Lebensmittelvergiftung bei Kindern: Wenn Essen krank macht

Lebensmittelvergiftung
  • Eine Lebensmittelvergiftung kann durch verschiedene Erreger wie etwa Bakterien ausgelöst werden.
  • Durch heftige Symptome wie Erbrechen und Durchfall möchte der Körper den Erreger wieder loswerden.
  • Kinder und Babys müssen besonders gut versorgt werden, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen.

Plötzlich haben die Kinder Magengrummeln, kurze Zeit später leiden sie unter starkem Erbrechen und Durchfall. Die Lebensmittelvergiftung kommt sehr plötzlich und geht zumeist genauso schnell wieder. Der Auslöser lässt sich oft nur schwer ausfindig machen: War es das selbstgemachte Eis, in dem rohes Ei verwendet wurde? Treten die Symptome nach dem Restaurantbesuch und dem Genuss von Sushi auf? Die Lebensmittelvergiftung wird zumeist nur symptomatisch behandelt. Erfahren Sie hier, wie sie die unappetitliche Erkrankung verhindern  und wie sie die Begleiterscheinungen bei Kindern und Babys lindern können.

1. Drei Arten der Lebensmittelvergiftung

Hähnchen wird zubereitet

Bei der Verarbeitung von Geflügel können Salmonellen übertragen werden.

Unter einer Nahrungsmittelvergiftung versteht man grundsätzlich eine Erkrankung, die durch das Essen von verunreinigten Nahrungsmitteln verursacht wird. Die Ursachen liegen sehr oft in krankmachenden Bakterien, es können aber auch Giftstoffe in der Nahrung enthalten sein. Alle Erreger schädigen die Schleimhäute des Magens und des Darms, wodurch es zu unangenehmen Symptomen kommt.

Es wird zwischen drei verschiedenen Arten von Lebensmittelvergiftungen bzw. Lebensmittelinfektionen unterschieden.

Säuglings-Blausucht

Durch das Nitrit erleidet der Säugling einen akuten Sauerstoffmangel, der das Kind in eine lebensbedrohliche Situation bringt. Durch den Mangel färben sich die Lippen und die Haut des Kindes blau, es droht das Ersticken.

  • Lebensmittelvergiftung durch Giftstoffe in Nahrung: Bei der sogenannten Lebensmittelintoxikation befinden sich bestimmte Mikroorganismen in der Nahrung, die wiederum Giftstoffe (Toxinen) produzieren. Sehr oft verursachen Staphylokokken, Clostridien und Schimmelpilze diese Art der Lebensmittelvergiftung. Die ersten Symptome tauchen nach wenigen Stunden auf.
  • Lebensmittelvergiftung durch lebende Erreger: Bei der Lebensmittelinfektion verursachen Erreger wie etwa Salmonellen schon nach wenigen Minuten große Übelkeit und Erbrechen. Die Erreger befinden sich in ungenügend verarbeiteten Lebensmitteln oder in Getränken.
  • Lebensmittelvergiftung durch giftstoffbildende Erreger: Bei der Toxi-Infektion gelangen über die Nahrung Erreger in den menschlichen Organismus, die erst dort Giftstoffe bilden. Spezielle Salmonellen-Arten verursachen Toxi-Infektionen.

2. Ursachen: Der Erreger sitzt im Essen

Blaubeereis

Wird rohes Ei in Speiseeis verarbeitet, muss auf die richtige Lagerung geachtet werden.

Eine Lebensmittelvergiftung wird durch verschiedene Erreger ausgelöst, auf die der Organismus des Menschen reagiert. Zumeist gelangen die Erreger in die Nahrung, wenn diese nicht fachgerecht verarbeitet wurden.

Besonders häufig treten Bakterien auf, die sich in tierischen Lebensmitteln befinden. So können Salmonellen von rohem Hühnchen während der Zubereitung auf dem Schneidebrett landen. Wird auf demselben Brett ein Apfel geschnitten, können die Salmonellen auf diesen übergehen. Werden die Apfelschnitze als Snack gereicht, kann schon ein geringer Befall eine Lebensmittelvergiftung bei Kindern und Babys auslösen.

