Nasenblutungen: Welche Ursachen die Blutung hat und wie Sie sie stoppen können

Ein Mädchen hat Nasenbluten
  • In den meisten Fällen steckt keine ernsthafte Erkrankung hinter Nasenbluten beim Kind. Oft tritt die Blutung nachts ohne Grund auf und verschwindet plötzlich wieder.
  • Meist leidet ein Kind an Nasenbluten, wenn es parallel mit einer Erkältung zu kämpfen hat, denn durch Schnupfen und trockene Schleimhäute sind die Naseninnenwände gereizt.
  • Für Nasenbluten beim Baby gilt Schreien als wahrscheinlichster Auslöser in der Altersgruppe unter 2 Jahre.

Blut ist für viele Menschen ein Auslöser für Panik und Sorge, aber Eltern fühlen sich besonders hilflos, wenn ihr Kind eine blutende Nase hat. Verletzungen im Kopfbereich sind nicht nur beunruhigend, sondern können auch ernste Ursachen haben. Meist ist Nasenbluten beim Kind jedoch ungefährlich und tritt als Begleiterscheinung beim Wachstum auf.

In diesem Ratgeber erhalten Sie als Eltern Informationen darüber, was Sie tun können, wenn Ihr Kind nachts mit Nasenbluten aufwacht. Des Weiteren erfahren Sie, wann Sie mit Ihrem Sprössling zum Arzt gehen sollten. Tritt bei Ihrem Kind oder Baby Nasenbluten öfters auf, erläutern wir mögliche Ursachen, die Nasenbluten beim Baby auslösen können. Letztlich lernen Sie einige Hausmittel kennen, mit denen Sie die Blutung stoppen können.

1. Nasenbluten bei Kindern tritt oft in der Nacht auf

Leidet Ihr Kind an Nasenbluten, können die Auslöser verschiedene Ursachen haben. Die Blutung kann durch äußere Umstände ebenso hervorgerufen werden wie durch organische Faktoren.
Folgende Ursachen treten am häufigsten bei Kleinkindern auf:

  • Erkältungen, insbesondere Schnupfen
  • Nasenbluten nach einem Sturz
  • Wachstum
  • Fremdkörper in der Nase
  • Heuschnupfen oder in der Nase bohren

In einigen seltenen Fällen tritt bei Kindern Nasenbluten durch organische Ursachen wie eine schiefe Nasenscheidewand auf. Nehmen Sie das Symptom Nasenbluten daher als Warnsignal wahr, um die Ursache untersuchen zu lassen.

Gefährlich oder Harmlos? Ursache
Harmlos
  • Gereizte Nasenschleimhaut (Erkältung, trockene Heizungsluft)
  • Kräftiges Naseputzen
  • Nasebohren
  • In Folge von Wachstumsschub
  • Leichter Stoß auf die Nase (z.B. beim Spielen)
Gefährlich
  • Nach einem Kopfstoß
  • Fremdkörper
  • Beginnende Infektion (oft begleitet von Fieber)
  • Sehr selten: Tumor, Leukämie
Ein Baby schläft mit Teddy

Bekommt ein Kind öfter im Schlaf Nasenbluten, sollte die Ursache von einem Arzt festgestellt werden.  

Häufig bekommt ein Kind Nasenbluten nachts im Schlaf, was für Eltern zunächst erschreckend wirken kann. Im Normalfall hat die Blutung jedoch keinen gefährlichen Hintergrund und lässt sich schnell stoppen. Tritt Nasenbluten immer wieder beim Schlafen auf, sollten Sie mit Ihrem Kleinkind diesbezüglich einen Arzt aufsuchen, da es in seltenen Fällen ein Symptom für eine ernstzunehmende Krankheit wie einer Tumorerkrankung oder Leukämie sein kann.

Tipp: Auch wenn es schwer fällt: Bewahren Sie Ruhe, wenn Ihr Kind Nasenbluten hat und reden Sie ihm gut zu. Handeln Sie überlegt, um die Blutung zu stoppen.

2. Kinder bekommen Nasenbluten häufig im Kindergarten

Was ist der Locus Kiesselbachi?

Als Locus Kiesselbachi wird die vordere Nasenregion bezeichnet, die von unzähligen, feinen Äderchen übersät ist. Die Äderchen sind bei Kindern bis 10 Monate äußerst empfindlich und auch der häufigste Grund für Nasenbluten beim Baby.

Es geschieht ständig, dass ein 3-jähriges Kleinkind beim Spielen im Kindergarten übermütig wird und buchstäblich „auf die Nase gefallen ist.” Die Äderchen der Schleimhaut sind sehr empfindlich und platzen bereits bei einem leichten Stoß auf. Das gleiche Phänomen ist zu beobachten, wenn ein Kind beim Mittagsschlaf aus dem Bett gefallen ist. Stürze aller Art zählen zu den Hauptauslösern, die bei einem Baby Nasenbluten verursachen.

