Kupferspirale: Sichere Verhütungsmethode ohne Hormone

kupferspirale auf hellgrauem hintergrund
  • Die Kupferspiralen der neuen Generation sind in der Anwendung deutlich besser, als es ihr schlechter Ruf in Deutschland vermuten lässt.
  • Als Verhütungsmittel ist die Kupferspirale sehr sicher. Durch ihre lange Liegedauer ist sie außerdem auf lange Sicht kostengünstig.
  • Die Kupferspirale eignet sich besonders als Verhütung für junge Frauen und Frauen, die bereits Kinder geboren haben.

Seitdem Verhütung ein virulentes und gesellschaftlich akzeptiertes Thema ist, gibt es somit auch immer mehr Möglichkeiten zur Verhütung. Das macht es für Frauen und Männer aber nur bedingt einfacher. Denn zwischen den verschiedenen Methoden muss man sich am Ende stets entscheiden.
Bei der Spirale gibt es dabei zwei Möglichkeiten für Frauen: Die Kupferspirale oder Goldspirale und die Hormonspirale. Sowohl die Kupfer- als auch die Goldspirale haben hierbei den Vorteil, dass sie ohne eine hormonelle Beigabe verhüten. Die Risiken sind in diesem Zusammenhang beständig gesunken.
Wir klären an dieser Stelle über die Wirkung, die Kosten und die Sicherheit der Kupferspirale auf. Am Ende fassen wir alle Punkte noch einmal in übersichtlichen Vor- und Nachteilen für Sie zusammen.

1. Verschiedene Modelle der Spirale

Die Verhütung mit Kupfer wird bereits seit den 70-iger Jahren genutzt. Die neuen Modelle der Spirale können somit auf Erfahrungen aus mehreren Jahrzehnten zurückgreifen.
Es handelt sich bei jedem dieser Modelle im Grunde um einen mit Kupfer umwickelten Plastikträger. Die Formen sind dabei t-förmig, ankerförmig oder auch in Form der Kupferkette. Die Größen variieren hierbei zwischen 2,5 bis 3,5 Zentimetern.
Die sogenannten Silber- und Goldspiralen sollen zusätzlich zur Verhütung auch der Hygiene dienen. Dementsprechend sollen sie sich positiv auf Infekte im Genitalbereich auswirken. Diese Wirkung wurde jedoch wissenschaftlich noch nicht weiter belegt.
Mit vergleichsweise geringen Nebenwirkungen bietet die hormonfreie Spirale eine interessante Alternative zur Pille. Eine Verhütung mit Kupferspirale plus Pille ist im übrigen wenig sinnvoll.

Achtung: Für viele ist die Kupferspirale noch immer negativ besetzt. Dabei ist die abgegebene und aufgenommene Menge Kupfer durch die Spirale deutlich geringer als beispielsweise die Menge an Kupfer, die wir durch unsere Nahrung aufnehmen.

1.1. Kosten der Spirale sind selbst zu tragen

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Spirale spielen natürlich die Kosten eine Rolle. Allerdings sollte man hierbei stets bedenken, dass die Kosten bei der Spirale anders als bei der Pille ausschließlich beim Einsetzen und bei den Kontrollen anfallen.
Das Einsetzen einer Spirale kostet in der Regel zwischen 300 bis 500 Euro. Hierbei sind die Kosten für das Modell der Spirale bereits enthalten. Diese Kosten werden gewöhnlich nicht von der Krankenkasse übernommen.

schaubild einer gebaermutter mit eingesetzter spirale

Für die Funktion der Kupferspirale ist es entscheidend, dass sie richtig eingesetzt wird.

Um die Funktion der Spirale zu gewährleisten, sollte der korrekte Sitz von ihr regelmäßig kontrolliert werden. Solange die Frau keine Unterleibsschmerzen hat, ist eine halbjährliche Kontrolle ausreichend. Diese kann zum Beispiel mit der Krebs-Vorsorge kombiniert werden. Der Preis für die Ultraschall-Untersuchung liegt dabei gewöhnlich zwischen 30 bis 70 Euro.
Einige Krankenkassen übernehmen gerade bei der ersten Kontrolle diese Kosten. Hierfür muss die Ultraschall-Untersuchung jedoch spätestens sechs Wochen nach dem Einsetzen der Spirale stattfinden.

Achtung: Sobald man anhaltende Krämpfe, wiederkehrende Unterleibsschmerzen oder ein starkes Ziehen im Unterleib hat oder die Tage bleiben aus, sollte man den Sitz einmal kontrollieren lassen. Ist die Spirale verrutscht, ist die Wirkung beeinträchtigt. Hiermit entsteht ein Risiko schwanger zu werden.

