Pseudokrupp beim Kind – Krupphusten und Atemnot

Pseudokrupp beim Baby
  • Die Atemwegserkrankung Pseudokrupp ist bei Babys, Kleinkindern und Kindern weit verbreitet. Das bekannteste Symptom ist der bellende Krupphusten.
  • Im schlimmsten Fall wird aus dem Hustenanfall eine massive Atemnot.
  • Konsultieren Sie Ihren Kinderarzt um abzuklären, ob es sich um Pseudokrupp, Diphterie oder eine Kehlkopfentzündung handelt.

Pseudokrupp ist eine Kinderkrankheit, die bei Babys und Kindern bis ins Grundschulalter besonders häufig vorkommt. Der Bereich um Stimmbänder und Kehlkopf entzündet sich und schwillt an. Zum typischen Krupphusten, einem Husten der einem plötzlichen Anfall gleicht, kommt es durch die verengten Atemwege. Je jünger Ihr Kind ist, wenn es an Pseudokrupp erkrankt, desto gefährlicher sind die Hustenanfälle. Woran Sie einen Krupphustenanfall erkennen und welche Therapie es gibt, erklären wir Ihnen in diesem Ratgeber.

1. Symptome bei Pseudokrupp: Der Krupphusten kommt überraschend und ist massiv

Pseudokrupp Hustenanfall

Der typische Husten beim Pseudokrupp hat seinen Höhepunkt meist nachts.

Der Krupphusten, der ganz typisch für Pseudokrupp bei Kindern ist, kommt meist überraschend. Nachts sind die Hustenanfälle am schlimmsten. Tagsüber können Kinder trotz Pseudokrupp nahezu frei von Beschwerden und ohne Husten sein.

Beim Krupphusten

  • zieht Ihr Kind die Luft beim Einatmen ganz laut ein.
  • ist der Husten Ihres Kindes trocken und bellend.
  • sind Heiserkeit und eine massive Atemnot häufige Begleiter.

Vor allem Babys und Kleinkinder erkranken an Pseudokrupp. Je älter die Kinder werden, desto eher verringert sich – rein körperlich betrachtet – die Gefahr, dass aus einem Krupphusten-Anfall eine echte Atemnot wird. Die Atemwege sind bei einem Kind mit 10 Jahren deutlich weiter als beispielsweise beim Baby mit 4 Monaten. Dennoch: Hat Ihr Kind einen Hustenanfall, wird dieser häufig von der massiven Angst begleitet zu ersticken.

1.1. Ein Pseudokrupp-Anfall kann Halsschmerzen und Atemnot bedeuten

Manche Kinder verspüren trotz Pseudokrupp-Erkrankung lediglich Schluckbeschwerden. Bei anderen äußerst sich die Krankheit durch einen bellenden Husten oder gar akute Erstickungsgefahr. In jedem Fall ist der Gang zum Kinderarzt nötig. Dieser wird Ihnen ein Medikamenten-Set verordnen, das beim nächsten Anfall für schnelle Linderung sorgt. Meist beinhaltet dieses Set einen Inhalator und Kortisonzäpfchen oder einen Saft.

Einen Pseudokrupp-Anfall der schlimmsten Sorte erkennen Sie an der akuten Atemnot Ihres Kindes, am rasenden Herzen und der Blaufärbung der Haut.

Eine Übersicht der verschiedenen Stadien zeigt diese Tabelle:

Stadium 1 Stadium 2 Stadium 3 Stadium 4
  • heisere Stimme
  • bellender Husten
  • laute Atemgeräusche beim Luftholen
  • Brustkorb zieht sich ein
  • Atemnot
  • erhöhte Herzfrequenz (Pulsschlag)
  • Angst, Panik
  • blasses Gesicht
  • Atemnot ist sehr stark
  • Puls ist flach und schnell
  • Haut verfärbt sich
  • Bewusstseinsstörungen können auftreten
  • Ein- und Ausatmen ist von lauten Geräuschen begleitet

Dr. Christof Metzler imitiert im folgenden Video, wie Pseudokrupp klingt:

1.3. Pseudokrupp, Diphterie und Kehlkopfentzündung haben ähnliche Symptome

Im Grunde genommen sind die Symptome des massiven Krupphustens mehr als eindeutig. Sie weisen auf eine Pseudokrupp-Erkrankung beim Kind hin. Pseudokrupp beim Kind oder Baby ganz ohne Husten ist äußerst selten. Bestehen dennoch Zweifel, ob es sich um Pseudokrupp handelt, kann eine Blutuntersuchung für Klarheit sorgen. Sind Bakterien Auslöser für Pseudokrupp beim Kind, zeigt sich das an der hohen Zahl an Leukozyten.Deutlich häufiger ist eine Virusinfektion Vorläufer von Pseudokrupp. Infleunza-Viren und Maserns stellen hier die häufigsten Ursachen dar.

Wichtig ist der Gang zum Arzt auch noch aus einem anderen Grund: Auch wenn ein Pseudokrupp-Anfall für Ihr Kind mit Panik, Angst und Atemnot verbunden ist, gilt dieser Krupphusten noch als vergleichsweise harmlos im Vergleich zum „echten“ Krupphusten oder der Kehlkopfentzündung. Der „echte“ Krupphusten weist auf Diphterie hin. Die Kehlkopfentzündung namens „Epiglottitis“ wird durch Haemophilus influenzae ausgelöst. So erkennen Sie die Unterschiede:

Anzeichen von Pseudokrupp Anzeichen von Epiglottitis
Die Stimme ist heiser, rau und tonlos. Die Temperatur ist nur leicht erhöht. Die Stimme ist kloßig, leise und hell. Speichel läuft aus dem Mund.

