Multiple Sklerose beim Baby: Ursachen, Symptome und Behandlung

Multiple Sklerose
  • Die Autoimmunkrankheit MS (Multiple Sklerose) greift die Hülle der Nervenzellen an, wodurch die unterschiedlichen Symptome der Multiplen Sklerose auftreten können.
  • Multiple Sklerose ist nicht vererbbar oder ansteckend. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein Kind an MS erkrankt, wenn ein oder beide Elternteile selbst MS haben.
  • Die Symptome von einer Multiplen Sklerose beim Baby können gemindert werden, wenn die Diagnose früh gestellt und eine schnelle Behandlung erfolgen kann. Je eher eine Therapie beginnt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Folgeschäden wie eine Behinderung umgangen werden können.

Multiple Sklerose beim Baby, auch als MS bekannt, ist eine chronisch-entzündliche Krankheit, die das Gehirn und das Rückenmark betrifft. Doch obwohl diese Krankheit nicht heilbar ist, müssen Eltern von betroffenen Kindern nicht ans Aufgeben denken. Mit den heutigen Methoden und Behandlungen ist es möglich, die Krankheit zu mindern und so den Multiple Sklerose Kindern dennoch ein weitestgehend normales Leben zu ermöglichen.

In diesem Ratgeber erklären wir, welche Ursachen hinter MS stecken, an welchen Symptomen man Multiple Sklerose beim Baby erkennen und wie die Behandlung aussehen kann.

1. Die Autoimmunkrankheit greift die schützende Hülle der Nervenfasern an

Multiple Sklerose beim Baby, was ist das genau? Die Diagnose Multiple Sklerose bei Kindern führt oft zu Unsicherheit und Angst, schließlich ist das zentrale Nervensystem von dieser Krankheit betroffen, die als unheilbar gilt. MS sorgt im Körper dafür, dass im Bereich Gehirn und Rückenmark immer wieder neue Entzündungen entstehen. Dies liegt daran, dass das Immunsystem nicht – wie im Normalfall – fremde Erreger bekämpft, sondern tatsächlich den eigenen Körper. Ganz genau gesagt bekämpft Multiple Sklerose beim Baby das Myelin.

Myelin umhüllt die Nervenfasern im Körper und schützt sie somit vor äußeren Einflüssen. Wird diese schützende Hülle durch die Krankheit beschädigt oder gar zerstört, können eine Vielzahl an unterschiedlichen Symptomen auftreten.

2. Die Anzeichen für Multiple Sklerose beim Baby sind sehr unterschiedlich

Die Diagnose Multiple Sklerose bei Kindern wird nicht immer auf den ersten Blick gestellt. Dafür sind die Anzeichen dieser Krankheit zu vielfältig und treten zusätzlich in Schüben auf, so dass oft auch ein zeitlicher Zusammenhang nicht immer direkt erkannt wird.

Multiple Sklerose beim Baby

Ist die Motorik beim Kind stark gestört, kann dies bereits ein Zeichen für Multiple Sklerose sein.

Zu den häufigsten Symptomen von Multipler Sklerose bei Kindern gehören:

  • Taubheitsgefühle in den Armen und/oder Beinen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Sehstörungen
  • Inkontinenz
  • Störungen im Bereich des Sprechens und auch Schluckens
  • Konzentrationsstörungen (wenn Kinder unter Multipler Sklerose leiden, ist dies oft erst im Schulalter bemerkbar)

In einigen Fällen kann Multiple Sklerose auch zu Lähmungen führen. Wichtig zu wissen ist, dass nicht alle Symptome gleichzeitig auftreten müssen. Viele Multiple Sklerose Patienten sind auch nur von einem dieser Symptome betroffen, wodurch eine eindeutige Diagnose erschwert werden kann.

3. Multiple Sklerose beim Baby erkennen ist nur durch verschiedene Untersuchungen möglich

Den einen Multiple Sklerose Test gibt es nicht. Um Multiple Sklerose bei Kindern erkennen zu können, muss ein Arzt verschiedene Untersuchungen durchführen. Über die Blutwerte beispielsweise können andere Krankheiten ausgeschlossen werden, getestet werden kann aber u.a. folgendes:

Anamnese Neurologische Untersuchung Labor- und weitere Untersuchungen
Befragung durch den Arzt nach Häufigkeit von Beschwerden – sowohl aktuell als auch in den letzten Monaten/Jahren. Test vom Nervenwasser. Reflexe und Beweglichkeit werden beim Verdacht getestet.
Befragung der Eltern beim Verdacht auf Multiple Sklerose beim Baby nach Auffälligkeiten. Untersuchung der Augen. MRT kann Hinweise auf Veränderungen wie Entzündungsherde im Gehirn geben.
Allgemein kann sich der Arzt bei einer ersten Untersuchung einen Eindruck vom Baby/Kind machen und eventuell weitere Ursachen ausschließen. Haut-Wahrnehmung (spürt das Kind Schmerz oder warme und kalte Temperaturen?). Zusätzlich können die evozierten Potenziale untersucht werden. Hierbei werden die elektrischen Gehirnströme gemessen. Liegt eine Störung der Nerven vor, so ist dies bei solchen Tests ersichtlich.