Art des Bakteriums Beschreibung der Ursache und der Auswirkungen
Clostridium botulinum Das Bakterium verursacht eine schwere Lebensmittelvergiftung (Botulismus). Es wird oft über Konserven übertragen, aufgeblähte Verpackungen sind ein erstes Anzeichen dafür. Besonders gefährlich ist das Einlegen von Fleisch, aber auch Obst und Gemüse. Bei einem schweren Verlauf kann Nervengewebe langfristig geschädigt werden.
Listerien Listerien befinden sich besonders häufig in tierischen Lebensmitteln. Sie können in Lebensmitteln sein, die roh verzehrt werden. Dazu gehören Käse aus Rohmilch oder Salami. Das Bakterium befindet sich aber auch in rohem Fleisch, das weiterverarbeitet wird.
Staphylokokken Staphylokokken befinden sich oft auf der menschlichen Haut und den Händen. Gelangen sie in das Essen, können die Bakterien dort Giftstoffe bilden, die eine Lebensmittelvergiftung auslösen.
Escherichia coli Escherichia coli ist ein Bakterium, das sich in rohem Rindfleisch und in Rohmilch befindet. Durch eine unzureichende Erhitzung von Lebensmitteln kann es in Speisen überleben.
Yersinien Das Bakterium Yersinia  wird durch Säugetiere und Vögel übertragen. Entweder kommen Menschen mit infizierten Tieren in Kontakt oder sie verzehren Fleisch von infizierten Tieren. Die Yersinien können neben der Lebensmittelvergiftung schwerwiegende Gelenkentzündungen und einen Befall der Leber verursachen.
Shigellen Dieses Bakterium kann auf vielfältige Weisen übertragen werden. Die Ursache liegt zumeist in Lebensmitteln, die durch Fäkalien oder Abwässer verschmutzt sind. Kinder sind von dieser Art der Lebensmittelvergiftung besonders häufig betroffen. In Deutschland besteht für Shigellen eine Meldepflicht.
Campylobacter Werden Hühnchen und anderes Geflügel sowie Eier vor dem Verzehr nicht ausreichend erhitzt, kann das Bakterium Campylobacter auf den Menschen übertragen werden. Es ist eine der häufigsten Ursachen für eine Lebensmittelvergiftung.
Salmonellen Salmonellen befinden sich auf vielen rohen tierischen Lebensmitteln, nahezu jedes Ei weist eine der insgesamt 2.000 Salomnellen-Arten auf. Durch eine hygienische Verarbeitung und ausreichende Erhitzung der Produkte werden die Salmonellen abgetötet.

Das sind typische Lebensmittel, bei denen Fehler in der Verarbeitung zu einer Lebensmittelverarbeitung führen können:

  • Rohes Ei: Es gibt einige Lebensmittel, die rohes Ei enthalten. Dazu gehören Eisspeisen, Kuchen und Torten mit Cremes und Mayonnaise. Diese Lebensmittel müssen bestens und kühl gelagert und schnellstmöglich verzehrt werden, damit sie nicht verderben. Wird Ei in verschiedenen Speisen verarbeitet, sollten alle verwendeten Küchengeräte mit heißem Wasser gründlich gereinigt werden.
  • Fleisch und Geflügel: Werden diese tierischen Lebensmittel verarbeitet, sollte dafür ein eigenes Schneidbrett verwendet werden. So kann sichergegangen werden, dass das rohe Fleisch nicht mit anderen Lebensmitteln in Kontakt kommt.
  • Fisch und Muscheln: Diese Lebensmittel sollten schnellstmöglich verarbeitet werden. Speisen mit Fisch müssen zügig verzehrt werden. Sollen Reste von Lachs oder Thunfisch aufgehoben werden, müssen diese schnell heruntergekühlt und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Nur so kann verhindert werden, dass sich auf dem noch warmen Fisch Bakterien vermehren.

Tipp: Fisch kann aufgewärmt und gegessen werden. Dazu muss der Fisch optimal aufbewahrt und vor dem Verzehr auf mindestens 70 Grad Celsius erhitzt werden.

3. Symptome und Verlauf: Schneller Anfang und schnelles Ende

Hausmittel: Kind trinkt Tee

Mit Tee kann der Wasserhaushalt aufrechterhalten werden.

Ob die Lebensmittelvergiftung bei Kindern und Babys oder bei Erwachsenen auftritt, die Symptome sind immer sehr ähnlich. Zumeist treten nach wenigen Stunden Anzeichen wie plötzliche Übelkeit, Erbrechen, begleitende Magenschmerzen und Durchfall auf. Der menschliche Organismus versucht so mit allen Mitteln den Erreger aus dem Körper zu bekommen.

Durch das ständige Übergeben und den Wasserverlust kann es zu starken Kopfschmerzen kommen. Hat der Betroffene nur Durchfall, kann dies auch auf eine leichte Magenverstimmung oder Magen-Darm-Infekt hinweisen. Eine Salmonellen-Lebensmittelvergiftung kann ohne Durchfall und Erbrechen vorliegen. Bei toxischen Lebensmittelvergiftungen können auch Nierenschmerzen auftreten.

Je nachdem, um welchen Erreger es sich handelt, kann die Inkubationszeit wenige Minuten bis hin zu mehreren Tagen betragen.