In rund 80 Prozent der Fälle entsteht die Blutung im vorderen Bereich der Nase. Diese Art der Blutung gilt als harmlos, da sie aufgrund von feinen geplatzten Äderchen entsteht und schnell verheilt. Bei einigen Kindern ist die vordere Stelle besonders sensibel und kann bereits durch kleinste Berührungen Nasenbluten hervorrufen.

3. Bei regelmäßigem Nasenbluten suchen Sie besser einen Arzt auf

Wenn Sie sich als Eltern nicht sicher sind, wann Sie mit Ihrem Kind aufgrund des Nasenblutens zum Arzt gehen sollten, achten Sie auf folgende Signale: Hört die Blutung trotz zahlreicher Bemühungen nicht auf oder kommt sie über einen längeren Zeitraum jeden Tag erneut vor, ist ein Arztbesuch unbedingt notwendig.

Auch wenn Ihr Kind starkes Nasenbluten hat, das mit Kopfschmerzen einhergeht, ist es ratsam, einen Mediziner nach den genauen Ursachen forschen zu lassen. Mit Hilfe geeigneter Untersuchungen prüft er, ob dem Nasenbluten beispielsweise eine Infektion zugrunde liegt. Wird Nasenbluten von Fieber begleitet, sollten Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen.

Achtung: Wird eine Blutung infolge eines Fremdkörpers in der Nase Ihres Sprösslings ausgelöst, versuchen Sie nicht, ihn auf eigene Faust zu entfernen. Er könnte dabei in die Luftröhre Ihres Kindes gelangen und zu akuter Atemnot führen.

Bekommt Ihr Baby häufig nach dem Schreien Nasenbluten oder ist es sogar aufs Gesicht gefallen, sollten Sie auch hier sofort den Rat eines Fachmannes einholen. In diesem Fall sind fatale organische Ursachen für das Nasenbluten unbedingt auszuschließen.

3.1. Die Behandlung des Nasenblutens bei Kind und Baby richtet sich nach der Ursache

Ein Kind hat Nasenbluten

Ein Stoß auf die Nase löst bei Kindern sehr leicht Nasenbluten aus, da die Blutgefäße in der Nase noch sehr empfindlich sind. 

Der Arzt schließt bei der Ursachenforschung des Nasenblutens zunächst schwerwiegende Verletzungen oder Brüche nach einem Sturz aus, indem ein Röntgenbild angefertigt wird. Anschließend stillt er die Blutung mit Hilfe von Gaze und einem gefäßverengenden Mittel.

Stellt ein Fremdkörper die Ursache für das Nasenbluten dar, entfernt der Arzt ihn behutsam mit speziellen Instrumenten aus der Nase. Kann der Allgemeinmediziner keine genaue Ursache feststellen, wird er Sie mit Ihrem Kind für ausführliche Tests zum HNO-Arzt überweisen.

Vor- und Nachteile der Behandlung durch den Arzt:

  • Ausschließen organischer Verletzungen und Krankheiten
  • Anfertigung von Röntgenbildern
  • Medizinische Erfahrungswerte (Einschätzung von Handlungsbedarf)
  • Meist nicht notwendig
  • Wartezeiten
  • Psychische Belastung für das Kind

4. Stoppen Sie Nasenbluten mit Watte oder Zwiebeln

Da Nasenbluten meist harmloser Natur ist, können Sie die Blutung bei Ihrem Kind mit einigen Hausmitteln stillen. Eine Möglichkeit ist ein Stückchen Watte, das mit Nasentropfen getränkt wird. Die Nasentropfen lassen die Nasenschleimhäute schneller abschwellen und stoppen so die Blutung. Platzieren Sie die Watte im entsprechenden Nasenloch und warten Sie, bis die Blutung aufgehört hat.

Tipp: Legen Sie Ihrem Kind ein Kühlpack oder ein kaltes Tuch in den Nacken. Durch die Kälte verengen sich die Blutgefäße und die Blutung wird gestoppt.

Auch mit einer Zwiebel können Sie Nasenbluten effektiv entgegenwirken. Schneiden Sie die Zwiebel in zwei Hälften und halten Sie die Schnittstelle anschließend direkt an die Nase Ihres Nachwuchses, sodass es die ätherischen Dämpfe einatmen kann. Bei einem Kleinkind gestaltet sich dieses Vorgehen meist schwierig, weil der Sprössling seine Ablehnung mit Unruhe deutlich macht.

Achten Sie bei der Anwendung der Hausmittel darauf, dass Ihr Kind den Kopf nicht in den Nacken legt. Das Blut läuft dabei den Rachen hinab in den Magen, was einen starken Brechreiz zur Folge hat.

Eine erweiterte Auswahl von Hausmitteln gegen Nasenbluten finden Sie auf den Seiten verschiedener Gesundheitsmagazine.

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