4. Eine Heilung ist nicht möglich, mit der richtigen Therapie aber eine Linderung der Beschwerden

Je nach Verlauf der Erkrankung und dem Ergebnis vom Multiple Sklerose Test können verschiedene Therapien für das Kind in Frage kommen. Oft ist es auch möglich, dass beispielsweise eine Mutter-Kind-Kur stattfindet. Dies hilft auch den Eltern, besser mit der Krankheit des Kindes umgehen zu

Achtung: Je früher die Behandlung beginnt, desto besser können Spätfolgen wie eine Behinderung verhindert werden.

Handelt es sich um einen akuten MS-Schub, werden diese meist Kortison behandelt. Dies lindert den Schub und schwächt die Beschwerden. Liegen beim Kind bereits Sprach- oder Motorikstörungen vor, können diese mit Hilfe eines Logopäden oder eines Physiotherapeuten begleitend behandelt werden.

5. Wichtige Fragen und Antworten

5.1. Ist Multiple Sklerose vererbbar?

MS ist nicht vererbbar

Das Risiko, dass das Kind dennoch an MS erkrankt, ist jedoch höher als bei Eltern ohne MS.

Werdende Eltern machen sich oft Gedanken, ob bestehende Krankheiten über die natürliche Vererbung an das Kind übertragen werden können. Hierzu muss man sagen, dass Multiple Sklerose nicht vererbbar ist. Möchte ein Paar mit MS also Eltern werden, müssen sie sich grundsätzlich keine Gedanken machen. Über die reine Definition gelten Krankheiten als erblich, die über die Gene übertragen werden. Dies ist bei MS nicht der Fall.

Übrigens ist Multiple Sklerose bei Kindern auch nicht ansteckend! Gesunde Kinder dürfen demnach ohne Probleme mit erkrankten Kindern spielen.

5.2. Wie hoch ist die Lebenserwartung, wenn Multiple Sklerose beim Baby festgestellt wird?

In der Forschung wurde festgestellt, dass die Lebenserwartung von MS-Patienten in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Im Schnitt werden MS-Patienten oft Mitte 70. MS ist demnach nicht tödlich, obwohl es auch nicht geheilt werden kann.

5.3. Soll ich meinem Kind sagen, dass es MS hat?

Multiple Sklerose beim Baby

Die Aufklärung macht es vielen Kindern einfacher, auch mit den dazugehörigen Therapieformen leichter umzugehen.

Viele Eltern überlegen, ob es sinnvoll ist, das Kind über seine Krankheit aufzuklären. Besonders wenn es um den Einstieg ins Schulleben geht, kann es sinnvoll sein, das Kind über seine Krankheit frühzeitig zu informieren. Frust lässt sich so vorbeugen (beispielsweise, wenn das Kind mit Konzentrationsproblemen zu kämpfen hat).

Auch verstehen Kinder mit einer guten Aufklärung leichter, warum regelmäßige Besuche beim Physiotherapeuten oder Logopäden notwendig sind.

Vor- und Nachteile, wenn man sein Kind früh über seine MS-Erkrankung aufklärt

  • Das Kind lernt von Anfang an, dass es nicht anders ist wie andere Kinder – nur eben eine Erkrankung hat.
  • Frust lässt sich somit vorbeugen, wenn das Kind weiß, dass es eben in einigen Situationen eventuell länger braucht (bestimmte Bewegungen ect.).
  • Einige Kinder fühlen sich ausgeschlossen, wenn sie wissen, dass sie vielleicht nie so schnell rennen/sich bewegen können wie andere.

5.4. Muss ich die Ernährung anpassen, wenn mein Kind an Multipler Sklerose erkrankt ist?

Multiple Sklerose beim Kind

Bei Darmproblemen und mangelnder Bewegung ist die richtige Ernährung wichtig, um weitere Beschwerden zu vermeiden.

Tatsächlich ist es möglich, dass einige Lebensmittel bzw. eine schlechte Ernährung den Verlauf der Erkrankung beeinflussen können. Sehr fettreiches Essen ist grundsätzlich dafür bekannt, Entzündungen im Körper zu fördern.

Eine gesunde Ernährung ist daher empfehlenswert und sollte auch mit dem Arzt besprochen werden. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn das Kind bedingt durch die MS an Darmproblemen leidet oder eine mangelnde Bewegung aufgrund motorischer Einschränkungen vorliegt.

 

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