Neurodermitis bei Kindern: Was hilft, um die Symptome zu lindern

Ein Baby hat Neurodermitis im Gesicht
  • Neurodermitis ist eine Hauterkrankung, die zu den atopischen Erkrankungen gehört. Auch Heuschnupfen und allergisches Asthma zählen dazu. Häufig treten atopische Erkrankungen gemeinsam oder auch in einigen Abständen aufeinander folgend bei betroffenen Personen auf.
  • Kinder mit Neurodermitis sind oft erblich vorbelastet. In den meisten Fällen bricht die Krankheit bereits aus, wenn das Kind deutlich jünger als 1 Jahr alt ist.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten gelten als eine der Hauptursachen von Neurodermitis beim Kind. Regelmäßige Untersuchungen und eine bewusste Ernährung können die Symptome lindern.

Großflächige, schuppige Hautstellen, die ständig jucken, sind die Haupt-Symptome von Neurodermitis. Vor allem das Gesicht, die Kopfhaut, der Hals und die Gelenkfalten sind von den Ekzemen betroffen. Immer mehr Kinder leiden unter der Hautkrankheit. Oft fühlen sich Eltern hilflos und sind nicht sicher, wie sie ihrem Kind helfen können.

Wir haben für Sie hilfreiche Informationen zu Ursachen, Behandlung und Therapie von Neurodermitis bei Kindern zusammengetragen. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, mit Hilfe welcher Hausmittel Sie Ihrem Kind Linderung verschaffen können.

1. Neurodermitis entsteht durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren

Auch wenn es Eltern beruhigt: Leider existieren mehrere Ursachen für den Ausbruch von Neurodermitis Ärzte und Wissenschaftler haben mittlerweile herausgefunden, dass eine Neurodermitis oft aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren entsteht.

Auslöser können Allergien oder Umwelteinflüsse ebenso wie genetische Veranlagung sein. Vor allem in den großen Industrienationen werden immer mehr Neurodermitis-Patienten gezählt.

Ursache Erklärung
Veranlagung Sobald ein Elternteil an Neurodermitis erkrankt, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent, dass sein Kind ebenfalls daran erkrankt. Die Prozentzahl steigt auf 67 Prozent, wenn beide Elternteile Neurodermitis haben.
Nahrungsmittelallergien Leiden Kinder oder deren Eltern an Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien, neigen sie eher dazu, an Neurodermitis zu erkranken.
Umwelteinflüsse Eine erhöhte Luftverschmutzung kann dazu führen, dass eine Neurodermitis-Erkrankung auftritt.
Körperliche Belastung und Infekte Ein geschwächtes Immunsystem kann Auslöser von Neurodermitis sein. Auch eine ungewohnte körperliche Belastung, die mit vermehrter Schweißbildung einhergeht, kann eine mögliche Ursache sein.

Die Zahl potenzieller Ursachen ist groß. Trotz jahrelanger Forschung reichen die Erkenntnisse noch immer nicht aus, um die Hauterkrankung schon im Anfangsstadium vollständig zu besiegen.

1.1. Neurodermitis tritt meist im Babyalter auf

Häufig tritt Neurodermitis bei Kindern schon in den ersten Lebensmonaten auf. Vor allem Kinder unter 1 Jahr sind oft betroffen. Da die Hautkrankheit auf einem geschwächten Immunsystem und einer nicht intakten Hautbarriere beruht, sind Babys besonders anfällig dafür.

Es gilt wissenschaftlich als erwiesen, dass sich das Risiko verringert, an Neurodermitis zu erkranken, wenn das Baby in den ersten vier Lebensmonaten gestillt wird.

2. Milchschorf ist ein Symptom für Neurodermitis

Ein Junge hat Neurodermitis im Gesicht

Der Ausschlag von Neurodermitis zeigt sich oft auch im Gesicht.

Der sogenannte Milchschorf ist ein Anzeichen für Neurodermitis beim Kind. Wenn Sie bei Ihrem Baby gerötete Hautstellen im Gesicht oder an den Armen entdecken, könnte dies ein Hinweis auf die Hautkrankheit sein.

Auch Beine oder Handgelenke können mit geröteten, schuppigen Hautstellen übersät sein. Manchmal treten diese juckenden Rötungen auch auf der Kopfhaut oder am Po auf. Mit zunehmendem Alter zeigt sich die Neurodermitis auch an anderen Körperstellen.

Die schlimmste Begleiterscheinung ist der Juckreiz. Da ein 2-jähriges Kind den Drang zu Kratzen schwer unterdrücken kann, hat die Haut eine geringe Chance, vollständig zu verheilen. Bis das Kind etwa 3 Jahre alt ist, können Sie als Eltern es mit entsprechender Kleidung oder einem speziellen Anzug schützen. Kratzt sich ihr Kind blutig, kann ein spezieller Overall eine Lösung sein.

Leidet ein Baby in seinen ersten Lebensmonaten unter den Symptomen von Neurodermitis, besteht eine große Chance, dass die Krankheit nach den ersten beiden Lebensjahren verschwindet. Allerdings treten häufig mit der Pubertät oder im späteren Erwachsenenalter erneut Neurodermitis-Schübe auf, da es sich um eine chronische Erkrankung handelt.

3. Die richtige Pflege der Haut: viel Feuchtigkeit und Finger weg von Duftstoffen

Waschen Sie Ihr Kind mindestens zweimal täglich mit klarem Wasser und benutzen Sie dabei keine Seifen und Pflegeprodukte mit Duftstoffen. Sie sollten die Haut Ihres Kindes unbedingt feucht halten. Eine entsprechende Waschlotion, die alle erforderlichen Bedingungen erfüllt, gibt es in der Apotheke. Sollten Sie Ihr Kind baden, ist kein Badezusatz notwendig.

