Laufen Lernen: Babys erste Schritte üben

  • Jedes Kind beginnt zu seiner individuellen Zeit zu laufen.
  • Sie können Ihr Kind mit einfachen Mitteln zum Laufen lernen ermuntern.
  • Spezielle Schuhe sind im ersten Lebensjahr nicht notwendig.

Die ersten Schritte sind für viele Eltern ein absolutes Highlight. Doch wann es soweit ist, unterscheidet sich von Kind zu Kind: Die einen krabbeln früh, andere können schneller als ihre Freunde aus der Krabbelgruppe aufrecht sitzen und wieder andere sprechen bereits mit etwas mehr als einem Jahr erste Wörter. Setzen Sie Ihr Kind also nicht unter Druck, falls es sich mit dem Laufen lernen etwas Zeit lässt. Die meisten Kinder rennen ihren Eltern schneller davon, als es ihnen lieb ist.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen die ersten Entwicklungsschritte des Laufens und wie Sie Ihr Baby dabei unterstützen können.


1. Laufen beginnt bereits im Mutterleib

Auch wenn Sie Ihr Kind noch nicht sehen, so spüren Sie ungefähr ab der 20 Schwangerschaftswoche die Tritte des Babys das erste Strampel- und Lauftraining hat bereits begonnen.

Wichtig

Fühlen Sie sich nicht durch bestimmte Richtlinien der Entwicklungsschritte unter Druck gesetzt. Der Drang zur Bewegung ist jedem Kind angeboren und es wird früher oder später seinen Aktivitätsradius vergrößern wollen. Fördern Sie daher jede Bewegung des Kindes und spielen Sie vor allem im 1. Jahr viel am Boden mit ihm.

Auch nach der Geburt zeigt das Baby in den ersten Monaten den sogenannten Schreitreflex, wenn das Kind aufrecht auf eine feste Unterlage gestellt wird. Wie viele frühkindliche Reflexe, die Ihr Kinderarzt auch regelmäßig in den U-Untersuchungen prüft, verliert sich dieser jedoch.

Dann stehen erst einmal andere Bewegungen im Fokus der Entwicklung: rollen und robben, krabbeln und rutschen übt Ihr Kind sein gesamtes erstes Lebensjahr hindurch, bevor es versucht, sich auf die eigenen Beine zu stellen. Dabei besteht keine festgelegte Reihenfolge, die das Kind befolge müsste, um der normalen Entwicklung zu folgen. Jedes Kind erarbeitet sich bestimmte motorische Fähigkeiten ganz individuell.

Manche lassen das Krabbeln ganz aus und ziehen sich direkt vom Robben an Gegenständen hoch, um dort, zunächst noch etwas wackelig, zu stehen. Andere Kinder krabbeln nur rückwärts und wieder andere beginnen schon mit 8 Monaten auf den Oberschenkeln der Eltern zu stehen und zu hüpfen.

2.  Vor dem Gehen kommt das Stehen

baby laeuft auf den fueßen der mutter

Bei den ersten zaghaften Schritten können Sie Ihr Kind unterstützen.

Bevor Babys stehen können, muss die Beinmuskulatur stark genug sein. Dies üben Babys auch im Liegen beim Strampeln, welches Sie durch leichten Widerstand mit Ihren Händen unterstützen können. Dreht sich das Kind sicher von der Rückenlage auf dem Bauch, beginnt es das Köpfchen zu heben und die Nackenmuskulatur zur stärken. Dies können Sie ab dem 3-4 Monat täglich mit Ihrem Kind üben. Robben, krabbeln und rutschen sind alles Bewegungen, die Ihr Kind in den nächsten 6 Monaten ausprobieren und üben wird. Sie können Ihr Kind mit seinem Lieblingsspielzeug Anreize zum Krabbeln geben; auch eine Decke zwischen zwei Stühlen wird schnell zu einem aufregenden Tunnel.

Wichtig: Falls noch nicht geschehen, sollten Sie auf jeden Fall ab dem Zeitpunkt es Krabbelns Ihre Wohnung auf Kindersicherheit prüfen, denn vor den kleinen Entdeckern ist nichts mehr sicher. Besonders von Steckdosen kann ein ungeahntes, aber hochgefährliches Faszinationspotenzial ausgehen.

Ab dem 11. Monat beginnt Ihr Kind damit, sich an allen erreichbaren Gegenständen hochzuziehen. Alles, was sich also auf Griffhöhe des Kleinen befindet, sollte entweder in Sicherheit gebracht werden, sofern es eine Gefahrenquelle darstellt, oder festmontiert werden. Der Entdeckerimpuls Ihres Kindes wird durch die Lageänderungen permanent neuen Reizen ausgesetzt und maximal gefördert.

