Option Leihmutterschaft?

leihmutter sitzt zwischem schwulen paar
  • In Deutschland ist die Gesetzeslage eindeutig: Die Leihmutterschaft ist durch das Embryonenschutzgesetz verboten.
  • Einige homosexuelle Paare mit einem ausgeprägten Kinderwunsch nutzen sehr teure Optionen im Ausland.
  • Durch Verschleierung der Leihmutterschaft kann man sich in einem rechtlichen Graubereich bewegen.

Bei einer Leihmutterschaft trägt eine Frau das Kind anderer Menschen aus. Sobald das Kind geboren ist, übergibt die Leihmutter das Baby seinen Eltern. Soweit die Theorie zur Leihmutterschaft.

Doch wie sind es mit der rechtlichen Lage aus? Wie sind die Preise für eine Leihmutter?Was ist, wenn die Frau nach der Geburt das Baby doch nicht mehr abgeben möchte? Und welche ethischen Aspekte sollte man bei diesem Thema beachten?

Wir wollen an dieser Stelle einerseits über die reinen Fakten rund um das Thema Leihmutterschaft informieren. Andererseits sollen auch das gesellschaftliche Pro und Contra vorgestellt werden.

1. Fakten rund um die Leihmutterschaft

Viele Paare wünschen sich lange Zeit ein Kind. Einige stellen hierbei fest, dass sie sich diesen Wunsch auf einfachem, biologischem Weg nicht erfüllen können. Für andere  wie beispielsweise für homosexuelle Paare  ist von vornherein klar, dass der Kinderwunsch auf dem herkömmlichen Weg nicht zu erfüllen ist.

Einige kommen hierdurch zum Thema Leihmutterschaft. Da bleiben nun jedoch die Fragen: Was ist das genau und wie geht das?

1.1. Unterschiede zwischen Leihmutterschaften

Als Leihmutter wird eine Frau bezeichnet, die ein Baby für andere Menschen austrägt. Dabei gibt es verschiedene Formen der Leihmutterschaft: die partielle Leihmutter und die volle Leihmutter.

Der partiellen Leihmutter wird die bereits befruchtete Eizelle einer anderen Frau eingesetzt. Dabei kann es sich um die Eizelle der späteren sozialen Mutter handeln. Es kann sich jedoch ebenso um die Eizelle einer ganz anderen Frau handeln. Entscheidend ist bei der partiellen Leihmutter: Das Baby ist genetisch mit ihr nicht verwandt. Sie trägt es ausschließlich aus.

schwangere frau form mit den haenden ein herz vor ihrem bauch

Bei einer Leihmutterschaft wächst das Baby im Bauch einer anderen Frau.

Die volle Leihmutter hingegen ist auch genetisch mit dem Baby verwandt. Sie ist nicht nur per Definition die biologische Mutter des Babys. Denn die Eizelle stammt von ihr. Sie wird entweder natürlich befruchtet oder durch eine Samenübertragung befruchtet. Eine natürliche Befruchtung ist jedoch in vielen Ländern ausgeschlossen. Der Ablauf kann so verschieden sein  je nach Land, Gesetzeslage und gegebenenfalls auch Vertrag zwischen den verschiedenen Parteien.

Viele Frauen schließen für sich jedoch die volle Leihmutterschaft aus. Sie befürchten hierbei, dass es ihnen nach der Geburt schwerer fallen würde, ihr biologisches Kind abzugeben.

1.2. Leihmutterschaft als Ausweg aus der Kinderlosigkeit

bunt bemalte kinderhände

Das Leben ist bunt und vielfältig und so sind auch die Lösungen verschieden.

Eine Leihmutterschaft ist für all die kinderlosen Paare interessant, die eine Adoption für sich ausschließen. Die Gründe hierfür können verschieden sein. Für schwule Paare ist es so lange Zeit unmöglich gewesen, ein Kind zu adoptieren. Heute lockert sich die rechtliche Situation für Schwule zwar, dennoch ist es für diese Paare nach wie vor schwierig, durch eine Adoption Eltern zu werden.

Andere Paare wünschen sich vielleicht, dass das Kind auch genetisch mit ihnen verwandt ist. Aus diesem Grund wählen sie den Weg über eine Leihmutterschaft.

1.3. Kosten der Leihmutterschaft

Die Kosten für eine Leihmutter sind sehr hoch. Dabei verdient die tatsächliche Leihmutter gar nicht so viel Geld, wie man es zunächst annehmen könnte; vielmehr sind die Kosten rund um die Leihmutterschaft sehr hoch. Zu den Kosten zählen zum Beispiel:

  • Hotelkosten
  • Reisekosten
  • Klinikkosten
  • Ärztekosten

Trotz der hohen Kosten hat man dabei keinerlei Garantie, dass die Befruchtung zu einer intakten Schwangerschaft und schließlich zu einem gesunden Kind führt. So bleibt das Risiko sehr hoch, dass die Kosten in einem fünf- bis sechsstelligen Bereich nicht zum gewünschten Erfolg führt.

