Ohrenschmerzen bei Kindern: Symptome richtig deuten und behandeln

Ein Arzt guckt einem Mädchen ins Ohr
  • Ob ein Kind Ohrenschmerzen hat, ist schwer zu erkennen. Das liegt daran, dass sie unterschiedliche Ursachen haben können und als Symptom einer Mandelentzündung, Mumps oder Zahnschmerzen auftreten können.
  • Reibt ein Baby sich die Wange, kann das ein Anzeichen für Ohrenschmerzen sein. Gehen Sie mit Ihrem Kind unbedingt zum Arzt, um es behandeln zu lassen.
  • Die häufigste Form von Ohrenschmerzen ist die Mittelohrentzündung. Sie verursacht einseitig Schmerzen und wird mit Antibiotika behandelt.

Hat ein kleines Kind Ohrenschmerzen, leidet nicht nur das Kind, sondern ebenso die Eltern. Oft kann es selbst nicht lokalisieren, woher die Schmerzen kommen. Vor allem, wenn das Kind jünger als 5 Jahre alt ist, fällt es ihm schwer, die Ohrenschmerzen zu verbalisieren.

Dass sich Eltern in solchen Momenten hilflos fühlen, ist verständlich. Daher haben wir in diesem Ratgeber hilfreiche Informationen für Sie zusammengestellt. Erfahren Sie, wie Sie die Symptome richtig deuten und was Sie tun können, wenn Ihr Kind Ohrenschmerzen hat.

1. So erkennen Sie, ob Ihr Kind Ohrenschmerzen hat

Ein Arzt schaut dem Baby ins Ohr

Ob es sich bei den Ohrenschmerzen um eine Mittelohrentzündung handelt, kann nur ein Arzt definitiv feststellen.

Besonders schwierig ist es, Ohrenschmerzen bei Babys zu erkennen. Babys sind meist noch nicht in der Lage, auszudrücken oder zu zeigen, wo sie Schmerzen haben. Sie als Eltern müssen daher das Verhalten Ihres Kindes aufmerksam beobachten. Häufig reiben sich Babys einseitig die Wange, wenn sie Ohrenschmerzen haben. Hat Ihr Kind starke Schmerzen, weint es viel und schläft nachts wenig.

Ist das Kind mindestens 2 Jahre alt, kann es zumindest deutlich machen, dass es Schmerzen hat. Die betroffene Region ist meist schnell zu erkennen, indem Ihr Sprössling darauf zeigt. Ohrenschmerzen beim Kind können verschiedene Ursachen haben und sind häufig ein Symptom einer anderen Krankheit.

2. Ohrenschmerzen beim Kind sind meist auf Infektionen zurückzuführen

Wissenswert

Kleine Kinder leiden häufig an einer Mittelohrentzündung, weil ihre Eustachische Röhre noch sehr kurz ist. Dabei handelt es sich um die Verbindung zwischen Rachen und Ohr. Da Entzündungen des Hals- und Rachenraumes im Alter von 3 Monaten bis 3 Jahren sehr häufig sind, gelangen sie schnell in die Mittelohrhöhle.

Hat Ihr Kind Ohrenschmerzen, können diese auf unterschiedliche Gründe zurückzuführen sein. Die häufigste Ursache ist eine Infektion oder ein Fremdkörper.

Mögliche Gründe für Ohrenschmerzen Ihres Kindes:

  • Infektionen des Hals- und Rachenraums, die auf das Ohr strahlen können, sind sehr häufig bei kleinen Kindern.
  • Zahnschmerzen können Ohrenschmerzen verursachen, wenn sich der Schmerz auf die Ohren-Region ausbreitet. Daher ist es manchmal schwer zu bestimmen, ob ein 3-jähriges Kind Ohrenschmerzen oder Zahnschmerzen hat.
  • Gelangt ein Fremdkörper in den Gehörgang, leiden Kinder unter starken Ohrenschmerzen. Gleiches gilt für einen Furunkel oder eine andere Entzündung.

2.1. Fremdkörper sind Schuld an Ohrenschmerzen: Nicht selbst entfernen!

Kleinen Kindern geschieht es oft, dass sie sich einen Fremdkörper wie ein kleines Spielzeug ins Ohr stecken. Können Sie den Fremdkörper nicht allein entfernen, ist ärztliche Hilfe unverzichtbar.

Eltern sollten auf keinen Fall versuchen, Fremdkörper mit Wattestäbchen oder anderen „Werkzeugen“ zu entfernen. Denn dadurch können sie noch tiefer in den Gehörgang rutschen und weitere Komplikationen nach sich ziehen.

Vorteile und Nachteile der Ohrenreinigung mit Q-Tips:

  • Ohrenschmalz kann entfernt werden
  • schwer zugängliche Stellen können gereinigt werden
  • mögliche Schäden am Trommelfell
  • Nicht zwingend notwendig, denn Ohren reinigen sich von Natur aus selbst
  • Durch Nutzung ist ein Tinnitus möglich
  • Fremdkörper werden womöglich tiefer in den Gehörgang geschoben

3. Eine Mittelohrentzündung ist die häufigste Form von Ohrenschmerzen

Ein Kind fasst sich ans Ohr.

Kinder können oft nicht unterscheiden, ob sie Zahnschmerzen oder Ohrenschmerzen haben.

