Mutterschutz in der Schwangerschaft

Mutterschutzgesetz
  • Der Mutterschutz in der Schwangerschaft ist der Zeitraum, der sechs Wochen vor der Geburt Ihres Kindes beginnt und acht Wochen danach endet. In diesem Zeitraum gelten grundsätzlich spezielle Rechte und Pflichten.
  • Während Sie im Mutterschutz sind, erhalten Sie Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse und einen Zuschuss zum Mutterschaftsgeld von Ihrem Arbeitgeber. In Summe werden Sie keinen Unterschied zur Lohnzahlung erkennen.
  • Der Mutterschutz gilt nicht nur für Angestellte, sondern auch für Schülerinnen und Studentinnen.

Das Gesetz zum Mutterschutz in der Schwangerschaft hat eine recht klare Intention: Es soll Ihnen und Ihrem Kind den bestmöglichen Schutz zuteilwerden lassen – während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Das MuSchG, das Mutterschutzgesetz, gilt grundsätzlich für alle werdenden Mütter, die angestellt sind. Auch geringfügig Beschäftigte (Minijob), Azubis, Hausangestellte, Heimarbeiterinnen und sogar Studentinnen und Schülerinnen fallen heute unter diese Schutzregelung. Erst 2018 gab es Änderungen im Mutterschutzrecht. Was das Gesetz für Sie als Schwangere bedeutet, verrät Ihnen nun dieser folgende Beitrag.

1. Mutterschutz in der Schwangerschaft: Fristen und Verbote

Der Mutterschutz in der Schwangerschaft beinhaltet Fristen und Verbote für Sie; Gebote für Ihren Arbeitgeber sowie Informationen zu Urlaub und Kündigung. Das Bundesamt für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hält aktuelle Informationen zum Mutterschutzgesetz online vor.

  • Der Mutterschutz während der Schwangerschaft: Werdende Mütter müssen nicht Akkord arbeiten. Sie müssen nicht am Fließband stehen und auch nicht an Sonntagen, nach 20 Uhr oder nachts arbeiten. Sind individuelle Beschäftigungsverbote nötig, weil Sie die Gesundheit Ihres Babys am Arbeitsplatz riskieren, wird Ihr Arzt Ihnen dafür eine Krankschreibung ausstellen. Überstunden müssen Sie nicht mehr leisten. Bei Lehrerinnen ist ein Aufstocken der Unterrichtszeit nicht erzwingbar.
  • Beginn des Mutterschutzes am Ende der Schwangerschaft: Sechs Wochen vor der Geburt dürfen Sie arbeiten, müssen sie aber nicht. Fühlen Sie sich gut, können Sie Ihren Job auch weiterhin ausführen oder ggf. Ihre Vertretung anlernen. Fühlen Sie sich müde und schlapp, gönnen Sie sich und Ihrem Baby besser eine Auszeit.
  • Ende des Mutterschutzes nach der Geburt: Acht bis zwölf Wochen nach der Geburt endet der Mutterschutz. Bei Zwillingen, Mehrlingen, Frühchen oder der Geburt eines behinderten Kindes kann der Mutterschutz auf zwölf Wochen verlängert werden.

2. Mutterschutz in der Schwangerschaft: Schutz vor finanziellen Nachteilen

schwangere mit geld

Das Mutterschutzgeld setzt sich aus einem Anteil der Krankenkasse und einem Zuschuss des Arbeitgebers zusammen.

Um Sie als werdende Mutter vor finanziellen Nachteilen zu schützen, wurde das Mutterschaftsgeld eingeführt. Dieses Geld bezahlt Ihnen die Krankenversicherung während der Schutzfristen unmittelbar vor der Geburt Ihres Babys und danach. Um dieses Geld zu bekommen, müssen Sie zwingend pflicht- oder freiwillig krankenversichert sein und in einem Arbeitsverhältnis stehen. Das Mutterschaftsgeld liegt dann bei 13 Euro pro Kalendertag.

Zudem gelten diese Besonderheiten:

  • Mütter mit dem Versicherungsstatus „privat“ oder „familienversichert“, bekommen ein Mutterschaftsgeld von 210 Euro vom Bundesversicherungsamt.
  • Der Arbeitgeber bezahlt einen Zuschuss, wenn der Nettotageslohn 13 Euro übersteigt. Der Zuschuss ist die Differenz vom Mutterschaftsgeld der Krankenkasse und dem Nettotageslohn aus Ihrer bisherigen Hauptbeschäftigung.
  • Der Mutterschutzlohn stellt eine Zwischenlösung dar. Das Geld wird Schwangeren und werdenden Müttern bezahlt, wenn diese nicht bis zum Beginn der Mutterschutzfrist arbeiten können.
  • Schwangere, die Arbeitslosengeld beziehen, bekommen Mutterschaftsgeld von ihrer Krankenkasse in der Höhe des Arbeitslosengeldes.
  • Seit den Neuerungen im Mutterschutzgesetz ist es nun auch möglich zu studieren und die Regularien des Mutterschutzes auf sich anzuwenden. Das heißt: Vorlesungen können besucht werden, müssen aber nicht. Auch gibt es keine Pflicht, an Prüfungen teilzunehmen. Achtung: Wünschen Sie sich keine Sonderbehandlung, laufen Sie womöglich Gefahr, schlechte Noten zu kassieren, weil sie unkonzentriert sind.

3. Mutterschutz in der Schwangerschaft: Urlaubsanspruch bleibt. Eine Kündigung ist nicht erlaubt.

schwangere am schreibtisch

Mit Beginn der Schwangerschaft stehen Sie unter Mutterschutz. Sie müssen sich und Ihr Baby schonen.

Tritt die Mutterschutzfrist früher ein als geplant, beispielsweise aufgrund eines Beschäftigungsverbots, entstehen während der Mutterschutzfrist reguläre Urlaubsansprüche. Diese Urlaubstage zu streichen, ist nicht erlaubt.

Ebenfalls verboten ist die Kündigung während der Schwangerschaft bis vier Monate nach der Entbindung. Da gilt auch dann, wenn Sie sich in der Probezeit befinden.

4. Die Mutterschutzfrist richtet sich nach dem Geburtstermin

Sie fragen sich, wann Ihr Mutterschutz in der Schwangerschaft beginnt? Die Mutterschutzfrist berechnet sich nach dem Geburtstermin Ihres Babys. Natürlich kann der Geburtstermin, den Ihnen Ihr Arzt sagt, von der Realität abweichen – wenn Ihr Baby es eilig hat oder besonders lange auf sich warten lässt. Ggf. verlängert sich dadurch die Schutzfrist nach der Geburt.

Ein Beispiel: Ist der Geburtstermin auf den 1. Januar 2019 festgelegt, beginnt Ihre Schutzfrist am 20. November 2018. Die Schutzfrist endet am 26. Februar 2019. Weicht der Geburtstermin ab, verändert sich auch die Schutzfrist. Auch bei der Geburt von Zwillingen oder einem Frühchen kommt es zu veränderten Schutzfristen.

5. Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss richten sich nach Ihrem Nettolohn

Wer über ein Fix-Gehalt verfügt, kann nun das Nettogehalt zur Berechnung des Mutterschaftsgeldes nutzen. Schwankt das Gehalt hingegen, ist stattdessen ein Durchschnittswert der letzten drei Monate zu bilden.

Ein Beispiel: Bei einem Nettogehalt von 1500 Euro monatlich (50 Euro täglich) und einer Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse liegt das Mutterschaftsgeld bei 13 Euro pro Tag. Der Arbeitgeberzuschuss liegt bei 37 Euro pro Tag.

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