Milia neotatorum – Milien bei Kindern

mutter mit kind auf dem arm.
  • Milien, welche häufig auch als Grieskörner bezeichnet werden, sind kleine Zysten auf der Haut, die meist im Gesicht von Kindern innerhalb der ersten Lebenswochen auftreten.
  • Die kleinen Pickel stellen allerdings keine Gefahr für einen Säugling dar und verschwinden in der Regel innerhalb weniger Wochen von alleine.
  • Medizinischen Vermutungen zufolge, entstehen die Milien bei Babys durch mütterliche Hormone, die nach der Geburt im Körper des Kindes verbleiben. Bei Erwachsenen werden Hormonschwankungen oder äußere Einflüsse als Ursache für die Grieskörner vermutet.

1. Milien sind kleine Zyten unter der Haut

auge mit milium.

Auf diesem Bild erkennt man ein einzelnes Milium am unteren Augenlid.

Bei Milien handelt es sich um winzige Zysten unter der Haut, welche vornehmlich im Gesicht, zum Beispiel an der Stirn, am Auge, direkt am Augenlid, der Nase oder der Lippe auftreten. In seltenen Fällen treten die Zysten jedoch auch an den Extremitäten oder sogar an der Scheide auf.

Unter einer Zyste verstehen wir grundsätzlich einen Hohlraum, der von Epithelzellen ausgekleidet ist und von einer Kapsel ummantelt wird. Zysten, die mit verhorntem Material gefüllt sind, werden als Milium (Einzahl) bezeichnet.

Allgemein unterscheiden wir zwischen primären und sekundären Milien. Primäre entstehen meist durch hormonelle Veränderungen. Darüber hinaus ist eine genetische Disposition für die kleinen Grieskörnchen auch vererbbar, welche sich meist in den

  • Ausfuhrgängen der Schweißdrüsen oder
  • innerhalb der Follikel der Körperbehaarung zeigen.

Sekundäre Milien hingegen, entstehen als Folge von äußerlichen Einwirkungen wie:

  • Abschürfungen,
  • Verbrennungen
  • und Entzündungen.

Darüber hinaus gibt es noch sogenannte Pseudomilien, welche durch Ablagerungen von Oxalaten (Salze von Oxalsäuren) in der Haut entstehen. Diese sehen zwar genauso aus wie herkömmlicher Hautgrieß, entstehen jedoch als Symptom einer seltenen, vererbbaren Niedererkrankung – der Oxalose.

Bilder der kleinen Grießkörnchen finden Sie hier. Diese können Ihnen helfen, Milien bei Ihrem Baby oder Kind von anderen Hauterkrankungen zu unterscheiden.

Die Ursache von Milien bei Babys liegt in einer Überreaktion der Talgdrüsen. Bei einem Baby entstehen diese meist direkt nach der Geburt. Männliche Neugeborene sind dabei am häufigsten betroffen, weil diese stärker auf die weiblichen Hormone der Mutter reagieren.

Dabei liegt die Ursache bei einem Kind meist in den Schwangerschaftshormonen, die nach der Geburt im Körper des Kindes zurückbleiben und die Überreaktion der Talgdrüsen hervorrufen.

Falls die Grieskörner bei Ihrem Kind direkt am Auge oder am Augenlid auftreten, könnte dies sehr störend sein. In diesem Fall sollten Sie einen Arzt aufsuchen, damit Sie diese schnell wieder loswerden. Ansonsten sind Milien ungefährlich und bedürfen keiner ärztlichen Behandlung.

2. Durch sanfte Hautpflege vorbeugen

Milien sind nicht ansteckend

Bei Erkrankungen der Haut stellt sich natürlich schnell die Frage, ob der Besuch im Kindergarten noch möglich ist. Wenn Milien bei Ihrem Baby oder Kind diagnostiziert und andere Krankheitsbilder ausgeschlossen wurden, ist dies jedoch recht unproblematisch – die Grießkörner sind nämlich nicht ansteckend.

Wenn Sie wissen, dass Sie zu Milien neigen, besteht auch für Ihr Kind ein erhöhtes Risiko. In diesem Fall sollten Sie ihnen vorbeugen, indem Sie die Haut Ihres Kindes täglich gründlich reinigen.