Die Symptome beginnen sehr plötzlich und ebben nach und nach ab. Die genaue Dauer der Lebensmittelvergiftung und wie lange man krank ist, hängt von der Gesundheit des Betroffenen und den jeweiligen Erreger ab. Zumeist ist der Erkrankte nach wenigen Tagen wieder vollkommen erholt. In schweren Verläufen, zum Beispiel, wenn es sich um einen aggressiven Erreger handelt oder der Betroffene ein schwaches Immunsystem hat, können weitere Begleiterscheinungen hinzukommen.

4. Vorbeugung der Lebensmittelvergiftung bei Kindern 

Lebensmittelvergiftung durch Ei: Pommes mit Mayonnaise

Nicht nur zu Hause, auch unterwegs können verunreinigte Lebensmittel gegessen werden.

Um eine Lebensmittelvergiftung vorzubeugen, sollte man Lebensmittel immer optimal verarbeiten und aufbewahren. Riecht ein Produkt merkwürdig oder hat es einen eigenartigen Geschmack, sollte man auf den Verzehr verzichten. Ist man im Urlaub, sollte man darauf achten, welche Lebensmittel verzehrt werden. Insbesondere in exotischen Ländern gelten oft andere Hygienestandards.

Mit einer ausreichenden Hygiene können auch Kinder und Babys vor einer Lebensmittelvergiftung geschützt werden. Insbesondere bei Babys, die Milch mittels einer Flasche erhalten, ist auf eine gute Säuberung der Babyflaschen zu achten. Im besten Fall werden diese nach dem Benutzen mit heißem Wasser ausgekocht. Wer den Babybrei selber macht und größere Mengen einkocht, sollte auf eine fachgerechte Aufbewahrung achten. Vor allem wenn der Babybrei tierische Zutaten enthält, sollte dieser nach kurzer Zeit aufgebraucht oder nur wenige Tage eingefroren werden.

Wird gekochter Spinat nicht umgehend kühl gestellt und fachgerecht aufbewahrt, kann sich aus dem enthaltenen Nitrat das sogenannte Nitrit bilden. Dieses kann bei Babys Lebensmittelvergiftungen und Blausucht verursachen.

Achtung: Eine Lebensmittelvergiftung durch bakterielle Erreger ist übertragbar und damit ansteckend (Körperkontakt, Toilette etc.). Deshalb sollte während der Erkrankung auf eine besonders penible Hygiene geachtet werden.

5. Behandlung: Symptome der Lebensmittelvergiftung behandeln

Gläser mit eingemachtem Essen

Beim Einmachen von Konserven können Erreger übertragen werden.

Beim Ausbrechen einer Lebensmittelvergiftung ist der Betroffene zunächst einmal nicht in der Lage, einen Arzt aufzusuchen. Es sollte die Ruhe bewahrt werden und abgewartet werden, bis die akute Phase überstanden ist.

Bei starkem Durchfall und Erbrechen verliert der Körper viel Wasser und Nährstoffe. Durch das Trinken von Tee kann der Wasserhaushalt aufrechterhalten werden. Da vor allem Babys und Kinder schnell austrocknen, können diese Elektrolytlösung erhalten, die es in der Apotheke zu kaufen gibt.

Zudem hat sich als Hausmittel geriebener Apfel und Banane bewährt. So werden dem Körper auf schonende Art Nährstoffe zugeführt, die für die Regenerierung der Schleimhäute wichtig sind. Der Betroffene muss unbedingt etwas essen, um bei Kraft zu bleiben.

Tipp: Im gesamten Zeitraum einer Lebensmittelvergiftung und einige Tage darauf sollte auf säurehaltige Lebensmittel und Fruchtsäfte sowie Milchprodukte verzichtet werden.

6. Bei Fieber ist ein Arztbesuch unabdingbar

Gefäß wird gereinigt

Babyflaschen sollten gut gereinigt werden, um alle Bakterien abzutöten.

In leichten Fällen ist das Nachweisen des Erregers nicht notwendig, da die Erkrankung von allein verschwindet und es keine Therapie braucht.

Wenn die Lebensmittelvergiftung bei Babys und Kindern auftritt, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann rechtzeitig eingreifen, wenn das Immunsystem der kleinen Patienten nicht stark genug ist. Dann können Medikamente dabei helfen, den Erreger abzutöten und die Symptome abzuschwächen. Ein Arztbesuch ist auch dann wichtig, wenn zu den eigentlichen Anzeichen der Lebensmittelvergiftung weitere Beschwerden mit Fieber oder blutigem Durchfall hinzukommen. In seltenen Fällen – vor allem bei einer schweren Salmonellen-Erkrankung – kann eine Überwachung im Krankenhaus notwendig werden.

Erleidet eine Schwangere eine Lebensmittelvergiftung sollte unbedingt ein Facharzt zu Rat gezogen werden. Erreger wie Salmonellen können die Schwangere stark schwächen. Listerien können über die Mutter auf das Kind übertragen werden. So kann es zu schweren Schädigungen des Kindes bis hin zu einer Fehlgeburt kommen.

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