2. Ursachen und Folgen bei Pseudokrupp: Viren und Bakterien sind für die Hustenattacken verantwortlich

Bakterien und Viren

Häufig folgt einer Virusinfektion mit Masern oder Grippe eine Pseudokrupp-Erkrankung. Auch Haemophilus influenzae-Bakterien und Staphylokokken können die Ursache für Pseudokrupp beim Kind sein.

Häufig sind es virale und bakterielle Infektionen, die Pseudokrupp beim Kind auslösen. Doch auch eine allergische Reaktion sowie die Schadstoffbelastung in der Luft können einen Pseudokrupp-Anfall negativ begünstigen. Die Behandlung sieht meist so aus: Kortison in Form von Saft oder Zäpfchen lindert den Hustenanfall. Antibiotika sind dann unnötig, wenn die Krankheit auf einen Virus zurückzuführen ist.

Besonders groß ist die Gefahr, dass ein Baby an Pseudokrupp erkrankt, wenn es häufigem Tabakrauch ausgesetzt ist. Das heißt auch, dass tendenziell häufiger Kinder von Pseudokrupp betroffen sind, die in sogenannten Raucherwohnungen leben müssen. So können Sie aktiv vorbeugen: Grundsätzlich sollten Sie niemals in der Wohnung rauchen, in der sich auch Ihre Kinder aufhalten.

2.1. Die wichtigsten Fakten rund um Pseudokrupp beim Baby und beim Kind

  • Übertragung: Die Übertragung erfolgt per Tröpfcheninfektion über die Atemwege. Die Krankheit ist damit ansteckend.
  • Inkubationszeit: Die Inkubationszeit beträgt nur wenige Tage. Wie lange Pseudokrupp ansteckend ist, ist abhängig vom Auslöser und den Folgeerkrankungen.
  • Dauer der Erkrankung: Pseudokrupp beim Baby und beim Kind kann binnen zwei Tagen abklingen, kann aber auch zwei Wochen ansteckend sein.
  • Folgeerkrankungen: In wenigen Fällen treten Folgeerkrankungen auf wie etwa eine Mittelohrentzündung oder eine Lungenentzündung.
  • Risikogruppen: Laut dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte erkranken häufiger Jungen an Pseudokrupp als Mädchen. Dicke Kinder und Kinder, die tagtäglich Zigarettenqualm ausgesetzt sind, laufen eher Gefahr, an Pseudokrupp zu erkranken. Vor allem im Winter und im Herbst mehren sich die Krankheitsfälle (u. a. im Kindergarten und in der Schule).

3. Bewahren Sie beim Hustenanfall Ruhe

an pseudokrupp erkranktes kind inhaliert

Ist ein Inhalator zur Hand, kann das die Atemnot lindern.

Auch wenn es einfacher klingen mag, als es in der Praxis ist, so gibt es einen wichtigen Rat zum richtigen Verhalten während eines Hustenanfalls: Bleiben Sie ruhig! Denken Sie daran, dass sich Ihre eigene Stimmung auch auf Ihr Kind überträgt. Das heißt im schlimmsten Fall, dass Ihr Kind noch mehr Angst bekommt, wenn Sie selbst in Panik verfallen. Versuchen Sie, Ihr Kind zu beruhigen. Jeder Schrei lässt die ohnehin schon geschwollene Schleimhaut weiter anschwillen.

Darüber hinaus hilft Ihnen dieser Maßnahmenkatalog dabei, auf einen Pseudokrupp-Anfall richtig zu reagieren:

  • Bringen Sie Ihr Kind in eine aufrechte Position. Das erleichtert das Atmen.
  • Zäpfchen auf Basis von Kortison helfen beim Abschwellen der Entzündungsherde und sorgen schnell für Erleichterung im Falle einer Atemnot.
  • Öffnen Sie das Fenster. Frischluft hilft und verstärkt die Zufuhr an Sauerstoff.
  • Helfen Sie Ihrem Kind mit angenehmer Luft beim Atmen. Feuchtwarme Dämpfe, die aus der Badewanne aufsteigen, oder feuchtkühle Luft aus dem Kühlschrank helfen beim Durchatmen. Auch das Inhalieren mit Kochsalzlösung ist hilfreich.
  • Reichen Sie Ihrem Kind etwas Kühles zu trinken. Ihr Kind sollte langsam, Schluck für Schluck entweder Tee oder Wasser trinken. Geben Sie keine Milch, wenn Ihr Kind an Pseudokrupp leidet.
  • Hilft keine der Maßnahmen, um die Atemnot zu lindern, müssen Sie den Notarzt rufen. Im schlimmsten Fall ist es nötig, zu intubieren oder gar über einen Luftröhrenschnitt zu setzen.

4. Die Erstmaßnahmen dienen auch der Behandlung

Alle Maßnahmen, die Sie gerade als Erstmaßnahmen durchgelesen haben, dienen bereits der Behandlung der Krankheit. Bei Fieber helfen fiebersenkende Mittel. Beim Abschwellen der Schleimhäute unterstützen kortisonhaltige Zäpfchen.

Müsste Ihr Kind ins Krankenhaus, würden ihm voraussichtlich Kortison, Adrenalin und Epinephin verabreicht werden. Möchten Sie auf die Möglichkeiten setzen, die Ihnen die Homöopathie bietet, sind Aconitum napellus, Spongia tosta, Hepar Sulfurius, Aconitum und Belladonna die Globuli, die im Anfangsstadium, nachts sowie zur Prävention am Morgen dienen.

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