Wichtig ist, dass die Talgproduktion nicht durch rückfettende Pflegeprodukte wie einer fettigen Creme oder Salbe angeregt wird. Nutzen Sie stattdessen ein sanftes Babyöl, um die Haut Ihres Kindes nicht unnötig zu strapazieren.

Auch eine ausgewogene Ernährung kann zu einem gesunden Hautbild beitragen und der Entstehung der Zysten entgegenwirken.

Darüber hinaus eignen sich warme Gesichtsgüsse sehr gut als Vorbeugung, da sie die Poren öffnen und möglicherweise vorhandene Grieskörnchen aufweichen. Ein leichte Massage mit einer Hautbürste kann diesen Prozess zusätzlich unterstützen.

3. Milien sollten Sie nicht selbst entfernen

Milien im Gesicht einer frau.

Von der eigenständigen Entfernung der Milien ist grundsätzlich abzuraten.

Wer im Internet nach Möglichkeiten sucht, seine Milien schnell loszuwerden, findet viele zweifelhafte Ratschläge. Häufig wird geraten, sie mit Zugsalbe, Retinol-Salbe oder Schüssler Salzen zu behandeln, wobei es sich wohl noch um die ungefährlichsten Möglichkeiten handelt.

Im Internet kann man auch ein spezielles Werkzeug zur Entfernung von Milien kaufen. Dieses ähnelt einem kleinen Löffelchen und wird dazu genutzt, die Zysten auszuquetschen. Allerdings kann es dadurch zu Infektionen und Narben kommen, weshalb wir Ihnen auch diese Methode nicht empfehlen würden.

Häufig wird auch empfohlen, die Körnchen mit einem groben Peeling, einer Lanzette oder gar einer Nadel zu behandeln, wovon wir jedoch dringend abraten möchten. Denn durch das Öffnen der Milien besteht eine hohe Infektionsgefahr und Sie haben keinerlei Garantie, dass Sie Ihre Grieskörner dadurch wirklich loswerden.

Außerdem besteht ein deutlich höheren Risiko, dass sichtbare Narben zurückbleiben, wenn Sie sie selbst entfernen.

Achtung: Es gibt auch verschiedene Warzenarten, die durch Viren verursacht und häufig mit Milien verwechselt werden. Das unsachgemäße öffnen dieser Warzen könnte dazu führen, dass sich die Viren weiter im Körper des Betroffenen ausbreiten.

4. Zur Entfernung gibt es zwei medizinische Behandlungsverfahren

milien mit laser entfernen.

Mit einem Laser lassen sich die Zysten sehr schonend entfernen. Leider wird diese Behandlungsmethode meist nicht von den Krankenkassen übernommen.

Bei der Behandlung von Milien sollte Grundsätzlich das Alter des Betroffenen und die Ursache berücksichtigt werden.

Wenn bei einem Baby Grieskörner auftreten, sollten die Eltern von einer Behandlung absehen, da diese in den meisten Fällen von alleine verschwinden.

Wenn es sich um sekundäre handelt, die durch äußere Einflüsse wie zum Beispiel Verbrennungen entstanden sind, sollten Sie diese erst eine Weile beobachten. Häufig verschwinden auch diese mit der Zeit von alleine.

Bei primären Milien sieht das jedoch anders aus. Hier ist nämlich keine Spontanheilung zu erwarten. Wenn diese an einer ungünstigen Stelle auftreten, wie zum Beispiel dem Augenlid oder optisch einen großen Störfaktor darstellen, ist eine ärztliche Behandlung ratsam.

Dazu gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  • Ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Arzt die Zysten mit einem sogenannten Moncorps-Messer leicht einritzt und das Gemisch aus Keratin und Talg herausdrückt.
  • Die zweite Möglichkeit besteht darin, sie mit einem Laser zu entfernen. Dies bietet den Vorteil, dass das Risiko für sichtbare Narben deutlich geringer ausfällt. Wer seine Milien lasern lassen möchte, muss dafür jedoch meist selbst aufkommen. Denn die Behandlung wird in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Als unterstützende Maßnahme können auch verschiedene Mittel aus der Naturheilkunde zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel die Schüssler Salze oder pflanzliche Salben. Diese sollten jedoch nur als unterstützende Maßnahme gesehen werden, da ein Rückgang der Milien durch Naturheilkundeverfahren in der Regel nicht zu erwarten ist.

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