Mutterschaftsgeld: Diese Leistungen stehen Ihnen zu

schwangere zaehlt geld, auf dem tisch steht ein sparschwein
  • Mutterschaftsgeld wird nicht automatisch gezahlt, sondern muss immer bei der Krankenkasse selbst beantragt werden.
  • Auch während der Elternzeit besteht ein Anspruch auf die Leistungen des Mutterschaftsgeldes. Dieses wird (wie auch im bestehenden Angestelltenverhältnis) für  im Normalfall  6 Wochen vor der Geburt, am Tag der Geburt sowie mindestens 8 Wochen nach der Geburt gezahlt.
  • Nicht jede Frau hat einen Anspruch auf das Mutterschaftsgeld. Wer beispielsweise privat oder über die Familie versichert ist und keiner beruflichen Tätigkeit nachkommt, ist von den Zahlungen erst einmal ausgeschlossen.

Mutterschaftsgeld wird gezahlt, um die Frau vor, während und nach der Geburt finanziell unterstützen zu können, da das Einkommen aus dem Arbeitsverhältnis entsprechend gemindert ist.

In diesem Ratgeber erklären wir, wem dieses Geld zusteht, wie hoch es sein kann und wer keinen Anspruch auf die Leistung aus dem Mutterschaftsgeld hat.

1. Nicht jede Frau hat einen Anspruch auf Mutterschaftsgeld

Mutterschaftsgeld beantragen kann jede Frau, welche die folgenden Voraussetzungen erfüllt:

  • Es besteht ein Arbeitsverhältnis, über welches sie gesetzlich krankenversichert ist.

    mutter sitzt mit tochter auf der couch und sie fuettern gemeinsam das sparschwein

    Viele Frauen haben einen Anspruch auf die Zahlung, jedoch nicht alle!

  • Sie ist selbstständig, aber freiwillig gesetzlich versichert.
  • Es besteht eine Familienversicherung mit einem zusätzlichen Einkommen aus einer geringfügigen Beschäftigung.
  • Die Frau befindet sich in Elternzeit, war bis zu dieser Zeit aber als Arbeitnehmerin tätig.
  • Es besteht eine Arbeitslosigkeit, bei welcher ein Arbeitslosengeld gezahlt wird.
  • Frauen, die eine Rente beziehen.

Zudem erhält man auch als Studentin das Mutterschaftsgeld, wenn beispielsweise während des Studiums eine geringfügige Beschäftigung stattfindet und Sie in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind. Demnach können Frauen kein Mutterschaftsgeld beantragen, die privat versichert sind oder über die Familienversicherung abgesichert sind, aber keiner (geringfügigen) Tätigkeit nachgehen.

2. Das Mutterschaftsgeld wird auf das Elterngeld angerechnet

Beschäftigungsverbot – Kein finanzielles Problem

Trotz Beschäftigungsverbot sollen keine finanziellen Probleme auftreten, daher sind die Weiterzahlungen durch den Arbeitgeber gesetzlich vorgeben. Dieser kann sich jedoch durch entsprechende Versicherungen finanziell gegen den Arbeitsausfall absichern.

Gezahlt wird das Elterngeld ab der Geburt des Kindes. Die Bezugsdauer der Mutterschaftsgeldes läuft demnach mit dem Elterngeld für eine gewisse Zeit parallel. Um sich durch die Höhe der beiden Zahlungen nicht zu bereichern, wird das Mutterschaftsgeld auf das Elterngeld angerechnet. Dieses fällt dann für die Zeit der Überschneidung aus.

Somit wird im 1. Jahr nur theoretisch 10 Monate lang Elterngeld gezahlt, die ersten 2 Monate sind durch das Mutterschaftsgeld gedeckt.

Besteht Mutterschutz aufgrund eines Beschäftigungsverbots, so gibt es mit dem “Arbeitgeberzuschuss” eine ganz normale Weiterzahlung des Lohns (inkl. der üblichen Zahlung der Steuer).

3. Mutterschaftsgeld muss man selbst beantragen, um dieses zu erhalten

junges paar sitzt in der kueche vor dem laptop und wertet ergebnisse aus

Elterngeld und Mutterschaftsgeld werden miteinander verrechnet. Kalkulieren Sie dies bei Ihren finanziellen Planungen ein!

Im Internet sind einige Rechner zu finden, die einem helfen, die Höhe des Mutterschaftsgeldes zu berechnen und so kalkulieren zu können, welche Anschaffungen beispielsweise noch möglich sind oder ob Einsparungen notwendig werden.

