Milchschorf: Ursachen und Folgen der Hauterkrnakung

baby auf den bauch.
  • Die Erstmanifestation eines atopischen Ekzems (ortlose, chronische nicht ansteckende Hautkrankheit) im Säuglingsalter wird umgangssprachlich als Milchschorf bezeichnet und zeigt sich als ein verkrusteter Hautausschlag am Kopf sowie im Gesicht.
  • Eine häufig vertretende Meinung ist, dass der Milchschorf aufgrund einer Milchunverträglichkeit des Kindes entsteht. Dies ist allerdings ein Irrglaube, denn der Hautausschlag hat lediglich starke Ähnlichkeit mit „im Topf angebrannter und verkrusteter Milch“ , weshalb die Bezeichnung Milchschorf entstand.
  • Milchschorf bei Babys wird oftmals mit dem harmloseren und häufiger vorkommenden Kopfgneis verwechselt. Da sie sich sehr ähnlich äußern, haben oftmals auch Experten Schwierigkeiten, beide Krankheiten zu unterscheiden.

1. Milchschorf kann bei ihrem Kind viele Ursachen haben

Die Ursache von Milchschorf ist noch nicht bekannt

Bis jetzt ist die genaue Ursache für Milchschrof leider nicht bekannt, weshalb es auch keine konkreten Empfehlungen gibt, wie man Milchschorf beim Kind vorbeugen kann. Von Medizinern wird allerdings vermutet, dass eine erbliche Veranlagung eine entscheidende Rolle spielt.

Grundsätzlich können Eltern nicht viel zur Vorbeugung von Milchschorf beitragen. Es wird jedoch vermutet, das langes Stillen und der gleichzeitige Verzicht auf Zigaretten der Entstehung von Milchschorf entgegenwirken kann.

Darüber hinaus ist bekannt, dass äußere Faktoren wie Schwitzen, Kälte, zu häufiges Waschen, kratzende oder chemisch behandelte Textilien eine Rolle spielen können.
Die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Milchschorf ist erhöht, wenn folgende Faktoren zusammen kommen:

  • trockene Haut
  • Überempfindlichkeit der Haut
  • Neigung zur Bildung von Allergien

Ab wann sich Milchschorf bei einem Kind bildet, kann grundsätzlich sehr unterschiedlich ausfallen. Bei einem Baby bildet sich Milchschorf nur in den seltensten Fällen vor dem 3. Lebensmonat und zeigt sich meistens gleichmäßig am Scheitel sowie auf den Wangen. Hin und wieder kann es dazu kommen, dass sich der krustige Hautausschlag am Rumpf oder Windelbereich sowie an den Gliedmaßen bildet.

Wenn die Haut akut entzündet ist, kommt es zu unscharf begrenzten und stark juckenden, geröteten Ekzemen. Wie lange die Symptome andauern, ist vom Ausprägungsgrad der Erkrankung abhängig. Der Milchschorf kann von wenigen Monaten bis hin zu mehreren Jahren bestehen bleiben.

In seltenen Fällen entwickelt sich der Milchschorf beim Baby zu einer Neurodermitis (nervlich bedingte Entzündung der Haut). Dies ist besonders häufig der Fall, wenn beide Eltern bereits unter der entzündlichen Erkrankung leiden. Dann wird das Risiko für Neurodermitis erhöht, wodurch die Wahrscheinlichkeit etwa bei 60-70 % liegt, dass das Kind später eine Behandlung gegen Neurodermitis brauchen wird.

2. Milchschorf und Kopfgneis lassen sich nur schwer Unterscheiden

mädchen auf einer schaukel.

Bis Ihr Kind in den Kindergarten geht, ist der mit hoher Wahrscheinlichkeit Milchschorf wieder verschwunden.

Wie bereits erwähnt, sind sich Milchschorf und Kopfgneis äußerlich so ähnlich, dass oft nicht nur Laien Probleme haben, sie zu unterscheiden. Sie zählen zwar beide zu den typischen Säuglingsekzemen, sind aber in ihrer Ursache grundverschieden.

Milchschorf bei ihrem Kind ist die Erstmanifestation eines atopischen Ekzems. Kopfgneis hingegen, entsteht durch Folgen einer gesteigerten Talg Produktion und ist ein sebhorrhoisches Ekzem (mit Verschuppungen verbundene und nur im Gesicht auftretende Erkrankung).

