafft. Solange die Kinder also weiter ihrer Beschäftigung wie beispielsweise einer Ausbildung nachgehen, dürfen sie unbegrenzt verdienen. Wichtig ist hier, nachzuweisen, dass mindestens 20 Stunden pro Woche für die Haupttätigkeit aufgewendet werden und der Nebenjob weniger als die Hälfte der wöchentlichen Arbeitszeit in Anspruch nimmt.

2.2. Tipps für die Steuererklärung: Kinderfreibetrag

antrag auf kindergeld mit scheinen und muenzen

Dank Kinderfreibetrag erhalten Sie nicht nur Kindergeld, sondern sparen auch noch bei der Steuer.

Das Kindergeld ist keine soziale Leistung des Staates, sondern dient dem Steuerausgleich der Eltern. Daher erhalten Sie normalerweise bei der Steuererklärung einen Kinderfreibetrag, der durch den Bezug des Kindergeldes automatisch an das Steueramt weitergeleitet wird. Letztendlich werden Sie hier so vom Finanzamt behandelt, wie es für Sie und Ihre Familie am günstigsten ist.
Für Besserverdienende kann es sich nämlich lohnen, ausschließlich den Steuerfreibetrag in Anspruch zu nehmen. So haben sie eine höhere Steuerersparnis. Normalerweise aber werden Kindergeld und Kinderfreibetrag miteinander verrechnet, sodass sich ein Steuerfreibetrag von maximal 4.788 Euro pro Jahr pro Kind ergibt. Dies hängt allerdings auch von Ihrem Einkommen ab. Lassen Sie sich bei Fragen vom Finanzamt oder Ihrem Steuerberater informieren.

3. Das Kindergeld an das Kind auszahlen

Typischerweise nutzen Eltern das Kindergeld, das monatlich auf das Konto eines Elternteils eingeht, um durch das Kind entstehende Ausgaben zu bezahlen und damit seinen Unterhalt zu sichern. Dazu gehören Kinderwagen, Windeln, Lebensmittel und später auch Hobbys, Klassenfahrten und Taschengeld. Manche Eltern entscheiden sich dafür, dem Kind das Geld direkt auszuzahlen. Lebt Ihr Kind aufgrund der Ausbildung oder Freiwilligenarbeit nach dem 18. Lebensjahr nicht mehr bei Ihnen, sind Sie sogar gesetzlich verpflichtet, ihm das Kindergeld monatlich zu überweisen. In diesem Fall wird davon ausgegangen, dass Sie keine Ausgaben mehr für das Kind haben.
Letztendlich müssen Sie natürlich selbst entscheiden, ab wann und wie viel Taschengeld vom Kindergeld Ihre Kinder beziehen. Es lohnt sich aber, diese praktische Auszahlung so lange wie möglich zu beziehen, da Sie dieses Geld nicht zurückzahlen müssen und sowohl Sie als auch Ihre Kinder davon profitieren. Abschließend sehen Sie hier noch einmal eine Tabelle, die die vielen Vorteile auflistet:

  • Auszahlung ab Geburt
  • Monatlicher, regelmäßiger Betrag
  • Steigt mit der Anzahl der Kinder
  • Kann in vielen Fällen bis zum 25. Lebensjahr ausgezahlt werden
  • Finanzielle Unterstützung für Eltern und Kind
  • Steuervorteile durch Kinderfreibeträge
  • Antrag muss regelmäßig neu gestellt werden
  • Nur 6 Monate rückwirkende Zahlung möglich
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