Tipp: Sobald das Kind älter wird, sollten Sie es duschen und nur noch selten baden. Dies belastet die ohnehin angegriffene Haut weniger.

Regelmäßiges Eincremen tut der Haut der Kinder bei Neurodermitis gut. Die Creme sollte möglichst frei von Zusatzstoffen sein, um weitere Hautirritationen zu vermeiden. Kinder mit Neurodermitis sollten mindestens zweimal am Tag vollständig eingecremt werden.

Tipp: Eine gekühlte Creme (z.B. aus dem Kühlschrank) vermindert den lästigen Juckreiz bei Neurodermitis.

3.1. Nutzen Sie einen speziellen Sonnenschutz für Kinder mit Neurodermitis

Vor allem für ein Kind mit Neurodermitis ist ein guter Sonnenschutz von enormer Wichtigkeit. Eine leichte Sonnencreme reicht nicht aus, um Ihr Kind vor den schädlichen UV-Strahlen zu schützen, da die Haut durch den Ausschlag und das Kratzen oft stark irritiert und beansprucht ist.

Die Pflegeprodukte von Ladival gelten als besonders gut geeignet für Kinder mit Neurodermitis. Diese Produktreihe zeichnet sich dadurch aus, dass sie vollständig auf den Zusatz von Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen verzichtet.

4. Therapie bei Neurodermitis: Von Reha Kur zu Hausmitteln

Grundsätzlich kann Neurodermitis (noch) nicht geheilt werden. Nichtsdestotrotz gibt es Mittel, um die Symptome einzudämmen und symptomfreie Phasen zu verlängern.

4.1 Reha-Kur für Mutter und Kind sowie Homöopathie können Abhilfe schaffen

Umfassende Hilfe für Neurodermitis-Patienten bietet eine Reha Klinik, die Mutter-Kind-Kuren anbietet. Dort erhalten Eltern kompetente Unterstützung im Kampf gegen die Hauterkrankung ihres Kindes.

Ein Mädchen kratzt sich den Arm

Homöopathische Mittel wie Globuli können den Juckreiz bei Kindern lindern. 

Auch eine Ernährungsumstellung kann das Leiden unter der Krankheit lindern. Während der Mutter-Kind-Kur lernen Eltern Rezepte kennen, die sich zu Hause leicht nachkochen lassen. Eine Reihe gesunder Rezeptideen bei Neurodermitis finden Sie im Ratgeber des NDR zusammengestellt. Da häufig Nahrungsmittelunverträglichkeiten eine Ursache von Neurodermitis sind, ist diese Maßnahme in vielen Fällen effektiv.

Auch in der Homöopathie gibt es Möglichkeiten zur Behandlung von Neurodermitis bei Kindern. Oft werden pflanzliche Mittel in Form von Globuli verabreicht. Da die Auswahl des Mittels und seine Dosierung individuell ausgelegt werden muss, sollten Sie einen kompetenten Homöopathen zurate ziehen, der sich mit den homöopathischen Präparaten bestens auskennt.

  • einfache Dosierung von Medikamenten mit Globuli
  • kaum bis keine Nebenwirkungen
  • unterstützen das Immunsystem beim Aufbau
  • ganzheitliche Behandlung (nicht bloß symptomatisch)
  • Krankenkassen übernehmen oft die Behandlung mit homöopathischen Mitteln nicht
  • schwere Erkrankungen (Infektionen, Krebs…) sollten mit herkömmlichen Medikamenten behandelt werden
  • vorübergehender Verzicht auf mentholhaltige Mittel (z.B. Zahnpasta)

Da an Neurodermitis erkrankte Kinder unterschiedliche Bilder und Krankheitsverläufe zeigen, ist nicht vorherzusehen, auf welche Behandlungsform sie anspringen. In vielen Fällen hat sich eine Kombination aus homöopathischen Mitteln und traditionellen Medikamenten bewährt.

4.2 Quark und Kleopatra-Bad lindern die Beschwerden

Neben Kuren und der Behandlung mit traditionellen Medikamenten gibt es eine Reihe von Hausmitteln, mit denen sich Symptome lindern lassen.

  • Damit sich die Haut von den Irritationen erholen kann, braucht sie viel Feuchtigkeit. Tragen Sie Quark oder Joghurt auf die betroffenen Körperstellen auf und lassen Sie die Masse trocknen. Anschließend einfach mit klarem Wasser abwaschen.
  • Ein sogenanntes Kleopatra-Bad versorgt die Haut zusätzlich mit Feuchtigkeit. Dazu werden dem Badewasser ein Liter Milch und 100 Milliliter kalt gepresstes Olivenöl hinzugefügt. Die Haut sollte hinterher nicht abgetrocknet, sondern nur sanft abgetupft werden. Auf diese Weise können Milch und Olivenöl weiter auf der Haut einwirken.
  • Eine lindernde Wirkung wird auch Umschlägen mit Schwarzem Tee nachgesagt. Diese werden direkt auf die betroffenen Hautpartien aufgelegt. und beruhigen und verringern den Juckreiz.

Achtung: Die Fingernägel Ihres Kindes sollten kurz geschnitten sein. Durch Verletzungen der Haut beim Kratzen können Entzündungen entstehen, weil sich unter den Nägeln der Kinderhände meist Keime tummeln.

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