Damit Sie die beiden Erkrankungen besser differenzieren können, werden sie in der folgenden Tabelle gegenübergestellt:

Kopfgneis Milchschorf
Alter: bildet sich ca. eine Woche nach der Geburt zeigt sich meistens erst nach dem 3. Lebensmonat
Dauer: heilt bis zum 3. Lebensmonat meist vollständig ab einige Monate bis zu 2 Jahren
Prognose: kein Risiko auf eine chronische Manifestation Kann sich zu chronischer Neurodermitis entwickeln
Ursache: durch noch vorhandene mütterliche Androgene(Sexualhormon) besitzt zahlreiche Ursachen (weitestgehend unbekannt)
Juckreiz: leichter Juckreiz Starker, sehr intensiver juckreiz
Krusten: weiche, fettige Kruste harte, nässende Krusten
Allgemeinzustand: geringe Beeinträchtigung hohe Beeinträchtigung
Wie behandeln: Öle und Bäder können bei der Entfernung der Kruste helfen Behandlung erfolgt je nach Ausprägungsgrad des atopischen Ekzems
Bereich des Befalls: große Fontanelle ( Stirn, Augenbrauen) aber auch Hals oder Achseln Wangen, im Bereich der Haare und entlang der Gliedmaßen
Geruch: meist unangenehm riecht selten

Hier finden Sie Bilder von Kindern mit Milchschorf, die Ihnen helfen werden, die Hauterkrankung bei Ihrem Kind leichter zu erkennen.

3. Die Kruste sollte nicht mit den Fingern entfernt werden

Das unangenehmste am Milchschorf ist für Ihr Kind wahrscheinlich der starke Juckreiz. Wenn sich das Kind im Gesicht oder am Kopf kratzt, um den Juckreiz zu lindern, wird es nur noch schlimmer.

Die medizinische Behandlung von Milchschorf zielt vor allem darauf ab, den Juckreiz für Ihr Kind erträglicher zu machen. Dabei werden die Krusten am Kopf möglichst sanft mit entsprechenden Hilfsmitteln entfernt.

Tipp: Eine unterstützende Behandlung ist durch Homöopathie, Babybene, Olivenöl sowie ein mildes Shampoo oder Babyöl möglich.

Dazu sollten Sie den Bereich, der bei Ihrem Baby vom Milchschorf befallen, ist einfach regelmäßig mit einem der genannten Hautpflegeprodukt eincremen. Wichtig ist ein ph-neutrales und Parfüm-freies Produkt zu verwenden, welches Feuchtigkeit spendet und rückfettend wirkt.

4. Der Arzt Besuch ist die beste Möglichkeit, um sicher zu gehen

baby mit mutter beim arzt.

Wenn sich Ihr Baby durch den Milchschorf häufig am Kopf kratzt, ist ein Besuch beim Kinderarzt zu empfehlen.

Um ganz sicher zu sein, welche Behandlung sich am besten für Ihr Kind eignet, Ist ein Besuch beim Kinderarzt oder Dermatologen zu empfehlen.

Bei Krankheitsverläufen, die mit Komplikationen belastet sind, werden meist entzündungshemmende Medikamente verschrieben (beispielsweise Kortisonhaltige Cremes zum Auftragen oder Kortisonpräparate zum einnehmen).

Gegen den starken Juckreiz werden Antihistaminika eingesetzt. Bei einer bakteriellen Hautinfektion erfolgt die Behandlung mit Antibiotika.

5. FAQ/ Häufig gestellte Fragen

5.1 Wie oft kommt Milchschorf bei Babys oder Kleinkindern vor?

Ungefähr 10 % aller Kinder erkranken an Milchschorf. Unter gewissen Umständen ist Milchschorf ein Anzeichen dafür, dass Ihr Kind zu Allergien oder Neurodermitis neigt.

5.2 Gibt es ein bestimmtes Alter, in dem Milchschorf oft Ausbricht?

Milchschorf tritt meistens ab dem 3. Lebensmonat auf. Bei Ungefähr 50 % der betroffenen Kinder verschwindet er bis zum 2. Lebensjahr von selbst.

5.3 Wird Milchschorf vererbt?

Der Milchschorf selber wird nicht vererbt, jedoch die Veranlagung dazu. Damit die Erkrankung ausbricht, müssen jedoch noch weitere Faktoren gegeben sein, wie zum Beispiel Infekte, Stress oder Allergien.

5.4 Welche Hautstellen sind betroffen?

Zum Großteil zeigt sich Milchschorf am behaarten Bereich des Kopfes. Es können allerdings auch das Gesicht, die Stirn, die Wangen und der Bereich hinter den Ohren betroffen sein. Selten kommt es auch zu einem Befall des Windelbereiches sowie der Arme und Beine.

5.5 Woran erkennt man Milchschorf?

Das Ekzem äußert sich durch die Bildung von harten, gelblich-bräunlichen und evtl. nässenden Schuppen auf der Haut. Wenn die Haut darunter gerötet, entzündet oder extrem juckend ist, liegt wahrscheinlich eine Frühform der Neurodermitis vor.

5.6 Ist es zu empfehlen, die Schuppen bei Milchschorf zu entfernen?

Bei schwach ausgeprägten Formen der Erkrankung ist es nur eine ästhetische Frage, ob die Schuppen entfernt werden sollten. Ist die Haut nässend, entzündet sowie extrem juckend und das Kind kratzt sich ständig am Kopf, kann sich die Entfernung der Schuppen positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken.

Hierbei sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, die Schuppen keinesfalls ohne Vorbehandlung zu entfernen. Das führt nämlich schnell zu Blutungen und einer verstärkten Entzündungsreaktion.

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