Vergessen darf man jedoch trotz der großen Vorfreude auf das Kind nicht, dass man selbst einen Antrag bei der Krankenkasse wie der AOK oder TK stellen muss, um das Mutterschaftsgeld zu erhalten. Wer bei einem Arbeitgeber angestellt ist, muss lediglich diesen sowie die Krankenversicherung mit einem Formular des Arztes über den vermutlichen Entbindungstermin informieren. Alles Weitere regeln die Krankenversicherung und der Arbeitgeber untereinander, sodass Sie sich auch keine Gedanken wegen Ihres Gehalts machen müssen.

Mutterschaftsgeld beantragen: Die Vor- und Nachteile im Überblick

  • Bietet eine finanzielle Entlastung, sodass der Frau keine Nachteile durch den Arbeitsausfall entstehen.
  • Mutterschaftsgeld muss nicht versteuert werden.
  • Muss selbst beantragt werden. Bescheinigungen hierzu stellt der Arzt aus, der Arbeitgeber muss informiert werden und auch um Formulare bei Abweichungen (Frühgeburt, Zwillingen ect.) muss man sich selbst kümmern.
  • Wird nicht an jede Frau ausgezahlt.

4. Wichtige Fragen und Antworten

4.1. Wie lange wird das Mutterschaftsgeld gezahlt?

Tatsächlich gibt es in Bezug auf die Dauer des Mutterschaftsgeld einige Unterschiede:

Geburt zum oder nach dem errechneten Entbindungstermin Geburt zum oder nach dem errechneten Entbindungstermin mit Zwillingen Frühgeburt
  • 6 Wochen vor der Geburt
  • am Tag der Geburt
  • 8 Wochen nach der Geburt
  • 6 Wochen vor der Geburt
  • am Tag der Geburt
  • 12 Wochen nach der Geburt
  • 6 Wochen vor der Geburt
  • am Tag der Geburt
  • 12 Wochen nach der Geburt

Bei Fragen oder Problemen rund um die Beantragung, ist die Mutterschaftsgeldstelle des Bundesversicherungsamtes der richtige Ansprechpartner. In einigen Fällen kann sich auch eine Nachfrage bei der eigenen Hebamme lohnen. Diese kann zudem oft noch Tipps zur Beantragung geben oder ggf. sogar unterstützen.

4.2. Muss man das Mutterschaftsgeld versteuern?
Das Mutterschaftsgeld wird nicht versteuert. Es wird jedoch genutzt, um bei der Einkommenssteuer den Steuersatz berechnen zu können.

4.3. Wie viel zahlt Arbeitgeber an Zuschuss?
Der Arbeitgeber ist nur dann zur Zahlung eines Zuschusses verpflichtet, wenn Sie im Durchschnitt mehr als minimum 13 Euro netto pro Tag verdienen (dies kann anhand der Lohnabrechnung schnell überprüft werden). Dies trifft demnach nicht nur Beamte mit einem höheren Verdienst, sondern fast alle Angestellten, welche einem Voll- und meist auch einem Teilzeitjob nachkommen. Wer also nur einen Minijob hat, wird diesen Arbeitgeberzuschuss in der Regel nicht erhalten.

Tipp: Arbeitgeber sichern sich durch die Umlage (U2) gegen den Arbeitsausfall ihrer Mitarbeiter ab und erhalten demnach bis zu 100% der Kosten erstattet. Bedenken muss man demnach als Angestellte nicht haben, wenn man wegen eines Babys in Babypause geht!

4.4. Wird das Mutterschaftsgeld auf Hartz 4 angerechnet?
Wenn Sie mit Hartz 4 einen Antrag auf Mutterschaftsgeld stellen, werden Sie feststellen, dass Sie gar keinen Anspruch auf diese Leistung haben! Lediglich ein Antrag für einen Mehrbedarf ist möglich. Dieser kann bereits zu Beginn der Schwangerschaft gestellt werden und greift auch für Leistungen in der Schwangerschaft. Wo Sie diesen beantragen können und um welche Höhe es geht, erfahren Sie bei Ihrem Sachbearbeiter.

4.5. Gibt es während Elternzeit einen Anspruch auf Mutterschaftsgeld?
Wenn Sie während der Elternzeit schwanger werden, besteht ebenfalls ein Anspruch auf die Zahlung für die 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt.

4.6. Kann ich die Höhe vom Geld selbst berechnen?

schwangere sitzt vor einem laptop

Online sind alle wichtigen Rechner zu finden, so dass man sich vorher mit der Höhe der Geldleistungen auseinandersetzen kann.

Online sind Rechner zu finden, mit deren Hilfe man die Höhe des Mutterschaftsgeldes und natürlich des Elterngeldes berechnen kann. Die Berechnung erschließt sich aus der Zusammensetzung aller Einkünfte (volles Gehalt plus weiterer Einkünfte – beispielsweise aus Vermietungen). Pauschal kann daher nicht beantwortet werden, wie hoch die Summe ausfällt. In der Regel werden aber maximal 13 Euro pro Tag von der Krankenkasse gezahlt.

 

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