Magen-Darm-Infekt beim Kind: Symptome und Behandlung

maedchen liegt mit magenschmerzen auf der couch
  • Viren oder Bakterien sind die Auslöser für einen Kinder-Magen-Darm-Infekt und werden meist durch mangelnde Hygiene übertragen.
  • Die Symptome einer Magen-Darm-Erkrankungen und einer Lebensmittelvergiftung sind ähnlich, sodass im Zweifel immer ein Arzt aufgesucht werden sollte.
  • Die Behandlung kann in leichten Fällen meist problemlos mit Hausmitteln erfolgen. Am wichtigsten ist die ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit, um eine Dehydration zu vermeiden.

Ein Magen-Darm-Infekt beim Kind ist nicht nur extrem unangenehm, sondern kann zu einer Hydration führen, die vor allem bei Kleinkindern gefährlich werden kann. Durch die schnelle Verbreitung des Erregers sind nicht selten ganze Gruppen im Kindergarten betroffen.

In diesem Bericht erklären wir, welche Symptome bei einem Kinder-Magen-Darm-Infekt auftreten, wie die Ansteckung verhindert werden und die Behandlung aussehen kann.

1. Magen-Darm beim Kind wird überwiegend durch einen Virus ausgelöst

Wenn das Kind unter Magen-Darm leidet, ist in der Regel ein Virus (beispielsweise der Rota- oder Norovirus) die Ursache. Die Ansteckung untereinander erfolgt durch Übertragung der Viren, die entweder oral oder auch fäkal ausgeschieden werden. Allein ein vergessenes Händewaschen beim Kind nach dem Toilettengang kann ausreichen, um den Erreger zu übertragen. Haftet dieser dann an der Türklinke, verbreitet er sich rasend schnell. Hygiene ist demnach ein absolutes Muss, wenn man die Verbreitung und Ansteckung verhindern möchte.

2. Die Symptome des Kinder-Magen-Darm-Infekts sind meist schnell erkennbar

Ist die Ansteckung beim Kleinkind erfolgt, kann man von einer recht kurzen Inkubationszeit (Dauer von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) sprechen. Die Dauer beträgt meist nur wenige Stunden. Typische Symptome eines Magen-Darm-Infekts beim Kind sind:

  • Übelkeit
  • Magenschmerzen
  • Erbrechen
  • Durchfall

Nicht selten treten diese Symptome in Kombination mit Fieber und Kopfschmerzen. Hinzu können Gliederschmerzen, Frieren, Rückenschmerzen (verursacht durch die Bauchkrämpfe) und Erkältungs-Symptome auftreten.

3. Eine schnelle Behandlung kann weitere Komplikationen vermeiden

Tabletten helfen besonders schnell

Für Kinder kann die Darreichung von Tabletten unterstützend wirken. Imodium (für Kinder ab 12 Jahren) gegen Durchfall oder Ibuprofen (für Kinder ab 6 Jahren) gegen die Schmerzen können helfen.

Ist die Diagnose Kinder-Magen-Darm-Infekt eindeutig, sollte eine schnelle Behandlung erfolgen. Die Ernährung sollte für die nächsten Stunden vor allem aus Flüssigkeit bestehen, damit keine Dehyydration stattfindet. Hat das Kind dennoch Hunger, so kann eine klare Brühe zum Löffeln gereicht werden. Manchmal tut auch ein wenig Apfelmus ganz gut.

Durch den Verzicht auf feste Nahrung findet eine Entlastung vom Magen-Darm-Trakt statt. Dies kann beim Kleinkind dazu führen, dass die Bauchschmerzen nachlassen.

kind mit bauchschmerzen

Kinder sollten bei einem Magen-Darm-Infekt viel trinken, um einer Dehydration vorzubeugen.

Das Kind sollte viel trinken. Tee oder auch klare Fruchtsäfte wie Apfelsaft sind ideal, um den Kreislauf in Schwung zu halten. Auch eine Brühe mit Salz ist gut geeignet, da das Kleinkind durch Erbrechen und Durchfall Elektrolyte verliert, die wieder zugeführt werden müssen.

Verweigert das Kind jegliche Flüssigkeitsaufnahme, muss man es jedoch weiterhin dazu ermuntern. Medikamente wie eine Elektrolytlösung (in Apotheken erhältlich) oder auch Globuli (aus der Homöopathie) können zusätzlich gegeben werden. Auch wenn viele Eltern sonst dagegen sind: Wenn das Kind auf irgendwas Süßes wie Cola oder Limo Lust hat, ruhig trinken lassen. Jede Flüssigkeit ist besser als keine!