Eine Infektion des Hals- und Rachenraumes breitet sich bei Kindern oft bis zur Mittelohrhöhle aus. Dann entstehen stechende Ohrenschmerzen, die kaum zu ertragen sind. Eine Mittelohrentzündung kann zudem mit oder ohne Fieber auftreten. Typische Symptome: Dem Kind läuft ein Sekret aus dem Ohr und es hört schlecht.

Eine Entzündung des Mittelohrs tritt häufig bei Kindern auf, weil ihre Ohrtrompete sehr schnell anschwellen kann (z.B. bei einer Erkältung). Die Ohrtrompete ist – wie die Nasenschleimhaut – mit einer Schleimhaut versehen und schwillt schnell an. Das verursacht einen unangenehmen Druck auf dem Ohr.

Mit Hilfe von Nasentropfen können Sie am schnellsten helfen, Ihr Kind von Ohrenschmerzen zu befreien. Die Tropfen helfen auch im Ohr, sodass die Schleimhäute abschwellen können.

Tipp: Sobald Ihr Kind über Ohrenschmerzen klagt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, denn nicht behandelte Mittelohrentzündungen können schwere Spätfolgen verursachen. Ihr Nachwuchs könnte im schlimmsten Fall einen bleibenden Schaden am Mittelohr davontragen.

4. Symptome von Ohrenschmerzen genau beobachten

Wenn Ihr Kind Ohrenschmerzen hat, ist es abhängig von den Begleitsymptomen, wann Sie als Elternteil zum Arzt gehen sollten. Hat Ihr Kind zusätzlich hohes Fieber und starke Schmerzen, sollten Sie es sofort medizinisch untersuchen lassen.

Eine Mittelohrentzündung kann auch vorliegen, wenn kein Fieber zu messen ist. Die Krankheit ist dann durch andere Symptome zu erkennen. Achten Sie darauf, ob Sekret aus dem Ohr läuft oder die Drüsen Ihres Kindes angeschwollen sind. In beiden Fällen ist ein Arztbesuch notwendig.

Achtung: Leidet Ihr Nachwuchs unter Ohrenschmerzen, verabreichen Sie ihm auf keinen Fall eigenmächtig Antibiotika oder andere Arzneimittel! Nur ein Arzt kann die genaue Ursache diagnostizieren und eine entsprechende Therapie einleiten. Auch wenn Hausmittel kurzzeitig Linderung bei Ohrenschmerzen verschaffen, sind sie nicht geeignet, um eine ärztliche Behandlung zu ersetzen!

Manchmal treten Ohrenschmerzen nur nachts auf. In dem Fall sollten Sie die Ursache ebenfalls medizinisch abklären lassen – sogar, wenn die Ohrenschmerzen am nächsten Morgen verschwunden sind. Ein einfaches Schmerzmittel zu verabreichen, ist nicht ausreichend, um eine Infektionskrankheit zu bekämpfen.

Besonders wichtig ist der Arztbesuch vor einem geplanten Urlaub. Denn bei einer Flugreise ist der Druck auf das Ohr Ihres Kindes besonders hoch und verursacht zusätzliche starke Schmerzen. Ein Arzt kann ein geeignetes Medikament verschreiben und hilfreiche Tipps geben, die den Urlaub dennoch möglich machen.

Nach dem Schwimmen oder nach dem Baden können sich die Ohrenschmerzen des Sprösslings verschlimmern. Deshalb sollten Sie während der Erkrankung darauf verzichten.

5. Zwiebelsäckchen ersetzen den Arztbesuch bei Ohrenschmerzen nicht

Es existieren einige Hausmittel, die Linderung bei Ohrenschmerzen verschaffen können. Dabei führt das Zwiebelsäckchen die Liste der Hausmittel an, denn es wirkt entzündungshemmend und lindert den Schmerz.

Tipp: Auch eine einfache Wärmflasche tut Ihrem Kind bei Ohrenschmerzen gut. Die Wärme beruhigt und lässt die Schmerzen ein wenig abklingen.

Trotz der Wirkung der Hausmittel möchten wir erneut darauf hinweisen, dass Hausmittel einen Arztbesuch nicht ersetzen und bestenfalls als Ergänzung zur ärztlichen Therapie herangezogen werden sollten.

5.1. Homöopathie als unterstützende Behandlung bei Ohrenschmerzen

Bei Ohrenschmerzen setzen viele Menschen auf Globuli und andere homöopathische Mittel; jedoch sollten auch hier Experten zurate gezogen werden, denn die Auswahl und Dosierung der entsprechenden Mittel ist stets individuell zu treffen. Auch an dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass die Homöopathie eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen, sondern ergänzen kann.

Hausmittel Anwendung
Zwiebelsäckchen Erhitzen Sie kleine Zwiebelstückchen und geben Sie sie in ein Geschirrtuch. Legen Sie dieses für etwa 30 Minuten auf das betroffene Ohr. Die Wärme wird Ihrem Kind guttun. Gleichzeitig entfaltet die Zwiebel ihre antibakterielle Wirkung und bekämpft die Erreger im Ohr.
Kamillendampfbad Ähnlich wie bei einer Erkältung sorgt auch ein Kamillendampfbad bei Ohrenschmerzen für Linderung. Dazu wird Kamille aufgebrüht. Anschließend halten Sie das Ohr über den Kamillendampf. Vorsicht! Der Dampf ist heiß.
Senfumschlag Vermischen Sie Senfmehl aus der Apotheke mit etwas Wasser und geben Sie es in ein Stofftuch. Das Päckchen zehn Minuten auf das schmerzende Ohr legen und einwirken lassen.
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