2. Gesetzliche Lage in Deutschland

Die rechtliche Lage ist in Deutschland eindeutig: Es zählt die Frau als Mutter eines Kindes, die das Kind auf die Welt gebracht hat. Somit kann man nicht legal Leihmutter in Deutschland sein.

Dabei gibt es jedoch eine gewisse Grauzone, wenn die Geburt in Deutschland stattfindet. Die Frau muss direkt nach der Geburt den Mann als biologischen Vater eintragen. Im Anschluss verzichtet sie auf ihr Recht als Mutter und überträgt das alleinige Sorgerecht dem Mann. Dessen eigentlicher Partner oder auch Partnerin kann nun das Baby adoptieren.

Achtung: Da es sich hier jedoch um eine Grauzone handelt, gibt es keine Garantie für ein Gelingen. Entscheidet sich die Frau nach der Geburt gegen dieses Vorgehen, haben die Eltern keinen bindenden Vertrag auf ihrer Seite. Im Gegenteil: Das Urteil würde immer gegen sie ausfallen.

2.1. Gesetzliche Lage in anderen Ländern

In den meisten europäischen Ländern ist die Leihmutterschaft ebenfalls nicht erlaubt. Ausnahmen hiervon sind Belgien, die Niederlande, Großbritannien sowie die Ukraine. Ebenso ist die Leihmutterschaft in einigen Staaten der USA erlaubt und in Indien ebenfalls legal. Gerade in den USA gibt es besondere Agenturen, die ihre Dienste hier auch international anbieten.

2.2. Ethische Konflikte

Nicht nur die Kirche übt Kritik an der Leihmutterschaft. Es werden von ganz unterschiedlichen Lagern ethische Bedenken geäußert. Die Argumente beginnen hierbei beim Ausnutzen von Frauen in ärmeren Verhältnissen, die Leihmutter werden. Sie würden dabei zu einem Objekt degradiert.

Die Argumente gehen im Anschluss jedoch auch weiter zur Perspektive der Kinder. Auch die auf diese Weise entstehenden Kinder würden zu einem Objekt, zu einer Handelsware degradiert werden. Auf ihr eigenes späteres Empfinden würde dabei von den Eltern keine Rücksicht genommen.

kind pustet die samen des loewenzahns weg

Wie die Kinder später ihre Herkunft beurteilen, ist schwer zu sagen.

Neben den ethischen Konflikten zeigen sich bei den Erfahrungen auch ganz praktische Probleme. Wie ist es zum Beispiel, wenn durch die künstliche Befruchtung ein behindertes Kind entsteht? Oder wenn Zwillinge entstehen, das Paar jedoch nur ein Kind haben möchte? Oder die Leihmutter das Kind nach der Geburt behalten will?  Schließlich lässt sich Biologie in all ihren unterschiedlichen Facetten eben doch nicht so genau planen.

3. Mögliche Vor- und Nachteile einer Leihmutterschaft

  • Paare können trotz eigener Probleme biologische Eltern werden
  • ein bewusst gefasster Kinderwunsch kann erfüllt werden
  • rechtlich in Deutschland nicht abgesichert
  • hohe Kosten
  • Risiken wie beispielsweise, dass die Leihmutter sich anders entscheidet oder auch Zwillinge gebärt oder es Fehlbildungen und Behinderungen kommt
  • Perspektive des Kindes
  • Perspektive der Leihmutter

3.1. Einschränkungen zu den Vor- und Nachteilen

Bei den hier aufgezeigten Vor- und Nachteilen handelt es sich vielmehr um Aspekte, die für eine Leihmutterschaft sprechen sowie um Risiken. Denn wie bei jeder menschlichen Gruppierung sind auch die Meinungen beim Thema Leihmutterschaft vielfältig.

Das bestehende Vorurteil, dass die Leihmutter benachteiligter Handelspartner sei, ist dabei nicht in allen Fällen zu halten. So sind nicht alle Frauen, die sich dafür entscheiden, Leihmutter zu werden, arm und/ oder ungebildet. Manche Frauen entscheiden sich sehr bewusst dafür, Leihmutter zu werden.

Ebenso wenig weiß man, ob sich die zukünftigen Eltern nicht durchaus Gedanken über ihr Kind und sein Empfinden machen. Abgesehen davon, dass niemand vorher sagen kann, wie das Leben in der neuen Familie weiter verlaufen wird. Menschen entscheiden sich aus unterschiedlichen und gerechtfertigten Gründen für diesen Weg.

Und nicht alle Eltern, die sich für diesen Weg entscheiden, haben vorab eine klare Vorstellung von ihrem Kind. Es gibt hier ausreichend Eltern, die sich schlicht über die Erfüllung ihres Kinderwunsches freuen. Fragen nach möglichen Behinderungen oder der Anzahl der Kinder stellt sich für diese Eltern genauso wenig und sehr wie für alle anderen werdenden Eltern.

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