Vor- und Nachteile einer Behandlung durch Hausmittel bei einem Magen-Darm-Infekt beim Kind

  • Kann zwar nur wirken, wenn die Ursache wirklich klar ist (Magen-Darm-Erkrankung und keine Lebensmittelvergiftung), dafür aber schonender zum Körper als Medikamente.
  • Hausmittel hat man fast immer daheim, so dass schnell etwas getan werden kann.
  • Es dauert meist länger, bis eine Wirkung bzw. Genesung eintritt.
  • Einige Hausmittel werden vom Kind nur ungern angenommen (bestimmte Teesorten, die nicht schmecken zum Beispiel).

3.1. Ein hoher Puls deutet auf eine Dehydration hin

arzt fuehlt puls bei einem kind

Ist der Puls ungewöhnlich hoch, sollten Eltern sofort einen Arzt aufsuchen.

Der Durchfall hört nicht auf, das Kind verweigert Hausmittel, hat einen hohen Puls und Fieber? Dies kann bereits darauf hindeuten, dass der Körper bereits dehydriert (ausgetrocknet) ist. Bei einem Kleinkind, bei welchem der Infekt durch eine Übertragung durch Bakterien oder Viren stattgefunden hat und die Behandlungsmethoden nicht anschlagen, sollte man umgehend einen Kinderarzt aufsuchen. Durchgehendes Schreien oder Weinen sind ebenfalls ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.

In manchen Fällen kann es (auch ohne Durchfall und Erbrechen) eine Blinddarmentzündung oder Lebensmittelvergiftung sein. Ist die Ursache für die Eltern nicht zu 100% klar, sollte die Dauer der Behandlung nur kurz sein. Wenn die Therapie nicht anschlägt und die Symptome nicht verschwinden, sollte man langes Ausprobieren zum Wohle des Kindes vermeiden.

Unterschied zwischen Magen-Darm-Infekt und Lebensmittelvergiftung

Magen-Darm-Infekt Lebensmittelvergiftung
Durch Viren oder Bakterien ausgelöst. Ausgelöst durch Bakterien.
Ausbruch ohne direkten Zusammenhang zum Auslöser. Tritt meist kurze Zeit nach dem Essen auf.
Typische Symptome sind: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber, Bauchkrämpfe. Typische Symptome sind: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber, Bauchkrämpfe. Fleischvergiftung kann Lähmungserscheinungen verursachen.
Kann bis zu 2 Wochen andauern. Wie lange man krank ist, hängt auch vom jeweiligen Virus ab. Oft am nächsten Tag wieder vorbei.

4. Wichtige Fragen und Antworten

4.1. Wann tritt Magen-Darm beim Kind am häufigsten auf?

maedchen sitzt am tisch und isst einen grillspiess

Kinderhände auf den Tellern beim Grillen sind keine Seltenheit. Den Erreger bringt dies aber besonders schnell in Umlauf.

Tatsächlich werden die meisten Ansteckungen im Sommer verzeichnet. Dies liegt in der warmen Jahreszeit oft an Bakterien, die bei der Wärme und eventuell mangelhafter Hygiene beim Kochen (besonders typisch beim Grillen) nicht eingehalten werden. Ist der Erreger einmal im Umlauf, lässt sich eine Ansteckung nur mit sehr guter Hygiene verhindern.

Daher gilt auch bei Treffen mit Freunden immer: Hände waschen vor dem Essen und natürlich nach jedem Gang auf die Toilette. Verhindern lässt sich eine Ansteckung nie zu 100%, man kann jedoch oft damit vorbeugen!
4.2. Wann kann das Kind nach Magen-Darm wieder in den Kindergarten oder Sport machen?
Die Dauer ist abhängig vom Krankheitsverlauf. Magen-Darm beim Kind kann zu einer Schwächung des gesamten Körpers führen und bis zu 2 Wochen anhalten. Erst, wenn das Kind sich wieder ausreichend fit fühlt, ohne Probleme was essen kann und auch so den Eindruck macht, dass es wieder gesund ist (durch Spielen beispielsweise) kann es zurück in den Kindergarten. Im Zweifel lieber 1-2 Tage länger warten. Beim Sport hingegen sollte man eine längere Pause machen. Leichte Bewegung ist immer gut, anstrengender Sport sollte man jedoch für mindestens eine weitere Woche vermeiden.

Da der Herzmuskel (wie auch bei einer Grippe) belastet sein kann, sollte bezüglich Sport eine Pause (nach vollständiger Genesung) von mindestens 8 Tagen bestehen. Nur so kann man einer Herzmuskelentzündung vorbeugen.

4.3. Magen-Darm-Infekt beim Kind: Sind Eltern bereits immun, weil sie sich nicht immer anstecken?
Wenn das Kind Magen-Darm hat, fürchten sich viele Eltern vor einer Ansteckung. Manchmal jedoch unbegründet, da tatsächlich in einigen Fällen eine Immunität gegen bestimmte Viren vorliegen kann. Dies ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich, so dass beispielsweise die Mutter manchmal erkrankt, der Vater hingegen nicht (oder umgekehrt).

 

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (43 votes, average: 4,40 out of 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.