Nachdem das Stehen um den 13. Monat einigermaßen sicher beherrscht wird, beginnen viele Kinder, sich auf Zehenspitzen an niedrigen Tischkanten, Kommoden und Sofaecken entlang zu tasten. Dabei arbeiten nicht nur die Beine: Auch der Klammergriff muss gut funktionieren, um den Halt zunächst zu sichern. Helfen Sie Ihrem Kind bei diesem Seitwärtsgang, indem Sie es an die Hand nehmen, es loben und ihm immer neue Anreize schaffen, neue, höhere gelegene Orte unter Ihrer Aufsicht zu erkunden.

Von nun an ist es nicht mehr weit bis zum freien Laufen.

3. Darauf sollten Sie bei den ersten Schritten achten

Mit ungefähr 15 Monaten gibt es dann kein Halten mehr. Das Kind kann meistens ohne Hilfe aus dem Sitzen heraus aufstehen und geht frei seine ersten Schritte. Das erfordert einiges an Koordination und Konzentration, denn die Balance muss gefunden und gehalten werden, das Gewicht verlagert und der Schwung sollte wohl dosiert sein. Sie werden Ihrem Kind die Anstrengung ansehen, die manchmal auch dazu führt, dass das Kind vorübergehend zum Krabbeln zurückkehrt.

Übrigens: Mit dem Übergang vom Krabblen zum Laufen endet die Baby- und beginnt die Kleinkinderzeit.

baby in einer lauflernhilfe

Auch wenn sie bunt und kindgerecht aussehen: Solche Lauflernhilfen schaden der Hüfte und führen oftmals zu Fehlstellungen der Füße.

Auch wenn Sie den ungebremsten Bewegungsdrangs Ihres Kindes maximal fördern wollen, raten Mediziner von den sogenannten Lauflernwagen bzw. Lauflernhilfen dringend ab. Das Verletzungsrisiko ist zu hoch, außerdem entwickeln Kinder kein gutes Verhältnis zur Ihrer Umgebung und es kann zu Haltungsschäden der Hüfte und Fehlstellungen der Füße führen. Ein kleiner Kinderwagen, den das Kleinkind durch die Wohnung oder auch durch die Nachbarschaft schieben kann, ist eine ideale Hilfe, die dem Kind auch eine zusätzliche Stütze bietet. Ein schönes Spielzeug sind kleine Tiere mit Rädern, die das Kind hinter sich her ziehen kann.

Natürlich fallen kleine Kinder, während sie mit den ersten Schritten die Welt erkunden, auch einmal hin. Das ist völlig normal und sollte von Ihnen mit der nötigen Fürsorge behandelt werden, ohne dem Kind zu viel von seiner gewonnen Freiheit zu nehmen.

3.1. Die ersten Schuhe aussuchen

baby laeuft auf Mutter zu

Die ersten freien Schritte ermöglichen dem Kind eine höhere Selbstständigkeit.

Kinderärzte und Orthopäden raten von zu frühen Schuhen ab. Viele bieten den Zehen nicht genug Raum oder haben kein geeignetes Fußbett, welche die Solen unterstützt. Damit der Fuß sich richtig abrollen kann und eine korrekte Fußstellung entwickelt wird,  lassen Sie Ihr Kind lieber mit genoppten Socken oder am besten barfuß durch die Wohnung tollen.

Erkunden die Kinder jedoch immer die Außenwelt, wird es Zeit für ein paar feste Schuhe. Bei Marken wie Primigi, Elefanten oder Superfit können Eltern meistens nichts falsch machen, da dort nicht nur der Komfort oder das niedliche Aussehen im Mittelpunkt stehen, sondern auch die Sicherheit der verwendeten Materialien. Leider werden oftmals bei Farben und Innenfutter Chemikalien (vor allem Chrom)  gefunden, die schädlich bzw. sogar krebserregend sind. Die Stiftung Warentest führt daher regelmäßig Test an Lauflernschuhen durch, die Sie im Internet einsehen können. Falls bei Ihrem Kind eine Fehlstellung des Fußes oder der Sole auffällt, können Sie mit speziellen Einlagen dem Fuß helfen, dies auszugleichen. Ihr Kinderarzt bzw. ein Orthopäde wird Sie diesbezüglich gerne beraten.

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