2. Das Einsetzen der Spirale übernimmt der Frauenarzt

Das Einsetzen und Entfernen der Kupferspirale erfolgt ausschließlich beim Frauenarzt. Mit Hilfe eines Einführungsstabes setzt dieser die Kupferspirale durch den Muttermund in die Gebärmutter ein. Durch einen Handgriff wird die Kupferspirale im Anschluss aufgespannt. Das Einsetzen und Spannen der Kupferspirale dauert dabei laut Erfahrungen selten länger als fünf Minuten.
Ein Einsetzen der Spirale ist rein theoretisch zu jeder Zeit möglich. Während der Menstruation ist jedoch der Muttermund bereits geöffnet und das Einsetzen wird dadurch leichter. Außerdem besteht zu diesem Zeitpunkt nicht das Risiko einer bestehenden Schwangerschaft.
Für Frauen, die bereits ein Kind geboren haben, ist der Eingriff meist weniger schmerzhaft als für Frauen ohne Kinder. Nach einer Geburt empfiehlt sich allerdings das Einsetzen der Kupferspirale vor dem Einsetzen der ersten Periode. Zu diesem Zeitpunkt ist das Gewebe generell noch geweitet und der Eingriff ist leichter.

2.1. Die nötige Voruntersuchung prüft die Eignung

Entscheidet man sich für die Verhütung mit der Kupferspirale, ist vor dem Einsetzen eine Voruntersuchung notwendig. Hierbei wird abgeklärt, ob es medizinische Gründe gegen den Einsatz einer Spirale gibt.
Gründe für eine medizinische Unverträglichkeit können zum Beispiel Anomalien in dem Bereich von Gebärmutter oder auch Blase sein. Sehr selten wird die Spirale nicht vertragen und es kommt zu einem unangenehmen Gefühl auf der Haut und zu einem inneren Juckreiz.
Außerdem werden bei dieser Untersuchung Infektionen wie Chlamydien oder Gonorrhoe ausgeschlossen. Hiermit minimiert man das Infektionsrisiko und damit noch einmal die Nebenwirkungen.

2.2. Weiteres Vorgehen nach dem Einsatz der Spirale

Der Schutz beginnt sofort nach dem Einsetzen der Spirale. Allerdings sollte man die ersten Tage nach dem Einsetzen der Spirale sowohl mit Geschlechtsverkehr als auch mit dem Einführen von Tampons vorsichtig sein. Am sichersten ist es, in den ersten Tagen auf beides zu verzichten. Auch sollten Sie in dieser ersten Phase nicht schwimmen gehen und auch Untersuchungen mit Röntgenstrahlungen sollten nicht unbedingt stattfinden.

Tipp: Eine interessante Alternative zu Tampons ist die Menstruationstasse. Gerade von Frauen mit Kupferspirale wird die Menstruationstasse als angenehme Alternative empfunden.

Die Liegedauer sollte nicht überschritten werden. Hat man die Spirale zu lange getragen, erhöhen sich hiermit die Risiken. Kaufen Sie darum lieber direkt eine Spirale, die Sie länger tragen können. Die Mehrzahl der Modelle sollten dann nach 5 Jahren ausgetauscht werden. Die genaue Dauer sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt abklären.

2.3. Es gibt Kritikpunkte an der Spirale

In der Kritik werden noch Punkte wie die Zunahme von Zwischenblutungen, Thrombose, die Periode unregelmäßig, Migräne, Libidoverlust sowie Brustschmerzen genannt. Allerdings sind nur die Blutungen ein Punkt, der die meisten Frauen hiervon tatsächlich betrifft.
Vereinzelt kann die Spirale vom Körper als Fremdkörper abgestoßen werden. Sollten Sie Unterleibskrämpfe nach dem Einsetzen der Spirale spüren, lassen Sie diese aus dem Grund unbedingt zeitnah überprüfen.

patientin im gespraech mit gynaekologin

Im Gespräch mit seiner Frauenärztin können die Details zur jeweiligen Kupferspirale geklärt werden.

Einige Frauen sind unsicher, ob die Spirale dauerhaft richtig sitzt. Die regelmäßigen halbjährlichen Kontrollen beim Gynäkologen sind üblicherweise ausreichend. Feststellungen wie das beim Ertasten der Faden weg ist, können dabei unnötig beunruhigend wirken. Eine weitere Kontrolle empfiehlt sich nur dann, wenn beispielsweise die Tage ausbleiben oder ungewöhnlich starke Schmerzen oder anhaltende Schmerzen auftreten.

3. Vor- und Nachteile der Spirale

  • Verhütung bis zum Wechsel der Spirale für fünf bis zehn Jahre geklärt
  • da ohne Hormone keine hormonellen Nebenwirkungen
  • örtlich beschränkte Wirkung in der Gebärmutter
  • hohe Sicherheit von 0,4 bis 1,5 Prozent bei richtiger Anwendung
  • auf die Dauer gesehen geringe Kosten
  • bei vielen Frauen eine verstärkte Monatsblutung sowie stärkere Regelschmerken
  • gerade in den ersten Monaten häufige Zwischenblutungen
  • halbjährliche Sitz-Kontrollen der Spirale sollten durchgeführt werden, um ein Verrutschen rechtzeitig zu merken
  • wenn eine Frau trotz der Kupferspirale schwanger wird, dann handelt es sich häufig um eine Eileiterschwangerschaft
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